Das openautomation-Fachlexikon

openautomation-Fachlexikon 2013/2014

Abgerundet wird der breit gefächerte Gedanke der Bindung an die Marke openautomation durch das openautomation-Fachlexikon. Es umfasst in der dritten Auflage, die 2013 erschienen ist, mehr als 3.700 Akronyme, Bezeichnungen und Schlüsselwörter aus der Begriffswelt der modernen Automation und Antriebstechnik. Autor ist Prof. Dr. Ernst Habiger von der TU Dresden. Neben der Printausgabe ist das openautomation-Fachlexikon auch als Online-Lexikon ausgeführt. Bei diesem sind die weiterführenden Links scharf geschaltet und die Querverweise per Klick schnell recherchiert.

» Weiterführende Informationen sowie die Möglichkeit, die Printausgabe zu bestellen, erhalten Sie hier.

» Den Anhang der Print-Ausgabe finden Sie hier.

a

Ausfallartanalyse

→ Failure Mode Analysis (systematische Untersuchung der Komponenten eines Systems in Bezug auf mögliche Ausfälle, d.h. der Art der möglichen Ausfälle, der dazu führenden Ursachen und der zu erwartenden Ausfallfhäufigkeiten. Voraussetzung für die Ausfalleffektanalyse, d.h. der Untersuchung der Auswirkungen, die der Ausfall einer Systemkomponente zur Folge haben kann)

www.rams.de/beratung/fmeca.html

Ausfalleffektanalyse

→ Failure Mode and Effects Analysis, FMEA (auch Fehlermöglichkeits- und Fehlereffektanalyse oder Fehlerwirkungsanalyse nach DIN 25448, Methode zur vorausschauenden Qualitätsbewertung von Produkten. Wichtiges Instrumentarium, um Fehler und Mängel von Produkten und Prozessen präventiv zu vermeiden. Mit der Durchführung befassen sich Arbeitsgruppen, in denen Fachleute aus den Bereichen Entwicklung, Fertigungsplanung, Qualitätswesen und Kundendienst mitwirken. Im einzelnen werden alle möglichen Fehler eines Produkts aufgelistet und auf ihre Folgen für den Kunden beurteilt, die möglichen Fehlerursachen bestimmt und die vorgesehenen Produktspezifikationen bzw. Prozessüberwachungen in Hinblick auf die Erkennung und Vermeidung dieser Fehler bewertet sowie entsprechende konstruktive bzw. fertigungs- und prüftechnische Maßnahmen festgelegt und die Verantwortlichkeiten für deren Durchführung bestimmt)

www.cloodt.de/6afmea.pdf

Ausfallorientierte Wartung

Corrective Maintenance (Wartungskonzept, bei dem im Gegensatz zur vorbeugenden Wartung erst bei Ausfall einer Einheit fehlerbehebende Wartungsmaßnahmen eingeleitet werden)

Ausfallrate

Failure Rate (Maß für das Ausfallverhalten von Betrachtungseinheiten [Bauelemente, Komponenten, Funktionseinheiten]. Sie interessiert im Zusammenhang mit Zuverlässigkeits- und Sicherheitsbetrachtungen. Als Ausfallrate λ [Lambda] wird der Bruchteil von Ausfällen je Zeiteinheit, bezogen auf die Gesamtzahl einer betrachteten Population von Elementen, bezeichnet. Besitzt beispielsweise ein integrierter Schaltkreistyp eine Ausfallrate von 10?9 pro Stunde, so bedeutet dies, der Schaltkreis fällt in einer Stunde Betriebszeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 10?9 aus, oder anders betrachtet: wären in einer Funktionseinheit 109 Schaltkreise beteiligt, ist im Mittel jede Stunde mit einem Ausfall zu rechnen. Die Ausfallrate ist innerhalb der Elemente-Lebensdauer nicht gleichbleibend. In Abhängigkeit von der Zeit folgt sie der sogenannten Badewannenkurve. Das heißt, bei Einsatzbeginn eines Bauelements ist sie unter dem Einfluss der sogenannten Frühausfälle hoch, dann bleibt sie während einer bestimmten Zeitspanne in etwa gleich, hier treten die sogenannten Zufallsausfälle in Erscheinung, und gegen Ende der Lebensdauer steigt sie unter dem Einfluss der Verschleißausfälle wieder an)

