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08.07.2019

Position in DACH stärken

Um eine stärkere Basis für nachhaltiges und profitables Wachstum zu schaffen und die Marktanteile auszubauen, hat Schneider Electric das Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz gebündelt. Welche Ziele Christophe de Maistre, der neue Zone President des Schneider Electric Konzerns für die DACH-Region, hat, erläuterte er im Gespräch mit der Redaktion der openautomation.

Christophe de Maistre, Zone President des Schneider Electric Konzerns für die DACH-Region: „Ich will noch bekannter machen,  dass Schneider Electric ein kompetenter Partner für das komplette Lösungsangebot ist“ (Bild: VDE VERLAG)

Christophe de Maistre, Zone President des Schneider Electric Konzerns für die DACH-Region: „Ich will noch bekannter machen, dass Schneider Electric ein kompetenter Partner für das komplette Lösungsangebot ist“ (Bild: VDE VERLAG)

Ihre Vorgängerin Dr. Frei hat mit der Zusammenführung der DACH-Märkte einen wesentlichen Schritt in Richtung eines flächendeckenden Lösungsangebots und Servicelevels getan. Was sind Ihre nächsten Schritte auf dem Weg dorthin?

C. de Maistre: Mit dem im deutschsprachigen Raum eingeschlagenen Weg können wir die vielen Synergien, die sich insbesondere bei größeren, komplexen Projekten durch die vielen Produktbereiche von Schneider Electric ergeben, besser ausschöpfen. Bei der sauberen Abwicklung derart großer Projekte haben wir schon mehrfach gezeigt, dass Schneider Electric ein kompetenter Partner für das komplette Lösungsangebot ist. Allerdings ist dies immer noch nicht überall bekannt und wir werden häufig noch unterschätzt. Deswegen werde ich diesen Weg weiter forcieren. Wir müssen die Vorteile die solche ­Konzeptlösungen den Kunden bieten stärker verdeutlichen. So ­haben sie nur einen Ansprechpartner für die Realisierung und erhalten schnelle sowie kompetente Hilfestellung, wenn mal Probleme auftauchen. Diese Kapazitäten wollen wir weiter ausbauen, um unseren EcoStruxure- Ansatz weiter voranzutreiben.

Wie breit das Produktportfolio von Schneider Electric ist, ist in der DACH-Region immer noch relativ unbekannt. Wie wollen Sie das ändern?

C. de Maistre: Das stimmt. Gerade im Vergleich zu anderen Regionen auf der Welt ist unser Marktanteile in DACH noch stark ausbaufähig. Durch Zukäufe, zum Beispiel von Merten und ABN, aber auch durch die Etablierung konzerneigener Abteilungen, etwa der Entwicklung in Deutschland, sind wir dabei dies zu ändern. Zudem müssen wir unser großes Applikations-Know-how mehr unter Beweis stellen und uns als technologiegetriebene Alternative zu anderen Anbietern etablieren. Zudem müssen wir beim Endkunden bekannter werden – über Technologien und Lösungen, nicht über den Preis!
Einer unserer Vorteile, den wir auch anlässlich der Hannover Messe eingehend präsentiert haben, ist die Vollintegration zwischen Energiemanagement und Industrieautomation: Meines Erachtens einmalig.
Schneider Electric ist die weltweite Nummer 1 im Energiemanagement bei der Mittel- und Niederspannung. Wie eng wir das Energiemanagement inzwischen mit Industrieanwendungen verzahnt haben, wurde auf der diesjährigen Hannover Messe deutlich, wo wir die vertikale Integration in Form konkreter Assets und verschiedener Applikationen gezeigt haben.

Welche Bedeutung hat die Region innerhalb von Schneider Electric?

C. de Maistre: Eine sehr große; Deswegen setzt die Gruppe Zeichen und präsentiert sich auf entsprechenden Messen als Leader. Wie wichtig die Region für Schneider Electric ist, zeigt sich aber auch in der Führungsetage. Beispielsweise sind momentan mehr Personen aus DACH im Vorstand als Amerikaner.

Zudem setzt Schneider Electric speziell in Deutschland mit seinen verschiedenen Standorten deutliche Zeichen hinsichtlich der Technologieentwicklung. Schon jetzt sind wir in vielen Märkten Trendsetter und setzen weltweite Standards. Wir werden uns in Zukunft stärker im ZVEI und VDMA engagieren, um die europaweite Standardisierung zu beeinflussen.

Hier sehe ich auch ganz speziell für mich eine entscheidende Rolle. Schon in Frankreich war ich diesbezüglich sehr aktiv und ich glaube, dass eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutschland nur positive Effekte bringen wird. Gemeinsam können wir Europa gegenüber Mitbewerbern aus China und den USA deutlich stärken.

Was sehen Sie als Schwäche der DACH-Region?

C. de Maistre: Bezogen auf Schneider Electric liegt eine Schwäche in der heutigen Marktsituation. Wir sind in der Region nicht so bekannt, wie wir uns das wünschen, da wir in der Vergangenheit stärker auf Schwellenländer konzentriert waren.

Das Ziel ist erreichbar, wenn es uns gelingt unsere Stärken auszuspielen. Diese sehe ich neben unserem Komplettangebot aus einer Hand vor allem in unseren Partnerschaften sowie in unseren offenen Systemen, wie EcoStruxure, der offenen, kompatible und IoT-fähige Architektur.

