Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

» Weiterführende Informationen sowie die Möglichkeit, die Printausgabe zu bestellen, erhalten Sie hier.

» Den Anhang der Print-Ausgabe finden Sie hier.

P

Preventive Maintenance
PRIMOVE

(Technologie der Firma Bombardier, die die kontaktfreie Energieübertragung, d. h. den oberleitungsfreien Betrieb von Straßenbahnen ermöglicht. Das Funktionsprinzip beruht auf der induktiven Energieübertragung wie bei Transformatoren. Die Energiezuführung erfolgt über unter der Erdoberfläche verlegte Kabelschleifen, die nur dann aktiv geschaltet werden, wenn sie vom Fahrzeug überdeckt sind. Sie erzeugen ein magnetisches Feld, das von einer unter dem Fahrzeug montierten Aufnahmespule in einen elektrischen Strom umgewandelt wird, der seinerseits das Fahrzeugantriebssystem speist. Die Leistung kann je nach Fahrzeug- und Systemanforderungen von 100 kW bis zu 500 kW reichen)

www.bombardier.com/files/de/supporting_docs/BT-ECO4-PRIMOVE.pdf

Probleml?sen

→ Problem-solving (ein Problem, d. h. eine Aufgabe oder Frage, deren Lösung in der Regel einige Schwierigkeiten bereitet, besteht strukturell aus drei Komponenten: einem Anfangszustand A, einem angestrebten Zielzustand Z und einer Barriere B zwischen beiden, die im Zuge der Problemlösung zu überwinden ist. Je nach Kompliziertheit, Komplexität und Determiniertheit des Anfangs- und des Zielzustandes sowie der dadurch bedingten Mittel, Möglichkeiten und Methoden, um die zwischen ihnen liegende Hürde zu überwinden, werden verschiedene Problemtypen unterschieden. In der automatisierungstechnischen Praxis trifft man insbesondere die folgenden zwei.
Da sind erstens Probleme, bei denen die Parameter des Anfangs- und Zielzustandes im Wesentlichen bekannt sind wie auch die Mittel und Wege, das gewünschte Ziel zu erreichen. Das ist z. B. der Fall, wenn im Zuge einer Projektierung aus einem festen Sortiment von Komponenten eine konkrete Systemvariante zu konfigurieren ist, die speziellen Anforderungen genügt. Das ist eine relativ einfach lösbare Routineaufgabe, die lediglich reproduktives Denken erfordert.
Interessanter dagegen ist der Fall, wenn zwar der Zielzustand dem wesentlichen Inhalt nach, z. B. auf Grund eines Pflichtenheftes fixiert ist, die Mittel und Wege zur Erreichung des Zieles jedoch nicht bekannt sind oder in der Vorstellung nur unscharf konturiert vorliegen. Diese Problemstellungen finden sich bei jedem Entwicklungsvorhaben und in jedem Innovationsprozess. Inhaltlich geht es hier darum, im Zuge eines Syntheseprozesses über Gewohntes, Bekanntes, Bestehendes hinauszukommen, d. h. etwas bislang nicht Dagewesenes, Neues hervorzubringen und das stets unter den harten Bandagen des Marktes und der industriellen Realität, d. h. mit verfügbaren Ressourcen, im Rahmen gesetzlicher Vorschriften, normativer Vorgaben, Kostenlimits und Zeiten.
Bequem wäre es, könnte man solche Abläufe, z. B. Entwicklungs- und Konstruktionsprozesse voll automatisieren. Leider ist dies auch mit der heute verfügbaren Rechentechnik nicht möglich, da im Rahmen solcher Prozesse die Kausalkette von der Ursache (Ausgangszustand A) zur Wirkung (gewünschter Zielzustand Z) in umgekehrter Richtung zu durchlaufen ist. Dieser Weg ist nun mal nicht eindeutig und daher einer streng deterministischen Lösung und einer "Knopfdruck-Automatisierung" zumindest vorläufig nicht zugänglich. Was bleibt, ist eine Behandlung solcher Syntheseprozesse auf heuristischer Basis. Produktives Denken, erfahrungsbasiertes Wissen, Ideen- und Einfallsreichtum, Kreativität, Talent, Können, Gestaltungs- und Schöpferkraft sowie hoch motiviertes Handeln sind hier mehr denn je gefragt. Dabei erleichtern allerdings die Kenntnis lösungsrelevanter Informationen sowie die Verfügbarkeit und Beherrschung leistungsfähiger Werkzeuge zur Simulation und Bewertung konzeptioneller Varianten, ganz entscheidend den Problemlösungsprozess. Hierzu siehe dritte Website. Sie enthält eine Vielzahl sehr gut dokumentierter Problemlösungsmethoden)

