Management & Business
24.01.2019

ZVEI: Elektroindustrie erwartet für 2019 Produktionswachstum um 1 %

Auf seiner Jahresauftakt-Pressekonferenz am 22. Januar in Frankfurt/M. zog der ZVEI Bilanz für 2018 und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr: 2018 verbuchte die deutsche Elektroindustrie sowohl beim Umsatz als auch beim Export neue Rekordmarken. Die Zahl der Beschäftigten ist auf dem höchsten Stand seit 22 Jahren. Für 2019 zeigt sich der Verband vorsichtig optimistisch.

„Wir erwarten, dass die preisbereinigte Produktion der Branche 2019 um 1 % wachsen wird und die Erlöse die 200-Mrd.-€-Marke knacken werden“, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, auf der Pressekonferenz.

Die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie stieg von Januar bis November 2018 um 2,8 % gegenüber Vorjahr. Der Umsatz, der auch Dienstleistungen und Software umfasst, nahm im gleichen Zeitraum um 3,2 % auf 179,8 Mrd. € zu. Im gesamten vergangenen Jahr sollte er sich auf gut 197 Mrd. € belaufen haben. 

Exporte weiter auf Rekordkurs 

Der Export war auch im vergangenen Jahr wieder eine zentrale Säule: Von Januar bis November nahmen die gesamten Branchenausfuhren, einschließlich Re-Exporten, um 5,4 % auf 195,4 Mrd. € zu. Im Gesamtjahr wurden nach Schätzungen des ZVEI 212 Mrd. € erreicht, das fünfte Allzeithoch in Folge. Allerdings lag das Wachstum der Exporte damit nur noch halb so hoch wie 2017.

China blieb größter Abnehmer, gefolgt von den USA. Zwischen Januar und November 2018 gingen Ausfuhren im Wert von 19,4 Mrd. € nach China – ein Plus von 11,4 % gegenüber Vorjahr. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 3,8 % auf 16,4 Mrd. €

Übergang in die Datenökonomie erfolgreich gestalten
„An der Schwelle zu einer Daten- und Plattformökonomie stehen viele Unternehmen vor großen Herausforderungen. Für die Digitalisierung allgemein, für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI), für die Anforderungen an Cybersicherheit gibt es keinen Masterplan“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung weiter. Um den Unternehmen der Elektroindustrie eine Orientierungshilfe zu bieten, wie auf Basis von bereits vorhandenen Daten neue datenbasierte Geschäftsmodelle entwickelt werden könnten, wurde durch McKinsey im Auftrag der ZVEI-Services GmbH und mit Unterstützung des ZVEI der „Chancenkompass Datenwirtschaft“ erarbeitet. Aus Verbandssicht  riskieren Unternehmen ohne neue, datenbasierte Geschäftsmodelle selbst gute Marktpositionen zu verlieren. „Mit dem Chancenkompass tragen wir dazu bei, dass mutige unternehmerische Entscheidungen fundiert getroffen werden können“, erklärt Dr. K. Mittelbach. Bisher erzielt die Branche erst rund 20 % des Umsatzes mit Smart Products und Smart Services. „Bei vielen Unternehmen ist noch reichlich Luft nach oben.“ Voraussetzung für mehr datenbasierte Geschäftsmodelle sei allerdings eine leistungsstarke digitale Infrastruktur. „Nur mit lokalen 5G-Netzen für die Industrie sichern wir die Führungsrolle unserer Unternehmen im Wettbewerb ab“, stellt Dr. K. Mittelbach fest. Der Ausbau dürfe sich nicht verzögern.

China: Gleiche Bedingungen schaffen, Partnerschaften ausbauen
Als größter Exportabnehmer der deutschen Elektroindustrie muss China seinen Markt weiter öffnen und Investitionshemmnisse für ausländische Unternehmen abbauen. „Es müssen gleiche Bedingungen für alle gelten“, so Dr. K. Mittelbach. Die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit bei vielen Zukunftsthemen könnte dadurch weiter gestärkt werden, gerade auch bei Künstlicher Intelligenz. So ließen sich Deutschlands Stärken bei industrieller KI mit den Datenanalysefähigkeiten Chinas zum gegenseitigen Nutzen verbinden. „In der digitalen Welt steht die Zusammenarbeit in Plattformen der Verfolgung von Partikularinteressen entgegen.“

www.zvei.org

 

 

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