Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

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Risiko

→ Risk (der Begriff "Risiko" charakterisiert entweder den Grad der Unsicherheit in Bezug auf die Erreichung angestrebter Ziele bei bewusster Inkaufnahme dabei möglicher Schäden bzw. Verluste oder einen mit Ungewissheit belasteten Sachverhalt, der mit einer latenten Schadenserwartung gepaart ist. Das heißt, der mit einer mehr oder weniger hohen abschätzbaren oder auch nicht abschätzbaren Wahrscheinlichkeit erwarten lässt, dass ein unerwünschtes Ereignis eintritt, das einen mehr oder weniger großen Schaden anrichtet, der sofort oder später auftritt, der punktuell oder flächendeckend wirkt, dessen Folgen mehr oder weniger lang zeitlich anhalten, der behebbar ist aber auch irreparabel sein kann. Im Zusammenhang mit technischen Sachverhalten wird als Risiko R in der Regel eine Konnektion aus Schadensausmaß S und seiner Wahrscheinlichkeit W des Eintritts bezeichnet [R = Sυ W]. Mögliche Risiken werden durch eine Risikoanalyse ermittelt und mittels eines geeigneten Risikomanagements unterhalb eines vertretbaren Grenzrisikos verbracht)

http://de.wikipedia.org/wiki/Risiko

Risikoanalyse

→ Risk Analysis (systematische Beschaffung und Verwendung von Informationen um die in einem bestimmten Zusammenhang möglichen Gefährdungen und deren Ursachen zu erkennen und damit verbundene Risiken qualitativ oder quantitativ zu erfassen. Für die allgemeine Bewertung der Risikohöhe spielen dabei Kriterien wie Eintrittswahrscheinlichkeit eines unerwünschten Ereignisses, Schadensausmaß, geografische Ausbreitung und zeitliche Ausdehnung des Schadens, mögliche Behebbarkeit des Schadens, Verzögerung zwischen Ereigniseintritt und späteren Folgen sowie gesellschaftliche Reaktionen, die bei Verletzung von individuellen, sozialen oder kulturellen Interessen oder Werten möglich sind, eine Rolle)

www.tsh.ipactive.de/SMA/Profinet%20Safety/K3.pdf

http://www.arbeitssicherheit.leuze.de/a/a_09.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Risikoanalyse

http://softwarekompetenz.de/?21965

Risikobeurteilung

→ Risk Assessment (für Maschinen legt die Sicherheitsnorm DIN EN ISO 14121-1 Leitsätze für die Durchführung der in der Maschinenrichtlinie geforderten Risikobeurteilung fest. Sämtliche Lebensabschnitte einer Maschine, wie Montage, Einrichtbetrieb, Normalbetrieb, Wartung, Instandsetzung, Außerbetriebnahme und auch eine vernünftigerweise vorhersehbare Fehlanwendung sind dabei zu bedenken)

www.safetyteams-ce-kennzeichnung.de/Beispiel-Risikobeurteilung-Spaltmaschine.htm

www.safetyteams-ce-kennzeichnung.de/Vorlage-Risikobeurteilung.htm

www.maschinenrichtlinie.de

Risikobewertung

→ Risk Evaluation (Einschätzung der Risikohöhe auf der Grundlage einer Risikoanalyse, insbesondere dahin gehend, ob in einem gegebenen Zusammenhang ein vertretbares Risiko vorliegt. Bei der Risikobewertung in der Technik werden in vielen Fällen das Produkt aus der Wahrscheinlichkeit, dass ein Schaden entsteht und die Schwere des möglichen Schadens herangezogen. Mathematisch formuliert: R = W • S. Wobei R = Risikohöhe, W = Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadens, S = Schadenshöhe, ausgedrückt in passenden Verlusteinheiten [Währungseinheiten, Verletzte, Tote]. Da es in der Technik, wie überall im Leben, eine absolute Sicherheit im Sinne einer Freiheit von jeglichen Risiken nicht geben kann, besteht die Aufgabe darin, im Zuge eines zielgerichteten Risikomanagements mögliche Risiken auf ein vertretbar geringes Maß unterhalb eines definierten Grenzrisikos zu reduzieren)

