Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

» Weiterführende Informationen sowie die Möglichkeit, die Printausgabe zu bestellen, erhalten Sie hier.

» Den Anhang der Print-Ausgabe finden Sie hier.

P

PEN-Leiter

Protective-Earth-Neutral-Leiter → geerdeter Leiter, der die Funktionen des Schutzleiters und des Neutralleiters erfüllt

Performance Level, PL

→ Wahrscheinlichkeit eines gefahrbringenden Ausfalls pro Stunde (nach DIN EN ISO 13849-1 ein quantitatives Maß für die Bewertung der sicherheitstechnischen Qualität der Ausführung der Sicherheitsfunktion eines sicherheitsbezogenen Teils einer Maschinensteuerung [SRP/CS]. Er spezifiziert die mittlere Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Ausfalls je Stunde [1/h] in den folgenden fünf Stufen: a = [10-5 bis 10-4]/h zur Absicherung niedriger Risiken über die Stufen b, c und d bis hin zur Stufe e = [10-8 bis 10-7]/h zur Absicherung sehr hoher Risiken.)

Im Zuge der Gestaltung sicherheitsbezogener Teile von Steuerungen wird zunächst der für eine bestimmte Sicherheitsfunktion erforderliche Performance Level PLr bestimmt und nach Realisierung entsprechender Maßnahmen geprüft, inwieweit der angestrebte Performance Level PL erreicht wurde. Dazu empfiehlt es sich die folgenden Hilfsmittel zu benutzen: Performance Level Calculator, Safety Calculator PAScal, Sistema)

www.arbeitssicherheit.leuze.de/a/a_09.html

www.ifm.com/mounting/7390661DE.pdf

Performance Level Calculator

→ Performance Level Rechner (Rechendrehscheibe, nach Art eines Rechenschiebers, für die schnelle, und unkomplizierte Bestimmung des Ist-Performance Levels für eine konzipierte sicherheitsbezogene Maschinensteuerung auf Basis einer gewählten Steuerungsarchitektur [Kategorie] und der dafür bestimmten MTTFd- und DCavg-Werte)

www.dguv.de/inhalt/index.jsp Webcode: d11223

www.dguv.de/bgia/de/pra/drehscheibe/index.jsp

Perinorm

(größte europäische Datenbank für Normen und technische Regeln von zurzeit 23 Ländern und den internationalen Normungsorganisationen ISO, IEC und ITU. Sie wird monatlich aktualisiert und steht Nutzern dreisprachig in Englisch, Französisch und Deutsch Online und auf DVD zur Verfügung)

www.perinorm.com

Permanentmagnetmotoren

→ Permanent Magnet Motors/PM Motors (Motoren, die anstelle einer gleichstromgespeisten Erregerwicklung ein Permanentmagnet-Erregersystem haben  –Einphasen- und Dreiphasen-Synchronmotoren sowie Gleichstrommotoren kleiner Leistung)

Personalzuverl?ssigkeitsanalyse

→ Human Reliability Analysis, HRA (Gegenstand der Untersuchungen ist der Einfluss fehlerhaften menschlichen Handelns auf die Zuverlässigkeit von Systemen. Siehe auch VDI 4006)

www.energyinst.org.uk/content/files/bn12.pdf

PES

Programmable Electronic Systems → programmierbare elektronische Systeme (die PES-Technologie gehört heute zum Stand der industriellen Sicherheitstechnik)

Petri-Netze

→ Petri-Nets (sind ein mächtiges Mittel zur Beschreibung der Funktionalität diskreter technologischer und steuerungstechnischer insbesondere parallelläufiger Prozesse bzw. der Kommunikation zwischen Automaten untereinander und mit ihrer Umwelt. Das entsprechende Konzept wurde Anfang der 1960er-Jahre von dem deutschen Mathenmatiker C.A. Petri entwickelt. Wesentliche Grundvorstellungen sind:

  • Beim Ablauf von Prozessen geschieht etwas.
  • Was geschieht, d. h. welches Prozessereignis eintritt, hängt von Prozesssituationen bzw. Bedingungen ab.
  • Ereignisse und Bedingungen sind auf folgende Weise kausal miteinander verknüpft:
    a) ein Ereignis t [Transition, Übergang] tritt ein, wenn eine bestimmte dafür relevante Bedingung p wirkt, kurz: p = Vorbedingung von t,
    b) ein Ereignis t schafft eine Nachbedingung p" oder kurz: p"= Nachbedingung von t.

