Industrie 4.0
13.06.2019

Thyssenkrupp Materials Services präsentiert KI "Alfred"

Seit Anfang 2019 unterstützt eine Künstliche Intelligenz (KI) die Prozesse von Thyssenkrupp Materials Services. Die KI-Lösung namens „Alfred“ zielt darauf ab, 250.000 Kunden weltweit besser zu bedienen. Dazu optimiert sie unter anderem die Auslastung von Maschinen und Transportern, um Materialien noch schneller an die richtigen Standorte zu verteilen.

Thyssenkrupp Materials Services lotet mithilfe der Künstlichen Intelligenz „Alfred“ die Potenziale von Data Analytics aus (Bild: Thyssenkrupp Materials Services)

Wie schon bei seinem Namensvetter, Alfred Krupp, laufen bei der KI Alfred alle Informationen zusammen. Was haben die Kunden bestellt? Welcher Standort kann die Produkte am schnellsten liefern? Wie können Bestellungen gebündelt werden, um so eine noch schnellere und umweltschonendere Lieferung zu garantieren? Was ist, wenn auf der Strecke Stau ist oder ein Unwetter herrscht? Wie wirkt sich das auf die Lieferung aus? Diese und viele weitere Fragen stellt sich Alfred sekündlich – für jede der über 2 Mio. Bestellungen pro Jahr.

Klaus Keysberg, Vorstandvorsitzender von thyssenkrupp Materials Services, ist davon überzeugt, mit Alfred einen weiteren Meilenstein in der holistischen Digitalisierungsstrategie zu setzen: „Mithilfe unserer KI bringen wir erstmals relevante Daten aus den unterschiedlichen Prozessen unseres Geschäfts zusammen und werten diese systematisch aus. So lassen sich Muster erkennen, die ohne die Verwendung von KI im Verborgenen bleiben.“ Die Erkenntnisse nutzt Thyssenkrupp Materials Services, um beispielsweise Lagerbestände zu optimieren und Transportkosten zu senken. „Mittelfristig wird Alfred es uns zudem ermöglichen, unsere Serviceangebote weiter auszubauen und dem Kunden in allen Phasen des Kaufprozesses optimal und mit hoher Flexibilität zu unterstützen“, so K. Keysberg.

Big Data systematisch nutzen

Rund um die Uhr fallen in den Bestell- und Bearbeitungsprozessen von Materials Services unzählige wertvolle Daten an – ein bisher kaum genutztes Potenzial. Mit der Künstlichen Intelligenz will der Werkstoffhändler diese nun systematisch verfügbar machen. „Alfred ist unter anderem auch ein Data Lake für sämtliche Transaktionsdaten des Unternehmens. Erstmals können wir damit auf alle Daten im Wertschöpfungsprozess an einem zentralen Ort zugreifen, so zum Beispiel auf einzelne Parameter in einer Bestellung, auf Maschinendaten aus der Bearbeitungsphase oder auf den optimierten Transportweg bei der Auslieferung“, sagt Axel Berger, Head of Digital Transformation bei Materials Services. Die KI verarbeitet diese Informationen in Sekundenschnelle und generiert aus dem Big-Data-Ansatz Empfehlungen, um Prozesse effizienter zu gestalten. Diese Auswertungen können die Mitarbeiter auf einer operativen Plattform einsehen, deren Interface sich in gewohnte Arbeitsabläufe einreiht.

Microsoft Azure setzt den Rahmen

Bei der Entwicklung von Alfred setzte Materials Services auf die Cloud-Computing-Plattform Microsoft Azure. Sie bietet dem Team die Grundlage, um Alfreds Intelligenz zu realisieren. Basis dafür sind selbstlernende Algorithmen, die Informationen analysieren und zuordnen können. Über Power BI werden die Erkenntnisse aus den Daten gesammelt, aufbereitet und visualisiert.

„Wir haben den Markt lange beobachtet, um die für uns passende Technologie zu finden. Mit Microsoft haben wir den idealen Partner gefunden, denn Azure bietet uns eine weltweit verfügbare, hochsichere Infrastruktur mit innovativen Daten-, KI- und IoT-Diensten. Zudem können wir die Lösung nahtlos in unsere eigene IT-Infrastruktur integrieren“, so Sebastian Smerat, Head of Data Analytics bei Materials Services und Projektleiter für Alfred.

„Jedes Unternehmen entwickelt sich heute zum Anbieter von digitalen Technologien“, sagt Thorsten Herrmann, General Manager Enterprise Commercial bei Microsoft Deutschland. „thyssenkrupp Material Services setzt Technologien wie künstliche Intelligenz nicht nur schnell und wirksam ein, sondern baut zudem eigene digitale Kompetenzen auf, um sein Logistikgeschäft auf ein neues Level zu heben. Mit künstlicher Intelligenz und dem Einsatz von Machine Learning eröffnen sich thyssenkrupp Material Services ganz neue Geschäftsmöglichkeiten.“  

Digital Transformation Office koordiniert die Weiterentwicklung

Ein integriertes Team aus IT-Experten, Ingenieuren und Business-Koordinatoren hat rund 1,5 Jahre lang an der Entwicklung von Alfred gearbeitet. Dabei standen der praktische Mehrwert einer Künstlichen Intelligenz sowie das Zusammenspiel mit bestehenden Anwendungen im Fokus. „Mit Toii haben wir vor zwei Jahren eine IIoT-Plattform geschaffen, die unsere Maschinen verschiedenster Hersteller und Generationen miteinander kommunizieren lässt und den Datenaustausch ermöglicht. Nun werden all die Daten, die Toii sammelt, zusammengeführt und mittels intelligenter Methoden ausgewertet“, erklärt Axel Berger. „Zukünftig ist unser Ziel ganz klar, die beiden Entwicklungen noch näher zusammenbringen und beispielsweise die Produktionsplanung zu automatisieren.“ Damit einher geht auch die kontinuierliche Weiterentwicklung von Alfred, dessen Intelligenz durch weitere Use Cases kontinuierlich zunehmen wird.

www.thyssenkrupp-materials-services.com

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