Data for New Business Models
08.03.2019

Die Rolle des CFO im Zeit­alter der Digitalisierung

Wie kann die neue Generation von CFO in der Fertigungsbranche zum Erfolg der digitalen Transformation beitragen? Dieser Frage ging Siemens Financial Services in einer Studie nach und gibt Einblicke in ihre Ergebnisse.

Das zentrale Kompetenzspektrum des CFO 4.0 (Bild: openautomation)

Bild 1: Das zentrale Kompetenzspektrum des CFO 4.0

Zahlreiche Untersuchungen belegen die Notwendigkeit der digitalen Transformation, damit Fertigungsunternehmen ihre Wettbewerbsposition auf den lokalen und globalen Märkten beibehalten und ausbauen können. Dabei zeigen aktuelle Untersuchungen von Siemens Finan­cial Services (SFS) bei Fertigungsbetrieben in aller Welt, dass die meisten von ihnen die wirtschaft­liche Notwendigkeit der digitalen Transformation mittlerweile erkannt haben. Viele stellen sich nun die Fragen „Wie“, „Wie schnell“, „Wie viel“ und „Wie genau“ kann die Umsetzung der Industrie 4.0 erfolgen. Hinzu kommt die Frage, wie Indus­trie 4.0 wirtschaftlich tragfähig implementiert werden kann – mit konkreten Investitionen in die digitale Transformation, die im Laufe der Zeit zu tatsächlich messbaren wirtschaftlichen Vorteilen und Wettbewerbsvorteilen führt.

In diesem Zusammenhang wird dem CFO heute immer mehr Bedeutung beigemessen. Er soll die digitale Transformation ohne übermäßige Belastung des Unternehmens sicherstellen. Die Teilnehmer der SFS-Studie, Fertigungsbetriebe und erfahrene Managementberater, geben an, dass die Planung von Industrie-4.0-Projekten mit einem umfassenden Verständnis und entsprechender Kenntnis der verfügbaren Finanzierungsoptionen beginnen muss. Dadurch erhält ein Unternehmen Transparenz über die  bezahlbaren technologischen Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Entsprechend eingesetzte Finanzierungsinstrumente können einem Unternehmen eine breitere Palette von Industrie-4.0-Optionen eröffnen und dessen Möglichkeiten finanziell tragfähig machen – in einem Sektor, in dem kleine Gewinnspannen verglichen mit anderen Branchen häufig die Norm sind.

Kernkompetenzen eines CFO 4.0

Eine Reihe von Untersuchungen hat gezeigt, dass sich die Rolle des CFO in der Fertigung von Grund auf ändert. Die immer aktivere Rolle, die der CFO 4.0 heute als Berater, En­abler und Administrator (für die Auswertung von Daten) spielt, konzen­triert sich auf drei große Ziele, die durch die digitale Transforma­tion erreichbar sind: 1. Umsatzsteigerung, 2. Verbesserung der Rentabilität und 3. erstklassige Abläufe. Laut einer Studie bei Fertigungsbetrieben schafft der CFO 4.0 eine immer größere Anzahl von Leitindikatoren für das Unternehmen und ist verantwortlich für die Messbarkeit. Zu den Prioritäten zählten unter anderem die „Verbindung von Workflow- und Produktionsprozessen“, „mittel- bis langfristiges Denken, um die Digitalisierungsagenda im gesamten Vorstand zu verankern“ und „mehr Transparenz und Kontrolle dank Digitalisierung“.

Wie lässt sich nun aus der Erreichung dieser Ziele ein zentrales Kompetenzspektrum für den CFO 4.0 ableiten? Die Untersuchungsteilnehmer definierten fünf wichtige Merkmale eines CFO 4.0. Die Ergebnisse sind in Bild 1 dargestellt.

Der wirtschaftliche Vorteil für CFO 4.0

Die Mehrzahl der Befragten bestätigte, dass die Fähigkeit einer gesteigerten Fertigungsproduktivität ein universeller Ausgangspunkt für die Ermittlung des messbaren Werts der Digitalisierung ist. Die Vorstellung, dasselbe Produktvolumen mit geringeren Kosten zu produzieren oder mehr Produkte mit geringeren oder gleichbleibenden Kosten zu fertigen, findet bei Produktionsbetrieben Anklang, die die Investition in digitale Technologie als Wettbewerbsfaktor betrachten. Als interessant stellte sich dies sowohl für Fertigungsbetriebe heraus, die ihre ersten Schritte im Bereich der Automatisierung tätigen, als auch für solche, die planen, die neueste sensorbasierte Technologie zu installieren, um ihre gesamte Produk­tionsumgebung vollständig zu digitalisieren.

Der Produktivitätsbonus

Die Untersuchungen von SFS zeigten, dass die Fertigungsunternehmen durch die Automatisierung und Digitalisierung der Produktionssysteme mit einer Steigerung der Produktionsproduktivität in Höhe von 6,3 % bis 9,8 % ihres Jahresumsatzes rechnen können.

Dieser Zuwachs, der als Produk­tivitätsbonus der Digitalisierung bezeichnet wird, wurde von den Untersuchungsteilnehmern als zuverlässiger Ausgangspunkt für den Business Case einer Investition in Industrie-4.0-Technologie genannt. Der Fokus der Unternehmen, die sich für den Produktivitätsbonus der Digitalisierung entschieden, variiert von Unternehmen zu Unternehmen: Manche möchten den Anteilseignern Wert zurückgeben, andere wollen die Investitionen in Produktinnovationen verstärken oder eine wettbewerbsfähigere Marktposition erzielen.

Das World Economic Forum meldete, dass der „gemeinsame Wert der digitalen Transformation – für die Gesellschaft und die Industrie – in den kommenden zehn Jahren branchenübergreifend mehr als 100 Bio. US-$ ausmachen könnte. Solche Zahlen liefern, so beeindruckend sie auch sein mögen, keine konkreten Einblicke in den voraussichtlichen Gewinn für Unternehmen in einzelnen Branchen. Dementsprechend wendet die SFS-Studie das Modell des Produktivitätsbonus der Digitalisierung auf eine Reihe von wichtigen Fertigungssektoren an, um den Umfang der Vorteile zu unterstreichen, die Industrie 4.0 in den betroffenen Fertigungsindustrien mit sich bringen werden. Diese Zahlen stellen jedoch nur einen kalkulierbaren Ausgangspunkt für die Vorteile des Übergangs zu Industrie 4.0 für CFO 4.0 dar. Weitere Vorteile von Industrie 4.0 – wie etwa Wettbewerbsdifferenzierung – stehen außer Frage, lassen sich jedoch weniger leicht exakt berechnen. Der Produktivitätsbonus der Digitalisierung ist daher eine zuverlässige Ausgangsbasis, um die Investitionen in Industrie 4.0 aus Kostensicht zu rechtfertigen, auch wenn die vollständigen Vorteile der digitalen Transformation wohl wesentlich größer sein werden.

www.siemens.com

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