Data Generation, Collection & Transfer
07.11.2019

Vega will mit preisgünstigen Radarsensoren Ultraschall ablösen

Auf einer Pressekonferenz Ende Oktober im Hauptsitz in Schiltach hat Vega-Geschäftsführer Günter Kech einen Einblick in die Geschäftsentwicklung gegeben. Zudem stellte der Spezialist für Füllstand- und Druckmesstechnik neue Sensoren vor, die der Öffentlichkeit erstmals auf der SPS in Nürnberg präsentiert werden: Radarsensoren für preissensible Anwendungen, Drucksensoren und Grenzschalter für hygienesensible Prozesse in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sowie einen autarken, batteriebetriebenen Radarsensor.

Geschäftsführer Günter Kech ist mit der Geschäftsentwicklung zufrieden (Bild: VDE VERLAG)

Voraussichtlich 450 Mio. € wird der Umsatz von Vega in 2019 betragen, berichtet Geschäftsführer Günter Kech zum Auftakt der Pressekonferenz. Mit dem Wachstum von rund 8% gegenüber dem Vorjahr ist er sehr zufrieden. „Uns ist es nicht so wichtig einen speziellen Umsatz zu erzielen. Wir wollen lediglich stärker wachsen als der Markt und das wird uns in diesem Jahre gelingen“ so G. Kech und erläutert das ungewöhnliche Konzept „Wir planen generell keinen Umsatz, da wir nicht wissen, was unsere Kunden kaufen werden. Die Arbeit kann man sich sparen. Wir kümmern uns eher darum gute Produkte zu entwickeln und anzubieten, denn das können wir beeinflussen. Wir konzentrieren uns auf unsere Kunden und nicht auf uns selbst. Deswegen sind wir so erfolgreich.“

In Deutschland konnte der Spezialist für Füllstand- und Drucksensoren 7% zulegen. Auch für 2020 ist G. Kech positiv gestimmt, trotz der vielen globalpolitischen Unwegsamkeiten. Ein Grund dafür ist, der aktuelle Neubau eines Produktionsbereichs. Durch die dann entstehende Linienfertigung und eine stärkere Automation sollen viele Produkte in ein, zwei oder drei Tagen lieferbar sein – aktuelle sind 80% aller Geräte innerhalb von fünf Arbeitstagen verfügbar.

Radar zum Preis von Ultraschall

Bereits 1991 hat Vega mit dem Vegapuls64 das erste Radargerät auf den Markt gebracht. Im ersten Jahr verkaufte das Unternehmen davon 500 Stück. 2019 wird der nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Radar-Füllstandmessung rund 95.000 Radarmessgeräte an Kunden ausliefern. Ein Grund für den großen Erfolg ist die 80-GHz-Technik, welcher den Radarsensoren immer mehr Einsatzfelder erschließt. Dank präziserer Fokussierung des Sendesignals lassen sich Mess- und Störsignale besser trennen – die Messung wird um ein Vielfaches zuverlässiger und einfacher. Viele Messaufgaben, die bis dahin als unlösbar galten, lassen sich damit erfüllen. Bisher hatten die Radarsensoren jedoch einen, oft entscheidenden Nachteil: der höhere Preis. Das ändert Vega mit der neuen Vegapuls-Geräteserie.

Die Vegapuls-Radarsensoren, die sowohl als Kompaktausführung mit Kabelanschlussraum (links im Bild) als auch mit festem Kabelanschluss (IP68) gibt, wird durch das Steuergerät Vegamet (rechts im Bild) ergänzt, über das sich alle Messwerte visualisieren lassen (Bild: Vega)

 

Herzstück der kompakten Radarsensoren für preissensiblere Anwendungen ist ein besonders kleiner und energieeffizienter Radar-Mikrochip. Es gibt sie sowohl als Kompaktausführung mit Kabelanschlussraum als auch mit festem Kabelanschluss (IP68). Die Radarsensoren liefern zuverlässige Messwerte unabhängig von den äußeren Bedingungen, wie Temperaturschwankungen oder Verschmutzungen. Als direkte Ausgangssignale stehen 4…20 mA, Hart, SDI-12 oder Modbus zur Verfügung.

