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19.03.2013

Giganten-Vermählung

Beitrag aus openautomation 1-2/2013 Im Mai letzten Jahres sorgte die Ankündigung von Eaton, den Marktbegleiter Cooper Industries kaufen zu wollen, für Aufsehen...

Beitrag aus openautomation 1-2/2013

 

Im Mai letzten Jahres sorgte die Ankündigung von Eaton, den Marktbegleiter Cooper Industries kaufen zu wollen, für Aufsehen. Der hohe Kaufpreis von ursprünglich ausgewiesenen 11,8 Mrd. US-$ (Cooper erwirtschaftete 2011 rund 5,4 Mrd. US-$ Umsatz) war ebenfalls spektakulär. Im Dezember erfolgte dann der Abschluss der Akquisition. openautomation befragte Frank Campbell nach Synergien, Integrationsplänen und weiteren Details.

 

_Herr Campbell, bitte konkretisieren Sie zunächst noch einmal Ihre strategischen Ziele hinter der Cooper-Akquisition._

Frank Campbell ist President Electrical Sector EMEA bei Eaton

Frank Campbell ist President Electrical Sector EMEA bei Eaton

F. Campbell: In der 101-jährigen Geschichte unseres Unternehmens ist diese Übernahme die größte und gilt als ­eine Transformation für unser Energie­management- und Elektrotechnikgeschäft. Dadurch können wir die Nachfrage der Kunden nach anspruchsvollen Energiemanagement-Technologien deutlich besser erfüllen und zur Deckung des weltweit steigenden Energiebedarfs beitragen.

 

Außerdem sind wir nun eines der größten global agierenden Elektrounternehmen der Welt mit hoher technischer Kompetenz. Tagtäglich suchen wir neue Wege zur Lösung anspruchsvoller Anforderungen unserer Kunden im Bereich Energiemanagement und zur Erweiterung unserer weltweiten Dienstleistungs- und Technologieangebote. Mit Cooper Industries sahen wir eine gute Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit von Eaton weiter zu steigern, um den Bedürfnissen eines attraktiven Kundenkreises in wachsenden Märkten gerecht zu werden. Dazu sind wir nun in der Lage. Gleichzeitig haben wir damit die Weichen für noch mehr Erfolg heute und bis weit in die Zukunft gestellt.

 

_Was bedeutet der Zusammenschluss beider Unternehmen hinsichtlich des Produktsortiments? Wo ergeben sich Synergien, wo wird Neuland betreten und gibt es Überschneidungen?_

F. Campbell: Viele Branchen, zum Beispiel die Öl- und Gasindustrie, werden sowohl von Eaton als auch von Cooper Industries bedient. Jedoch gibt es sowohl bei den Produkten als auch bei den ­Lösungen nahezu keinerlei Überlappungen – unsere beiden Unternehmen ergänzen sich perfekt. Konkret erweitert Cooper die Stärken von Eaton in den Bereichen sichere Stromversorgung, Energieverteilung und Energiedienstleistungen um Leistungen in den Sparten Energiever­teilung, Smart Grid, Beleuchtung, Beleuchtungssteuerung, Anschlusstechnik und Sicherheitslösungen.

 

Gemeinsam erreichen wir die Größe, um all unsere Märkte mit einem umfassenderen Angebot an integrierten Lösungen zu bedienen. Außerdem haben wir nun noch mehr Möglichkeiten, die neuesten Technologien zu präsentieren und innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Damit sind wir gut aufgestellt, um die Herausforderungen unserer Kunden im Bereich Energiemanagement zu lösen.

 

_Welche neuen Zielbranchen werden nun zusätzlich abgedeckt/erschlossen?_

F. Campbell: Durch die Übernahme wird das Lösungsangebot für viele Marktsegmente von Eaton erweitert. Beispielsweise können wir unsere Kompetenz beim Thema Energiemanagement im gesamten elektrotechnischen Bereich intensiv auf eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit konzentrieren: die steigenden Kosten und zunehmenden Umweltauswirkungen des weltweit wachsenden Energieverbrauchs. Hier liegt unser Fokus.

