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08.10.2012

Industrieroboter weiter auf Wachstumskurs

Beitrag aus openautomation 5/2012 Nach 1961 war 2011 das erfolgreichste Jahr für Industrieroboter: Die Roboterlieferungen stiegen um 38 % auf 166...

Beitrag aus openautomation 5/2012

 

Nach 1961 war 2011 das erfolgreichste Jahr für Industrieroboter: Die Roboterlieferungen stiegen um 38 % auf 166.028 Stück. Das ist die höchste Zahl, die bisher aufgezeichnet wurde. Der Wert der Verkäufe stieg um 46 % auf den Rekordwert von 8,5 Mrd. US-$. Und Wachstum prognostiziert der IFR auch für die nächsten Jahre.

 

Ende August brachte das IFR Statistical Department (International Federation of Robotics) die aktuelle Studie „World Robotics 2012 – Industrial Robots“ he­raus. Der hierin veröffentlichte Rekordverkaufswert von 8,5 Mrd. US-$ beinhaltet nicht die Kosten für Software, Peripherie und Ingenieurleistungen. Schließt man diese Kosten mit ein, würde der Wert des eigentlichen Robotersystemmarkts etwa dreimal so hoch sein. Der weltweite Markt für Robotersysteme wird deshalb auf 25,5 Mrd. US-$ geschätzt.

Zahl weltweit verkaufter Roboter 2005 bis 2015 (Plan)

Zahl weltweit verkaufter Roboter 2005 bis 2015 (Plan)

Wachstumsmärkte und -branchen 2011

Japan war 2011 wieder der größte Robotermarkt der Welt. Roboterlieferungen nach Japan haben sich weiter erholt und stiegen um 27 % auf fast 28.000 Stück. Korea belegt 2011 Platz 2 im Wachstumsländer-Ranking. Hier stieg der Absatz um 9 % auf 25.500 Stück. In den Vereinigten Staaten stiegen die Roboterlieferungen 2011 um 43 %, verglichen mit 2010 auf einen neuen Höchststand von 20.555 Stück. Die notwendige Modernisierung der Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten kommt somit in Schwung. Nach China wurden 2011 22.600 Industrieroboter verkauft; das sind 51 % mehr als in 2010. Zwischen 2006 und 2011 haben sich die jährlichen Lieferungen damit vervierfacht. In 50 Jahren Robotik­geschichte gab es kein anderes Land, das einen so dynamischen Zuwachs der Roboterinstallationen in einer so kurzen Zeit verzeichnen konnte. Nach Deutschland, dem größten Robotermarkt in Europa, wurden im letzten Jahr 19.500 neue Industrieroboter geliefert. Das entspricht einer Steigerung um 39 % im Vergleich zu 2010. Nach dem starken Aufschwung 2010 ist das die höchste Zahl, die für ein Jahr aufgezeichnet wurde und entspricht etwa 45 % der Lieferungen nach Europa insgesamt. Die Verkäufe von Industrierobotern nach Italien stiegen um 13 % auf 5.100 Stück.

 

Mit Blick auf die Branchen waren die Automobil- sowie die Elektro-/Elektronikindustrie erneut die Wachstumstreiber. Die Automobil-, Nahrungsmittel- sowie die Metall- und Maschinenbauindustrie haben ihre Roboterbestellungen überdurchschnittlich erhöht.

Wachstumsmärkte für Industrieroboter in den letzten vier Jahren: Japan setzt sich 2011 wieder an die Spitze

Wachstumsmärkte für Industrieroboter in den letzten vier Jahren: Japan setzt sich 2011 wieder an die Spitze

Wachstumsbranchen für Industrieroboter in den letzten vier Jahren: die Automobil- sowie die Elektro-/Elektronikindustrie bleiben auch 2011 Wachstumstreiber

Wachstumsbranchen für Industrieroboter in den letzten vier Jahren: die Automobil- sowie die Elektro-/Elektronikindustrie bleiben auch 2011 Wachstumstreiber

2012 weiteres Wachstum in vielen Ländern

Für das laufende Jahr erwartet der IFR, dass das Wachstum der Roboterlieferungen weiterhin von der ­Automobil- und Elektronikindustrie angetrieben wird. Aber auch die steigende Anzahl von Kunden aus anderen Branchen, die eher kleine Volumen abnehmen, tragen zum Wachstum bei. Dabei kommen die Haupt­impulse aus Nordamerika, China, Brasilien, Zentral- und Osteuropa sowie aus Japan. In Japan werden die durch den Tsunami zerstörten Produktionsstätten wieder aufgebaut. Haupttreiber für das zunehmende Tempo der Industrieroboterinstallationen in den Vereinigten Staaten und Kanada ist die Notwendigkeit, die Produktion zu automatisieren. Dahingegen werden die Roboterlieferungen nach Korea im Vergleich zu den kräftigen Investitionen der letzten Jahre 2012 nur mäßig ansteigen. Der Roboterabsatz in Taiwan wird aufgrund hoher Investitionen der Elektronikindus­trie in 2012 und da­rüber hinaus wachsen. Für Deutschland wird damit gerechnet, dass der Absatz beinahe den Höchststand von 2011 erreicht; in Italien und Spanien hingegen wird ein Rückgang aufgrund der abflauenden Konjunktur erwartet.

