Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

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A

Automatisierung

Automation (nach Brockhaus: Anwendung von technischen Mitteln, mit deren Hilfe ohne Einflussnahme des Menschen Arbeitsmittel teilweise oder ganz nach vorgegebenen Programmen bestimmte Operationen durchführen. Allgemeine Automatisierungsziele sind: Erhöhung der Produktivität, Verbesserung der Produktqualität, höhere Zuverlässigkeit und Sicherheit, wirtschaftlicherer Rohstoff- und Energieeinsatz, Schonung der Umwelt, Humanisierung der Arbeit sowie insbesondere die Ermöglichung von Prozessen, die bei manueller Prozessführung infolge der dem Menschen innewohnenden Unzulänglichkeiten nicht durchführbar sind. Zu unterscheiden ist zwischen Produktautomatisierung und Anlagenautomatisierung)

www4.informatik.uni-erlangen.de/Lehre/WS04/V_PA/Skript/Kap1.ppt.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Automatisierung

Automatisierungsgrad

Degree of Automation/Level of Automation /Grade of Automation (Maß für den Anteil der in einem System in die Automatisierung einbezogenen Operationen. Konkret nach IEV 351-21-41: Verhältnis des Anteils der automatisierten Funktionen eines Systems zur Gesamtzahl der im System vorhandenen Funktionen)

de.wikipedia.org/wiki/Automatisierungsgrad

Automatisierungshierarchie

Automation Hierarchy (der Begriff Hierarchie charakterisiert die Rangordnung der Elemente eines Systems, die entsprechend der ihnen in einem bestimmten Kontext zugewiesenen Bedeutung verschiedenen, einander über- oder untergeordneten Hierarchieebenen zugeordnet sind. In der Automatisierungstechnik sind dies in der Rangfolge vom Prozessbereich bis zum Unternehmensmanagement, von unten nach oben aufsteigend, folgenden Ebenen: Feldebene, Einzelleitebene, Gruppenleitebene, Prozessleitebene, Betriebsleitebene, Unternehmensleitebene. Dazu ist zu bemerken, dass Bezeichnung und Anzahl der einzelnen Ebenen je nach Branche und Größe des Automatisierungssystems variieren. Zur Verdeutlichung der Leitstruktur wird die Gesamtheit der Hierarchieebenen in einer sogenannten Automatisierungspyramide dargestellt)

www.van-eu.eu/sites/van/pages/files/HMI_Forum_2006-Ind_Komm.pdf

www.gsi.de/informationen/wti/ee/kontrollsysteme/bus_hierarchie.html

http://wapedia.mobi/de/Leittechnik

Automatisierungsobjekt

Equipment under Control, EUC (das Automatisierungsobjekt, auch Steuerstrecke, Steuerobjekt oder Prozessbereich genannt, wird durch eine Prozesssteuereinrichtung bzw. ein Prozessleitsystem zielgerichtet beeinflusst. Gerätemäßig umfasst es die Gesamtheit der mechanischen prozessspezifischen Einrichtungen, in denen ein beabsichtigter technologischer Prozess, z.B. ein fertigungstechnischer- oder verfahrenstechnischer Prozess oder auch ein Transportprozess abläuft. Mögliche Eingangsgrößen sind Stoffe, Energien und/oder Informationen, die innerhalb dieses Objektes in gewollter Weise der einen oder anderen oder auch allen fünf möglichen Behandlungsformen wie Gewinnen, Übertragen, Umwandeln, Speichern oder Nutzen unterworfen werden. Sie verlassen als Ausgangsgrößen das Automatisierungsobjekt in entsprechend modifizierter Form.
In Bezug auf die räumliche Ausdehnung und Überschaubarkeit und dadurch bedingt auch hinsichtlich der Vorschriften und Normen zum Errichten und Betreiben der dazugehörenden energetischen und automatisierungstechnischen Ausrüstungen sind grundsätzlich zwei Klassen industrieller Automatisierungsobjekte zu unterscheiden, und zwar Maschinen und großtechnische Anlagen.