www.cloodt.de/Dateien/PDF/1lebensd.pdf

http://de.wikipedia.org/wiki/Ausfallrate

Ausfallsicherheit

→ Failure Security / Reliability (Zustand der für ein Betrachtungsobjekt dann besteht, wenn seine Ausfallwahrscheinlichkeit im Bereich zulässiger Werte liegt. Entsprechende Wertebereiche für sicherheitsgerichtete Maschinensteuerungen z.B. siehe Performance Level, PL und Safety Integrity Level, SIL. In technischen Systemen wird angemessene Ausfallsicherheit erreicht durch eine konsequent sicherheitsgerichtete konstruktive bzw. anlagentechnische Konzipierung und Ausführung, d.h. durch die Umsetzung bewährter Sicherheitsprinzipien wie Überdimensionierung, Redundanz, Hardware- und Software-Diversität, EMV-gerechte Gestaltung u.Ä., durch die Beistellung unterbrechungsfreier Stromversorgungsanlagen, durch den Einsatz sicherheitsbewährter Bauteile, Geräte, Subsysteme und Produkte, die entsprechenden Sicherheitsspezifikationen genügen, sowie durch die zielgerichtete Systemausstattung mit Beobachtungs-, Überwachungs- und Sicherheitsfunktionen, um sich anbahnende, Schaden auslösende Ereignisse möglichst frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen wie Alarme und automatische Gegenmaßnahmen zu unterbinden)

Ausregelzeit

Control Setting Time
(siehe Regelgüte)

Automat

→ Automaton (ein Automat, abgeleitet vom griechischen "autómatos" = sich selbst bewegend, ist realisierungstechnisch gesehen, jede Einrichtung, bei der nach Erfüllung bestimmter Startbedingungen nach dem Erteilen eines Startkommandos ein beabsichtigter Prozess selbsttätig abläuft. Geldautomaten beispielsweise versorgen einen Kontoinhaber, nachdem er seinen Bedarf angemeldet und er sich identifiziert hat, mit einem bestimmten Geldbetrag, Münzautomaten verabfolgen nach Einwurf eines Geldstückes und Realisierung eines Auswahlvorgangs z.B. eine Ware [Zigaretten, Süßigkeiten, Getränke] oder sie ermöglichen eine Dienstleistung [Telefonieren, Schuhe putzen, Wäsche waschen] und bei Werkzeugmaschinen sind Dreh-, Bohr-, Fräs-, Schleif- und Schweißautomaten zur selbsttätigen Ausführung entsprechender Tätigkeiten bekannt.
Abstrakt gesehen, im Sinne der klassischen Automatentheorie, ist ein Automat eine von technischen Details freie mathematische Struktur, in der aus Eingabe- und Zustandsdaten nach einer definierten Vorschrift Ausgabedaten und neue Zustandsdaten gebildet werden. Sie lässt sich analytisch durch das folgende Fünftupel [Quintupel] beschreiben.
A = (X,Y,Z,f,g). Darin bezeichnen:
X : Menge der Eingangskombinationen x
Y
: Menge der Ausgangskombinationen y
Z
: Menge der Zustandskombinationen z
f: Überführungsfunktion oder Zustandsübergangsfunktion [sie ist eine eindeutige Abbildung von Z×X in Z]
g: Ausgabefunktion oder Ergebnisfunktion [sie ist eine eindeutige Abbildung von Z×X in Y]
Z×X ist dabei die Menge der Paare
[z, x], die im Sinne des Kreuzprodukts jeweils aus einem Zustand
zεZ und einer Eingangskombination xεX bestehen. Sind die Mengen X, Y, Z endlich, handelt es sich um einen sogenannten Endlichen Automaten [Finite State Machine, FSM].
Aus der Vielzahl der denkbaren Automatenstrukturen sind zwei praktisch interessant, und zwar der sogenannte Mealy-Automat und der Moore-Automat. Für den Mealy-Automaten gelten unter Verwendung des Ergibtzeichens [:=] die Beziehungen: z := f(z,x) für die Überführungsfunktion und y = g(z,x) für die Ausgabefunktion. Für den Moore-Automaten gilt entsprechend z := f(z,x) und y = g(z). Das heißt, während beim Mealy-Automaten die Eingangssignale sich direkt auf die Ausgangssignale auswirken können, hängt der Wert der Ausgangssignale beim Moore-Automaten nur vom aktuellen Zustand ab. Das theoretische Gefüge der endlichen Automaten wird zur Entwicklung und Implementierung von sequentiellen Schaltungen [Schaltwerke, Steuerwerke] benutzt)

