Industrie 4.0
10.12.2018

Harting wächst 2017/18 zweistellig

Die Harting-Gruppe steigerte im Geschäftsjahr 2017/18 (30. September) ihren Umsatz um 13,4 % auf 762 Mio. € (Vorjahr: 672 Mio. €). Die Zunahme übertraf damit die Prognose des Vorstands, der auf der letztjährigen Jahrespressekonferenz im Dezember 2017 von einer Umsatzsteigerung um 5 % bis 6 % sprach.

Der Harting-Vorstand ist mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 sehr zufrieden: Andreas Conrad, Dr. Michael Pütz, Margrit Harting, Dr. Frank Brode, Philip Harting, Maresa Harting-Hertz und Dietmar Harting (v.l.) (Bild: Harting)

„Das ist eine Top-Performance, die uns stolz macht. Mit der geschäftlichen Entwicklung sind wir sehr zufrieden“, freute sich der Vorstandsvorsitzende Philip Harting. Das Wachstum kam aus allen Regionen und allen Märkten. Damit hat das Unternehmen den Umsatz in zehn Jahren mehr als verdoppelt: Im Geschäftsjahr 2007/08 wurden 345 Mio. € erwirtschaftet.

„Mit unserem globalen Netzwerk aus Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsgesellschaften sind wir bestens aufgestellt. Unsere Kunden wissen, dass sie sich auf die bewährte Harting-Qualität unserer Produkte, Konnektivitätslösungen und Services verlassen können.“ Harting sieht sich als Wegbereiter und Partner von Industrie 4.0, wie Philip Harting weiter deutlich machte: „Dort, wo es um Automatisierung, Digitalisierung und die Vernetzung von Maschinen mit der Cloud geht, gehören unsere Produkte und Lösungen zu den weltweit besten in der Branche.“ Wachstumstreiber waren die Impulse aus den Marktsegmenten Transportation, Maschinenbau, Automation und Robotik.

Breites Wachstum

Zum positiven Ergebnis trugen nach Unternehmensangaben alle Regionen bei, in denen Harting tätig ist. Das stärkste Plus gab es in der Region Asien mit einer Steigerung von 18 % auf 187 Mio. € (Vorjahr: 158 Mio. €). In Europa (ohne Deutschland) und dem Nahen Osten, EMEA genannt, nahm der Umsatz um 17 % auf 263 Mio. € (Vorjahr: 225 Mio. €) zu. In der Region Americas verzeichnete die Technologiegruppe ein Plus von 8 % auf 79 Mio. € (Vorjahr: 73 Mio. €). Auch in Deutschland entwickelte sich das Geschäft weiter positiv. Hier verbuchte Harting ein Plus von 8 % auf 233 Mio. €. (Vorjahr: 216 Mio. €). „Auf dem bereits hohen Niveau in Deutschland konnten wir noch einmal eine Schippe drauflegen. Das ist eine erfreuliche Leistung“, sagte Philip Harting. Rund 70 % (69,4 %; Vorjahr: 67,8 %) des Gesamtumsatzes erzielt die Technologiegruppe mittlerweile im Ausland.

Harting weist außerdem darauf hin, die passenden Produkte und Lösungen anzubieten, die die Kunden und die Branchen verlangen. Dies würden die letzten Normungserfolge unterstreichen. So habe Harting mit dem "ix Industrial", der in der IEC 61076-3-124 normiert ist, einen neuen Standard für miniaturisierte Ethernet-Schnittstellen am Markt etabliert. „Harting geht in der Branche voran und setzt globale Standards“, freute sich P. Harting. „Die Kunden erwarten marktkonforme Standards. Eine Insellösung hilft ihnen langfristig nicht weiter.“

Zudem habe man einen großen Schritt auf dem Weg zur Standardisierung von Single Pair Ethernet mit der IEC 61076-3-125 gemacht. "Es haben sich jetzt alle relevanten Standardisierungsgremien für das Harting-Design eines SPE Steckgesichts entschieden. Mit aktiver und erfolgreicher Normungsarbeit setzt Harting so auch im Bereich Single Pair Ethernet die Eckpunkte und Voraussetzungen für eine leichtere,
IP-basierte Ethernet-Anbindung bis hinunter an einzelne Sensoren. Die Vorteile für den Anwender: Platz- und Gewichtsersparnis bei gleichzeitigem Wegfall von ehemals notwendigen Gateways", heißt es von Unternehmensseite.

Die Espelkamper wollen außerdem das Thema Digitalisierung weiter mit Hochdruck vorantreiben. Von den innovativen Lösungen im Bereich Digitalisierung und der Marke Harting profitieren auch einzelne Tochtergesellschaften der Technologiegruppe. So stellte Harting Applied Technologies für die Produktion von Bernstein-Sicherheitsschaltern eine Produktionsanlage her, die im August in der Bernstein-Produktionsstätte in Hille-Hartum übergeben wurde. Harting Applied Technologies ist Spezialist im Sondermaschinenbau.

