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20.03.2013

Russland – Partnerland der Hannover Messe

Beitrag aus openautomation 1-2/2013 Vom 8. bis 12. April findet die Hannover Messe 2013 statt. Partnerland in ­diesem Jahr ist Russland...

Beitrag aus openautomation 1-2/2013

 

Vom 8. bis 12. April findet die Hannover Messe 2013 statt. Partnerland in ­diesem Jahr ist Russland. Mehr als 100 russische Unternehmen werden sich auf einer Fläche von 4.500 qm präsentieren – mit dem Fokus auf Energie, industrielle Automation und neue Materialien.

 

Nicht ohne Grund legt die Russische Föderation in Hannover einen Schwerpunkt auf Energie: Russland ist der bedeutendste Gaslieferant für Europa. Der europäische Gasbedarf wird derzeit zu rund einem Viertel durch russisches Erdgas gedeckt. Laut einer Studie des Energiekonzerns Exxon Mobil wird Erdgas in knapp 20 Jahren der wichtigste Energieträger sein. Ab 2030 soll Erdgas das bis dahin dominierende Mineralöl ablösen. Das Land verfügt über die größten Erdgasreserven der Welt. Diese machen ein Viertel der weltweit sicher gewinnbaren Reserven aus.

 

Regenerative Energien: Anteil bis 2020 auf 1,9 % ausbauen

Außerdem stehen im Partnerland die regenerativen Energien hoch im Kurs. So will Russland bis 2020 mehr als 11 GW Kraftwerksleistung auf Basis erneuerbarer Energiequellen schaffen. Die wichtigste Rolle dabei spielt die Windenergie, danach kommen Solarstrom und Wasserkraft. In Mordowien entsteht derzeit Russlands ­bislang größte Biogasanlage, Windkraft­räder sollen abgelegene Ortschaften im Fernen Osten Russlands und in Sibi­rien mit Strom versorgen. Die Russische Föderation verfügt über ein riesiges Potenzial.

 

Würde sie diese Möglichkeiten umfassend nutzen, könnte sie damit das 4,5-fache des eigenen Energieverbrauchs decken. Das entspräche etwa 4,6 Mrd. t fossiler Brenn- oder Treibstoffe. Zu diesem Schluss kommt Sergei Esyakow, Vorsitzender der Staatsduma-Arbeitsgruppe Sowjet ­Rynka. S. Esyakow geht davon aus, dass Russland bereits heute ein Äquivalent von 300 Mio. t Brennstoff in Form von alternativen Energien generieren könnte.

 

Bereits vor Jahren, noch unter dem ehemaligen Präsidenten Dmitri Medwedew, hatte das Energieministerium die Vorgabe erhalten, bis 2020 den Anteil alternativer Energien an der russischen Erzeugung von 1,0 % auf 4,5 % zu erhöhen. Unter dem neuen Präsidenten Wladimir Putin wurde die Messlatte auf 1,9 % gesenkt. Dennoch sind dafür nach Berechnungen der im Auftrag des russischen Energieministeriums arbeitenden Expertengruppe Investitionen von über 1 Bio. Rbl (rund 25 Mrd. €) erforderlich. Der Schwerpunkt liegt beim Aufbau von Windenergieanlagen, gefolgt von Solar- und kleinen Wasserkraftanlagen mit einer Kapazität von bis zu 25 MW (Quelle: Germay Trade & Invest).