www.habiger.com/files/erfolgreich_probleme_loesen.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Problemlösen

www.meport.net  > Indexliste

ProConOS

Programmable Controller Operating System → (IEC-61131-3-kompatibles, echtzeitfähiges Multitasking-SPS-Betriebssystem der Firma KW-Software GmbH)

www.kw-software.com

PFC-Drosseln

→ PFC Chokes / Power Factor Correction Chokes (Drosseln zur Leistungsfaktorkorrektur)

www.haug-electronic.com/media/20080324/VAC-PFC-Drosseln-PB_PFC-CHOKES.pdf.pdf

Pareto-Prinzip

→ Pareto Principle / 80-zu-20-Regel (Erkenntnis des italienischen Okonomen Vilfredo Pareto, dass scheinbar einem Naturgesetz folgend, überall auf der Welt in vielen Bereichen ein Großteil der Ergebnisse von Aktivitäten durch einen kleinen Teil von Akteuren erwirtschaftet werden, bzw. in der Regel etwa 20% der Ursachen für etwa 80% der Auswirkungen verantwortlich sind. Beispiele: 80% eines angestrebten Nutzens werden oft mit etwa 20% des dafür vorgesehenen Aufwandes erreicht; 80% des Gesamtumsatzes werden i.d. Regel mit 20% der Kunden getätigt; 80% der in einem Schriftstück enthaltenen Informationen werden durch Lesen von 20% des Textes erfasst u.s.f.)

www.ephorie.de/hindle_pareto-prinzip.htm

www.reiter1.com/Glossar/Glossar.htm

PC-based Controllers
PC-basierte Automatisierung

→ PC-based Automation (heißt Lösung von Automatisierungsaufgaben für Maschinen und Anlagen [Messen, Steuern und Regeln von industriellen Abläufen, SPS- und CNC-Funktionalitäten, Motion-Control-Funktionen, Roboterfunktionen, Optimierungsaufgaben, Bildverarbeitung, Datenerfassung und -Management, Energiemanagement, Bedienen & Beobachten, Visualisieren von Fertigungsabläufen u.a.] mittels leistungsfähiger Industrie-PCs und aufgabenspezifischen Softwarepaketen. Die Entwicklungen auf diesem Gebiet wurden und werden durch folgende Aspekte begünstigt bzw. vorangetrieben.
• PC-Know-How ist heute Allgemeingut und mit dem PC entstanden Standards [Hardware-Komponenten, Betriebssysteme, Bedienoberflächen, Kommunikationsverfahren], die bei ständig wachsender Leistung und sinkenden Preisen, für immer mehr Einsatzzwecke interessant wurden und werden.
• Der PC bot und bietet gegenüber herkömmlichen Automatisierungsmitteln neue Möglichkeiten bezüglich Flexibilität, Kostenreduzierung, Reduzierung der Produkteinführungszeiten verbunden mit erheblichen Performancesteigerungen.
• PC-Technologien schufen und schaffen einerseits neue Awendungsmöglichkeiten in einem genormten Umfeld und erlauben andererseits die einfache Anbindung PC-basierter Automatisierungsstrukturen an die Office-Welt)

www.automation.siemens.com/salesmaterial-as/brochure/de/brochure_simatic_industrial_pc_de.pdf

www.wirautomatisierer.de/home/-/article/22469894/32564767/

PC-basierte Steuerungen

→ PC-based Controllers (sind industrielle Steuerungen mit einem Industrie-PC als Harwareplattform, auf der benötigte Steuerungs- Regelungs-, Motion-Control-, CNC-, Robotik-, Kommunikations- und Visualisierungsfunktionen softwaremäßig implementiert sind. Auch die Realisierung von Sicherheitsfunktionen ist möglich [Einhaltung der Normen EN 954-1 bis Kat. 4, DIN EN 62061 bis SIL 3 und EN ISO 13849-1 bis PL e]. Neuerdings kommen auch Industrie-PCs mit Mehrkernprozessoren zum Einsatz. Dies bietet die Möglichkeit, spezielle Funktionalitäten wie SPS, CNC, Robotik, Messtechnik oder HMI verschiedenen Kernen zuzuweisen. Für PC-basiertes Steuern, Bedienen- und Beobachten sind eine Vielzahl von Hard- und Softwareoptionen, sowie einschaltfertige Bundles und Software Packages im Angebot. Trotz aller mit der PC-Technologie verbundenen Vorteile werden jedoch die PC-basierten Systeme die weit verbreiteten Hardware-SPSen nicht sobald verdrängen)