  • Maschinen: dazu zählen alle ortsfesten und ortsveränderlichen Be- und Verarbeitungsmaschinen für Metalle, Plaste, Holz, Papier, Textilien u.A. Materialien sowie Abfüll- und Verpackungsautomaten für feste und flüssige Güter. Typisch für Maschinen ist, dass sie nur relativ wenige überschaubar angeordnete Antriebs- und Betätigungselemente haben, die entsprechend den technologischen Bedingungen zu beeinflussen sind. In Bezug auf die Überschaubarkeit mit Maschinen vergleichbar sind auch die meisten Prüfeinrichtungen, z.B. Prüfstände für elektrische Antriebssysteme, Getriebe oder Verbrennungsmotoren, des weiteren Industrieroboter sowie viele thermische und chemische Aggregate. Im Übrigen ist der Begriff "Maschine" in der Maschinenrichtlinie allgemein definiert. Danach ist darunter eine Gesamtheit miteinander verbundener Teile zu verstehen, von denen mindestens eines beweglich ist. Außer den mechanischen Komponenten gehören auch die Betätigungs-, Steuer- und Energiekomponenten dazu.
  • Anlagen: hierzu zählen alle großtechnischen Einrichtungen zur Energiegewinnung, Umformung und Verteilung, wie Kraft- und Umspannwerke, weiterhin die Förder-, Aufbereitungs- und Produktionseinrichtungen der Grundstoffindustrie, die Maschinensysteme in der metallbearbeitenden Industrie sowie alle weiträumigen Lager-, Produktions- und Transportsysteme der anderen Industriezweige. Charakteristisch für solche Systeme ist, dass in der Regel sehr viele, dezentral angeordnete, räumlich oft weit auseinanderliegende Stellglieder, Einzelantriebe und Antriebsgruppen sowie zahlreiche Prozessparameter von zentraler Stelle aus zu überwachen und ihr Zusammenspiel entsprechend den prozesstechnologischen Erfordernissen zu koordinieren ist)
Automatisierungspyramide

Automation Pyramid (grafische Darstellung der Automatisierungshierarchie eines automatisierten Systems mit allen Hierarchieebenen zur Verdeutlichung der Prozessführungsstruktur)

http://web.fhnw.ch/personenseiten/juerg.keller1/opc/Automatisierungspyramide.pdf

http://servotechnik.de/fachwissen/trends/f_beitr_00_10.htm

de.wikipedia.org/wiki/Automatisierungspyramide

Automatisierungs-Software

→ Automation Software (Gesamtheit aller Programme [einschließlich ihrer Dokumentation], die zur Realisierung aller Aufgaben in einem automatisierten Objekt erforderlich sind. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Anwendungs-Software und System-Software)

www.automation-valley.de > Suche: Automatisierungssoftware

Automatisierungstechnik

Automation / Automation Technology (fachgebietsübergreifende Querschnittsdisziplin, welche die selbsttätige Steuerung, Regelung, Überwachung und Optimierung technischer Prozesse einschließlich aller dazu gehörenden Engineeringprozesse [Entwicklung, Planung, Konstruktion, Herstellung, Montage, Inbetriebnahme, Betriebsführung und Wartung bis hin zur Entsorgung von automatisierungstechnischen Geräten und Anlagen] zum Gegenstand hat. Zur Branche der Automatisierungstechnik zählen daher einerseits Hersteller industrieller Komponenten und Geräte und andererseits Hersteller komplexer industrieller Anlagen und Systeme.
Typisch für die Automatisierungstechnik sind materiell-technische Systeme, die aus zwei informationell miteinander gekoppelten Teilsystemen bestehen. Das eine Teilsystem, das Automatisierungsobjekt, wird gezielt beeinflusst. Das andere Teilsystem realisiert diese Beeinflussung und wird demzufolge als Steuerungssystem bzw. Prozessleitsystem bezeichnet. Gerätemäßig umfasst es die Gesamtheit aller Einrichtungen, die die zur selbsttätigen Prozessführung erforderliche Informationserfassung, -übertragung, -verarbeitung, -speicherung und ?ausgabe realisieren. Eingangsgrößen des Steuerungssystems sind einerseits Führungsinformationen, die vom Bedienpersonal erteilt werden oder von übergeordneten Automatisierungsebenen zufließen, und andererseits Informationen aus dem Automatisierungsobjekt, die sich auf Qualitäts- und Quantitätmerkmale zu- und abgeführter Stoffe, Energien und Informationen beziehen bzw. Aussagen über zur Prozessführung wichtige Hilfsgrößen sowie über den Betriebszustand und die Betriebsfähigkeit der im Automatisierungsobjekt vorhandenen Betriebmittel repräsentieren.
Die Automatisierungstechnik ermöglicht