„Mit unserer Kompetenz im Bereich Konnektivität, Infrastruktur und Maschinenbau helfen wir anderen Mittelständlern hier in der Region Ostwestfalen-Lippe noch effektiver und leistungsfähiger zu werden“, betonte P. Harting. Auch Harting Systems, Spezialist für Verkaufssysteme und Warenverkaufsautomaten im Retail-Bereich (Einzelhandel und Tankstellen), profitiert von der Digitalisierung und dem Know-how in der Technologiegruppe. Auf der Messe „EuroCIS“ im Februar stellte Harting Systems innovative, digitale Lösungen für den Warenverkauf vor.

Investitionen in Entwicklung, Produktion und Vertrieb

„Wir haben im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt rund 63 Mio. € investiert“, sagte Vorstand Maresa Harting-Hertz auf der Jahrespressekonferenz. Ein erheblicher Teil davon floss in das European Distribution Center (EDC) in Espelkamp. Ebenfalls investiert wurde in die Neuproduktentwicklung im Harting Development Center (HDC) in Rahden. Im HDC werden die Entwicklungskompetenzen mit Fokus auf Industrie 4.0 gebündelt. „Damit haben wir unser Standorte in Espelkamp und Rahden gestärkt“, fasste M. Harting-Hertz zusammen. Nicht zuletzt baut die Unternehmensgruppe ihr globales Produktionsnetzwerk weiter aus und schafft damit die Voraussetzungen für weiteres Wachstum und eine flexiblere und performantere Produktion. „In Espelkamp wurde daher im abgelaufenen Geschäftsjahr die digitale und automatisierte Produktion erweitert“, so Vorstand Andreas Conrad.

Die Digitalisierung und der technologische Umbau des Unternehmens steht auch die nächsten Jahren auf der Agenda. Alles was vernetzt werden könne, werde vernetzt. „Um in der Branche langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und um auch in den nächsten Jahren zu wachsen, müssen wir alle Prozesse digitalisieren, die notwendig sind“, unterstrich der Vorstandsvorsitzende. Er sieht Bundes- und Landesregierung in der Pflicht, in die digitale Infrastruktur (Stichworte: Breitbandausbau und 5G) zu investieren.

Weltweit 341 neue Stellen geschaffen

Das erneute zweistellige Umsatzwachstum und die Investitionen in die Zukunftssicherung hatten einen positiven Effekt auf die Personalentwicklung, wie Vorstand Dr. Michael Pütz erklärte. Die Zahl der Mitarbeitenden (einschließlich Auszubildende) stieg im Verlauf des Geschäftsjahres 2017/18 auf 4.980 (Vorjahr: 4.639). Das entspricht einem Anstieg von 7,4 %. Im Inland wurden 77 neue Stellen geschaffen (3,1 %), in den ausländischen Produktionsstätten und Tochtergesellschaften 264 Mitarbeitende eingestellt (12,3 %). An den deutschen Standorten (Espelkamp, Rahden, Minden) waren damit am 30. September 2018 insgesamt 2.577 Mitarbeitende tätig, im Ausland 2.403.

Aus- und Weiterbildung haben bei der Technologiegruppe seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert. Derzeit werden 150 kaufmännische und technisch-gewerbliche Auszubildende sowie Duale Studenten in 22 Berufen auf ihre künftigen Tätigkeiten vorbereitet. Das 2008 eröffnete und 2015 erweiterte Neue Ausbildungszentrum Harting (NAZHA) konnte Mitte des Jahres ein kleines Jubiläum feiern. Über 400 junge Leute wurden im ersten NAZHA-Jahrzehnt ausgebildet und alle bestanden ihre Abschlussprüfung

Ausblick

Der Vorstandsvorsitzende Philip Harting sieht die Technologiegruppe gut aufgestellt, dennoch gelte es, die Märkte und konjunkturelle Entwicklung aufmerksam und genau zu beobachten: „Wir haben die Risiken und die Herausforderungen im Blick“. Als Risiken nannte er in diesem Zusammenhang „Handelskriege“, Strafzölle und auch den Brexit. „Die Konjunktur hat sich im vierten Quartal unseres Geschäftsjahres eingetrübt“, führte er weiter aus. In einigen Harting-Geschäftsfeldern setze sich eine Abschwächung fort, die Entwicklung sei heterogen.

Die Zuwachsraten in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahrs 2018/19 sind somit schwächer ausgefallen. „Der Zenit des Wachstums ist überschritten“, machte P. Harting klar. Die Technologiegruppe rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 daher nur noch mit einer Umsatzsteigerung von knapp unter 5 %.

www.harting.com

 

 

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„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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