Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

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F

Fehler

→ Fault (aus technischer Sicht, z.B. nach DIN EN 61508: nicht normale Bedingung, die eine Verminderung oder den Verlust der Fähigkeit einer Funktionseinheit verursachen kann, eine geforderte Funktion auszuführen. Bezüglich der Fehlerursache sind dabei zwei typische Fehlerkategorien, und zwar zufällige Fehler und systematische Fehler zu unterscheiden. Hinsichtlich ihres zeitlichen Erscheinungsbildes ist weiterhin zwischen intermittierenden Fehlern [Transiente Fehler → Transient Faults] und permanenten Fehlern [Permanente Fehler → Solid Faults] zu unterscheiden. Im Übrigen siehe folgende Website)

http://de.wikipedia.org/wiki/Fehler

Fehlerbaumanalyse

→ Fault Tree Analysis, FTA (gängiges, universell einsetzbares, in der DIN EN 61025 international spezifiziertes Analysewerkzeug zur Identifizierung der Ursachen unerwünschter Ereignisse in Systemen im Top-Down-Verfahren, beispielsweise zur punktuellen Aufspürung der Ursache eines Systemausfalls. Ausgehend vom unerwünschten Ereignis wird eine Baumstruktur entwickelt, in der das Zusammenwirken potentieller Ursachen für das unerwünschte Ereignis logisch dargestellt wird. Angewandt bei Zuverlässigkeits- und Sicherheitsanalysen)

http://mitglied.lycos.de/fsmemkh99/fba/fba.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlerbaumanalyse

www.crgraph.de/Fehlerbaumanalyse.pdf

www.flowcad.de/CareFTA.htm

Fehlerkategorien

→ Fault Categories / Error Categories (bezüglich der möglichen Funktionsbeeinträchtigung technischer Systeme unterscheidet man grundsätzlich zufällige Fehler und systematische Fehler)

Fehlerrate / Fehlerh?ufigkeit

→ Error Rate (Maß für die Übertragungsqualität digitaler Signale. Verhältnis von Anzahl der fehlerhaft übertragenen Informationseinheiten zur Gesamtzahl der übertragenden Informationseinheiten. Je nach der zugrundeliegenden Informationseinheit [Bit, Byte oder Block] wird zwischen Bit-Fehlerrate, Byte-Fehlerrate und Blockfehlerrate unterschieden)

Fehlersicherer Betrieb

→ Fail-safe Operation (im Fehlerfall wird ein sicherer Betriebszustand eingenommen)

Fehlerstrom

→ Leakage Current / Fault Current / Residual Current (überwiegend ohmscher Strom, der in elektrischen Geräten und Anlagen durch Isolationsfehler zwischen spannungsführenden Teilen und Erde zustande kommt, verursacht beispielweise durch Verschmutzung oder Feuchtigkeit oder auch wenn eine Person spannungsführende Teile direkt berührt. Offizielle Definition nach VDE 0100-200: Fehlerstrom ist der Strom, der durch einen Isolationsfehler zum Fließen kommt, wobei unter Isolationsfehler ein fehlerhafter Zustand in der Isolierung verstanden wird)

www.elektrofachkraft.de/fachwissen/fachartikel/technik/fehlerstrom-ein-schwieriger-fall

Fehlerstrom-Schutzeinrichtung

→ Residual Current protective Device, RCD, RCCB (Fehlerstromschutzeinrichtungen [FI-Schutzschalter]. Sie trennen das geschützte Objekt vom Netz, wenn der Fehlerstrom einen bestimmten Wert überschreitet und dienen dadurch dem Schutz von Personen, Nutztieren und Sachwerten bei Isolationsfehlern)

www.hdi-gerling.de/docs/schadencenter/fehlerstrom.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Fehlerstromschutzschalter

www.doepke.de Stichwortregister

Fehlertoleranz

→ Fault Tolerance (Bezeichnung der Fähigkeit eines Systems, auch bei einer begrenzten Zahl fehlerhafter Subsysteme seine spezifizierte Funktion zu erfüllen. Fehlertolerantes Systemverhalten, d. h. die Aufrechterhaltung der projektierten Funktionen trotz des Ausfalls von Systemkomponenten, des Auftretens von Software-Fehlern sowie beeinflussungsbedingter Störungen wird u.a. auf der Grundlage redundanter Strukturen erzielt. Folgende Redundanzprinzipe kommen dabei zur Anwendung:

  • statische Redundanz: Hier sind die Funktionseinheiten des redundanten Systems in einer statisch fest verankerten Struktur angeordnet. Beispiele sind fehlerkorrigierende Schaltungen, in denen fehlerhafte digitale Signale auf der Grundlage eines fehlerkorrigierenden Kodes berichtigt werden oder Vergleicherschaltungen, in denen die Ergebnisse dreier parallel arbeitender Funktionseinheiten ständig miteinander verglichen werden. Solange zwei von den drei Komponenten fehlerfrei funktionieren, wird das Gesamtsystem als fehlerfrei betrachtet, d. h. der Ausfall einer Funktionseinheit wird toleriert.
  • dynamische nicht funktionsbeteiligte Redundanz: Die einzelnen Funktionseinheiten sind hier in einer veränderlichen [umschaltbaren] dynamischen Struktur angeordnet. Im Fehlerfall erfolgt eine Umschaltung von der bisher funktionstragenden Einheit auf eine redundante Funktionseinheit. Letztere hat im fehlerfreien Betrieb des Systems keine eigenen funktionellen Aufgaben [Stand-by-Technik, 1-von-2-Technik].
  • dynamische funktionsbeteiligte Redundanz: Hier lösen alle Funktionseinheiten eines Systems im fehlerfreien Betrieb eigene funktionelle Aufgaben. Bei Ausfall einer Einheit übernehmen die übrigen Funktionseinheiten die wesentlichen Aufgaben der ausgefallenen Einheit unter Zurückstellung eigener, für die Gesamtfunktion des Systems weniger wichtiger Dienste [kollegiale Systeme, selbstkonfigurierende Systeme, selbstheilende Systeme] Fehlertolerante Strukturen kommen dort zur Anwendung, wo hohe Verfügbarkeit und hohe Systemsicherheit gefragt sind. Zu letzterem Aspekt siehe HFT)

http://ira.informatik.uni-freiburg.de/teaching/ppp-2002/Spoeri-Ausarbeitung.pdf

http://goethe.ira.uka.de/seminare/ftv/bewertung

Fehlfunktion

→ Maloperation / Misoperation / Malfunction (Funktion, die unter vereinbarten Bedingungen nicht der beabsichtigten Funktion eines Betrachtungsobjekts entspricht. Sie kann durch objektinterne zufällige Fehler [Bauelementeversagen] oder systematische Fehler [Spezifikationsfehler, Hardwarefehler, Softwarefehler oder mangelnde Umgebungsbeständigkeit zustande kommen. Elektromagnetisch bedingte Fehlfunktionen beispielsweise treten auf, wenn auf die Funktionseinheit einwirkende elektromagnetische Störgrößen, die Störfestigkeit der Funktionseinheit gegenüber diesen Störgrößen übersteigen. Sobald die Störgrößeneinwirkung aufhört, arbeitet die Funktionseinheit wieder normal)

Feinwerktechnische Antriebe

→ Precision engineering Drives (sind komplexe mechatronische Antriebsysteme kleiner und kleinster Leistung bestehend aus elektrischen, elektronischen und mechanischen Komponenten, die in der Kraftfahrzeugtechnik, Bürogerätetechnik, Gebäudetechnik, Hausgerätetechnik, Medizingerätetechnik, Mess- und Regelungstechnik und vielen anderen Einsatzbereichen zur Anwendung kommen. Die kleinsten dafür verfügbaren Motoren haben einen Außendurchmesser von 3 mm)