Optional lassen sich die Vegapuls-Geräte durch die Vegamet-Steuergeräte ergänzen. Deren großes Grafikdisplay erlaubt die Visualisierung der Messwerte. Zudem ermöglichen sie die einfache Umsetzung von Pumpensteuerungen, Durchflussmessungen in offen Gerinnen und Überfüllsicherungen nach WHG. Zum Schutz vor Witterungseinflüssen haben die Steuergeräte ein witterungsbeständiges Feldgehäuse. Sowohl die Sensoren als auch die Steuergeräte lassen sich bequem via Bluetooth über das Smartphone oder Tablet einstellen.

Vega-Geschäftsführer Rainer Waltersbacher fasst die Eigenschaften zusammen: „Dank der Robustheit, einfachen Bedienung und nicht zuletzt wegen des Preises stellt die Vegapuls-Radargeräteserie eine echte Alternative zu der bis heute noch oft eingesetzten Ultraschall-Messtechnik dar. Damit gibt es praktisch keinen Grund mehr Ultraschallgeräte zu kaufen.“

Füllstandmessung zum Aufkleben

Mitte 2020 wird Vega einen Radarsensor auf den Markt bringen, der die Logistik näher an das IoT bringt. Logistik-Prozessen fehlen dafür meist noch die erforderlichen Daten, da sich die Sensoren an Orten und in Positionen befinden, wo sie keinen direkten Zugang zur Energieversorgung haben. Auf der Pressekonferenz in Schiltach präsentierte Clemens Hengstler den autarken Füllstandsensor Aura mit 80 GHz-Radartechnologie. Mit einem Messbereich von 2 m erfasst er Füllstand, Position sowie Temperatur und arbeitet komplett wireless. Messleistung, Funk-Datenübertragung und Energieverbrauch sind so gut aufeinander abgestimmt sind, dass die Batterie eine Laufzeit von 10 Jahren hat, wenn die Messwerte zweimal am Tag in die Cloud gesendet werden. Aktuell werden die Standards NB-IoT und LoRa unterstützt. Zukünftige Standards können schnell umgesetzt werden.

Der Einbau sowie der Anschluss der Sensoren erfolgt schnell per Plug-and-play. Sie lassen sich fast überall von außen aufkleben oder befestigen und müssen lediglich mit dem Gebinde oder IBC-Container in der Cloud gekoppelt werden. Sie lassen sich daher in den verschiedensten Szenarien, wo immer Füllstände gemessen werden müssen, zuverlässig einsetzen. Ganz gleich, ob es sich um Lagerbehälter mit Chemikalien handelt, um Container mit Reinigungsmitteln, die regelmäßig auszutauschen sind oder um Reststoff-Behälter, die auf Abholung warten.

Drucksensoren und Grenzschalter für hygienesensible Prozesse

Mit den kompakten Drucksensoren mit Schaltfunktion Vegabar und den kapazitiven Grenzschaltern Vegapoint komplettiert Vega sein Sensorportfolio für hygienesensible Prozesse. Sie machen die Automatisierung einfach und effizient, ohne dabei Kompromisse in punkto Sicherheit, Hygiene oder Genauigkeit einzugehen. Durch ihr einheitliches Hygieneadaptersystem halten sich Aufwand und Lagerhaltung in Grenzen. Die Prozessanschlüsse lassen sich nach Bedarf auswählen und den Anforderungen vor Ort anpassen.

Die 360°-Schaltzustandsanzeige visualisiert die Schaltzustände in jede Richtung selbst bei Tageslicht. Die Farbe ist aus 256 Farben wählbar. Das Grafikdisplay mit 3 Tastenbedienung und VDMA-Menüstruktur zeigt den Messwert und die Schaltpunkte an. Für die universelle und gleichzeitig besonders einfache Kommunikation sorgt das Standardprotokoll IO-Link. Damit verfügen die Geräte über die standardisierte Kommunikationsplattform, die den nahtlosen Datentransfer und die einfache Integration der Anlage ermöglicht. Die Messgeräte-Serien Vegabar und Vegapoint lassen sich komfortabel mit Smartphone oder Tablet auslesen und konfigurieren.

www.vega.com

 

 

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 19.11.2019