Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

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E

EMV-Arbeit

→ EMC Work (Sicherheit, Verlässlichkeit und effektive Nutzbarkeit moderner elektrischer und elektronischer Betriebsmittel und damit ausgestatteter Systeme werden entscheidend durch das vorhandene EMV-Qualitätsniveau mitbestimmt. Die wirtschaftliche Bewältigung dieses Problems setzt eine zielgerichtete, bereits im Planungsstadium beginnende EMV-Arbeit voraus. D. h., EMV-relevante Vorstellungen und Anforderungen müssen ebenso wie die anderen Komponenten des für ein bestimmtes Produkt anvisierten Entwicklungsziels zunächst im Pflichtenheft verankert und anschließend im Zug des Entwurfs-, Gestaltungs- und Realisierungsgeschehens zielgerichtet verwirklicht und nachgewiesen werden. Die Verantwortung für das Erreichen der geforderten EMV-Qualitätszielstellungen liegt dabei in jedem Fall bei den produktionsvorbereitenden und produktionsdurchführenden Abteilungen in der Regie des jeweiligen Themenverantwortlichen. Da ein wesentlicher Teil der anfallenden EMV-Arbeiten sehr eng mit den anderen Arbeiten zur Schaffung eines Erzeugnisses verflochten ist, muss er vom Fachpersonal dieser Bereiche geleistet werden. Dieses muss demzufolge über entsprechende EMV-Grund- und Spezialkenntnisse verfügen.
In Bezug auf die Organisation und Überwachung der EMV-Arbeiten ist es erforderlich, dass zumindest in größeren Firmen ein auf die Fragen der EMV spezialisierter Mitarbeiter tätig ist, dem die Koordinierung, Durchsetzung und Kontrolle der gesamten betrieblichen EMV-Arbeit obliegt, die entsprechend den für die Entwicklungs- bzw. Projektierungsaufgaben zu erarbeitenden EMV-Programmen durchgeführt wird, der darüber hinaus die Funktion eines Fachberaters ausübt, EMV-Einsatzerfahrungen sammelt und auswertet, EMV-spezifische Entwicklungstrends beobachtet und der in Zusammenarbeit mit Kunden für die Formulierung technisch und wirtschaftlich begründeter EMV-Anforderungen verantwortlich ist)

EMVG

Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Geräten → German EMC Law (das EMVG regelt auf Basis der jeweils geltenden EMV-Richtlinie sowohl den Schutz der Funk- und Telekommunikationsdienste sowie den Betrieb elektrischer Geräte untereinander vor elektromagnetischen Störungen und auch den freien Wettbewerb elektrische Geräte auf dem europäischen Binnenmarkt. Zur Gewährleistung dieses Schutzes ist im Gesetz festgelegt, dass elektrische/elektronische Geräte einerseits keine unzulässig hohen Störemissionen verursachen dürfen und dass sie andererseits eine ausreichende Störfestigkeit haben müssen. Von der Betrachtung ausdrücklich ausgeschlossen sind dabei Komponenten und Einrichtungen, welche als Waffen, Munition und Verteidigungsmaterial entwickelt werden. Darüber hinaus gelten auch für Kraftfahrzeuge und deren elektronische Unterbaugruppen, für Medizinprodukte, für Produkte in den Bereichen der Luft- und Raumfahrt sowie für Telekommunikationsendgeräte für die EMV andere Richtlinien, Gesetze und Spezifikationen. Nach der Neufassung der EMV-Richtlinie [2004/108/EG] erfolgte im Februar 2008 die Novellierung des EMVG, nunmehr das "Gesetz über die elektromagnetische Verträglichkeit von Betriebsmitteln". "Betriebsmittel" ist dabei in Anlehnung an die neue EMV-Richtlinie der Oberbegriff für die vom EMVG erfassten Objekte, das sind einerseits "Geräte" und andererseits "ortsfeste Anlagen")