 

Boomender Robotermarkt in China

Größter Robotermarkt der Welt soll China werden, wenn man die jährlichen Lieferungen betrachtet. Um dieselbe Roboterdichte, wie in Deutschland oder Japan, zu erreichen, müssten etwa eine Million neue Roboter in den nächsten Jahren in China installiert werden. Die weltweiten Roboterhersteller haben dieses Potenzial erkannt und erhöhen ihre Kapazitäten. Aber auch chinesische Roboterhersteller sind auf dem Weg in diesen Markt oder schon präsent. Es gibt bereits einige Hersteller von kartesischen/linearen Robotern in China. Das IFR Statistical Department erwartet, dass das Wachstum von Roboterinstallationen 2012 jedoch an Schwung verliert nach dem starken Anstieg in den vergangenen Jahren. Die momentane weltweite konjunkturelle Lage und das Ende des Investitionszyklus der Automobilindustrie sind mögliche Ursachen.

 

Hohes Potenzial für Roboter­installationen in vielen Ländern

Weltweit wurden Ende 2011 nur etwa 55 Industrieroboter pro 10.000 Beschäftigte in der verarbeitenden Industrie eingesetzt. Die Republik Korea, Japan und Deutschland stehen an der Spitze der automatisierten Länder mit einer Robo­terdichte zwischen 347 und 261. In den meisten Wachstumsmärkten ist die Roboterdichte, oder mit anderen Worten der Grad der Automatisierung, weit unter dem Durchschnittswert.

 

Die Roboterdichte in der Automobilindustrie ist im Vergleich zu allen anderen Branchen (General Industry) hoch. Japan hat mit Abstand die höchste Roboterdichte in der Automobilindustrie: mehr als 1 600 Industrieroboter sind dort pro 10 000 Beschäftigte installiert. Danach folgen Italien, Deutschland und die USA mit Roboterdichten zwischen 1.100 und 1.200.

 

Mit Raten von 261 und 221 Robotern pro 10 000 Beschäftigte haben Korea und Japan die höchste Roboterdichte in der General Industry. Grund dafür sind entsprechende Roboterinstallationen in der Elektronikindustrie. Die beachtliche Rate von 137 Robotern in der General Industry in Deutschland verteilt sich dagegen stärker: Besonders in der Metallindustrie, der chemischen Industrie, der Nahrungsmittelindustrie und der ­Elek­tro-/Elektronikindustrie ist die Roboterdichte entsprechend hoch.

 

Das IFR kommt zu dem Ergebnis, dass in fast allen untersuchten Ländern das Potenzial für Roboterinstallationen nicht nur in der General Industry gewaltig ist, sondern auch in der Automobilindustrie in den Wachstumsmärkten sowie in einigen traditionellen Märkten.

 

Risiken und Aussichten

Für den IFR garantiert die Erschließung großer Verbrauchermärkte in den Bric-Staaten, in Südostasien, in der Türkei und im Mittleren Osten die wachsende Nachfrage der Konsumenten, die für weitere Investitionen in die Automatisierung in diesen Ländern notwendig ist. Energieeffizienz und Leichtbau werden dabei als die wichtigsten He­rausforderungen für die verarbeitende Industrie angegeben. Die Automobilindustrie wird auch weiterhin als der Treiber für neue Technologien gesehen. Allerdings wird ein zyklischer Rückgang der Investitionen der Automobilindustrie 2013 und 2014 erwartet. Die Elektro-/Elektronikindustrie hingegen wird weiterhin automatisieren, um die Produktivität zu erhöhen und um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, vor allem in Asien, zu verbessern. Mehr leicht bedienbare Roboter und auch die Roboter-Mensch-Zusammenarbeit werden den Robotereinsatz in kleinen und mittleren Unternehmen erhöhen. Die verbesserte und einfachere Integration von Industrierobotern ermöglichen weitere Anwendungen. Außerdem müssen gefährliche, eintönige und schmutzige Arbeiten weltweit bewerkstelligt werden, und die Robotik bietet hierfür eine gute Lösung.

 

Es gibt einige Risiken für diesen recht optimistischen Ausblick: Finanzielle Pro­bleme der großen Märkte könnten das Wachstum der Weltkonjunktur hemmen oder sogar eine Rezession verursachen. Dies könnte zu sinkenden Investitionen auch im Bereich der Robotik führen. Die IFR geht jedoch davon aus, dass der Trend zur Automatisierung dann zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt wird, um Produktivität, Rentabilität und Nachhaltigkeit in der industriellen Produktion zu ­verbessern.

 

Weitere Informationen unter

www.ifr.org sowie

www.worldrobotics.org. Beitrag als PDF downloaden

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„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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