Wo sehen Sie, trotz des umfangreichen Portfolios, noch Lücken hinsichtlich der Produkte und Technologien?

C. de Maistre: Durch Industrie 4.0 und IIoT werden alle Produkte intelligenter und die Kommunikation wird durchgängig bis zur untersten Ebene realisiert. Auf der anderen Seite gilt es die Verdrahtung, die Projektierung sowie den Einsatz der Geräte zu vereinfachen. Daran arbeiten wir.

Ein gutes Beispiel dafür ist die multifunktionale Lastmanagementlösung Tesys Island, die wir auf der Hannover Messe vorgestellt haben. Damit lassen sich Motoren und andere elek­trische Verbraucher bis zu 80 A in einem elektrischen Schaltschrank schalten, schützen und verwalten. Die innovative Lastmanagementlösung macht Maschinen intelligenter sowie zuverlässiger und verkürzt gleichzeitig die Markteinführungszeit, so dass OEM auf ihrer Industrie-4.0-Reise vorankommen können. Das ist besonders wichtig in den lohnintensiven Ländern - wie eben in der DACH-Region.


Mit dem digitalen Lastmanagementsystem TeSys Island können ­Maschinenbauer die Konstruktion beschleunigen, die Zeit bis zur Markteinführung reduzieren und Maschinendaten sammeln (Bild: Schneider Electric)

Mit dem digitalen Lastmanagementsystem TeSys Island können ­Maschinenbauer die Konstruktion beschleunigen, die Zeit bis zur Markteinführung reduzieren und Maschinendaten sammeln (Bild: Schneider Electric)


Darüber hinaus bauen wir die softwarebasierten Tools innerhalb von EcoStruxure, wie die Advisor-Familie, weiter aus. Diese vereinfachen nicht nur Projektierung, Engineering Bedienung und Kommunikation, sondern reduzieren auch die Anzahl der benötigten Schnittstellen. Zudem ermöglichen sie Condition Monitoring, Predictive Maintenance sowie eine detaillierte Analyse von Produktion und Prozess.

Spiegelt sich hier auch schon die Integration der Software von Aveva wieder?

C. de Maistre: Natürlich. Mit der Aveva-Akquisition konnten wird uns ganz neue Anwendungen, etwa in Richtung der Leittechnik, erschließen sowie unser Softwareportfolio stark erweitern. Beispielsweise haben wir jetzt die Möglichkeit einen Digitalen Zwilling zu implementieren und können ein komplettes Projekt digitalisieren. Dies vereinfacht alle Schritte vom Engineering und zur Inbetriebnahme und Wartung. Aber wir sind nicht nur in der Lage Produkte, sondern auch den gesamten Overhead zu optimieren und zwar nicht mit anderen als Partner, sondern komplett aus einer Hand.

Sie bieten ein umfassendes Produktportfolio aus einer Hand. Warum setzten Sie trotzdem auf Partner?

C. de Maistre: Mit Partnern sind wir einfach stärker. EcoStruxure verbindet als digitales Rückgrat Operational Technology (OT) mit moderner IT-Technologie, um alle Potenziale und Vorteile der IoT-fähigen Geräte und Automatisierungslösungen auszuschöpfen. In drei Ebenen - von vernetzten Produkten über Steuerungslösungen bis zu Apps, Analytics und Software – bieten wir dabei Lösungen für vier Hauptmärkte (Building, Datacenter, Industry und Infrastructure) in sechs Geschäftsbereichen (Building, ­Power, IT, Machine, Plant und Grid). Alleine die Varianz zeigt, dass unsere Plattform immer auf die spezifischen Bedürfnisse der Applikation und des Kunden angepasst werden muss. Dafür ist entsprechendes Branchen- und Prozess-Know-how erforderlich. Dieses decken wir über unsere Partnerprogramme ab:

So bieten unsere MachineStruxure (MSX)-Partner Lösungen im Bereich der Automatisierungstechnik für Maschinenhersteller (OEM) an. Unter EcoExpert finden Sie Partner für energieeffiziente, intelligente und wirtschaftliche Gebäude. Alliance ­Partner sind von Schneider Electric zertifizierte Systemintegratoren für Automatisierungslösungen, Visualisierungstechnik und Dienstleistungen.

Sie sehen wir wollen gar nicht Alles selbst machen und eigene Lösungen durchsetzen, sondern gemeinsam mit Partnern, deren Ideen wir integrieren, marktgerechte Lösungen etablieren. Genau deshalb haben wir zur Hannover Messe auch das Kollaborations-Portal Schneider Electric Exchange ins Leben gerufen. Die Businessplattform stellt Technologieressourcen wie API, Analysen und Datensätze zur Verfügung, erlaubt den ­Zugang zu privaten sowie öffentlichen Gemeinschaften und bietet einen digitalen Marktplatz – eine Art App-Store für die Industrie. Die Teilnehmer - Anbieter, Systemintegratoren, Start-ups, Entwickler, OEM, Kunden und Distributoren erhalten Zugang zu einem riesigen Pool von technischen Tools und Ressourcen, um digitale und IoT-Innovationen zu entwickeln, zu teilen und zu verkaufen.

www.se.com
www.exchange.se.com

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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