http://ira.informatik.uni-freiburg.de/teaching/vhdl-2002/7fsm.pdf

http://rosw.cs.tu-berlin.de/info2/ss01/Folien-Kapitel3.4up.pdf

http://wwwlrh.fh-bielefeld.de/vhdl_vor/VHDL_V_C.htm#aut

Automatica

(internationale Fachmesse, die alle Segmente des Bereiches Robotik und Automation unter einem Dach vereint. Sie findet seit 2004 im zweijährigen Turnus auf dem Gelände der Neuen Messe München statt. Fokus der Messe ist, die komplette Wertschöpfungskette darzustellen. Hinter dem industriegetriebenen Konzept der Automatica stehen die Messe München GmbH und der VDMA- Fachverband Robotik+Automation als ideell-fachlicher Träger der Messe)

www.automatica-munich.com

Automatikbetrieb

→ Automation Mode / Automatic Mode (Betriebsart, in der ein Objekt [Gerät, Maschine, Anlage] nach dem Erteilen eines Startsignals ohne menschlichen Eingriff entsprechend einem vorgegebenen Programm selbsttätig arbeitet)

Automation 2020

(Bedeutung und Entwicklung der Automation bis zum Jahr 2020, Thesen und Handlungsfelder)

www.vdi.de/gma/automation2020

Automation und Gesellschaft

→ Automation and Society (aus ganzheitlich gesellschaftlicher, technischer, ökonomischer und ökologischer Sicht präsentiert sich die Automatisierungstechnik als ein leistungsfähiges Werkzeug für effektives, nachhaltiges und umweltbewusstes Wirtschaften, einer zwingenden Notwendigkeit für den langfristigen Erhalt des Biotops Erde. Für das richtige Zusammenspiel von Wissenschaft, Forschung, Technik, Ökologie und Wirtschaft zu sorgen, ist Aufgabe der Politik. Dem Automatisierungs- und Antriebstechniker hingegen fällt die Aufgabe zu, entsprechende, sicher und verlässlich arbeitende Komponenten und Systeme mit den jeweils aktuellen technischen und organisatorischen Mitteln projektspezifisch kostengünstig und nachhaltig zu planen, zu realisieren, zu betreiben und schließlich umweltfreundlich zu entsorgen)

www.sociologyguide.com/automation-society/index.php

www.habiger.com/files/Automation_Gesellschaft.pdf

Automation University

(kostenfreie, in der Regel mehrtägige Veranstaltung der Firma Rockwell Automation mit Vorträgen, Workshops und Live-Demos zu neuen Technologien und aktuellen Trends in der Automatisierungstechnik. Entsprechende Veranstaltungen werden weltweit durchgeführt)

www.automationuniversity.eu/emea

Automation Valley Nordbayern

(Initiative von nordbayerischen Unternehmen und Institutionen aus dem Bereich Automatisierungstechnik. Die Koordination dieser Initiative erfolgt durch die Industrie- und Handelskammern in Bayreuth, Coburg, Nürnberg und Würzburg-Schweinfurt sowie der Innovationsoffensive Ostbayern. Die Teilnahme ist kostenfrei. Von den mitwirkenden Unternehmen bzw. Institutionen wird allerdings eine aktive Mitarbeit erwartet. Die Initiative zielt auf eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit sowie der Innovationskraft der nordbayerischen Automatisierungpotenziale insbesondere durch die bildung von unternehmensübergreifenden Netzwerken und Koordinierung der regionalen Aktivitäten im Bereich der Automatisierungstechnik)

www.automation-valley.de

Automation.com

(englischsprachige Online-Informationsquelle für Automatisierungs-Fachleute)

www.automation.com

AutomationML

Automation Markup Language → Automations-Auszeichnungssprache (herstellerneutrales, auf XML basierendes Datenformat für die Speicherung und den durchgehenden Austausch von Engineering-Daten. 2006 von DaimlerChrysler initiiert. Die AutomationML-Spezifikation steht seit der Hannover Messe 2008 als kostenfreier, offener Standard zur Verfügung. Von der Planung bis zur Inbetriebnahme und dem fortlaufenden Betrieb fertigungstechnischer Anlagen gibt es damit eine einheitliche Lösung zum Datenaustausch für Anlagentopologie, Geometrie, Kinematik und Verhalten, die bereits heute zur wirtschaftlicheren Engineering-Prozessen beiträgt und in Software-Werkzeugen implementiert wird. AutomationML wird von dem im April 2009 gegründeten Industrieverein AutomationML e.V. weiterentwickelt und gepflegt. Durch Mitgliedschaft in diesem Gremium ist es jedem Unternehmen und jeder Hochschule möglich, aktiv zur Spezifikation und Anwendung von AutomationML beizutragen)

www.heise.de/tr/artikel/Doppelt-produziert-besser-276629.html

www.automationml.org > Download

Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 21.01.2019