Mit der Erweiterung unseres Lösungsangebots im Elektrotechnikbereich sind wir nun gut positioniert, mehr Geschäft zu gewinnen, indem wir unseren Kunden durchgängige Lösungen in einer noch größeren Bandbreite von Märkten für die Bereiche Öl- und Gasindustrie, Bergbau (Ex-Bereich), Stromversorgung, Gewerbe- und Wohnbau bieten.

 

Somit sind wir besser aufgestellt, die weltweite Nachfrage nach einer Modernisierung der Netzinfrastruktur, nach Energieverbrauchsmanagement und nach Personen-, Anlagen-, und Datenschutz zu erfüllen.

 

_Cooper Industries gliedert sich in sieben Unternehmensbereiche. Wie werden diese in die Eaton-Electrical-Struktur eingegliedert?_

F. Campbell: Wir gehen davon aus, dass die Integration je nach geschäftlichen Gegebenheiten nach 24 bis 36 Monaten abgeschlossen sein wird. Teams, die aus Mitarbeitern beider Unternehmen bestehen, arbeiten daran, einen reibungslosen Übergang zu sichern und das Potenzial des zusammengeführten Unternehmens maximal auszuschöpfen.

 

_Cooper ist Marktführer im Ex-Bereich. Wird der Ex-Bereich eigenständig innerhalb der Eaton-Struktur weitergeführt oder einem anderen Bereich zugeordnet?_

F. Campbell: Eine konkrete Aussage hierzu ist erst dann möglich, wenn das Integrationsteam seine Arbeit abgeschlossen hat. Für Eaton ist das Lösungsangebot von Cooper Industries im Bereich Sicherheit und Energieversorgung ein strategisch wichtiger Faktor, der ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts bleiben wird.

 

_Cooper Industries wird vollständig in Eaton aufgehen. Werden die Produkte ebenfalls „Eatonisiert“, oder werden die Brands zunächst beibehalten?_

F. Campbell: Bei der Akquisition von starken Unternehmen und Produkt­marken hat Eaton eine erfolgreiche Geschichte. Ein Markenübergang nach ­einer durchdachten Strategie wird vom Integrationsteam berücksichtigt. Weitere Details können aufgrund der Komplexität der sieben Geschäftsbereiche und der vielen Marken von Cooper noch nicht besprochen werden.

 

_Medienberichten zufolge soll der Hauptsitz der Eaton Corporation zukünftig in Irland angesiedelt sein. Als Grund dafür wird die geringe Unternehmenssteuer in dem Land angegeben. Werden diese Pläne beibehalten? Was bedeutet dieser Schritt für Ihr Headquarter in den USA?_

F. Campbell: Um diese Übernahme abzuschließen, musste der Sitz unseres Unternehmens nach Irland verlegt werden. Der globale Hauptsitz von Eaton wird in Irland sein. Des Weiteren werden wir die Niederlassungen und regionalen Zentren in Cleveland, Ohio, im schweizerischen Morges, in Shanghai und Sao Paulo beibehalten. In allen Ländern, in denen wir geschäftlich tätig sind, zahlen wir selbstverständlich weiterhin alle erforderlichen Steuern.

 

_Das „neue“ Unternehmen Eaton beschäftigt rund 103.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von voraussichtlich 21,8 Mrd. US-$. Ist damit nun ­eine Größenordnung erreicht, die jahrelange Eaton-Zukaufstrategie abzu­schließen?_

F. Campbell: Während der Entwicklung von Eaton haben Übernahmen immer ­eine wichtige Rolle gespielt. Seit 2000 gibt es 32 Akquisitionen im Bereich Elektrotechnik, die weltweit dem Wachstum unseres Unternehmens und der Erweiterung unserer Leistungsfähigkeit geholfen haben. Der Ausbau des Eaton-Geschäfts in der Breite und Tiefe wird weiter unser Fokus sein.

Für alle unsere Geschäfte setzen wir auf organisches Wachstum zusammen mit entsprechend strategischen Zukäufen. Zurzeit liegt unser Hauptaugenmerk jedoch auf der erfolgreichen Integration von Cooper sowie von anderen im Jahr 2012 getätigten Akquisitionen.

 

Inge Hübner

 

Weitere Informationen unter www.eaton.eu als PDF downloaden

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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