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16.08.2007

Packaging im Fokus

Die Consumer-Ansprüche an die Verpackung unterliegen einem ständigen Wandel. Entsprechend flexibel müssen Endkunden auf Veränderungen reagieren können, ohne ihren Invest zu gefährden...

Die Consumer-Ansprüche an die Verpackung unterliegen einem ständigen Wandel. Entsprechend flexibel müssen Endkunden auf Veränderungen reagieren können, ohne ihren Invest zu gefährden. Die Lösung stellen modulare Maschinenkonzepte dar, die zugleich eine einfache Nachrüstung erlauben.

 

Ganz im Zeichen von Verpackungslösungen steht aktuell die vom 25. bis 27. September 2007 in Nürnberg stattfindende Fachpack. Hier werden unter anderem auch Automatisierungstechnikanbieter, wie Bachmann Electronic, B&R, Elau, GTI-Control, SEW-Eurodrive und Siemens A&D, ihre aktuellen Produkt-Highlights für den Verpackungsmaschinenbau vorstellen.

 

Die Trends aus Automatisierersicht

Andreas Enzenbach ist Leiter Communications and Marketing bei der Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik GmbH in Eggelsberg/Österreich

Andreas Enzenbach ist Leiter Communications and Marketing bei der Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik GmbH in Eggelsberg/Österreich

„Unsere Kunden sind heute gefordert, ihre Maschinen und Anlagen schneller, koordinierter und somit kosteneffizienter herzustellen“, sagt Andreas Enzenbach, Leiter Communications and Marketing bei der Bernecker + Rainer Industrie-Elektronik GmbH in Eggelsberg/Österreich. „Mit unserem Software Tool Automation Studio und unserer umfangreichen Produktpalette unterstützen wir sie, ihre Produktivität in den verschiedenen Entwicklungsabteilungen zu steigern und Zeit und Kosten im produktionsnahen Applikations-Software-, Aftersales und Maintenance-Bereich zu reduzieren“, sagt er weiter. Insgesamt würden leistungsfähige Werkzeuge für eine durchgängige Automatisierung verlangt. Entsprechend stünden die F&E-Aktivitäten unter dem Aspekt, intelligente und vor allem integrierte Automatisierungslösungen aus einer Hand zu entwickeln. „Dabei ist vor allem die Offenheit des Automatisierungssytems von elementarer Bedeutung. Es darf keine Restriktionen bzw. proprietäre Funktionen zulassen“, fügt Gabriel Schwanzer, Director Sales and Automation bei Bachmann Electronic, an.

Auch Siemens sieht in der breiten Aufstellung Vorteile für den Kunden. „Wir bieten das größte Spektrum an Motoren, Umrichtern und Steuerungen an und können so aktuelle Anforderungen im innovativen Maschinenbau bedienen und unterstützen“, sagt Uwe Hafner, Leiter der Branche Verpackung bei Siemens A&D. Prinzipiell ist auch er überzeugt: „Im gesamten Maschinenbau sind modulare und flexible Konzepte gefordert, deren Rückgrad eine durchgängige Kommunikation sowie standardisierte Bausteine bilden.“ Klaus Weyer, Senior Vice-President Marketing der Elau AG, formuliert noch drastischer: „Der modulare Maschinenbau ist die einzige Chance, in Zukunft Engineering- und Montagekosten zu senken sowie flexibel auf Kundenwünsche eingehen zu können. Der Siegeszug der elektronischen Verpackungsmaschine lässt keinen anderen Weg zu.“ Modularität helfe allerdings nur, wenn sie durchgängig über Mechanik, Hard- und Software gelebt werde. „Antrieben wie unseren ISH-Servomodulen kommt daher eine Schlüsselrolle für den Maschinenbau der Zukunft zu“, ist er deshalb überzeugt.

Michael Gutmann ist Manager Servo Drive Technology, Product Management, bei SEW-Eurodrive in Bruchsal

Michael Gutmann ist Manager Servo Drive Technology, Product Management, bei SEW-Eurodrive in Bruchsal

Siemens begegnet den Anforderungen mit der Implementierung entsprechender Lösungen nach OMAC-Standard. Als wichtige Elemente nennt U. Hafner hier Konzepte wie Optimized Packaging Line und Software-Bausteine, die einfach anzupassen sind, sowie integrierte Safety-Funktionen im Antrieb. „Alles Schritte, um Entwicklung, Inbetriebnahme und Bedienung zu vereinfachen“, fasst er zusammen.