www.zam-memmingen.de/download/emvg%202008.pdf

www.gesetze-im-internet.de/emvbg/index.html

EMV-Lexikon

→ EMC Glossary

www.demvt.de  > Fachlexikon

EMV-Ma?nahmen

→ EMC Measures (sind erforderliche Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, die EMV-gerechte Gestaltung von Geräten und Systemen im Zug der Konzipierung, Entwicklung, Projektierung und der nachfolgenden technischen Realisierung gesetzesgerecht/normgerecht zu verwirklichen und in der anschließenden Betriebsphase die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen zu überwachen und ggf. durch geeignete Wartungsmaßnamen zu konservieren. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Störgrößenpegel, falls beeinflussbar, grundsätzlich so niedrig wie möglich zu halten,
  • durch ein emissionsarmes konstruktives und schaltungsmäßiges Layout, Störaussendungen weitestgehend zu vermeiden bzw. direkt am Entstehungsort zu begrenzen,
  • die Ausbreitung leitungs- und feldgebundener Störgrößen durch Filtern, Schirmen und Abdichten zu unterdrücken sowie
  • die Entstehung elektrostatischer Aufladungen zu vermeiden; desweiteren
  • den Störfestigkeitspegel aller beteiligten Komponenten so groß wie wirtschaftlich vertretbar auszuführen,
  • durch ein störfestes konstruktives und schaltungsmäßiges Layout und durch den Einsatz von Barrieren [Filter, Schirme, Abdichtungen, Überspannungsschutzbausteine] zur Abblockung von Störgrößen;
    und nicht zuletzt
  • die Überwachung und Aufrechterhaltung der Wirksamkeit aller getroffenen EMV-Maßnahmen während der gesamten Lebenszeit des Betrachtungsobjekts durch entsprechende Überwachungs- und Wartungsmaßnahmen.)

Praktisch erprobte EMV-Maßnahmen speziell für elektrische Antriebssysteme bezüglich Erdung, Verkabelung, Spannungsversorgung, Schaltschrankaufbau sowie für den Einsatz von Filtern und Entstörkomponenten bei Umrichtern finden sich auf folgender Website)

www.sew-eurodrive.de/download/pdf/10530401.pdf

EMV-Normen

→ EMC Standards (aktuelle EMV-Normen siehe folgende Website)

www.vde-verlag.de/normen/emv.pdf

EMV-Richtlinie

→ EMC Directive (Richtlinie der EG zur Angleichung der Rechtsvorschriften zu den Fragen der EMV im europäischen Wirtschaftsraum [EWR], um darin den freien Verkehr mit den von ihr erfassten Produkten zu ermöglichen. Die bislang geltende EMV-Richtlinie 98/336/EWG war seit 1996 verbindlicher Bestandteil der EG-Richtlinien, die bei der CE-Kennzeichnung von Produkten zu beachten sind. Anwendungserfahrungen und damit im Zusammenhang erkannte Mängel führten zu einer Neufassung. Diese wurde 2004 veröffentlicht [Richtlinie 2004/108/EG] und ist seit dem 20. Juli 2007 anzuwenden) Volltext siehe:

www.ce-zeichen.de/klassifizierung/emv-richtlinie.html

EMV-W?chter

→ EMC-Guard (Zusatzfunktion im Master des AS-Interface. Das analoge Signal auf der Busleitung wird kontinuierlich überprüft. Störungen in den Pausenzeiten des Signals werden erfasst und gemeldet, sobald sie ein bestimmtes Maß überschreiten. Dadurch können mögliche Probleme bereits in einem frühen Stadium, das noch nicht zu Telegrammwiederholungen führt, erkannt werden. Darüber hinaus sind kritische Situationen leichter zu analysieren, z. B. Störungen, die zyklisch mit dem Ablauf eines Prozesses verbunden sind, wie das Starten eines Motors)

