Industrie 4.0
17.09.2019

Siemens plant Übernahme von Process Systems Enterprise

Wie Siemens mitteilt, plant das Unternehmen die Übernahme von Process Systems Enterprise (PSE). PSE ist ein weltweit agierender Anbieter von Software und Dienstleistungen für hoch entwickelte Prozessmodellierung (Advanced Process Modelling). Siemens beabsichtigt 100 % des Stammkapitals von PSE zu erwerben und dessen Geschäft in die Business Unit Process Automation, die Teil von Siemens Digital Industries ist, einzubinden.

PSE bietet modellbasierte Lösungen für den ganzen Anlagenlebenszyklus mit einer einheitlichen und integrierten Werkzeugpalette an, die das Angebot von Siemens im Bereich der Prozessindustrie ergänzen. Außerdem könnte Siemens durch die Übernahme seine Position als Anbieter im ganzheitlichen Anlagenmanagement über den gesamten Lebenszyklus weiter ausbauen.

Die Technologie wird vor allem in den Branchen Chemie, Petrochemie, Pharma, Nahrungsmittel- und Getränke eingesetzt. Sie beschleunigt Innovationen, verbessert Prozessdesign und Betriebsabläufe, vereinfacht Forschung und Entwicklung und verbessert das Technologierisikomanagement.

„Die Kombination hoch genauer, prädiktiver Modelle und Echtzeit-Prozessdaten spielen eine zunehmend bedeutende Rolle in der Digitalisierung der Betriebsabläufe in der Prozessindustrie. Prozesswissen, das bereits in der Produkt- und Prozessentwicklung entsteht, wird in prädiktiven Modellen abgebildet und dann im Digitalisierungsumfeld in jedem Schritt des Lebenszyklus wertschöpfend eingesetzt“, so Eckard Eberle, CEO der Business Unit Process Automation. „PSE bringt uns hier entscheidend voran. Da wir nun die modellbasierten Technologien von PSE in unseren Anwendungen im gesamten Anlagenlebenszyklus integrieren können. Dadurch können wir noch besser auf die spezifischen Anforderungen unserer Kunden eingehen.“

Costas Pantelides, Managing Director von PSE, sagt: „Wir freuen uns sehr, Teil der Siemens-Organisation zu werden. Unsere Technologie und unser Know-how ergänzen die bestehenden Produkte von Siemens in hohem Maße. Das gemeinsame Portfolio wird auf der bereits starken Position von Siemens bei der Digitalisierung in der Prozessindustrie aufbauen und unseren Kunden über den gesamten Prozess- und Produktlebenszyklus hinweg beispiellose Vorteile bieten.“

Details und Ausblick

Im Rahmen einer strategischen Partnerschaft arbeitet Siemens seit Juni 2018 mit PSE zusammen. Im Zuge dieser Initiative wurden neue modellbasierte Lösungen für Überwachung, Vorhersage und Monitoring von Anlagen entwickelt, für Soft Sensing, die Vorausberechnung der Anlagenperformance, Echtzeit-Optimierung und Operator Training auf Basis detaillierter Prozessmodelle. Diese Lösungen basieren auf der Verbindung von leistungsstarken Prozessmodellen, fundiertem Prozesswissen auf der einen Seite und Echtzeit- und historischen Prozessdaten auf der anderen. Damit gewinnt der Anlagenbetreiber größere Effizienz durch verbesserte Prozesssteuerung und Wartungsplanung, wie zum Beispiel bei der Früherkennung der Lebensdauer von Katalysatoren oder der Ansammlung von Koks in Hochöfen.

PSE mit Hauptsitz in London beschäftigt derzeit etwa 160 Mitarbeiter weltweit. Der Abschluss der Transaktion ist für das vierte Quartal 2019 geplant. Beide Unternehmen vereinbarten Stillschweigen über finanzielle Details der Transaktion.

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 18.10.2019