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13.11.2012

Prognose: Positiv

Beitrag aus openautomation 6/2012 Ein knapp 5%iges Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert B&R für sein laufendes Geschäftsjahr...

Beitrag aus openautomation 6/2012

 

Ein knapp 5%iges Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert B&R für sein laufendes Geschäftsjahr. Damit läge der Gesamtumsatz 2012 bei rund 430 Mio. €. In den kommenden Jahren sollen dann wieder die gewohnten Wachstumsraten von 15 % erreicht werden. Eine optimale weltweite Positionierung und innovative Produkte sind die Erfolgsgaranten. Einen Überblick über die produktseitige Zielrichtung gibt das Unternehmen in Nürnberg.

Hans Wimmer, B&R-Geschäftsführer in Eggelsberg/Österreich

Hans Wimmer, B&R-Geschäftsführer in Eggelsberg/Österreich

„Unsere obersten Ziele sind der Ausbau der Technologieführerschaft und das anhaltende organische Wachstum unseres Unternehmens“, erklärt Hans ­Wimmer, Geschäftsführer von B&R. In beiderlei Hinsicht sehen sich die Eggelsberger gut für die Zukunft positioniert. So wurden 2012 einige Weichen für den wirtschaftlichen Erfolg gestellt. Ein Beispiel ist die weitere internationale Expansion. Außerdem habe man viele neue Projekte bei langjährigen Kunden realisiert und parallel ein überdurchschnittliches Plus an Neukunden im OEM-Bereich gewonnen. „Insgesamt sehen wir dabei einen eindeutigen Trend hin zu Gesamtlösungen – und diese bieten wir seit Jahren an“, sieht sich H. Wimmer in seinem Kurs bestätigt.

 

Erfolgreich war das Unternehmen mit seinen rund 2.400 Mitarbeitern 2012 auch in vertrieblicher Hinsicht. „Wir bringen in diesem Jahr rund 164.000 Steuerungssysteme, 143.000 Industrie-PC und Panels sowie 167.000 Antriebssysteme zur Auslieferung“, nennt der Geschäftsführer die konkreten Zahlen und fügt an: „Rund um den Globus befinden sich ca. 3 Mio. Automatisierungssysteme aus dem Haus B&R im Einsatz.“ Separat weist er ca. 1,35 Mio. X20-Scheiben für dieses Jahr aus und ergänzt: „Insgesamt wird unser X20-System mehr als 5 Mio. mal im Feld eingesetzt.“ Auch Powerlink habe sich gut entwickelt. Hier nennt er „deutlich mehr“ als 1 Mio. Ethernet-Powerlink-Knoten als Wert.

 

Der Innovationsfokus im Softwarebereich

Als Beispiele für erfolgreiche Produkt­innovationen in 2012 führt H. Wimmer zunächst das Automation Studio 4 an. Das Stichwort hier lautet „Smart Engineering“. Im Fokus steht die Parallelisierung, die sich von der Entwicklung über die Betriebssystemebene bis in die Systemebene durchzieht und Vorteile bringt. „In der Entwicklungsumgebung wird beispielsweise die Entwicklungseffizienz erheblich gesteigert“, sagt H. Wimmer und erklärt grundlegend: „Automation ­Studio 4 hilft, trotz stetig steigender Produktkomplexität die Anforderungen an geringe Entwicklungskosten und eine kurze Time-to-Market zu erfüllen.“ Zudem erleichtere die Version 4 auch die Entwicklung und Produktion modularer, variantenreicher Serienmaschinen. „Möglich machen dies eine durchgängige Softwaremodularisierung, eine vollgrafische Hardwarekonfi­guration und die Kommunikation über ­OPC-UA sowie offene Schnittstellen zu Konstruktions- und Simula­tionssoftware“, informiert er weiter. Zusätzlich biete das Laufzeitsystem Automation Runtime eine optimale Multicore-Nutzung und die gleichzeitige Verwendung von verschiedenen Betriebssystemen (MultiOS) auf einer Hardwareplattform.

 

Ebenfalls im Automation Studio abgebildet wird das derzeit vielfach gehighlightete Thema Hochverfügbarkeit. „Bisher war der Aufbau ausfalltoleranter Systeme mit redundanten Rechnern oft mit sehr hohen Kosten verbunden“, steigt H. Wimmer ins Thema ein. Mit Blick auf die eigene Lösung erklärt er: „Mit der CPU-Redundanz für unser X20-System als Teil unserer Softwareumgebung sinkt diese Schwelle auf einen Wert, der die Hochverfügbarkeit auch für kleine Anwendungen in der klassischen Maschinenauto­matisierung attraktiv und wirtschaftlich macht.“ Als weiteren Vorteil der eigenen Redundanzlösung verweist er ferner da­rauf, dass als Kommunikationsprotokoll das hochperformante Echtzeit-Ethernet-System Powerlink genutzt wird.

