Industrie 4.0
02.04.2015

Quo vadis Plattform Industrie 4.0?

Auf der Hannover Messe 2013 wurde die Plattform Industrie 4.0 der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Ihr Ziel: Die möglichst schnelle wirtschaftliche Umsetzung der Vision von Industrie 4.0. Auf der diesjährigen Hannover Messe wird die „Plattform Industrie 4.0“ unter das Dach des Bundeswirtschaftsministeriums gestellt. Rainer Glatz, Leiter der Geschäftsstelle Plattform Industrie 4.0, gibt Einblicke in die Ergebnisse der Plattforminitiative.

Herr Glatz, bitte geben Sie zunächst noch einmal einen kurzen Überblick über die Ziele der „Plattform Industrie 4.0“ und den Stand der Zielerreichung.

R. Glatz (Bild): Mit der Plattform Industrie 4.0 verfolgten wir mehrere Ziele. Erstens ging es uns darum, die Vision von Industrie 4.0 in der breiten Öffentlichkeit über Publikationen, Veranstaltungen oder Messen greifbarer zu machen. Mit unseren Aktivitäten haben wir das Thema Industrie 4.0 ganz maßgeblich gesetzt. Zweitens wollten wir unsere Mitglieder zur aktiven Mitarbeit motivieren. Inzwischen sind nicht nur in den Trägerverbänden, sondern auch in vielen Unternehmen Indus­trie-4.0-Aktivitäten gestartet worden. Drittens haben wir in den Arbeitsgruppen der Plattform grundlegende Themen, wie Standardisierung oder Security, aufgegriffen, die für eine wirtschaftliche Umsetzung zwingend gelöst werden müssen. In der nächsten Etappe wird nun eine noch engere Zusammenarbeit mit der Politik etabliert, um Industrie 4.0 nicht nur als technisches, sondern auch als gesellschafts- und industriepolitisches Thema voranzutreiben.

Welche Themen bearbeitet der VDMA in seinem „Forum Industrie 4.0“ und welche Ergebnisse oder Meilensteine wurden daraus in die Plattform-Initiative eingebracht?

R. Glatz: Das Forum Industrie 4.0 im VDMA  ist interdisziplinär: Wir bringen die Experten aus unserem Haus und die Experten der Unternehmen zusammen. Zentrale Themen sind Produktionsorganisation und Geschäftsmodelle, Forschung und Innovation, Normung und Standards sowie IT-Sicherheit und Recht. Ebenso befasst sich das Forum mit den Themen Mensch und Arbeit sowie der europäischen Vernetzung von Indus­trie 4.0.
In diesem Zusammenhang wird viel sogenannte Basisarbeit geleistet, um die Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus bei dem Thema Industrie 4.0 zu begleiten. Ein Beispiel dafür sind die erfolgreichen „LABTours“ zu den Spitzeninstituten der Industrie-
4.0-Forschung in Deutschland. Diese Termine sind bei kleinen und großen Unternehmen sehr begehrt.
Die Einblicke, die der breiten Öffentlichkeit in die Arbeiten bzw. die Ergebnisse der Plattform-Aktivitäten gegeben wurden, waren recht verhalten. So fand die letzte offizielle Pressekonferenz auf der letztjährigen Hannover Messe statt. Warum war man bei diesem hehren Ziel so zurückhaltend in Kommunikationsdingen?
R.?Glatz: Industrie 4.0 ist ein komplexes, interdisziplinäres Thema, bei dem unterschied­liche Sprach- und Denkwelten aufeinanderstoßen. Während man Visionen oder geplante Ziele noch recht einfach medienwirksam darstellen kann, ist die fachliche Abstimmung, das Erreichen eines gemeinsamen Verständnisses kein einfacher Prozess. Bei aller Bereitschaft zur Kooperation gibt es natürlich auch Wettbewerbsinteressen. Trotzdem können die Arbeitsgruppen bereits erste vorzeigbare Ergebnisse vorweisen, die im Rahmen der kommenden Hannover Messe präsentiert werden.

Welche Highlights werden in Hannover zu sehen sein?

R. Glatz: Da Industrie 4.0 das Kernthema der Hannover Messe 2015 ist, werden es viele Aussteller aufgreifen und weiterentwickelte Lösungen zeigen. Die im letzten Jahr gestarteten Industrie-4.0-Demotouren finden in diesem Jahr im Rahmen der Technology-Tours statt, mit voraussichtlich vier unterschiedlichen Touren pro Tag. Das Forum Industrial IT, das im letzten Jahr über 3?500 Teilnehmer verzeichnen konnte, wurde in Forum Industrie 4.0 umbenannt, um den Fokus des Forums weiter zu schärfen. Da wir aus mehr als 150 eingereichten Vorträgen auswählen können, wird das Forum Industrie 4.0 sicherlich wieder ein attraktives Programm für die Besucher anbieten.

Bitte gewähren Sie uns noch einen Blick über den Tellerrand: In den USA beschäf­tigen sich das Industrial Internet Consortium oder das Internet of Things Council mit ähnlichen Themen wie die Plattform Industrie 4.0. Gibt es auch mit diesen Vereinigungen einen Austausch bzw. möglicherweise eine Zusammenarbeit?   

R. Glatz: Das Industrial Internet Consortium (IIC) fokussiert auf sogenannte „Testbeds“, in denen Mitglieder des IIC neue Use Cases und Geschäftsmodelle für das Industrial Internet in vorwettbewerblichen Bereichen erproben. Entgegen der in den Medien häufig geäußerten Auffassung, befasst sich das IIC nicht explizit mit der Entwicklung von Standards. Da neben Smart Grids, Smart Home unter anderem auch produk­tionsorientierte Themen aufgegriffen werden sollen, wird es sicherlich auch the­matische Überschneidungen zur Plattform Industrie 4.0 geben. Die Zukunftsthemen Industrie 4.0 oder Industrial Internet zielen im Kern auf internationale Märkte und Zukunftstechnologien. Trotz des Wettbewerbs zwischen Unternehmen oder nationalen Initiativen werden Kooperationen insbesondere in grundlegenden Fragen der Standardisierung oder Sicherheit unverzichtbar sein. Diesbezüglich gab es bereits erste Gespräche mit dem IIC.

Lesen Sie die Details über die Zukunft der Plattform Industrie 4.0, die auf der Cebit präsentiert wurden hier: http://www.openautomation.de/detailseite/die-zukunft-der-plattform-industrie-40-auf-der-cebit-praesentiert/

 

www.plattform-i40.de

www.vdma.org

 

Lesen Sie dazu auch:

Die Zukunft der Plattform Industrie 4.0 auf der Cebit präsentiert

VDMA: Forum Industrie 4.0 steht für Information, Wissenstransfer und Vernetzung

 

 

 

 

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Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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