www.dguv.de/ifa/de/vera/2009/laserstrahlung/06_boemer.pdf

http://www.bgfa.ruhr-uni-bochum.de/publik/info0205/risiko.php

http://www.profiservices.de/Gefahrenanalyse.pdf

Risikofaktoren

→ Risk Factors/Risk Causes (Faktoren, die Einfluss auf die Größe eines Risikos haben. Synonym für Risikoparameter)

Risikograph

→ Risk Graph (grafisches normenbasiertes Hilfsmittel in Form einer sich verzweigenden Baumstruktur zur Bestimmung des erforderlichen Performance Levels PLr oder des erforderlichen SIL-Wertes der Sicherheitsfunktion in Abhängigkeit von den Risikoparametern im Zuge des Entwurfs bzw. der Anwendung sicherheitsgerichteter Systeme [SIS])

http://www.stahl.de/fileadmin/Dateien/funktionale_sicherheit/9funktionale_sicherheit.pdf

http://rzv113.rz.tu-bs.de/Bieleschweig/pdfB4/Bieleschweig4_Folien_Milius.pdf

http://www.goetting.de/de/photos/multimedia/499-5/risikograph.jpg

Risikomanagement

→ Risk Management (jedes Risikomanagement beinhaltet grundsätzlich die Erfassung, Analyse und Bewertung von Risiken sowie ihre überwachte Zurückdrängung auf ein vertretbares Maß unterhalb eines festgelegten Grenzrisikos durch die gezielte Umsetzung von Maßnahmen, die entweder die Eintrittswahrscheinlichkeit W oder das Ausmaß des Schadens S oder beide einschränken)

http://de.wikipedia.org/wiki/Risikomanagement

http://www.risikozentrum.de

http://www.iso-14971.de

Risikomatrix

→ Risk Matrix (Hilfsmittel für die Beurteilung von Risiken. Matrix, an deren vertikaler Achse in der Regel Intervalle der Schadenseintrittswahrscheinlichkeit bzw. -häufigkeit und in deren horizontaler Achse Intervalle des Schadensausmaßes bzw. der Schweregrad der Folgen nach einem Schadenseintritt aufgetragen sind. Damit ergibt sich eine endliche Zahl von Matrixfeldern, in denen jeweils Intervall-Wertepaare der beiden Größen als Maß für das jeweils bestehende Risiko enthalten sind. Die Wertepaare mit niedrigen Eintrittswahrscheinlichkeiten und geringen Schadenserwartungshöhen kennzeichnen dabei den Bereich der akzeptablen Risiken, während die Wertepaare mit hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten und großen Schadenserwartungswerten den Bereich der nichtakzeptablen Risiken verkörpern.

de.wikipedia.org/wiki/Risikomatrix

Risikoparameter

→ Risk Parameters (qualitativ oder quantitativ charakterisierbare Größen bzw. Einflussfaktoren, die sich auf die Höhe eines Risikos auswirken und damit im Zusammenhang gleichzeitig die Anwendung entsprechender risikoreduzierender Maßnahmen motivieren. Dazu zählen das zu erwartende Schadensausmaß, die Schadenseintrittswahrscheinlichkeit, die zeitliche Ausdehnung [Persistenz] des Schadens, die geografische Reichweite [Ubiquität] des Schadens, die Verzögerungswirkung, d. h. die Latenzzeit zwischen schadenauslösendem Ereignis und Schadenseintritt, die Schadens-Irreversibilität, d. h. Nichtwiederherstellbarkeit des Zustandes vor Schadenseintritt. Risikoparameter bei der Ermittlung des erforderlichen Performance Levels [PLr] für sicherheitsgerichtete Maschinensteuerungen beispielsweise sind: die Schwere möglicher Verletzungen im Versagensfall [leichte, reversible oder ernste, irreversible einschließlich Tod], die Häufigkeit und/oder Dauer der Gefährdungsexposition beteiligter Personen [seltene Exposition oder die Zeit der Gefährdungsexposition ist kurz] sowie die Möglichkeiten zur Vermeidung der Gefährdung, die betroffene Personen haben [möglich unter bestimmten Bedingungen/nicht möglich])