www.bihl-wiedemann.de/deutsch/press/articles/nmgen_d.html

EnAS

Energieautarke Aktor- und Sensorsysteme → Self powered Actor and Sensor Systems (Verbundprojekt im Rahmen des BMWi-Förderprogramms "next generation media". Zielstellung war dabei die Erarbeitung eines Konzepts zur intelligenten energieautarken Vernetzung von Produktionsanlagen. Dabei wurden neuartige, energieautarke Funksensoren und Aktuatoren für den industriellen Einsatz, insbesondere für Bauteile aus dem Bereich der Fabrik- und Prozessautomatisierung, definiert, entwickelt und durch Testaufbauten verifiziert)

www.energieautark.com

Encoder

→ Drehgeber, Kodierer, Verschlüssler (in der Informationstechnik ist ein Encoder ein hardware- oder softwarebasiertes System [Programm] zur Konvertierung von Daten, um z. B. eine bestimmte Informationsmenge schneller über einen langsamen Transportweg zu bringen oder um zur Abspeicherung weniger Speicherplatz zu benötigen. In beiden Fällen wird dabei eine Datenmenge bei gleichbleibendem Informationsgehalt reduziert [komprimiert]. Anschließend, also am anderen Leitungsende bzw. nach dem Auslesen der abgespeicherten Daten, ist dann der umgekehrte Vorgang [Dekomprimieren] erforderlich, um das ursprüngliche Datenformat wieder herzustellen. Dies geschieht mittels eines Decoders [Entschlüsslers]. In der Industrieautomation bezeichnet ein Encoder einen Messwertgeber auf optischer, elektrischer oder magnetischer Basis, beispielsweise einen Drehgeber [Winkelsensor, Winkelgeber, Winkelkodierer] oder einen linearen Weggeber. Das sind elektromechanische Präzisionsgeräte, die eingangsseitig anliegende analoge Weg- oder Winkelwerte in elektrische digitale Ausgangssignale umsetzen)

www.globalencoder.com/xist4c/web/Products_id_1002_.htm

www.directindustry.com Suche: Encoder

www.waycon.de/pdf/RA.pdf

www.megatron.de

www.hengstler.de

Endschalter

→ Limit Switch (auch Endlagenschalter oder Grenzschalter sind Sensoren, die beim Erreichen einer bestimmten Position eines zu bewegenden Maschinenteils ein Signal auslösen, in dessen Folge die weitere Bewegung in dieser Richtung gestoppt wird. Hardware-Endschalter erfassen die Position des zu bewegenden Maschinenteils direkt. Software-Endschalter dagegen sind Programmteile in der Bewegungssteuerung, die eingelesene Gebersignale auf Überschreitung einzuhaltender Grenzwerte überwachen und bei Überschreitung in den Programmablauf direkt eingreifen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Endschalter

Energieeffizienz

→ Energy Efficiency (für die Realisierung von Produktionsprozessen sowie für die Herstellung dazu erforderlicher Arbeitsbedingungen [Beleuchtung, Belüftung, Heizung, Klimatisierung] muss Energie aufgewendet werden. Unter Energieeffizienz wird verstanden, dass ein gewünschtes Ergebnis im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens mit möglichst geringem Energieeinsatz erreicht wird, d.?h. unnötiger Energieverbrauch durch schlechte Maschinenwirkungsgrade, ineffiziente Betriebsweise und Auslastung von Maschinen und Anlagen aber auch der sorglos verschwenderische Umgang mit Energie vermieden werden. Dies ist erreichbar durch entsprechende technische Maßnahmen [z.B. Einsatz energieeffizienterer Maschinen, Geräte und Verfahren, Einsatz von PROFIenergy in auf PROFINET basierenden Produktionsanlagen, Nutzung verfügbarer Möglichkeiten der Energierückgewinnung, thermische Sanierung der Gebäudesubstanz] sowie organisatorische Maßnahmen wie z.B. Motivation der Mitarbeiter zu mehr Energiebewußtsein, was sich neben einer Entlastung der Umwelt ganz entscheidend auch positiv auf die Kostenbilanz eines Betriebes auswirkt)

