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19.03.2013

Auf dem Weg zum digitalen Unternehmen

Beitrag aus openautomation 1-2/2013 Making things right: Connecting Productivity and Efficiency, so lautet das diesjährige Siemens-Motto zur Hannover Messe...

Beitrag aus openautomation 1-2/2013

 

Making things right: Connecting Productivity and Efficiency, so lautet das diesjährige Siemens-Motto zur Hannover Messe. Dazu werden integrierte Systeme und Services entlang der gesamten Planungs- und Produktionskette gezeigt. Die Division Drive Technologies bringt Interessenten hier ferner ihr „Integrated Drive System“-Konzept näher.

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Für Siemens gewinnt die umfassende Integration aller Technologien in der industriellen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Dieser Trend mache vor kaum einer Branche halt und zeige sich auch über unterschiedlich entwickelte Märkte. Mit seinem integrierten Portfolio aus Hardware, Software und Services sieht sich das Unternehmen somit gut positioniert, um Industriekunden bei der weiteren Steigerung ihrer Produktivität und Effizienz zu unterstützen. „Siemens bietet ein Portfolio aus Produkten, Systemen und Dienstleistungen an, das durch software- und hardwarebasierte Integra­tion entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimal zusammenwirkt“, informiert Eckard Eberle, CEO der Business Unit Industrial Automation Systems.

 

Seit der Übernahme von UGS für rund 3,5 Mrd. US-$ im Jahr 2007 wird als Zielrichtung das durchgängige Lösungsangebot vom Produktdesign bis hin zu den Services verfolgt. „Die Verbindung von Hardware und Software sowie die Durchgängigkeit auf allen Ebenen wird uns auch in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren noch antreiben“, sagt E. Eberle. Dabei vollzieht Siemens immer weiter den Wandel zum digitalen Unternehmen – von der Management- bis zur Fertigungsebene.

 

In der Feld- und der Prozessebene stellt das TIA Portal einen wesentlichen Integrations-Baustein aufgrund der Vielzahl an zusammengeführter Funktionen in einem Engineering Tool dar. „Wir haben das TIA Portal vor zwei Jahren gelauncht und Ende letzten Jahres die Version V12 präsentiert. In dieser Zeit haben wir viel positives Feedback erhalten – auch die amerikanischen Kunden sind von der Usability begeistert“, so E. Eberle. Aus der Division Industry Automation sind die Simatic Controller, HMI und NET eingebunden und aus der Division Drive Technologies Sinamics und als nächste Erweiterungsstufen Simotion und Sinumerik. Neu ab der Hannover Messe werden auch die Sinamics-G120-(F)-Antriebe integriert sein.

 

Dem Kundenwunsch nach integrierter Sicherheit wurde mit dem Tool ebenfalls Rechnung getragen. „Wir sehen einen generellen Trend bei unserem Kunden in Richtung ,Integrated Safety‘. Diesem entsprechen wir mit der Umsetzung in drei wichtigen Produktlinien: Zum einen ist in das TIA Portal V12 Step7 Safety Advanced als integrierte Funktion abgebildet. Außerdem bieten wir mit der Simatic S7-1500 (F) einen Controller für die fehlersichere und Standardautomatisierung an. Und darüber hinaus stellen wir unseren Kunden fehlersichere IO-Module für IO-Peripherie ET200 (SP/MP) zur Verfügung“, so der CEO.

 

Beim Serviceangebot ist man unter anderem stolz auf die Online Support App. „Mit ihr haben Kunden die Möglichkeit, mit einem Android-Smart-Phone oder einem ,iPhone‘, den Code auf einer Steuerung einzulesen und darüber Zugriff auf mehr als 300 000 Dokumente FAQ und Handbücher zu erhalten. Zudem lassen sich Anfragen an den technischen Support via Mobile Phone generieren“, so E. Eberle. Ein weiterer Beitrag zum Thema mobile Anwendungen wird mit Tablets geleistet: HMI-Panel lassen sich mit Tablet-PC bedienen. Dabei hat der Bediener Zugriff auf alle Funk­tionstasten des Panels.

 

In Hannover gehen die nächsten Innovationssteps aus dem Bereich Industry Automation an den Start. Mit dabei, unter anderem eine DC-24-V-USV mit Ethernet und Profinet-Schnittstellen. Sie inte­griert sich nahtlos in das TIA-Konzept und das TIA Portal. Ebenfalls neu ist die leistungsfähige, flexible und robuste Simatic PCS7-CPU für die Prozessindus­trie. Highlight dabei ist, dass das gewünschte Mengengerüst über ein neues Lizenzmodell wählbar ist. Und dann wird auch Siemens endlich seinen ersten Industriemonitor zur Bedienung mit Multitouch-Gesten und ausgeführt im Widescreen-Format vorstellen.