www.automation.siemens.com/salesmaterial-as/brochure/de/brochure_simatic-controller_de.pdf

www.wirautomatisierer.de/home/-/article/22469894/32564767

www.sps-magazin.de/mues/formmue.php?mue=55%20

PCI-SIG

Peripheral Component Interconnect Special Interest Group (Industriekonsortium mit weit über 900 Mitgliedern, die PCI-Produkte entwickeln und herstellen. Diese basieren auf den PCI-Spezifikationen, wie sie in der PCI-SIG erarbeitet und verabschiedet werden.

en.wikipedia.org/wiki/PCI-SIG

www.pcisig.com

PICMG

PCI Industrial Computers Manufacturers Group (In Wakefield, Massachusetts angesiedeltes Industriekonsortium, das offene Spezifikationen für hochleistungsfähige industrielle Rechneranwendungen entwickelt)

www.picmg.com

PICMIG Europe

PCI Industrial Computers Manufacturers Group Europe (Industrieunabhängige, neutrale, gemeinnützige Organisation der Hersteller und Anwender von Board-level-Produkten, die gemeinsame Marktinteressen haben. PICMG Europe unterstützt die Anwendung und Versorgung von Produkten, die auf den Spezifikationen des PICMG-Head-Office in den USA beruhen, wie z.B. der CompactPCI. Genauer gesagt, PICMG Europe fördert den Einsatz der Technologie des Standard-PCI-Bus in industrieller Umgebung, einer wesentlichen Voraussetzung für leistungsfähige industrielle Steuerungssysteme der nächsten Generation)

www.picmgeu.org

Piercing-Technologie

→ IPC-Technology / Insulation-piercing Contacting Technology (Durchdringungstechnik)

Piezoaktoren

→ Piezo Actuators (sind keramische Festkörperaktoren, die elektrische Energie direkt in lineare Bewegungsenergie umwandeln. Sie können Bewegungen im Sub-Nanometer-Bereich bis in den Mikrometer-Bereich ausführen und Kräfte bis zu mehreren 1000 Newton entwickeln. Ihre Bewegung beruht auf kristallinen Festkörpereffekten, d.h. sie haben keine im klassischen Sinn bewegten Teile. Sie arbeiten daher weitgehend wartungs- und verschleißfrei)

www.physikinstrumente.de/de/pdf_extra/2009_PI_Katalog_Grundlagen_der_Nanostelltechnik-Tutorial.pdf

www.physikinstrumente.de/de/produkte/piezo/piezo_aktuator_modelle.php

Pitchantriebe

→ Pitch Drives (Pitchantriebe bzw. Rotorblattverstellantriebe dienen in Windenergieanlagen [WEAs] dazu, um im Hinblick auf die Effektivität der Windenergieanlage, je nach Windstärke automatisch eine optimale Blattposition relativ zur Windrichtung einzustellen [hierzu siehe Pitchregelung]. Konventionelle Ausführungen bestehen aus einem Drehstrommotor mit einem nachgeschalteten zwei- oder dreistufigen Planetengetriebe, das wahlweise auch mit einer Kegelradstufe kombiniert sein kann. Sie laufen in der Rotornabe ständig mit um und sind deshalb mit Spezialdichtungen ausgestattet. In modernen WEAs wird für Pitchantriebe der Direktantrieb favorisiert [zentrisch zur Rotorblattachse gelagerter Drehmomentmotor plus Planetengetriebe, dessen Gehäuse direkt mit dem Rotorblatt verbunden ist] wodurch offenen Verzahnungen und der dazu erforderliche offene Auftrag von Schmiermitteln enfallen und das Getriebespiel gegen Null tendiert. )

www.gl-garradhassan.com/assets/downloads/beaufort_6_2007-02_D.pdf

www.boschrexroth.com/ics/Home.cfm?Page=RDSearch&Filter=76111

www.elektrotechnik.vogel.de/elektromotoren/articles/291894

Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 19.07.2019