  • Prozesse, die bei manueller Prozessführung nicht realisierbar sind,

  • die Erhöhung der Produktivität,

  • die Verbesserung der Produktqualität,

  • die bessere Nutzung vorhandener Ressourcen,

  • die Steigerung der Energieeffizienz,

  • eine höhere Zuverlässigkeit der Produktionsmittel,

  • eine erhöhte Betriebssicherheit und Arbeitssicherheit,

  • eine Verminderung der Umweltbelastungen,
  • eine Erleichterung und Humanisierung der Arbeitsprozesse und damit insgesamt
  • eine Anhebung der Lebensqualität.


Die betriebswirtschaftliche Zielsetzung, mit möglichst wenig Personal hohe Produktionskapazitäten zu erreichen und dabei den ständig wachsenden Qualitätsanforderungen an die Produkte zu genügen, lassen immer leistungsfähigere und komplexere automatisierte Produktionsstätten entstehen. Eine wesentliche Herausforderung an die Ingenieurswelt besteht hier darin, deren Verlässlichkeit, angemessene Sicherheit und Beherrschbarkeit zu gewährleisten)
Eine der Kerndisziplinen der Automatisierungstechnik ist die Regelungstechnik, die in den 40er-Jahren des vorigen Jahrhunderts entstand. Bis heute hat sich zu dieser Kerndisziplin ein breites Spektrum artverwandter Disziplinen gesellt. Heutzutage ist die Automatisierungstechnik ein Sammelbegriff für die Verbindung moderner Steuerungs- und Regelungstechnik mit einschlägigen Bereichen der industriellen Informationstechnik sowie der technischen Informatik und speziellen Elementen relevanter Anwendungsgebiete. Automatisierungstechnik ist im Wesentlichen ein interdisziplinäres Fachgebiet, das quer über die ingenieurtechnischen Fachbereiche Elektrotechnik, Maschinenbau und Chemieingenieurwesen angesiedelt ist. Die Methoden und die technischen Ausprägungen der Automatisierungstechnik sind daher breit gefächert und unterliegen teilweise einem rasanten Wandel.
Nach Automation 2020 ist die Automatisierungstechnik aus heutiger und künftiger Sicht ein Fachgebiet der Ingenieurwissenschaften; sie umfasst soft- und hardwaretechnische Konzepte, Methoden, Werkzeuge, Produkte und Lösungen zur Steuerung und Regelung sowie zum selbstablaufenden [automatisierten] oder teilweise selbstablaufenden [teilautomatisierten] Betrieb eines Prozesses einschließlich Planung, Entwurf und Umsetzung. Ziel der Automatisierungstechnik sind Konzeptentwicklungen und -realisierungen mit konkretem Nutzen für alle Beteiligte. Dabei geht es genauso um die Führung einfacher wie um die Beherrschung komplexer Prozesse. Die Automatisierungstechnik sorgt für eine Optimerung von Prozessen nach bestimmten vorgegebenen Kriterien [z.B. größtmögliche Ressourcenschonung, geringstmögliche Umweltbeeinträchtigung oder möglichst hohe Produktqualität], den Schutz des Menschen in gefährlichen, unzugänglichen oder gesundheitsschädigenden Prozessen sowie für Unterstützung und Hilfe für den Menschen in seinen planerischen und ausführenden beruflichen Entscheidungs-, Engineering- und Dienstleistungsprozessen wie bei seinen persönlichen Tätigkeiten. Die momentane oder generelle Zielvorgabe kann dabei selbstfindend oder durch menschlichen Eingriff erfolgen)

www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/gma_dateien/AT_2020_INTERNET.pdf

www.itm-tum.de/downloads/125_Kap05_Industrielle%20Kommunikation-skript.pdf

www.iks.hs-merseburg.de/~tlange/pdf/Steuerungstechnik.pdf

de.wikipedia.org/wiki/Automatisierungstechnik

Autorisierung

→ Authorization (Einräumung von Befugnissen bzw. Rechten gegenüber Anderen.