SEW bietet heute ein komplettes Servoproduktspektrum an, das von Servogetrieben über Motoren, Verstärker und Steuerungen bis hin zu HMI und „All-in-One"-Bedien-Software reicht. „Hiermit sind wir in der Lage, nahezu allen Anforderungen des modernen Verpackungsmaschinenbauers zu entsprechen und Einsatzvorteile zu bieten“, ist Michael Gutmann, Manager Servo Drive Technology, Product Management bei SEW, überzeugt. Dabei differenziert er bei den Kundenanforderungen: „Wir sehen auf der einen Seite den Trend, weiterhin optimierte und flexible Produktportfolios/Einzelprodukte anzubieten, und auf der anderen Seite die Nachfrage nach kompletten Lösungspaketen oder gar ganzen Maschinenlösungen inklusive entsprechenden Dienstleistungen.“ Außerdem legt das Unternehmen bei seinen Lösungen großen Wert darauf, dass sie offen und flexibel – mechanisch, elektrisch und kommunikativ – in bestehende Strukturen einbindbar sind. „Kunden können somit gezielt Bereiche mit SEW-Lösungen optimieren, ohne ihre Konzepte komplett ändern zu müssen“, so der Spezialist. Mit diesem Konzept könne der Kunde Innovation nach Maß und in dem Tempo, das er wünscht und nicht das Servosystem vorschreibt, betreiben. Dabei seien alle angebotenen Dienstleistungen auch auf die Belange des mittelständischen geprägten Verpackungsmaschinenbaus ausgerichtet.

Achim Schreck, Geschäftsführer der GTI-Control, fügt aus seiner Perspektive an: „Eine übergeordnete Linienüberwachung bezüglich Qualität und Ausbringung wird immer wichtiger. Grund hierfür ist der vermehrt umgesetzte Liniengedanke.“ So hätten bislang vorwiegend Insellösungen im Verpackungsbereich im Vordergrund gestanden. „Mit den modularen Software-Lösungen rund um Dapros können diese Anforderungen auch als Nachrüstung umgesetzt werden“, stellt er heraus.

 

Weitere Entwicklungsschritte

Uwe Hafner ist Leiter der Branche Verpackung bei Siemens Automation and Drives (A&D) in Nürnberg

Uwe Hafner ist Leiter der Branche Verpackung bei Siemens Automation and Drives (A&D) in Nürnberg

Mit Blick in die Zukunft ist A. Schreck überzeugt, werden die Anforderungen im Linienaufbau immer komplexer. „Das hat komplexere Auswertungen zur Folge. Und die Nachvollziehbarkeit ist nur hierdurch gewährleistet“, sagt er weiter.

Für die Firmen Bachmann und B&R geht der Trend auch zukünftig ganz klar in Richtung der weiteren Integration der Automatisierungstechnik. A. Enzenbach erläutert aus B&R-Sicht: „Wir bieten dem Kunden schon heute integrierte Gesamtlösungen, die es ermöglichen, alle Automatisierungsaufgaben, wie Steuerung, Antriebstechnik, Visualisierung und Kommunikation, mit einem einzigen Werkzeug zu lösen.“ Unterschiedliche Ansichten haben die beiden Firmenvertreter hinsichtlich der Echtzeitvernetzung, die für beide einen weiteren Zukunftstrend darstellt. Während für B&R naturgemäß Powerlink im Vordergrund steht, gibt G. Schwanzer aus Bachmann-Sicht Profinet eine höhere Priorität. „Eine integrierte Gesamtlösung erspart dem Kunden viel Zeit und Geld bei der Abstimmung der Schnittstellen“, fasst A. Enzenbach wertneutral zusammen.