Integrierte Produkt- und Produktionsumgebung: Digitales Unternehmen von der Management- bis zur Fertigungsebene

Integrierte Produkt- und Produktionsumgebung: Digitales Unternehmen von der Management- bis zur Fertigungsebene

Drive Technologies ebenfalls auf Integrationskurs

Parallel kündigt die Division Drive Technologies Neues zur Messe an. Als Highlight wird Integrated Drive System (IDS) angegeben. Es bündelt ein auf TIA-Basis für nahezu alle elektrischen Antriebsaufgaben umfassend integriertes Portfolio und soll eine für die jeweilige Aufgabenstellung optimale Konfiguration des Antriebsstrangs ermöglichen. Der Lösungsansatz sieht eine dreifache Integration für messbaren Kundennutzen vor: Zum einen ist eine horizontale Integration des Antriebsstrangs erfolgt. Damit wird das reibungslose Zusammenspiel und die optimale Dimensionierung aller Teilkomponenten vom Umrichter über Motor und Getriebe bis zu den Kupplungen sichergestellt. Diese Systeme sind zum Zweiten auf Basis einer vertikalen Integration durch TIA intelligent bis in die Steuerungsebene hinein optimal engineert, konfiguriert und vernetzt. Und drittens beinhaltet IDS für eine Integration entlang des gesamten Lebenszyklus einer Applikation passende Industriesoftware-Lösungen (Life Cycle Integration). Dies wird als entscheidend für eine kurze Produktentstehungszeit sowie einen nachhaltigen kostengünstigen Betrieb der jeweiligen Applikation angesehen.

„Wir sind sicher, dass wir mit dem Ansatz der dreifachen Integration unseren Kunden einen weiteren Mehrwert bieten und unsere führende Rolle in der Antriebstechnik weiter stärken“, so Uwe Frank, CEO der Business Unit Motion Control. Als Kundennutzen aus der Dreifachintegration gibt er die Steigerung der Produktivität, die Verbesserung der Zuverlässigkeit sowie die Erhöhung der Energie­effizienz an. „Wir verfolgen den Ansatz des Integrated Drive System sowohl bei kleineren als auch bei hochkomplexen Anwendungen und für alle Branchen, die Antriebslösungen benötigen. Unsere Kunden sind damit auch für die zunehmende Digitalisierung in der Fertigungswelt und die wachsende Integra­tion aller Technologien gut gerüstet“, ist er überzeugt.

 

Beispiele aus der Praxis, anhand derer die Vorteile greifbar werden, hat U. Frank ebenfalls verfügbar. Eines zum Thema horizontale und vertikale Integration stellt die tschechische Firma Sklostroj dar, ein OEM für Glasmaschinen. Hier war eine neue Automatisierungs- und Antriebslösung zur Glasflaschenherstellung gefragt. „Eine Kundenanforderung war, die bisherige pneumatische Lösung durch eine elektrische zu ersetzen“, so U. Frank. Dazu kommen das Motion-­Control-System Simotion D445-2, Umrichter Sinamics S120 sowie Simotics-Servomotoren 1FK7 und 1FK6 zum Einsatz. „Durch die Umstellung bauen die Maschinen nun deutlich kompakter und sind zudem flexibler. Der Kunde profitiert durch höchste Effektivität, Effizienz und Zuverlässigkeit der Anlagen. In Zahlen ausgedrückt, ergeben sich rund 40 % Einsparung an Energiekosten und eine Er­höhung der Maschinenverfügbarkeit um ca. 15 %“, gibt er an.

 

Als Beispiel für eine Erhöhung der Verfügbarkeit durch die Integration über den gesamten Lebenszyklus nennt er die Volkswagen AG in Wolfsburg. Hier wurden drei Pressenlinien modernisiert. Siemens lieferte eine Komplettlösung aus Automatisierungs- und Antriebskomponenten, die für alle drei Linien identisch war. Konkret beinhaltet diese Umrichter Sinamics S120 in Verbindung mit Simotion D, die Press Line Simulation zur Optimierung der Abläufe und das Condition Monitoring System Siplus CMS zur präventiven Wartung. „Durch die Modernisierung der Pressenlinien sind Einsparungen beim Energieverbrauch von bis zu 40 % möglich. Zudem wurde die Produktivität gesteigert, sodass eine langfristige Reduzierung der Pressenlinien von 17 auf acht vorgesehen ist. Und auch die Verfügbarkeit wurde erhöht: auf über 96 %“, so U. Frank. Darüber hinaus profitiere VW durch die Vereinfachung der Instandhaltung und Ersatzteilbevorratung durch vorausschauende Wartung.

 

Ausblick

Über das gesamte Angebotsspektrum, vom Design über die Planung, das Engineering sowie Inbetriebnahme und Betrieb bis hin zu den integrierten Industry Services, können sich Interessenten am Siemens-Stand in Hannover einen detaillierten Überblick verschaffen.

 

Inge Hübner

 

Weitere Informationen unter www.siemens.com/industry.

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20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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