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13.11.2012

Automatisierungslösungen für ausgewählte Zielmärkte

Beitrag aus openautomation 6/2012 Weg vom reinen Produktvertrieb, hin zum Lösungspartner – so lautet die Strategie von Panasonc Electric Works...

Beitrag aus openautomation 6/2012


Weg vom reinen Produktvertrieb, hin zum Lösungspartner – so lautet die Strategie von Panasonc Electric Works. openautomation sprach mit Vertriebsleiter Wolfgang Kink über die auf bestimmte Applikationen abgestimmten ­Lösungspakete und Neuheiten zur SPS IPC Drives.

Wolfgang Kink ist General Manager Vertrieb und Produkt Management Sensorik und Steuerungstechnik bei der Panasonic Electric Works AG in Holzkirchen

Wolfgang Kink ist General Manager Vertrieb und Produkt Management Sensorik und Steuerungstechnik bei der Panasonic Electric Works AG in Holzkirchen

Das 1918 gegründete japanische Unternehmen Panasonic feiert in sechs Jahren sein 100-jähriges Jubiläum. „Unser Unternehmen wird sich bis dahin komplett als Green-Innovation-Unternehmen in der Elektronikindustrie etablieren“, betont Wolfgang Kink, Vertriebsleiter der Panasonic Electric Works GmbH in Holzkirchen. Das Unternehmen entwickelt innovative Produktlösungen und zukunftweisende Technologien, um zu einem grüneren Planeten beizutragen.

 

„Bereits bei der Neuentwicklung von Produkten in unserem Hause achten wir da­rauf, dass Umweltgesetze und -richtlinien streng verfolgt und eingehalten werden und schon im Entstehungsprozess umweltschonend gearbeitet wird“, sagt der Panasonic-Manager. Daher wird auf 18 Gefahr- und Konfliktstoffe verzichtet. Dies geht weit über die sechs giftigen Stoffe in der RoHS-Richt­linie hinaus. „Das Ergebnis sind sehr umweltfreundliche Produkte“, unterstreicht dies W. Kink. Um alle Panasonic-Umweltaktivitäten innerhalb eines zentralen Begriffs zu erfassen, wurde die „eco ideas“-Kampagne ins Leben gerufen.

 

Umso erfreulicher, wenn der Anspruch nach mehr Umweltverträglichkeit auch mit guten Geschäftsergebnissen einhergeht. Das Panasonic-Geschäftsjahr geht vom 1. April bis 31. März „Das erste Halbjahr 2012 lief sehr gut“, stellt der Manager für die deutsche Vertriebsgesellschaft heraus. „Auch wenn es Unterschiede in den Branchen gibt, scheint sich die deutsche Wirtschaft gegen den europäischen Trend stemmen zu können“, ist er optimistisch.

Seit etwa vier Jahren setzt die deutsche Panasonic Electric Works im Bereich Automatisierungstechnik konsequent auf Lösungen, die genau auf Applikationen abgestimmt sind und bewegt sich weg vom reinen Produktvertrieb. Ziel ist es dabei, dass Kunden weniger Engineering-Leistung vollbringen müssen. Hauptzielgruppe des Unternehmens sind Maschinenbauer, Systemintegratoren und Ingenieurbüros.

 

Maschinen- und Anlagenbau als wichtiger Zielmarkt

„Ein essentieller Bestandteil unserer Zielmärkte bleibt der Maschinen- und Anlagenbau“, weiß W. Kink. „Dieser Zielmarkt wird noch weiter granuliert. Wir werden überall tätig werden, wo unsere Stärken zum Tragen kommen.“ Dazu zählen heute zum Beispiel Maschinen für die Lebensmittelherstellung, Halbautomaten für die Lebensmittelverarbeitung sowie Fertigungsmaschinen für elektronische Bauelemente. Dort kommen Lösungskombinationen der Steuerungen, Bediengeräte, Antriebstechnik, Sensorik, Sicherheits-Komponenten und Energiezähler zum Einsatz.

 

„Die Bildverarbeitungskomponenten haben im zukünftigen Portfolio nicht mehr erste Priorität“, so der Diplom-Ingenieur. Dafür wird die Sensorik immer wichtiger. Bereits seit zwei Jahren tragen die Sunx-Sensoren nun das Panasonic-Logo. Zu dieser Zeit wurden auch neue Sensoren auf den Markt gebracht, die sich zum Beispiel in verschiedenen Zuliefermärkten sehr gut etabliert haben. Sie kommen dort unter anderem zur Abstands- und Dickenmessung, zur Unebenheitsmessung sowie zur Rillenerkennung zum Einsatz.

 

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt stellt die funktionale Sicherheit dar, die auch auf der SPS IPC Drives 2012 im Vordergrund steht. Seit zwei Jahren beschäftigt sich das Unternehmen intensiv mit diesem Thema. „Wir stellen viele neue Produkte, u.a. aus dem Bereich der Sensorik, auf der Messe vor“, so der Vertriebsleiter Deutschland.

