Industrie 4.0
04.12.2017

Kontron: Embedded Cloud, TSN-Netzwerkkarte und IoT-Lösungen

Auf der SPS IPC Drives präsentierte sich Kontron in Innovationslaune: Vorgestellt wurden unter anderem Server für die Embedded Cloud als Evaluations-Plattformen, eine Evaluations-Unit einer neuen TSN-Netzwerkkarte sowie skalierbare IoT-Lösungen auf Basis von Microsoft Azure. Ebenfalls mit dabei: die neue Generation seiner kompakten Industrial-Computer-Plattformen speziell für Gateway-Anwendungen.

Auf einer Pressekonferenz während der SPS IPC Drives in Nürnberg gaben Vertreter von Kontron S&T Einblicke in die Firmenstrategie und Neuheiten zur Messe (Bild: VDE VERLAG)

Im August wurde die Verschmelzung der Kontron AG auf die S&T Deutschland Holding AG vollzogen. Seit dem firmieren die beiden Unternehmen gemeinsam rechtlich unter „Kontron S&T AG“ mit Hauptsitz in Augsburg. Ziel der neuen AG ist es, in den Bereichen ECT, IoT und Industrie 4.0 die Technologie- und Marktführerschaft zu erlangen. Dabei sollen im Geschäftsjahr 2017 gemeinsam Umsätze zwischen 860 Mio. € und 890 Mio. € erreicht werden. Ziel für 2018 ist es, die 1-Mrd.-€-Marke zu knacken.

Skalierbare IoT-Lösungen auf Basis von Microsoft Azure

Erreicht werden soll dieses Ziel unter anderem mittels innovativer Produkte und Lösungen sowie Partnerschaften. So wurden auf der SPS IPC Drives beispielsweise eine skalierbare IoT-Lösung sowie weitere Produkte auf Basis von Microsoft Azure vorgestellt, die die digitale Transformation in der Fertigung erleichtern sollen. Zu den Neuentwicklungen zählen "Microsoft Azure Certified for IoT"-Geräte und auf Microsoft Azure basierende vorintegrierte IoT-Lösungen für OEM-Anbieter in der industriellen Automatisierung. Vor allem für Hersteller und Betreiber einer großen Anzahl von im Feld eingesetzter Systeme verringert die cloudbasierte Lösung von Kontron den Aufwand für ein effizientes Life-Cycle-Management durch die nahtlose Integration von Microsoft-Azure-Diensten. Auf Basis der Expertise der auf Softwareentwicklung spezialisierten S&T werden Kunden aktiv dabei unterstützt, Prozesse zur effizienten Verwaltung einer großen Anzahl dezentral verteilter Gerät zu implementieren. Auf Grundlage von Microsoft-Azure-Datenschutz und -Datensicherheit schafft Kontron mit seiner neuen Lösung für seine Kunden eine sichere und rechtskonforme Möglichkeit, von den Vorteilen flexibler und skalierbarer Ressourcen im industriellen Umfeld zu profitieren. Dazu gehört auch die Implementierung von Azure Machine Learning und Microsoft Cognitive Services Analyse-Anwendungen. Die Lösung umfasst zudem zahlreiche „Microsoft Azure Certified for IoT“-Geräte, darunter Computer-On-Module, Boards, Box-PC, Panel-PC und skalierbare Server für Edge-, Fog- und Cloud-Computing-Anwendungen.

"Diese Palette neuer Produkte und Services erlaubt es Kontron nicht nur, neue Product-Lifecycle-Management-Lösungen für Kunden aus der industriellen Automation anzubieten. Sie umfassen auch die OPC-UA-Integration, Cloud-Lösungen und mächtige Analysewerkzeuge für zukunftsweisende, innovative Einsatzwecke," so Laurent Remont, CTO der Kontron S&T AG. "Die Implementierung des offenen OPC-UA-Standards, die von Microsoft als Open Source Software bereitgestellt wird, bietet in Verbindung mit TSN ein offenes und deterministisches Framework für die M2M-Kommunikation von intelligenten Anwendungen in der Fertigung. Die vorintegrierten IoT-Lösungen auf Basis von Microsoft Azure erlauben es Herstellern und Anwendungsentwicklern ihre Produkte schneller zur Marktreife zu führen und darüber hinaus noch Life-Cycle-Kosten sowie Kompatibilitätrisiken und andere Unwägbarkeiten zu minimieren."