  • In der Informationstechnologie bedeutet sie die Zuweisung von Zugriffsrechten auf Daten und Dienste an Systemnutzer. Sie erfolgt meist nach einer vorausgegangenen Authentifizierung.
  • In der Wirtschaft weisen Firmen, die in irgendeiner Form kooperieren, diese Zusammenarbeit gegenüber Kunden oder anderen Unternehmen aus, indem sie sich als autorisierte Partner bezeichnen. Besonders häufig wird dabei der Begriff des "autorisierten Vertriebspartners" verwendet, wodurch die Einhaltung von Standards, z.B. in Qualität und Kontrolle dokumentiert werden sollen)

http://de.wikipedia.org/wiki/Autorisierung

Availability
Avatare

→ Avarars (sind virtuelle Figuren, d.h. am Computer generierte Wesen, die je nach Anwendungszweck möglichst natürliche oder idealisierte oder auch einseitig überzeichnete menschliche Züge und Eigenschaften aufweisen. Man findet sie in Computerspielen, als Pseudo-Stars im Entertainment sowie als Moderatoren in TV-Sendungen und Werbespots. Ihre sinnvolle Anwendung in der Technik erscheint möglich, z.B. um die Mensch-Maschine-Kommunikation zu erleichtern, den Gebrauch von Geräten zu erläutern oder auch in vielfältiger Hinsicht, die Funktion eines persönlichen Sekretärs zu übernehmen. Im Übrigen kommt der Begriff Avatar aus der hinduistischen Vorstellungswelt. Er bezeichnet darin wiedergeborene Wesen, die auf die Erde herabsteigen)

www.www.meine-erste-homepage.com/avatare/indey.php

www.avatomatic.de

www.gedonsoft.de

AVR

Automatic Voltage Regulator → Automatischer Spannungsregler (Synonym für Power Line Conditioner)

AWL

Anweisungsliste → Statement List / STL (textuelle, assemblerähnliche Programmiersprache nach IEC 61131-3 bzw. DIN EN 61131-3 zur Erstellung von SPS-Anwenderprogrammen. Siehe auch IL)

www.3s-software.com/index.shtml?de_AWL_D

Abtasttheorem

→ Sampling Theorem (Das Abtasttheorem interessiert im Zusammenhang mit der Analog-Digital-Umsetzung von Signalen. Es wurde von Shannon aufbauend auf Überlegungen von Nyquist formuliert und besagt, dass ein zeitkontinuierliches bandbegrenztes Signal mit einer Minimalfrequenz von 0 Hz und einer Maximalfrequenz fmax mit einer Frequenz > 2 · fmax abgetastet werden muss, damit man aus dem so erhaltenen zeitdiskreten Signal das Ursprungssignal mit endlichen Aufwand beliebig genau reproduzieren kann)

www.personal.uni-jena.de/~di48jov/Software/Experimente/shannon.html

www.statistics4u.com/fundstat_germ/ee_samplingtheorem.html

de.wikipedia.org/wiki/Nyquist-Shannon-Abtasttheorem

Adaptive Regelung

→ Adaptive Control (In adaptiven Regelkreisen passen sich die Reglereigenschaften hinsichtlich Struktur und Parameter dem zeitveränderlichen oder unbekannten Verhalten der Regelstrecke an. Das heißt, dem Grundregelkreis ist ein Anpassungssystem überlagert, das in Abhängigkeit von zweckdienlich erfassten Größen die Parameter des adaptiven Reglers fortlaufend verändert, um eine bessere Anpassung an das sich ändernde Streckenverhalten zu erreichen)

www.rst.e-technik.uni-dortmund.de/cms/Medienpool/Downloads/Lehre/Vorlesungen/Regelungssysteme_II/Regelungssysteme_12.pdf

de.wikipedia.org/wiki/Adaptive_Regelung

ADM

Anwendervereinigung DIN-Messbus e.V. → DIN-Measurement Bus User Group

www.measurement-bus.de

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