 

Darüber hinaus wird ein neues Servoantriebssystem vorgestellt, welches mit einem Industrial-Ethernet-Bussystem genau auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnitten werden kann. Weiterhin kündigt W. Kink für die Messe an, dass die Drucksensoren und faseroptische Sensoren nun auch mit Busanschaltungen für den europäischen Markt und darüber hinaus für Ethercat, Devicenet und RS-485-Anschaltungen ausgerüstet werden können.

 

Automatisierung ist laut W. Kink auf den Smartphones angekommen. So steht mit dem FP Web Designer eine intuitive Automatisierungs-Software als Entwicklungs-Tool zur Verfügung, mit der die Visualisierung auf Smartphones unter Hinzunahme einer App abrufbar ist. Diese Lösung ist einfach handhabbar und muss nur parametriert werden.

 

Einspeisemanagement für PV- und Windenergieanlagen

Dezentrale Überwachung mit dem Datenlogger FP-Metron 2, der die GPRS-Fernwirklösungen von Panasonic komplettiert

Dezentrale Überwachung mit dem Datenlogger FP-Metron 2, der die GPRS-Fernwirklösungen von Panasonic komplettiert

Der Deutsche Bundestag hat am 30. Juni 2011 die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG beschlossen. „Unter anderem bedeutet dies, dass bei Photovoltaik- und Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kW eine Einrichtung vorhanden sein muss, mit welcher der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlast reduzieren und bei Anlagen mit mehr als 100 kW die augenblickliche Einspeiseleistung abrufen kann“, erläutert W. Kink. Letztendlich bedeutet dies für die Anlagenbetreiber die Verpflichtung, entsprechende Fernsteueranlagen und Messwerterfassungen einzubauen und zu betreiben. Panasonic stellt daher seit drei Jahren eine Einspeisemanagementlösung mit Fernwirktechnik zur Verfügung, die über das Fernwirkprotokoll IEC 60870-5 mit der Leitstelle des Netzbetreibers kommuniziert. Damit wird unter anderem eine Ist-Wert-Übergabe des produzierten Stroms ermöglicht.

 

Sofern das Risiko einer lokalen Netzüberlastung ansteigt, kann der Netzbetreiber dann ebenfalls über das Fernwirkgerät die Leistungsreduktion veranlassen. Damit lassen sich ein lokaler Ausfall des Stromnetzes durch Überlast und auch ein Ausfall der Eigenerzeugungsleistung wirkungsvoll verhindern. „Eine Besonderheit dabei ist, dass die Anforderungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sind“, schließt der Vertriebsleiter an. „Dies stellt eine besondere Herausforderung für die Schaltanlagenbauer dar, da sie flexibel reagieren müssen.“

 

„Unsere Lösung besteht aus klassischer Fernwirktechnik, die um Software erweitert wurde, damit die Anlagen entsprechend gesteuert werden können“, erläutert W. Kink weiter. „Dazu müssen zum Beispiel die Protokolle aller namhaften Wechselrichter verstanden werden, damit die Werte an die Netzbetreiber übergeben werden können.“ Dieser gibt vor, welche Informationen er haben möchte. Genutzt wird das Fernwirkprotokoll IEC 60870, welches über Open VPN oder klassisch über GPRS übertragen wird.

„Die entsprechende Software haben

wir selbst entwickelt“, so W. Kink. „Die Module bestehen aus Bibliotheken für SPS-Programmiersysteme.“ Der Anwender muss nur die entsprechenden Bibliotheken, zum Beispiel für PV oder Windenergie, laden und kann dann seine Applikation einfach parametrieren. „Für diese Lösung halten wir einen sehr intensiven Kontakt mit Ingenieurbüros für Erneuerbare Energien“, setzt er fort. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind die Systemintegratoren und die Schaltanlagenbauer, welche die Lösung bei Endkunden inte­grieren. Mit Informationstagen werden Interessierte schnell an das Thema herangeführt.

 

Betriebs- und Energie­datenerfassung gemäß DIN EN ISO 50001

„Vor zwei Jahren haben wir begonnen, bedarfsgerechte Applikationslösungen für die Betriebs- und Energiedatenerfassung gemäß DIN EN ISO 50001 zu bündeln“, erklärt W. Kink weiter. Zu diesen Paketen können zum Beispiel Energiezähler, WLAN-Module, Durchfluss- und Drucksensoren sowie Steuerungen gehören. Flexibel passt sich die Panasonic-Feldebene dabei den unterschiedlichen Energiemanagementsystemen an und überträgt die Daten über standardisierte Schnittstellen, wie Modbus TCP, FTP oder OPC. Die Einführung eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach der seit April 2012 in Kraft getretenen DIN EN ISO 50001 empfiehlt sich „energieintensiven Betrieben“ nach 2003/96/EG auch aus steuerlichen Gründen. In Deutschland sind ab 2013 Steuervergünstigungen bei der Energie- und Stromsteuer (Ökosteuer) in der Industrie verbindlich an die Durchführung eines Energiemanagementsystems gekoppelt. „Nur mit solchen Lösungen lassen sich gesetzeskonforme Auswertungen realisieren, die den Unternehmen Energiesteuer-Rück­erstattungen ermöglichen“, ergänzt der General Manager.