Außerdem rechnet G. Schwanzer damit, dass es zukünftig zu einer noch weiteren Abbildung speziell auf die Verpackungsbranche zugeschnittener modularer Funktionen in Hard- und Software kommen wird. In dieser Sichtweise wird er von K. Weyer unterstützt, der aus Elau-Sicht zusammenfasst: „Die Entwicklung geht ganz klar in Richtung Senkung von Engineering-Kosten, Standardisierung und Wiederverwendbarkeit von Software, konsequente Modularisierung von Maschinenkonzepten, noch stärkere Abbildung von Mechanik auf Software, weitere Zunahme des Elektronik-/Software-Anteils am Wert einer Maschine, mehr Einzelantriebe pro Maschine und hier zunehmend Antriebe kleinerer Baugrößen sowie intelligente Systemkomponenten, die für Inbetriebnahme und Tausch nicht mehr parametriert werden müssen.“ Zudem seien integrierte Diagnosefunktionen von steigender Bedeutung. Elau sei schon heute auf diese Entwicklungen vorbereitet. K. Weyer: „Eine durchgängige Tool-Landschaft erlaubt ein rationelles Engineering, die Maschinenprogrammierung wurde standardisiert und über weite Strecken durch fertige Software-Module auf Parametrieraufgaben reduziert. Die ISH-Reihe wirkt durch die Zusammenfassung von Motor und Elektronik durch ein für mehrere Antriebe gemeinsam genutztes Netzteil steigenden Elektronik- und Schaltschrankkosten entgegen.“ Zudem könnten durch integrierte elektronische Typenschilder alle Komponenten des Pacdrive-Systems von den Motion-/Logic-Steuerungen aus dem Haus Elau erkannt und automatisch parametriert werden. „Integrierte Diagnosefunktionalitäten sowie unser Diagnose-Tool erlauben eine Fehlersuche bis hinunter zur Motorwelle“, so der Senior Vice President Marketing.

Achim Schreck ist Geschäftsführer der GTI-Control mbH in Marktheidenfeld

Achim Schreck ist Geschäftsführer der GTI-Control mbH in Marktheidenfeld

„Natürlich ist die ständige Verbesserung und Weiterentwicklung der Produktpalette gefragt. Hierfür haben wir mit Siemens-Simulations-Tools oder der Integration der PLM-Software über UGS wesentliche Meilensteine gesetzt“, sagt U. Hafner. Dadurch ermögliche man dem Maschinenhersteller und Anwender, die Time to Market zu reduzieren und Lifecycle-Kosten zu sparen. „Mit diesen Tools wird zudem die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben von FDA oder GMP erleichtert“, erklärt er weiter.

„Grundsätzlich wird auch die Innovations- und Anpassungsfähigkeit der Lieferanten weiter gefordert werden, um dem Verpackungsmaschinenbauer bei der Reaktion auf globale Änderungen direkt und schnell Antworten liefern zu können“, stellt M. Gutmann zusätzlich heraus. Dabei müsse dieser sich in seinen Lösungen vor allem durch Einfachheit auszeichnen. „Nach der Phase der reinen Technologientwicklung wird die intuitive und einfache Funktionsrealisierung weiter an Bedeutung gewinnen“, ist er überzeugt. Dabei sei nicht mehr das „ob“ entscheidend, sondern das „wie“ und vor allem das „wie einfach“ bei der Auswahl des Lieferanten. „Ob mit Wizards, Editoren, vorprogrammierten Lösungen oder Templates – die Aufgabe ist klar: so leistungsfähig wie nötig, so einfach wie möglich“, fasst M. Gutmann zusammen.

 

Die Markteinschätzung

Gabriel Schwanzer ist Director Sales and Automation bei Bachmann Electronic GmbH in Feldkirch/Österreich

Gabriel Schwanzer ist Director Sales and Automation bei Bachmann Electronic GmbH in Feldkirch/Österreich

Insgesamt scheinen die Automatisierungstechnikanbieter auf die heutigen und zukünftigen Anforderungen vonseiten der Verpackungsmaschinenhersteller bzw. den Endkunden gut vorbereitet. Wie lauten nun ihre Einschätzungen das Marktsegment betreffend und was sind die Wachstumstreiber?

