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15.07.2019

Stäubli: Standort Bayreuth feiert 50-Jähriges

Stäubli, einer der weltweit führenden Anbieter von Mechatronik-Lösungen, feiert in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen seines Bayreuther Standorts. Auf einer Pressekonferenz gaben die Firmenlenker Einblicke in die Anfänge der 1969 übernommenen Fabrik für Textilmaschinen. Bis heute hat sich der Stäubli-Standort Bayreuth zu einem diversifizierter Technologiestandort für Kupplungstechnik, Webmaschinen und Robotertechnik entwickelt. Ab Herbst 2019 ist ein umfassender Ausbau des Standorts geplant, der 2021 abgeschlossen sein soll.

Am Stäubli-Standort Bayreuth sind heute auf einer Fläche von 37.589 qm die Divisionen Textil, Connectors, Robotics und Holding zu finden (Bild: Stäubli)

Die Geschichte von Stäubli in Bayreuth begann vor 50 Jahren mit der ersten Akquisition des Familienunternehmens überhaupt: Damals beschlossen die Eigentümer die Nachfolge der Textilfabrik Erich Trumpelt anzutreten. Durch die Kombination einer Stäubli-Erfindung mit der lokalen Produktionsstätte Stäubli & Trumpelt entstand eine neue Schaftmaschine, die Kunden bei der Plüsch- und Samtproduktion Vorteile gegenüber Konkurrenzprodukten verschaffte und damit Erfolg im Markt erzielte. „Die Webmaschine ist eine echte ‚Stäubli-Ko-Produktion‘“, stellt Urban Germann, General Manager Textile Division, heraus.

Connectors im Fokus

Die nächsten Jahrzehnte waren durch die kontinuierliche Erweiterung der Geschäftsaktivitäten geprägt:1978 fasste das Unternehmen den Entschluss, vom Standort Bayreuth aus französische Monokupplungen für den deutschen Markt zu vertreiben. Der Startschuss für den Geschäftsbereich Connectors war gefallen. Begann man für den Bereich Connectors zunächst mit dem Vertrieb französischer Monokupplungen, kam in Bayreuth schnell der Wunsch auf, eigene Produkte zu entwerfen. Durch die Entwicklung sogenannter Multikupplungen erhielt die Industrie eine einfache Lösung für die Versorgung ihrer Geräte mit verschiedenen Medien, wie Luft, Flüssigkeiten oder Strom. Dank ihrer hohen Qualität und Zuverlässigkeit sowie der bedarfsgerechten Entwicklung wurden die neuen Multikupplungen nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu einem Erfolg. Der hohe persönliche Einsatz in allen Abteilungen führte schließlich zu einer weiteren Produktentwicklung: Schnellspannsysteme für den einfachen Werkzeugwechsel bei Spritzgießmaschinen. Heute gehört Stäubli zu den wichtigen Herstellern solcher Kupplungssysteme weltweit.  „Mich beeindrucken immer wieder die Motivation, das Engagement und das Know-how, mit dem unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die unterschiedlichen Herausforderungen in fünf Jahrzehnten angepackt haben", so Norbert Ermer, General Manager Stäubli Holding Deutschland und Connectors Division.

Robotik hält Einzug

Später kombinierte Stäubli seine Expertise in den Bereichen Werkzeugwechsel und Robotik und entwickelte so eine besondere Kompetenz für die Herstellung von Roboter-Werkzeugwechslern in Bayreuth. Auf dieser Basis wurde das Leistungsspektrum weiter ausgebaut und an die Wünsche der internationalen Kunden angepasst. Die Expertise im Bereich Mechatronik sowie die Zusammenarbeit mit dem Hersteller für Industrieroboter Unimation seit 1982 führten zur Entwicklung und Herstellung eigener Scara-Roboter. 1988 folgte die Gründung des Geschäftsbereichs Robotics und 1989 die Übernahme von Unimation. 1992 folgten die Einführung der RX-Knickarm-Roboterbaureihe und weitere Scara- und Sechsachs-Industrieroboter bis jüngst das mobile Robotersystem Helmo für zukunftsweisende Mensch-Roboter-Zusammenarbeit hinzukam. Diese Systeme bedienen die heutigen Anforderungen einer flexiblen Fertigung und bewähren sich rund um den Globus.

„In den letzten Jahren konnte Stäubli mit dem TX2-Sechsachser, der sowohl als hochproduktiver Standardroboter als auch für die Mensch-Maschine-Kollaboration eingesetzt werden kann,  dem autonom fahrenden Mobilroboter Helmo, der innovativen Scara-TS2-Baureihe sowie dem schnellsten Vierachser Fast Picker TP80 Robotik-Geschichte schreiben", erklärte", Peter Pühringer, Division Manager Robotics.

Tag der Offenen Tür

Seine beeindruckende Expansion feierte Stäubli am 13. Juli mit einem Tag der Offenen Tür für seine Mitarbeiter, Familienangehörigen, Ehrengäste und die interessierte Öffentlichkeit. Die Veranstaltung vermittelte den Besuchern neben einem bunten Rahmenprogramm die Standort- und Produktentwicklungsgeschichte und erlaubte einen Blick in die modernen Montagehallen. Für viele stellte dies eine gute Gelegenheit dar, die hohe Komplexität heutiger Webmaschinen und Präzision der Industrieroboter von Stäubli kennenzulernen oder Kupplungstechnik selbst auszuprobieren. Eine Auktion selbstproduzierter Teppiche erinnerte an die Wurzeln in der Textilindustrie.