 

Auch für dieses Lösungsportfolio gibt es auf der Nürnberger Messe Neuheiten: So werden Datenlogger mit neuer Schnittstelle sowie kompakte, einfachbedien­bare und fernsteuerbare Energiezähler vorgestellt. Zusammen mit der Partner­firma „FlowChief“ wird auf der Messe eine komplette Lösung präsentiert. Die Software von „FlowChief“ wurde weiter entwickelt und verfeinert und bietet alle Möglichkeiten die ein modernes Managementsystem bieten sollte. „Wir haben hier sehr genau das Ohr am Markt und haben in unser Lösungsportfolio alle Anforderungen und Wünsche der Schaltanlagenbauer einfließen lassen“, sagt W. Kink.

 

Auch zu diesem Thema veranstaltet das Unternehmen Seminare. „Unsere Seminare kommen gut an“, so der Vertriebsleiter. „Die Innovationszyklen sind mittlerweile so kurz, dass Seminare für die Anwender ein geeignetes Mittel sind, um sie mit überschaubarem Aufwand auf dem neusten Stand zu bringen.“

 

Lösungen für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung

Bereits vor 18 Jahren hat Panasonic begonnen, Lösungen für die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen ist mittlerweile ein anerkannter Know-how-Träger für diesen Bereich. „Wir haben in diesem Bereich langjährige Erfahrungen und sind zusammen mit unseren bewährten Systemintegratoren erfolgreich im Markt verankert“, betont der Vertriebsleiter. Auf der Nürnberger Messe werden neue VPN-Lösungen gezeigt, mit denen auch kleinere und mittlere Anlagen schnell auf den Stand der Technik gebracht werden können. „Über VPN ist eine schnelle Anbindung an das Leitsystem möglich“, schließt der Panasonic-Mann an.

 

Die für diesen Bereich erforderliche Fernwirktechnik basiert auf schnell einsetzbaren Lösungen für die Schaltschrankbauer. Fertige Programmierbausteine müssen nur noch parametriert werden, um die Lösung an die spezielle Kundenanlage anzupassen. In Zusammenarbeit mit der Firma Insys Icom wird für das Panasonic Fernwirkmanagementsystem auch der Insys Connectivity Service angeboten, welches sichere VPN-Dienste über öffentliche Netzwerke zur Verfügung stellt. PC, Router und dessen lokal angeschlossene Netzwerkgeräte, wie Steuerungen, Messgeräte und Webcams, sind für berechtigte Benutzergruppen auch in externen Netzen erreichbar und ansprechbar.

 

Auf der Messe werden für diesen Bereich neue große Bediengeräte gezeigt, die sich besonders gut für anspruchsvolle Scada-Applikationen eignen. Diese Bediengeräte mit Windows 7 Embedded als Betriebssystem können ebenso gut für den Maschinen- und Anlagenbau zum Einsatz kommen.

 

Ein weiteres Highlight ist laut W. Kink ein Datenlogger für Außenstationen. „Unser neuer Datenlogger FP Metron 2 kann überall zum Einsatz kommen, wo keine externe Stromversorgung vorhanden ist“, schließt er an. „Er ist also prädestiniert zur Nachrüstung von Bestandsanlagen.“ Dies ist deswegen wichtig, da die Anforderungen an die Qualität der Frischwasserversorgung stetig steigen und in immer kürzeren Zyklen Qualitätsnachweise übermittelt werden müssen. Der Datenlogger dient der Erfassung von Zähl- und Messwerten, der Archivierung der Daten mit Zeitstempel und der Übertragung der wichtigen Betriebsdaten mittels GPRS an eine Zentralsteuerung, die sich üblicherweise in einer Leitstelle befindet. Somit wird die Sorgfaltspflicht der Wasserversorger unterstützt. Genutzt wird dafür das GPRS-Übertragungsverfahren, welches sich immer mehr als Standard etabliert, und ein „kleines und schlankes Übertragungsprotokoll mit wenig Overhead“, so der Manager.

 

Ein wesentlicher Teil der Automatisierungslösungen konzentriert sich damit auf die effiziente Nutzung der zur Verfügung stehenden Energien, auf den bewussten Umgang mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen und auf die Förderung und Nutzung von regenerativen Energien. „Wir wollen effiziente, sichere und günstige Lösungen zur Verfügung stellen. Dies ist unsere Positionierung, die wir noch weiter ausbauen werden“, schließt W. Kink ab.

 

Ronald Heinze

 

Weitere Informationen unter www.panasonic-electric-works.com als PDF downloaden

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 18.08.2019