Feldbus

→ Fieldbus (Kommunikationsnetzwerk für die industrielle Automation im prozeßnahen Bereich zum direkten Anschluß von Sensoren und Aktuatoren mit eigener Intelligenz. Auf einem Feldbus werden kleinere Datenmengen zwischen Sensorik, Aktorik und Steuereinrichtung in digitaler Form übertragen. Die Übertragung muß dabei möglichst schnell, d.h. echtzeitnah erfolgen. Zudem muß eine feste minimale und maximale Antwortzeit garantiert sein. Darüber hinaus müssen Feldbusse einfach montierbar, konfigurierbar und wartbar sein und den industriellen Umgebungsbedingungen standhalten. In modernen Automatisierungssystemen ersetzen serielle Feldbusse die früher übliche parallele Feldverkabelung. Die serielle Vernetzung der Komponenten spart Zeiten bei der Planung und Installation, außerdem werden Schaltschrankausmaße reduziert sowie Ausfall- und Wartungszeiten verkürzt und damit eine bessere Anlagenverfügbarkeit erzielt. Systemerweiterungen, -änderungen und -ergänzungen sind einfacher zu realisieren. Zurzeit gibt es etwa 50 verschiedene Feldbussysteme, die sich hinsichtlich ihrer technischen Funktionen und den daraus resultierenden Einsatzgebieten und Anwendungshäufigkeiten grundsätzlich von einander unterscheiden. Hinzu kommen in neuerer Zeit Funktechnologien in den Feldbusbereichen. Hierzu siehe Funklösungen in der Automation und Drahtloses Ethernet)

www.openautomation.de/2135-0-ende-der-fabrikautomation-mit-24-ghz-wlan-funktechnologie.html

www.fh-trier.de/fileadmin/groups/12/Personen/Professoren/Linn/Produktionsinformatik/PI-16.pdf

www.jasperneite.net/paper/ei.pdf

de.wikipedia.org/wiki/Feldbus

www.safety-info.de

www.feldbusse.de

Feldebene

→ Field Level (unterste Ebene der Automatisierungshierarchie. In dieser Ebene befindet sich die Geräte-, Maschinen- und Anlagentechnik, in der automatisch geführte Produktionsprozesse ablaufen. Durch Sensoren werden darin für die Prozessführung und -überwachung relevante Informationen [Maschinen- und Aggregatzustände, Prozessparameter, Analyse- und Alarmdaten] erfasst. Diese werden in der Feldebene selbst durch maschinenintegrierte Steuer- und Regelgeräte oder in übergeordneten Ebenen zu Schalt- und Stellinformationen verarbeitet und diese über Aktuatoren zur zielorientierten Beeinflussung der im Produktionsgeschehen involvierten Materie-, Stoff- und Energieströme genutzt. Die Kommunikation der Feldgeräte untereinander findet über Feldbusse statt)

Feldorientierte Regelung
FELV

Functional Extra Low Voltage → Funktionskleinspannung ohne sichere Trennung [von der höheren Spannung aus der sie gewonnen wird] (ELV ohne zusätzliche Bedingungen. Praktisch alles in diesem Spannungsbereich, das nicht den Ausführungsbedingungen von SELV oder PELV entspricht. Gegen direktes und indirektes Berühren müssen hier dieselben Schutzmaßnahmen angewandt werden, wie sie für die Stromkreise der höheren Spannung anzuwenden sind)

http://de.wikipedia.org/wiki/Kleinspannung

FeRAM

Ferroelectric Random Access Memory → [nichtflüchtiger] ferroelektrischer Speicher mit wahlfreiem Zugriff (DRAM-ähnliche Struktur und DRAM-ähnliches Schreib/Lese-Verhalten)

Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 18.07.2019