Kurzmeldungen
08.08.2019

ZVEI: Auftragseingänge in Elektroindustrie im Juni knapp auf Vorjahresniveau

Wie der ZVEI mitteilt, gingen die Auftragseingänge in der deutschen Elektroindustrie im Juni 2019 nur unwesentlich (-0,2%) zurück: Die Bestellungen aus dem Inland sanken um 8,7 %, die Auslandsaufträge stiegen dagegen um 6,2 %. Hier orderten Kunden aus dem Euroraum 12,4 % weniger als im Vorjahr; Kunden aus Drittländern jedoch 17,1 % mehr.

„Allein Großaufträge aus dem nicht zur Eurozone zählenden Ausland verhinderten im Juni einen wesentlich stärkeren Rückgang“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann.

Für das erste Halbjahr 2019 gibt der ZVEI beim Auftragseingang ein Minus von 1,6 % gegenüber Vorjahr an: Die Inlandsbestellungen gaben um 0,9 % nach, die Auslandsbestellungen um 2,1 %. Die Aufträge aus der Eurozone gingen um 3,1 %zurück, die aus Drittländern um 1,5 %.

Die preisbereinigte Produktion der deutschen Elektrounternehmen hat ihren Vorjahreswert im Juni mit minus 13,5 % unterschritten – allerdings weist der Verband auch darauf hin, dass er drei Arbeitstage weniger als 2018 hatte. Für das erste Halbjahr 2019 ergibt sich damit ein Rückgang bei der Produktion um 3,9 %. „Angesichts immer weiter zunehmender Unsicherheit über den Konjunkturverlauf, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten massiven Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der wachsenden Gefahr eines No-Deal-Brexit, wird es sehr schwer, unsere Produktionsprognose von plus 1 % tatsächlich zu erreichen“, so Dr. A. Gontermann.

Die Auslastung der Kapazitäten in der Branche ist zu Beginn des dritten Quartals 2019 um 1,5 Prozentpunkte auf jetzt 84,2 % der betriebsüblichen Vollauslastung gesunken. Gleichzeitig fiel die Reichweite der Auftragsbestände von 3,4 auf 3,1 Produktionsmonate.

Der nominale Umsatz der deutschen Elektrounternehmen fiel im Juni um 11,1 % auf 14 Mrd. €. Inlands- und Auslandsumsatz sanken annähernd gleich stark um 11,3 % auf 6,6 Mrd. € bzw. um 10,9 % auf 7,4  Mrd. €. Die Geschäfte mit der Eurozone gaben um 5,7 % auf 2,9 Mrd. € nach, die mit Drittländern um 13,9 % auf 4,5 Mrd. €.

Zwischen Januar und Juni beliefen sich die Branchenerlöse auf 109,8 Mrd. €. Dies entspricht in etwa dem Vorjahresniveau (-0,7 %). Auch hier entwickelten sich Inlands- (-0,7 % auf 51,5 Mrd. €) und Auslandsumsatz (-0,5 % auf 58,3 Mrd. €) ähnlich. Während die Erlöse mit Kunden aus dem Euroraum im ersten Halbjahr um 1,6 % auf 21,8 Mrd. € zulegen konnten, gab der Umsatz aus Geschäften mit Drittländern um 1,8 % auf 36,5 Mrd. € nach. 

Erstmals seit Oktober 2014 sank das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Juli unter die Null-Linie. Die aktuelle Lage wurde deutlich schlechter beurteilt als noch im Juni, aber auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen etwas zurück.

www.zvei.org

 

 

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