www.arbeitssicherheit.leuze.de/a/a_10.html

Risikopriorit?tszahl/RPZ

→ Risk Priority Number/RPN (dient im Rahmen einer FMEA-Analyse im Zuge der Risikobewertung zur Quantifizierung der Schwere eines möglichen Fehlers. RPZ = AB • E, wobei

A: Auftrittswahrscheinlichkeit einer Fehlerursache [1: unwahrscheinlich ... 10: sehr hoch]
B: Bedeutung der Fehlerfolgen für Betroffene [1: kaum wahrnehmbar ... 10: sehr schwerwiegende Folgen]
E: Entdeckungswahrscheinlichkeit des Fehlers [1: hoch ... 10: unwahrscheinlich]
Damit ergibt sich eine mögliche Fehlerrangfolge von 1 bis 1 000. Fehlerursachen mit der höchsten RPZ sind vorrangig zu eliminieren. Genauere Bezifferungen der Parameter A, B und E siehe folgende Website)

http://home.intergga.ch/neo/downloads/fmea.pdf

RLAP

Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit → General Product Safety Directive [GPSD] (Richtlinie 2001/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3. Dezember 2001 über die allgemeine Produktsicherheit. [Produktsicherheitsrichtlinie] Amtsblatt L 011 vom 15 Januar 2002. Verbindlich ab dem 15.01.2004)

http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2002:011:0004:0004:DE:PDF

Roadmap

→ Wörtlich: Wegekarte, Straßenkarte, Autokarte, Plan (in vielen Branchen häufig verwendetes Synonym für eine zukunftsorientierte Strategie bzw. einen richtungsweisenden Plan, die in groben Zügen über beabsichtigte Vorgehensweisen informieren. Dazu gehören z. B. Produkt-Roadmaps, Technologie-Roadmaps, Forschungs-Roadmaps u.v.a.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Roadmap

Roaming

→ Roaming (wörtlich: Herumstreunen, Umherwandern. Begriff aus der GSM-Welt. Definiert als die Fähigkeit eines Mobilfunknetz-Teilnehmers in einem anderen als seinem Heimnetzwerk Mobilfunk-Dienstleistungen in Anspruch nehmen zu können. Weitere Details siehe folgende Website)

http://de.wikipedia.org/wiki/Roaming

Robotation Academy

(herstellerübergreifende Roboter- und Automationsakademie, in der auf dem Hannover-Messegelände ganzjährig Automations- und Roboterschulungen für Mitarbeiter aus der Produktion durchgeführt werden)

www.robotation.de

Roboter

→ Robots (sind programmierbare stationäre oder mobile mechatronische Systeme [Maschinen oder Geräte], die bestimmte Aufgaben, wie Bewegen oder Handhaben, selbsttätig durchführen. Industrieroboter gehören zu den Handhabungseinrichtungen, wie sie die VDI-Richtlinie VDI 2860 definiert. Diese lassen sich entsprechend der Gliederung der Handhabungsfunktionen nach ihren jeweiligen Hauptfunktionen in Gerätegruppen gliedern. Bekannt sind ihre Anwendungen als Schweiß- und Zuführroboter in Produktionslinien. Darüber hinaus werden sie in vielen Modifikationen zu Forschungs- und Erkundungszwecken eingesetzt)

http://de.wikipedia.org/wiki/Roboter

http://die-roboter.de/home.htm

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