Industrie 4.0
06.05.2019

ABB Deutschland steigert Umsatz 2018 um 10 % auf 2,78 Mrd. €

Die deutsche ABB konnte im Geschäftsjahr 2018 ihren Auftragseingang und Umsatz weiter steigern. Vor allem für die Bereiche Robotik und Antriebe sowie Industrieautomation wird von einer "herausragenden Geschäftsentwicklung" gesprochen. Geprägt war das Jahr 2018 aber auch von der Integration der Bernecker & Rainer Industrie-Elektronik GmbH (B&R) sowie GE Industrial Solutions.

ABB-Zentrale in Mannheim (Bild: ABB)

Im Vergleich zum Vorjahr stieg bei ABB Deutschland der Auftragseingang um 11 % auf 2,80 Mrd. €. Die Steigerungen betrafen dabei vor allem das Inlandsgeschäft. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 10 % auf 2,78 Mrd. € zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisation (Operational Ebita) war leicht rückläufig und betrug 212 Mio. € (2017: 229 Mio. €). Am 31. Dezember beschäftigte die deutsche ABB rund 10.500 Mitarbeiter.

„2018 hat ABB die Weichen für die Neuausrichtung des Unternehmens als innovativer Technologieführer für digitale Industrien gestellt. Dazu tragen die im Dezember 2018 bekanntgegebenen Maßnahmen zur Neuausrichtung des Unternehmens wie der Verkauf der Division Stromnetze bei“, sagt Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland.

Infolge des angekündigten Verkaufs werden die Ergebnisse der Division Stromnetze nun als nicht fortgeführte Aktivitäten ausgewiesen. Auftragseingang und Umsatz der deutschen ABB wurden entsprechend für den Berichtszeitraum angepasst.

Ziel der Strategie ist es, die Unternehmensstruktur zu vereinfachen,um so noch besser auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden eingehen zu können. ABB will damit seine Position in der digitalen Industrie weiter ausbauen und den vier Geschäftsbereichen, die nach eigenen Angaben entweder die Nummer eins oder zwei in Wachstumsmärkten sind, neue Chancen eröffnen: Elektrifizierung, Industrieautomation, Robotik & Fertigungsautomation und Antriebstechnik.

Robotik, Antriebe und Industrieautomation

Besonders erfreulich entwickelte sich im Berichtszeitraum 2018 die Division Robotik und Antriebe. Der Auftragseingang lag mit 604 Mio. € 16 % über Vorjahr, während der Umsatz um 6 % auf 570 Mio. € zulegte. Dieser Anstieg fiel in absoluten Zahlen im Inland höher aus, war aber auch im Exportgeschäft spürbar. In der Division Industrieautomation betrug der Auftragseingang 777 Mio. € und lag damit um 21 % über dem Vorjahr, der Umsatz stieg um 16 % auf 758 Mio. €. Ein geringer Rückgang im Inlandsgeschäft konnte in diesem Geschäftsbereich durch einen Anstieg im Exportgeschäft mehr als kompensiert werden. Die Division Elektrifizierungsprodukte verbuchte 2018 beim Auftragseingang einen Zuwachs von 4 % auf 1,41 Mrd. €, auch der Umsatz wuchs um 4 % auf 1,39 Mrd. €. Die Steigerungen betreffen sowohl das Inlandsgeschäft als auch den Export. Das Geschäft der Division profitierte zudem von der guten Konjunktur im Maschinenbau und einem wachsenden Solargeschäft. Die Wohnungsbaukonjunktur und technische Innovationen wie beispielsweise Ladesäulen treiben die Geschäftsentwicklung weiterhin an.

Der Digitalisierungskurs

ABB hat den Anspruch, führend bei Industrie 4.0 zu sein und den digitalen Wandel zu gestalten. Dafür stattet ABB Geräte und Systeme mit Software und Schnittstellen aus. Die installierte Basis umfasst nach ABB-Angaben mittlerweile über 70 Mio. angeschlossene Geräte und mehr als 70.000 digitale Steuerungssysteme. ABB Deutschland gibt an, 2018 rund 211 Mio. € in die Entwicklung innovativer  Produkte, digitale Lösungen und Dienstleistungen investiert zu haben. 2018 eröffnete in Mannheim ein ABB Ability Collaborative Operations Center (COC). Dort überwachen und analysieren Spezialisten von ABB Kundendaten per Ferndiagnose und Fernwartung, um ungewünschte Entwicklungen beispielsweise im Betriebsablauf bei Kunden frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Weltweit betreibt ABB 15 Collaborative Operations Center.

ABB hat die wachsende Bedeutung und das große Potenzial einer gemeinschaftlichen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit erkannt. Dazu gehört auch, dass ABB einen internen Wettbewerb für Start-ups initiiert hat, um die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie voranzutreiben. Atomleap, Hightech-Accelerator und Business-Intelligence-Anbieter aus Berlin, unterstützt das Programm, dessen Preisträger im Mai 2019 ausgezeichnet wird.

Smarte Cities im Fokus

Umfassende Kompetenz zeigt ABB auch mit dem bereichsübergreifenden Ansatz der Smart Cities Initiative. Ziel ist es, ABB-Technologien und -Lösungen zu fördern, die helfen, Städte lebenswerter, effizienter und nachhaltiger zu machen. Die wachsende Urbanisierung und die zunehmende Verschmutzung durch den Verkehr führen in vielen Städten zu einer Verschlechterung der Luftqualität. 

Das gilt auch für die Entwicklung neuer Wohngebiete wie dem Benjamin Franklin Village in Mannheim, einer früheren Einrichtung der US-Armee. Hier entwickelt ABB neue Energiemanagement-Konzepte. Zudem haben ABB und der Versorger MVV auf der diesjährigen Hannover Messe mit „Energy and Efficiency as a service“ eine ganzheitliche Servicelösung präsentiert. Diese soll Industriebetrieben und Energieunternehmen helfen, die Energieeffizienz zu verbessern, CO2-Emissionen zu reduzieren und Energiekosten zu senken. Daneben hat die Hamburger Hochbahn ABB kürzlich mit der Lieferung von 44 Schnellladern für ihr Elektrobus-Depot beauftragt. ABB wird die Installation der Ladegeräte und die Inbetriebnahme zusammen mit der vollständigen Standortverwaltung überwachen, die im Sommer 2019 abgeschlossen sein soll.
Leidenschaft für Elektromobilität

www.abb.de

 

 

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„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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