Industrie 4.0 Guide: Software, IT, Digitalisierung
01.04.2019

Flexibilität und Offenheit für das Cloud Computing

Um Eintrittsbarrieren für das Cloud Computing möglichst gering zu halten, sind Offenheit und Flexibilität wichtige Argumente für potenzielle Anwender. Das Unternehmen Exor stellt mit der Corvina-Plattform, „JMobile“ und der entsprechenden Hardwareinfrastruktur Lösungen zur Verfügung, mit denen Anwender von kompletter Offenheit und Skalierbarkeit profitieren und trotzdem neue Geschäftsmodelle in Angriff nehmen können. Olaf Prein, ­Geschäftsführer der Exor Deutschland GmbH, Informiert über neue ­Entwicklungen.

Olaf Prein ist Geschäftsführer der Exor Deutschland GmbH

Olaf Prein ist Geschäftsführer der Exor Deutschland GmbH

Ist Cloud Computing die Basis für das neue Programm zur Effizienzsteigerung im deutschen Maschinenbau?

O. Prein: Nun, könnte sein. Ganz so weit sind wir aber noch nicht. Gerade die deutschen Maschinenbauer üben sich derzeit noch in Zurückhaltung, wenn es um Themen wie digitale Transformation, IoT und Industrie 4.0 geht.


Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

O. Prein: Möglicherweise an einer Mischung aus sehr guter Konjunkturlage, die keine Ressourcen für neue Projekte zulässt, und großer Vorsicht, auf das falsche Pferd zu setzen. Wir hatten vor wenigen Tagen ein internationales Sales-Meeting: Wissen Sie, in welchem Land derzeit von Exor die meisten Edge-Gateway-Lösungen verkauft werden?


Nein, aber Sie sagen es jetzt.

O. Prein: In Indien. Im gesamten fernöstlichen Raum, inklusive natürlich auch China, erkennt man derzeit den großen Nutzen hochflexibler Cloud-Computing-Lösungen. Das soll nicht heißen, dass unsere Geschäfte in Deutschland schlecht laufen. Ganz im Gegenteil: Wir werden wohl in diesem Geschäftsjahr um etwa 25 % wachsen. Aber das liegt dann eher an unseren flexiblen HMI-Lösungen, die wir komplett in kundenspezifischen Designs liefern können. Im HMI-Bereich geht der Trend weg vom Standardgerät. Den Bedarf an hochwertigen kundenspezifischen Bedienterminals haben wir sehr frühzeitig erkannt.


Anlagenvisualisierung in der Cloud

Anlagenvisualisierung in der Cloud


Zurück zum Cloud Computing: Was tun Sie, um gute Argumente für vorsichtige Anwender zu haben?

Mobile Ansicht der Anlagenvisuali­sierung Mobile Ansicht der Anlagenvisuali­sierung

O. Prein: Unsere Corvina-Cloud und die dahinterstehende Infrastruktur mit der X-Platform sind hochflexibel. Bei Corvina steht ein leistungsfähiger Service Bus im Zentrum, der auf „JMobile“ basiert. Dieser Core Service Bus managed alle Events und sorgt für die entsprechende Distribution. Dabei werden neue Web-Technologien verwendet, um dem Kundenwunsch nach hoher Event-Geschwindigkeit und großen Datenmengen gerecht zu werden. Wir haben für Corvina mittlerweile Adaptoren für alle wichtigen Cloudsysteme, angefangen von Bluemix über Azure, SAP Hana, Mindsphere bis zu Predix. Der Anwender muss sich mit uns gar nicht festlegen, sondern behält seine volle Flexibilität. Auch On-Premise-Lösungen sind problemlos umsetzbar.

An alle diese Cloudsysteme kann unsere Lösung per Drag-and-Drop über Adaptoren ganz einfach angeschlossen werden. Die Daten werden aus den Endgeräten sowie den Maschinen und Anlagen per OPC UA oder MQTT transferiert. Wir haben für diese Ebene die komplett offene X-Plattform entwickelt, die sich durch Durchgängigkeit und Skalierbarkeit auszeichnet. Für die einfache Cloudprogrammierung ist Node-RED im „JMobile-Studio“ integriert. Unsere Lösung ist skalierbar für alle Anforderungen. Das Produktportfolio der X-Platform erstreckt sich von auf Hutschienen montierbaren Geräten, über Schaltschrank-Einbaugeräte bis hin zu feldtauglichen IP67-Geräten. Alle Produkte basieren auf Yocto Linux mit der OSADL Echtzeiterweiterung. Mit dem „JMobile Studio“, einer innovative Framework Softwarelösung, lassen sich beliebige Applikationen intuitiv und professionell für die X-Plattform erstellen.


Die Lösung ist hochflexibel und wird trotzdem hierzulande nicht angenommen …

O. Prein: Nein ganz so ist es natürlich nicht. Wir haben durchaus ­Key-Kunden, zum Beispiel aus dem Prozessbereich, die auf Corvina setzen und eine hohe Transparenz ihrer Fertigungen durch Anzeige alle relevanter Informationen auf Dashboards erreichen. Aber diese Kunden kommen halt überwiegend nicht aus dem Maschinenbau. Dieser hängt meiner Meinung nach in Bezug auf IIoT und Industrie 4.0 derzeit hinterher.


Beispiel für eine Ansicht auf dem Dashboard

Beispiel für eine Ansicht auf dem Dashboard


Und deswegen legen Sie mit Ihren Angeboten so einen großen Wert auf Unabhängigkeit?

O. Prein: Genau. Individualität und Unabhängigkeit sind zwei Faktoren, die wir mit unseren Lösungen bestens verbinden können. Dazu kommt Einfachheit: Mit unserem Dashboard Designer muss nur parametriert statt programmiert werden. Wenn Anwender eine maßgeschneiderte, jederzeit skalierbare Lösung zu kalkulierbaren Kosten suchen, sind sie bei uns gut aufgehoben. Witr wollen damit den Maschinenbauern gute Argumente an die Hand geben, mit Digitalisierungsprojekten zu starten.

www.exor.de

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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