„Mit dem Jubiläum schauen wir auf die äußerst beeindruckende Geschichte von Stäubli in Bayreuth zurück. Durch unsere vorausschauende und kundenorientierte Strategie sowie dem hohen Qualitätsanspruch und der Leidenschaft unserer Mitarbeiter, haben wir in fünf Jahrzehnten einen diversifizierten und hochmodernen Standort geschaffen, auf den wir sehr stolz sind“, sagte Norbert Ermer, General Manager der Stäubli Holding in Deutschland und Leiter der Division Connectors.

Ausbau des Standorts

Als Stäubli den Standort Bayreuth 1969 übernahm, waren hier 84 Mitarbeiter inklusive 18 Auszubildende beschäftigt. Ein familiärer Ton und die Wertschätzung für das Engagement der Mitarbeiter waren für viele Ansporn zur Mitgestaltung der Firma und sind immer noch Triebfeder mancher Entwicklung und das anhaltende Wachstum. Heute beschäftigt Stäubli 582 Mitarbeiter am Standort in Bayreuth, von denen 38 derzeit eine Ausbildung durchlaufen. Insgesamt sind hier auf einer Fläche von 37.589 m2 die Divisionen Textil, Connectors, Robotics und Holding untergebracht.

Um dem Standort genügend Raum für das kontinuierliche Wachstum zu geben sowie das Zusammenwachsen der Geschäftsbereiche und die betrieblichen Abläufe zu verbessern, plant Stäubli ab Herbst 2019 in Bayreuth einen umfangreichen Aus- und Umbau. Der Entwurf von Architekt Bernd Detsch greift den Wunsch des international aufgestellten Familienunternehmens nach einem integrierten Standortkonzept auf, das die Grundfläche optimal nutzt.

Herzstück des Standortes soll ein gemeinsames Besucherzentrum für alle Geschäftsbereiche mit zentralem Empfang, Produktausstellungen, Konferenz- und Schulungsräumen im zentralen Bereich des Geländes bilden. Stäubli möchte seinen Kunden so ein besseres Verständnis für die Produktsynergien und das Know-How von Stäubli vermitteln und die komplementären Technologien der einzelnen Geschäftsbereiche aus der Perspektive der Abnehmermärkte präsentieren.

Bis Q1/2021 soll der Standort Bayreuth um- und ausgebaut werden (Bild: Stäubli)

Ein weiterer Teil des Konzepts ist die Errichtung eines neuen Gebäudes für den Geschäftsbereich Robotics auf dem 2016 erworbenen Grundstück an der Nordseite des Standorts. Neue Büros und große Flächen für die Roboterwartung und Anlagenvorbereitung unter einem Dach sowie ein Testbereich für mobile Roboter sollen die Anforderungen der Kunden in den Mittelpunkt stellen, für kurze Wege sorgen und eine einfachere Zusammenarbeit ermöglichen. Für den Bereich Textile waren durch einen Umbau im Jahr 2016 bereits moderne Rahmenbedingungen geschaffen worden.

„Stäubli will seinen Kunden eine klare Vorstellung von seinem umfassenden Know-How und Portfolio vermitteln. Gleichzeitig stärkt unser integriertes Gebäudekonzept das Gemeinschaftsgefühl aller Abteilungen und Mitarbeiter und erleichtert die Zusammenarbeit. Mit diesem Ansatz wollen wir dem Standort Bayreuth und seiner Belegschaft den nötigen Rahmen für zukünftige Herausforderungen und weiteres Wachstum verschaffen“, erläuterte N. Ermer.

Zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe wird für die Geschäftsbereiche Connectors und Robotics außerdem ein neues Logistikgebäude geschaffen. Hier sollen der Wareneingang und -versand gebündelt und noch effizienter gestaltet werden. Weitere Maßnahmen betreffen den Bau einer nachhaltigen Energieversorgungszentrale mit hoher Energieeffizienz sowie niedrigen Service- und Betriebskosten. 


Innovationen und Meilensteine

Innovationen aus Bayreuth

1985: Schnell­spannsysteme für schnellen Werkzeugwechsel von Spritzgießmaschinen (QMC)

1987: Erste Werkzeugwechselsysteme für Roboter

2008: Schaftmaschine 2688

2015: Mobile Roboterplattform HelMo

2017: Teppichwebmaschine ALPHA 500 und ALPHA 500TF

 

Historische Meilensteine

für Bayreuth

1969: Übernahme des Schaftmaschinenherstellers Erich Trumpelt

1978: Beginn des Geschäftsbereichs Connectors in Bayreuth

1988: Beginn des Geschäftsbereichs Robotics in Bayreuth

1988: Übernahme des Schwerschaftmaschinenherstellers Kaiser

1998: Übernahme des Webmaschinenherstellers Schönherr in Chemnitz

2018: Mehrheitsbeteiligung an der Firma WFT in Sulzbach-Rosenberg

 

www.staubli.com

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