www.automatisierungstage.de/n_programm.shtml > IT-powered Automation

www.automatisierungstage.de/n_programm.shtml > Energiesparpotentiale

www.wupperinst.org/uploads/tx_wibeitrag/energieeffizienz_definition.pdf

www.energie-lexikon.info/energieeffizienz.html

www.industrie-energieeffizienz.de

www.energyoffice.org

Energief?hrungsketten

→ Energy Chains / E-Chains / Drag Chains / Cable Chains (E-Ketten oder E-Kettensysteme sind flexible Vorrichtungen aus Stahl oder Kunststoff, die unter Einhaltung der jeweils zulässigen Biegeradien flexible elektrische Energie- und Informationskabel sowie pneumatische oder hydraulische Leitungen ummanteln, führen und schützen. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo bewegte Maschinenteile mit Energie, Information, Flüssigkeiten oder Gasen zu versorgen sind)

www.sps-magazin.de/mues/formmue.php?mue=84&s=0&1=28

www.igus.de/default.asp?PAGE=EnergyChains

www.kabelschlepp.de

Energiesparmotoren

→ Energy-Saving Motors (Motoren mit gegenüber Normmotoren verbessertem Wirkungsgrad. D. h., ein Energiesparmotor gibt die gleiche mechanische Antriebsleistung ab wie ein vergleichbarer Normmotor, verbraucht dazu aber weniger elektrische Energie. Die Effizienzsteigerung wird im Wesentlichen durch Verwendung hochwertigerer Bleche mit geringeren Verlusten, durch den Einsatz von Kupfer anstelle von Aluminium für die Kurschlusskäfige und durch die Optimierung des Luftspalts in Verbindung mit aufwendigeren Produktionstechniken erzielt. Die Anschaffungskosten sind dadurch zwar im Vergleich zu normalen Asynchronmotoren höher, jedoch wird dies durch den besseren Wirkungsgrad während des Betriebs schnell ausgeglichen. Berechnung des Energieeinsparpotenzials beim Einsatz von Energiesparmotoren ermöglicht die bei Siemens kostenlos downloadbare Software SinaSave.Weitere Effizienzsteigerungen sind durch umrichtergespeiste Motoren mit Permanentmagnetrotoren zu erwarten)

www2.nord.com/cms/de/product_catalogue/ie2_motors/cp_ie2_motor.jsp

www.sema-verband.ch/fachberichte/Energiesparmotoren.pdf

www.sps-magazin.de/mues/formmue.php?mue=101

www.schorch.de/html/d,141,000.htm

www.energie.ch/energiesparmotor

Energy Harvesting

→ wörtlich: Energie ernten bzw. sammeln ("Energy Harvesting" bezeichnet eine Technologie zur Gewinnung der für den Betrieb einer Einrichtung, z. B. eines Sensors benötigten Energie aus der unmittelbaren Umgebung. Sie macht sich in der Umgebung anfallende mechanische [Schwingungen, Vibrationen], thermische [Wärmegefälle], Licht- oder chemische Energie zunutze und erlaubt damit den Aufbau energieautonomer Systeme, die kabel- und batterielos arbeiten. Durch Kombination von Energy Harvesting mit elektronischen Funktionseinheiten, deren Betrieb nur geringe Energie erfordert, ergeben sich damit zahlreiche neue Anwendungen im Bereich der Industrieautomation, der Medizintechnik, der Kraftfahrzeugtechnik und in vielen anderen Anwendungsfeldern)

www.cedrat.com/index.php?id=503&L=2&no_cache=1

www.harvesting-energy.de

www.imtek.de/meh

Energy-Saving Motors
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