Industrie 4.0
04.10.2018

Lenze investiert 50 Mio. € in Mechatronic Competence Campus

Ende September fand die Grundsteinlegung für den Lenze Mechatronic Competence Campus (MCC) in Extertal statt. Die Fertigstellung des rund 7.500 qm umfassenden Neubaus ist für 2020 geplant. Insgesamt sollen auf dem Campus 30.000 qm für Entwicklung, Fertigung, Service und Lager zur Verfügung stehen. Im Endausbau sollen dort rund 800 Mitarbeiter beschäftigt sein, die bislang auf drei getrennte Standorte in Extertal verteilt sind.

Am 28. September fand in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (links), der Bürgermeisterin von Extertal, Monika Rehmert (2. v.l.), sowie der Gesellschafter des Unternehmens und Mitgliedern der Gründerfamilie die Grundsteinlegung für den neuen „Mechatronic Competence Campus“ (MCC) in Extertal statt (Bild: Lenze)

 

Der Entwicklungs- und Fertigungsstandort in Nordrhein-Westfalen ist mit rund 50 Mio. € die größte Einzelinvestition in der 70-jährigen Firmengeschichte von Lenze. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die bessere Zusammenarbeit gelegt. So sollen von der Ideenfindung über die Produktentwicklung, Prototypenbau und Nullserie bis hin zur Serienreife die unterschiedlichen Disziplinen enger zusammenrücken. Ein zentrales Element des Entwicklungsstandorts ist daher das Technikum. „Hier kommen Produktmanager mit engem Kontakt zum Vertrieb und deren Kenntnis der Kundenanforderungen mit dem Entwicklungsteam, den Servicemitarbeitern und der Operations-Abteilung zusammen. Alle diese Disziplinen sind gleich wichtig. Wir sorgen dafür, dass Kommunikationsbarrieren abgebaut werden und eine einfache Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen möglich wird“, betont Dr. Hans-Peter Mertens,  Geschäftsführer der Lenze Operations GmbH. Ebenso können Kunden hier mit einbezogen werden, die spezifische Entwicklungen begleiten und live erleben können.

Der Mechatronik-Campus ist für Lenze ein entscheidender Schritt, um Innovationen zu fördern, die Ergebnisse des Innovationsprozesses zu verbessern und die Time-to-Market zu verkürzen. „Mit dem MCC schaffen wir nicht nur eine der zukunftsorientiertesten Mechatronik-Produktionsstätten Deutschlands, sondern vor allem auch ein wichtiges Referenzprojekt für die Zukunft der Zusammenarbeit. In agilen, interdisziplinären Teams werden unsere Mitarbeiter in Extertal künftig auf zahlreichen offenen Flächen zusammenarbeiten und für unsere weltweiten Kunden die besten mechatronischen Lösungen und Services erarbeiten“, so Christian Wendler, CEO von Lenze.

Entscheidende Verbesserungen soll es aber auch in der Produktion geben. „Hier kommen neueste Automationstechniken zum Einsatz“, so Dr. H.-P. Mertens weiter. Industrie 4.0 finde auf dem MCC ihren praktischen Niederschlag. Vernetzung und Steuerung werden von Grund auf neu konzipiert, basierend auf einer SAP-Umgebung. In der Produktion selbst kommen fahrerlose Transportsysteme zum Einsatz; direkt angeschlossen ist ein modernes Hochregallager mit Platz für mehr als 16.000 Paletten und über 15.000 Behältern. Rund 300 Lenze-Antriebe werden in der Logistik verbaut.

Bisherige Produktionsabläufen werden aufgebrochen: Der Make-to-Order-Prozess, bei dem aus vorgefertigten Elementen die kundenspezifischen Fertigprodukte entstehen, soll zwischen 50 % und 85 % schneller werden – im besten Fall sinkt die Durchlaufzeit von 32 Tagen auf nur noch 5, weil unnötige Materialbewegungen und Liegezeiten wegfallen. 300 Palettenkilometer sollen künftig pro Jahr eingespart werden, 10 % weniger Energie und 48 % weniger Fläche benötigt werden.

„Was wir hier in der Produktion einsetzen, ist nicht die Industrie 4.0 der Zukunft, sondern die von heute: bodenständig, praxisnah und wirtschaftlich sinnvoll“, betont Dr. H.-P. Mertens, „insofern kann diese vernetzte Fertigung auch Vorbild für unsere Kunden sein.

Die digitalen und stark vernetzten Automatisierungslösungen in der Produktion beschleunigen nicht nur die Auslieferung. Sie erhöhen auch die Flexibilität und werden zu neuen Angeboten im Produkt- und Serviceportfolio führen. „Auch das ist ein Aspekt, der die Zukunftsfähigkeit von Lenze stärkt“, ist sich Dr. H.-P. Mertens sicher. Denn der Campus dient auch als Labor, in dem Neues erprobt und verbessert werden soll. Was sich ab 2020 in Extertal bewährt, soll dann auf die anderen Standorte weltweit ausgerollt werden.

www.lenze.de

 

 

 

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