Kurzmeldungen
22.09.2019

ABB legt Grundstein für neue Roboterfabrik in Shanghai

ABB hat mit dem Bau seiner neuen Produktions- und Forschungsstätte für Robotik in China, dem nach Unternehmensangaben weltweit größten Markt für Roboter, begonnen. Das Werk mit einem Investitionswert von insgesamt 150 Mio. US-$ soll Anfang 2021 den Betrieb aufnehmen.

ABB investiert rund 150 Mio. US-$ in seine neue Roboterfabrik in Shanghai/China. Am 12. September war Grundsteinlegung; die Inbetriebnahme ist für Anfang 2021 geplant (Bild: ABB)

Die neue Fabrik in Kangqiao bei Shanghai wird nach ABB-Angaben auf einer Fläche von 67.000 m2 moderne Fertigungsprozesse anwenden, einschließlich selbstlernender Maschinen und digitaler sowie kollaborativer Lösungen. "Es wird sich um die fortschrittlichste, flexibelste und am höchsten automatisierte Fabrik des globalen Robotiksektors handeln – ein Werk, in dem Roboter Roboter herstellen", heißt es von Unternehmensseite. Die neue Fabrik soll zudem über ein Forschungs- und Entwicklungszentrum verfügen, in dem Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz vorangebracht werden. In einem Showroom will  ABB außerdem eng mit ihren Kunden zusammenarbeiten, um gemeinsam Automationslösungen zu entwickeln, die passgenau auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind.

Mit ihren Robotiklösungen bedient ABB eine breite Kundenbasis in Asien. Das Unternehmen beliefert Automobilhersteller, insbesondere im Bereich der Elektromobilität, sowie produzierende Unternehmen in der Elektronikbranche, der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, der Pharmaindustrie, der Logistikautomation und vielen anderen Sektoren. ABB geht davon aus, dass der weltweite Umsatz mit Robotern von heute 80 Mrd. US-$ auf 130 Mrd. US-$ im Jahr 2025 steigen wird. China wird als der größte Markt für Robotik der Welt angegeben: 2017 wurde jeder dritte Roboter weltweit nach China verkauft, so ABB.

Peter Voser, Verwaltungsratspräsident und CEO von ABB: „Die Errichtung der neuen Roboterfabrik ist ein Meilenstein in der Entwicklung von ABB in China und festigt unsere Führungsstellung auf dem größten Robotikmarkt der Welt. Seit der Ankündigung des Projekts im Oktober letzten Jahres hat uns die lokale Regierung tatkräftig unterstützt. Das Vorhaben wurde 2019 in die Top-10-Projekte der ‚Manufacturing in Shanghai‘-Initiative aufgenommen – eine große Ehre für ABB.“

Politische Vertreter, ABB-Kunden und Führungskräfte des Unternehmens nahmen an der Grundsteinlegung am 12. September teil.

Digitale Fabrik der Zukunft

An Stelle von fixen Fertigungslinien wird die Produktion überwiegend an Automationsinseln erfolgen. Auf diese Weise können sich die Roboter frei von Station zu Station bewegen, was mehr Individualisierung und Flexibilität ermöglicht als ein traditionelles, lineares Produktionssystem. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sollen die Produktionsroboter dabei zur richtigen Zeit mit den notwendigen Teilen versorgen. Gleichzeitig sollen moderne Kollaborationstechnologien ermöglichen, dass Mensch und Roboter sicher Seite an Seite arbeiten können. Das macht die Fertigungsprozesse flexibler und agiler und vereint die Vorteile von Robotern mit den einzigartigen Fähigkeiten von Menschen.

Die Fabrik ist als komplettes digitales Produktions-Ökosystem konzipiert. Alle physischen Objekte, also jede Maschine, jeder Roboter, autonome Transporteinheiten, aber auch das Fabrikgebäude, werden nach ABB-Angaben durch digitale Abbilder, sogenannte Digitale Zwillinge, repräsentiert. Fertigungsprozesse werden ebenfalls zuerst digital simuliert, bevor sie umgesetzt werden. Die Vorteile sind eine deutlich höhere Planungssicherheit, verkürzte Produktanlaufzeiten und damit geringere Kosten. Mithilfe eines Systems, das auf maschinellem Lernen beruht, will ABB die Roboter noch während der Montage prüfen und damit höchste Qualitätsstandards gewährleisten.

„Als Marktführer für Industrieroboter in China sind wir stolz, die chinesische Industrie beim Ausbau ihres Fertigungssektors unterstützen zu können. Die Entwicklung des Landes zum globalen Fertigungszentrum, der anhaltende Trend zur individualisierten Massenfertigung und der zunehmende Fachkräftemangel werden trotz kurzfristiger Herausforderungen im chinesischen Markt weiterhin für eine kräftige, beständige Nachfrage nach Automationslösungen in der Region sorgen“, erklärt Sami Atiya, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation von ABB. „Wir gehen davon aus, dass sich unser Portfolio in den kommenden Jahren sowohl in der Breite als auch in der Tiefe nahezu verdoppeln wird. Daher benötigen wir eine Fabrik, die ein breiteres Spektrum an Robotern produzieren und Mengen effizient skalieren kann, damit wir auf Marktveränderungen und technologische Trends reagieren können“, so S. Atiya weiter.

ABB Robotics betreibt weltweit drei Fabriken: Das neue Werk in Shanghai, welches die jetzige Fabrik dort ersetzen wird, soll Kunden in Asien unterstützen. Die Fabrik im schwedischen Västerås beliefert Kunden in Europa und das Werk in Auburn Hills, Michigan, bedient den amerikanischen Kontinent.

ABB deckt in China, ihrem nach igenen Angaben zweitgrößten Markt, sämtliche Geschäftsaktivitäten ab – von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb und Service. Das Unternehmen beschäftigt in 44 lokalen Gesellschaften in 131 Städten rund 20.000 Mitarbeiter. Im Robotikgeschäft von ABB in China sind mehr als 2.000 Ingenieure, Technologieexperten und Projektverantwortliche an 20 Standorten im ganzen Land tätig. ABB gibt an, seit 1992 in China insgesamt mehr als 2,4 Mrd. US-$ investiert zu haben.

www.abb.com

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

» Weiterlesen ...

Normen

DIN-VDE-Normen einfach online nutzen

Normen aus dem VDE VERLAG

» Mehr Informationen ...

Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 18.10.2019