 

Weitere Investitionsvorhaben

Die russische Politik setzt aber nicht nur auf den Energiesektor. Neben den sportlichen Großereignissen bis 2018, wie Olympische Spiele, Formel 1 und Fußball-WM, sorgen staatliche, sogenannte prioritäre Programme im Bereich der Landwirtschaft, des Wohnungsbaus und des Ausbaus der Infrastruktur für Chancen. Allein die staatliche Eisenbahngesellschaft plant bis 2014 Investitionen in Höhe von rund 27 Mrd. €. Der wirtschaftliche Ausbau des fernöstlichen Föderalbezirks wird vom Staat bis 2013 mit rund 24 Mrd. € gefördert. W. Putin gab die Schaffung von 25 Millionen qualifizierten Arbeitsplätzen bekannt. Damit entstehen für europäische Großkonzerne, aber auch für deutsche klein- und mittelständische Unternehmen neue Möglichkeiten. Die Struktur der in Russland aktiven europäischen Firmen ähnelt der in Westeuropa: Mehr als 90 % sind Mittelständler, die mit ihren hochspezialisierten Produkten erfolgreich sind.

 

„Der russische WTO-Beitritt wird 2013 für zusätzlichen Schwung sorgen und gerade technologiestarken Mittelständlern neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen“, ist Prof. Rainer Lindner, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, überzeugt. Weiter erklärt er: „Der deutsch-russische Handel hat 2012 mit einem Volumen von über 80 Mrd. € einen neuen Rekord markiert.“ Für ihn sind das entscheidende Gründe dafür, dass Russland das ideale Partnerland der Hannover Messe 2013 ist. Der Ost-Ausschuss vermittelt seit 60 Jahren zwischen der deutschen und russischen Wirtschaft und wird am 8. April auf der Hannover Messe den deutsch-russischen Business Summit organisieren.

 

Die russische Präsenz in Hannover

Mit 100 Ausstellern wird sich die russische Födera­tion mit einer Rekordbeteiligung auf der Hannover Messe präsentieren. Noch nie haben sich so viele russische Unternehmen an einer Indus­triemesse außerhalb des eigenen Landes beteiligt. Mit dabei sind Firmen, wie Gazprom, Rosnano, Russian Railway, Rosneft, Transnest, Ural Vagon Zavod, RAO UES of Russia, Vnesheconombank, TMK Group und Metalloinvest.

Der russische Zentralstand befindet sich in Halle 26 des Messegeländes in Hannover

Der russische Zentralstand befindet sich in Halle 26 des Messegeländes in Hannover

Dabei zieht sich die erwartete Beteiligung russischer Aussteller durch alle Themenfelder der Messe. Der russische Zentralstand befindet sich in Halle 26. Im Bereich der Leitmesse Energy in ­Halle 13 zeigt das russische Energieministerium auf einer Fläche von rund 1.000 qm die Vielfalt der russischen Energiebranche. Schwerpunkte sind Energieerzeugung und -transport sowie die Modernisierung der Verteilernetze.

 

Der Gemeinschaftsstand des russischen Ministeriums für Bildung und Wissenschaft ist auf der Leitmesse Research & Technology in Halle 2 angesiedelt. Dort werden Kooperationsprojekte in der industrienahen Forschung gezeigt.

 

Die Stadt und Region Moskau sowie die Stadt St. Petersburg beteiligen sich da­rüber hinaus an der Metropolitan Solutions in Halle 1. Auf der erstmals eigenständigen Messe für Anwendungen und Lösungen für Metropolen und sogenannte Megacities werden technische Lösungen aus der Industrie für die Metropolen der Zukunft ausgestellt.

 

Zudem werden russische Regionen, wie Novosibirsk, Leningrad, Sverdlovsk, Kaluga, Kirov, Tomsk und Tatarstan, als Aussteller erwartet. Abgerundet wird die russische Beteiligung durch Fachforen und politisch wie wirtschaftlich besetzte Konferenzen. Rund 200 russische Referenten aus Politik und Wirtschaft werden auf der Hannover Messe sprechen. Themenschwerpunkte sind Investitionsmöglichkeiten in Russland, Energieeffizienz sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen der Forschung, Entwicklung und Produktion. Zudem plant das russische Ministerium für Forschung und Entwicklung eine Reihe von Informationsveranstaltungen während der Messe.

 

Weitere Informationen unter

www.hannovermesse.de,

www.metropolitansolutions.de sowie

www.gtai.de. Beitrag als PDF downloaden

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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