 

Lösungen für Condition und Energy Monitoring

Aprol „ConMon“: Screenshot des Trend-/Alarmsystems mit Prognose

Aprol „ConMon“: Screenshot des Trend-/Alarmsystems mit Prognose

Große Potenziale sehen die Österreicher auch im Zusammenhang mit ihrem Prozessleitsystem Aprol, das nun um Solution-Module ergänzt wird. In Nürnberg werden erstmals „EnMon“ (Energy Monitoring) und „ConMon“ (Condition Monitoring) präsentiert. Hardwareseitig bietet das Unternehmen passende Energiemess- und Condition-Monitoring-Module zur Kopplung an die Steuerung an.

 

„EnMon“ unterstützt Anwender bei der Umsetzung der ISO 50001 und hilft ­ihnen, durch Verbesserung der Energie­effizienz finanzielle Einsparungen zu erzielen. „Im Stand-alone-Betrieb oder in bestehende Aprol-Prozessleitsysteme integriert, unterstützt die Lösung den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, indem alle relevanten Energieverbräuche gemessen, aufgezeichnet und ausgewertet werden. Die Möglichkeiten reichen bis zum Lastmanagement“, sagt H. Wimmer. Dabei bietet „EnMon“ vielfältige Auswerte- und Darstellungsmöglichkeiten, zum Beispiel Übersichtsbilder, Batch-Reports, Bedarfsanalyse-Reports und Trend ­Viewer. Weiter betont H. Wimmer die Einfachheit der Inbetriebnahme, die auf Faceplate basierend erfolge.

 

Ähnlich viele Möglichkeiten bietet das „ConMon“-Modul. „Auch hierbei handelt es sich um eine Out-of-the-Box-Lösung, bei der minimaler Engineering-Aufwand mit maximaler Flexibilität – da Aprol-­basiert – gekoppelt ist“, so der Geschäftsführer. Als Bandbreite an Möglichkeiten führt er beispielhaft das Trend-/Alarmsystem an. „Prinzipiell lassen sich mit dem Tool nicht nur einzelne Messstellen visualisieren, sondern auch mehrere übereinander gelagert. Zudem können Alarmmeldungen dargestellt werden. Trendkurven geben dann Hinweise, wann ein überwachtes Gerät getauscht werden muss.“

 

Neuheiten aus IPC- und Antriebstechnik

Der Automation PC 910 ist mit Intel- Core-i3-/-i5-/-i7-Prozessoren der dritten Generation ausgestattet

Der Automation PC 910 ist mit Intel- Core-i3-/-i5-/-i7-Prozessoren der dritten Generation ausgestattet

Ebenfalls in Nürnberg neu vorgestellt wird der Automation-PC 910. Dieser Box-PC ist nach Unternehmensangaben derzeit der einzige am Markt, der mit Intel-Core-i-Technologie der dritten Generation ausgestattet ist. „Core-i3-, -i5- und -i7-CPU mit bis zu vier Kernen stellen in Verbindung mit dem ebenfalls neuen QM77-Express-Chipsatz das Maximum an derzeit verfügbarer Performance für Industrierechner dar“, erklärt H. Wimmer und ergänzt: „Intel hat bei seiner neuen Core-Generation einen großen Performance-Sprung gemacht. Das spiegelt sich auch in der Grafik-Performance wider.“ Er erinnert daran, dass vor einem Jahr noch eine Grafikkarte in den IPC integriert und ein Kühlkörper vonnöten war. „Die Grafik ist nun in die CPU integriert. In Summe haben wir mit den neuen Cores einen großen Performance-Sprung ohne Preissteigerung gemacht“, fasst er zusammen.

 

Eine Weiterentwicklung fand auch bei dem modularen Antriebssystems Acoposmulti statt. In Nürnberg wird der motorintegrierte Servoverstärker in IP65 vorgestellt: der Acoposmotor. „Er ver­schmilzt mit dem Motor zu einem konfigurierbaren Modul, das als einfach anzuschließender mechatronischer Servo­aktuator mit integrierten Safe-Motion-Funktionen und ,openSafety‘ direkt an der Maschine zum Einsatz kommt. Das spart nicht nur Platz im Schaltschrank, sondern fördert vor allem die Entwicklung dezentraler Maschinenarchitekturen“, verdeutlicht H. Wimmer.

 

Inge Hübner

 

Weitere Informationen unter www.br-automation.com als PDF downloaden

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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