Petri-Netze können grafisch und analytisch dargestellt werden. Für die grafische Darstellung der statischen Netztopologie werden folgende Symbole benutzt:

  • Kreise für die Bedingungen p [in der Regel als Plätze bezeichnet],
  • Rechtecke für die Ereignisse t [in der Regel als Transitionen benannt] und
  • Pfeile für die gerichteten Verbindungen [Kanten, Bögen] zwischen Plätzen und Transitionen.

Kanten zwischen Plätzen und Transitionen werden als Prekanten und Kanten zwischen Transitionen und Plätzen als Postkanten bezeichnet.
Zur Darstellung dynamischer Aspekte dient ein Markierungskonzept. Es besagt: Aktive Plätze werden durch Marken gekennzeichnet, die im Zuge des Prozessablaufs nach definierten Regeln über die gerichtete Kanten durch das Netz wandern.
Analytisch lässt sich ein Petri-Netz in der Tupeldarstellung, wie folgt beschreiben:
N = (P,T,Pre,Post) wobei
P = { p1, p2, ..., pn } endliche Menge der Plätze,
T = { t1, t2, ..., tm } endliche Menge der Transitionen,
Pre ist Teilmenge von/gleich PxT Menge der gerichteten Kanten zwischen den Plätzen und Transitionen [Prekanten],
Post ist Teilmenge von/gleich TxP Menge der gerichteten Kanten zwischen den Transitionen und Plätzen [Postkanten].
Ferner bezeichnen P vereinigt mit T die Knotenmenge des Netzes und (P x T) vereinigt mit (T x P) die sogenannte Flussrelation, die Menge aller Kanten im Netz)

http://olli.informatik.uni-oldenburg.de/PetriEdiSim/tutor.html

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1098776

PFC

Power Factor Correction / Power Factor Compensation → Leistungsfaktorkorrektur / Blindleistungskompensation

PFCC

Power Factor Correction Circuit / PFC-Controller / Power Factor Correction Capacitors → Schaltung bzw. Kondensatoren zur Leistungsfaktorkorrektur / Blindleistungskompensation

www.usmotors.com/Products/ProFacts/PFCC.htm

PFC-Controller

Power Factor Correction Controller → Blindleistungsregler (sind dem Prinzip nach eigenständige Schaltnetzteile bzw. Frequenzumrichter, die der Begrenzung der von nichtlinearen Verbrauchern, wie getaktete Schaltnetzteile und Frequenzumrichter , herrührenden Netzoberschwingungen dienen. Sie werden direkt vor den nichtlinearen Verbraucher gesetzt oder parallel zu mehreren nichtlinearen Verbrauchern an das Versorgungsnetz angeschlossen. Im ersten Fall bewirken sie als Hochsetzsteller direkt eine sinusförmige Stromaufnahme des Verbrauchers aus dem Netz, im zweiten Fall dagegen kompensieren sie aktiv die von den nichtlinearen Verbrauchern erzeugten Oberschwingungsströme. Dazu speisen sie bei bestimmten Phasenwinkeln wieder Strom ins Netz zurück, um einen über die gesamte Periode der Netzfrequenz sinusförmigen Stromverlauf am Netzanschluss zu erzwingen)

www.nkl-emv.de >Produkte

 

PFD

Probability of Failure on Demand Ausfallwahrscheinlichkeit bei Anforderung (Versagenswahrscheinlichkeit der Sicherheitsfunktion bei ihrer Anforderung bzw. Auslösung nach DIN EN 61508, die für Betriebsarten mit niedriger Anforderungsrate der Sicherheitsfunktion [z. B. weniger als ein Mal pro Jahr] eine Rolle spielt. Dies trifft zu, wenn eine Sicherheitsfunktion nur im Gefahrenfall aktiviert wird, um ein zu überwachendes System in einen definierten sicheren Zustand zu überführen)

PFDavg

Average Probability of Failure on Demand → mittlere Ausfallwahrscheinlichkeit / Versagenswahrscheinlichkeit der Sicherheitsfunktion im Anforderungsfall

PFH

Probability of a Failure per Hour → Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls pro Stunde (Versagenswahrscheinlichkeit der Sicherheitsfunktion pro Stunde nach DIN EN 61508 (VDE 0803). Sie ist dann von Interesse, wenn ein überwachtes System ständig in einem definierten sicheren Zustand gehalten werden muss, wie bei der Drehzahlüberwachung an Maschinen)

PFHd

Probability of a dangerous Failure per Hour → Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Ausfalls pro Stunde. (Begriff aus der Sicherheitsnormung)

Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 20.08.2019