Angaben des VDMA zufolge wird der Markt für Verpackungsmaschinen 2007 weiter im unteren zweistelligen Bereich wachsen. Eine Sichtweise, die generell auch von den Automatisierungsanbietern geteilt wird. A. Schreck von GTI-Control: „Wir rechnen für dieses Jahr mit einem 10 %igen Wachstum.“ Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre fügt er an: „Die Steigerungsquote wird weiterhin im oberen einstelligen Bereich liegen.“ G. Schwanzer differenziert: „Weltweit rechnen wir mit einem Wachstum unter 10 %; in Asien wird es dagegen höher sein.“ Die Entwicklung in Europa wird aus seiner Sicht vor allem durch Süd- und Ost-Europa positiv beeinflusst. Zudem sieht er in den USA gute Wachstumschancen. Auch M. Gutmann prognostiziert den etablierten Märkten Europa und Nordamerika ein solides Wachstum. Mittelfristig fokussiert SEW jedoch die BRIC-Staaten als Wachstumsbereiche. Dieser Tendenz schließt sich auch Siemens-A&D-Experte U. Hafner an: „Auf kurze Sicht wird sich das Wachstum auf Europa konzentrieren. Allerdings wächst die Bedeutung der Emerging Markets gerade auch im Verpackungsbereich.“

Für GTI-Geschäftsführer A. Schreck bieten China, Russland und Indien große Potenziale. Dem hält A. Enzenbach aus B&R-Sicht entgegen: „Wir sehen die Wachstumschanchen nicht nur in den Wachstumsmärkten der Zukunft wie Asien, sondern auch in den klassischen Maschinenbauländern, wie Österreich und Deutschland.“ K. Weyer unterstützend. „Die Zahlen des VDMA belegen es: Auch in Deutschland ist ein großes Wachstum möglich.“ Er räumt ein: „Natürlich spielen die sich öffnenden östlichen Märkte eine große Rolle.“ Es zeige sich, dass wachsende Enduser-Anforderungen weltweit allen innovativen Verpackungsmaschinenbauern ein großes Wachstum ermöglichen. „Flexible Maschinen sind hier die Hauptanforderung, da die Enduser ihre Produkte immer weiter diversifizieren.“ U. Hafner ergänzt: „Aus unserer Sicht wird das Wachstum vor allem durch die Umstellung auf flexible Fertigungen gestützt.“ Steigende Betriebskosten und schnellere Produktzyklen würden den Druck auf die Hersteller erhöhen und somit die Notwendigkeit schaffen, in neue innovative Produktionsanlagen zu investieren. „Zudem müssen die gesetzlichen Vorgaben und auch Wünsche der Verbraucher nach lückenloser Rückverfolgbarkeit von Waren erfüllt werden. Neue Maschinenmodelle müssen vor allem hoch verfügbar und flexibel sein, um auch für den Anwender ein Höchstmaß an Investitionssicherheit realisieren zu können“, zieht er ein Resümee.

Klaus Weyer ist Senior Vice-President Marketing bei der Elau AG in Marktheidenfeld

Klaus Weyer ist Senior Vice-President Marketing bei der Elau AG in Marktheidenfeld

Nach Ansicht von M. Gutmann wird das Wachstum vorwiegend durch die steigenden Ansprüche der Menschen in den BRIC-Staaten bestimmt. Er verdeutlicht: „Hier leben noch immer viele Menschen, die auf verpackte, abgefüllte, hygienisch versiegelte Waren warten bzw. keinen Zugang haben.“ Als Auswirkungen auf die Verpackungsmaschinen nennt er: „In den Wachstumsmärkten werden sich High-Runner-Maschinen mit flexiblen Systemen den Markt teilen, entsprechend der Bevölkerungs- und Gesellschaftsentwicklung.“ In den etablierten Märkten rechnet er mit einer erhöhten Flexibilisierung im Maschinen-Design, „wogegen die High-Runner – noch – eher in den Wachstumsbereichen zu finden sein werden“, sagt er weiter. Die Antriebs- und Automatisierungstechnik müsse diesem Trend gerecht werden und Lösungen entsprechend den lokalen OEM-Bedürfnissen anbieten. K. Weyer ist überzeugt: „Es macht keinen Sinn, hier in Deutschland einfache und billige Maschinen zu entwickeln und zu verkaufen. Das können andere Länder besser. Innovative deutsche Verpackungsmaschinen sind die Trendsetter und mit dieser Strategie setzt der deutsche Verpackungsmaschinenbau auf das richtige Pferd.“

Inge Hübner

 

Weitere Informationen unter

www.bachmann.info

www.br-automation.com

www.elau.de

www.gti-control.de

www.sew-eurodrive.de

www.siemens.de/automation.

 

 

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Normen

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 25.04.2019