TSN im Fokus

Auch zum Stichwort TSN zeigte Kontron sich innovativ: Vorgestellt wurden die Standard-PCI-Express-Netzwerkkarte PCIE-0200-TSN und Kontron PCIE-0400-TSN (Bild, Quelle: Kontron). Einschließlich der dazugehörigen Netzwerk- und Switch-Treiber für Linux können Industriecomputer damit mit einem redundanten Ring-, Linien- oder sternförmigen TSN-Netzwerk verbunden werden. Die Kontron-Box-PC, 19-Zoll-Server und Workstations der K-Box C-Serie, ZINC19 und HPW-Produktfamilien lassen sich damit für TSN erweitern. Die TSN-Netzwerkkarte umfasst einen integrierten Switch für redundante Netzwerke mit zwei (PCIE-0200-TSN) oder vier Gigabit Ethernet-Ports (PCIE-0400-TSN). Sie erfüllt alle Spezifikationen gemäß IEEE 802.1 wie Timing und Synchronisation, Traffic Scheduling, Frame Preemption, Stream Reserveration Protocol und weitere (ggf. per Update). Für OEM-Kunden bietet Kontron eine Private-Labelling-Version der Karte an, die inklusive Softwareservices erhältlich ist, damit OEM-Kunden ihr Portfolio um Produkte mit TSN-Anbindung erweitern können. Die Kontron-TSN-Netzwerkkarte ist ab Ende 2017 als Evaluations-Unit verfügbar.

Auf seinem Messestand hat Kontron ein TSN-Demo-System sowie eine Testumgebung mit verschiedenen IoT- und TSN-Geräten gezeigt. In der Demo wurden OPC-UA-TSN-Publisher/Subscriber-basierte  Kommunikation und Synchronisation gezeigt. Dabei steuerte ein Box-PC der K-Box-C-Serie drei unabhängige Motoren via TSN an, die auch bei hoher Netzwerklast, zeitsynchron laufen. Der K-Box-C-102-Industriecomputer übernahm die zentrale Steuerung der Motoren über die TSN-Karte sowie TSN-Switches und kommunizierte auf der anderen Seite mit einem übergeordneten Server, der für die Verwaltungsfunktionen zuständig war, per standardisiertem OPC-UA-Protokoll. Diese On-Premise-Implementierung kann auch in die Public Cloud verschoben werden, oder als Hybridlösung entwickelt werden, in der zeitkritische Aufgaben On-Premise erfolgen und Datenanalysen in der Cloud ablaufen. Die K-Box C-102 übernimmt in diesem Szenario als Embedded Computer sowohl die Motorsteuerung wie auch die zeitkritische Datenvorverarbeitung. So dient sie in diesem Zusammenhang einerseits als Fog Computer für Edge Analytics und andererseits als Gateway. Mit diesem Szenario bildete Kontron auf der SPS IPC Drives die realistische Verwendung von Embedded Hardware- und Cloud-Komponenten in einem Time Sensitive Network ab.

Industrial-Computer-Plattform für IoT-Gateway-Anwendungen

Darüber hinaus wurde mit der K-Box A-203 (Bild, Quelle: Kontron) die neue Generation der kompakten Industrial-Computer-Plattformen speziell für Gateway-Anwendungen vorgestellt. Basierend auf den Intel-Atom-Prozessoren der E3900-Familie wurde die neue wartungsfreie, lüfter- und batterielose K-Box als intelligentes Gateway für datenintensive IoT-Edge-Anwendungen entwickelt. Anwendungsgebiete finden sich damit vor allem im Bereich der industriellen Automatisierung, aber auch im Transport- oder Kommunikationsumfeld. Die K-Box A-203 ist schnell und einfach einsetzbar und eignet sich somit für OEM-Hersteller und Systemintegratoren, die das volle Potenzial der nächsten Generation intelligenter Infrastrukturen im IoT-Umfeld ausschöpfen möchten. Sie zählt zu den Microsoft-Azure-Certified-Produkten und kann somit problemlos mit Microsoft Azure IoT Services arbeiten.

Server für die Embedded Cloud als Evaluations-Plattformen

Darüber hinaus stellte Kontron in Nürnberg Embedded Server für sein Anfang des Jahres präsentiertes Embedded-Cloud-Konzept vor.

(Bild: Kontron)

Die skalierbaren Systeme dienen als Evaluations-Plattformen für Projekte. Als speziell für die Embedded Cloud angepasste Embedded Server wurde ein „Cube“ mit Single-Socket-Intel-Xeon-Prozessor als Funktionsmuster und Beispiel für eine kompakte und kostenoptimierte Bauform im IT-Umfeld gezeigt. Außerdem wurden skalierbare COM-Express-Type-7-Module mit Intel-Xeon- und Intel-Atom-Server-Class-Prozessoren mit einem Carrierboard in einem 4U-Industriechassis integriert - als ideale Basis für industrielle Embedded-Cloud-Server. Kontron plant, vergleichbare Systeme im Laufe des Jahres 2018 als Standardprodukte in sein Portfolio aufzunehmen.

 

www.kontron.de

 

 

 

 

 

 

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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