Industrie 4.0
25.05.2016

Industrieroboter weiter auf Erfolgskurs

Im vergangenen Jahr wurden weltweit rund 240.000 Industrieroboter verkauft. Das entspricht einem globalen Wachstum von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Und bis 2018 sollen sich einer IFR-Studie zufolge bereits 1,3 Mio. Industrieroboter über den Globus verteilt im Einsatz befinden.

Anzahl der Indutrieroboter (alle Typen) pro 10?000 Mitarbeiter in der Fertigungsautomation (ISIC rev. 4: C) 2014

Die stärkste Nachfrage nach Industrierobotern kam im vergangenen Jahr erneut aus der Automobilin­dus­trie. Nach Angaben des Statistikdepartments vom Weltroboterverband IFR verzeichnete China mit einem Wachstum von 16 % im Vergleich der weltweiten Absatzmärkte  weiterhin die größten Verkaufszahlen bei Industrierobotern. Trotz allgemeiner Investitionszurückhaltung baute das Reich der Mitte mit rund 66.000 Einheiten inklusive chinesischer Hersteller seine Position als Nachfragemarkt Nummer Eins überdurchschnittlich aus. Allerdings blieb die Nachfrage unter der ursprünglichen IFR-Prognose von 30 % zurück. Asien ohne China stag­niert auf hohem Niveau mit 78.000 Einheiten.

Die Einsatzzahlen in Europa erhöhten sich mit neuem Rekord um 9 % auf knapp 50.000 Einheiten. Osteuropa bestätigt mit einem Zuwachs von 29 % seine Position als eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt. Und auch Nordamerika erreicht eine historisch neue Marke: In den USA, Kanada und Mexiko stieg das Wachstum auf 34.000 Einheiten mit einem Plus von 11 % gegenüber dem Vorjahr.

Neue Einsatzmöglichkeiten   

Die mit Abstand größte Gruppe bei den verkauften Robotertypen sind Knickarmroboter. Aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichen und der Variantenvielfalt hat sich das kontinuierliche Wachstum dieser Modelle (2010 bis 2015 = CAGR +16 %) in allen Regionen weiter fortgesetzt und 2015 mit über 150.000 Stück einen neuen Spitzenwert erreicht.

„Im Zeitalter der Industrie 4.0 spielt die Automobilbranche eine führende Rolle, um mit neuester Robotertechnik die direkte Mensch-Maschine-Kollaboration zu verwirklichen“, sagt Stefan Lampa, CEO der Kuka Roboter GmbH. „Da­rüber hinaus steigt die Nachfrage nach Automatisierung in neuen Marktfeldern, in denen diese Lösungen bisher eine geringere Rolle gespielt haben. Ein besonders wichtiger Markt ist hier für uns der Elektroniksektor. Die Entwicklungszeiten dieser Branche beschleunigen sich, die Zahl neuer Produkte steigt und Lebenszyklen verkürzen sich. In dieser Situation ist Flexibilität das A und O.”

„Der weltweite Robotermarkt entwickelt sich mit großem Tempo“, sagt Olaf C. Gehrels, CEO der Fanuc Europe Corporation. „Auf diesem Weg sind für Fanuc zwei technologische Meilensteine von he­rausragender Bedeutung: Zum einen werden kollaborative Roboter, die auf Standardrobotern basieren, mit ausgereiften Controllern bestückt, die sich bei Routineaufgaben in der industriellen Anwendung bewährt haben. Dazu kommen Schwerlastroboter, die Werkstücke bis zu 2.300 kg Gewicht handhaben können und damit die Umsetzung vollkommen neu entwickelter Fertigungsprozesse ermöglichen.“

„Die weltweiten Verkaufszahlen von Industrierobotern im Jahr 2015 bestätigen, dass wir uns in sehr aufregenden Zeiten für die Roboterindustrie befinden“, sagt Per Vegard Nerseth, Managing Director, ABB Robotics. „Mit dem Start in das Jahr 2016 werden die traditionellen Treiber unserer Industrie von einer enormen Nachfrage für Lösungen im Bereich des Internets der Dinge („IoT“) sowie Services & People vervollständigt. Diese Entwicklung wird nach meiner Einschätzung zu einem neuen Rekordjahr für alle Beteiligten werden.“   

Ergebnisse einer IFR-Studie

Aber nicht nur im laufenden, auch in den kommenden Jahren soll die Nachfrage nach Industrierobotern weiter steigen: Eine IFR-Studie prognostiziert bis 2018 weltweit rund 1,3 Mrd. Industrieroboter. Laut Roboter-Weltstatistik 2015, die von der International Federation of Robotics (IFR) veröffentlicht wird,  summiert sich der internationale Marktwert für Robotersysteme branchenübergreifend inzwischen auf rund 32 Mrd. US-$.  

Die Kennzahl der Roboterdichte ist ein wichtiger Indikator, um den aktuellen Automatisierungsgrad der internationalen Märkte zu messen: So liegt die durchschnittliche Roboterdichte im produzierenden Gewerbe weltweit bei 66 Robotereinheiten pro 10.000 Arbeitnehmer. Insgesamt 21 Länder weisen eine überdurchschnittliche Roboterdichte auf. Mehr als die Hälfte dieser hoch automatisierten Länder stammen aus der EU (14 Länder). Hinzu kommen drei asiatische Volkswirtschaften (Südkorea, Japan, Taiwan) sowie die USA und Kanada.  

Weltweiter Spitzenreiter bei der Automatisierung mit Industrierobotern ist derzeit Südkorea. Hier übertrifft die Roboterdichte den globalen Durchschnitt um gut das Siebenfache (478 Einheiten), gefolgt von Japan (314 Einheiten) und Deutschland (292 Einheiten). Die USA belegen mit 164 Einheiten weltweit Platz sieben.
Die Roboterdichte in China liegt mit 36 Einheiten pro 10.000 Arbeitnehmer aktuell bei rund der Hälfte des weltweiten Mittelwerts auf Platz 28. In der weltweiten Statistik kommt das in etwa dem Niveau von Portugal (42 Einheiten) oder Indonesien (39 Einheiten) gleich. Mit einer historisch beispiellosen Aufholjagd ist das Reich der Mitte allerdings vor fünf Jahren angetreten, diesen Status quo zu ändern und ist heute schon der weltweit größte Absatz- und Wachstumsmarkt für Industrieroboter. Es wird erwartet, dass im Jahr 2018 voraussichtlich mehr als jeder dritte Industrieroboter in China installiert wird.

Industrie 4.0 und Mensch-Maschine-Kollaboration als Treiber

„Der Roboter-Boom markiert einen wichtigen Meilenstein für die Verwirklichung der vierten industriellen Revolution“, sagt Joe Gemma, Präsident der International Federation of Robotics. „Die Indus­trieroboter lassen sich mit ihren digitalen Schnittstellen reibungslos in die vernetzten Strukturen der smarten Fabriken integrieren. Diesen Vorteil nutzen stark automatisierte Volkswirtschaften ebenso wie Länder mit neuem Industriefokus. Weitere Impulse liefert der technologische Durchbruch bei der Mensch-Roboter-Kollaboration: Der Kollege Roboter arbeitet künftig Hand in Hand mit den menschlichen Fachkräften zusammen und hilft dabei, traditionell starre Produktionsabläufe durch flexible Strukturen abzulösen.“  

www.ifr.org

 

 

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

» Weiterlesen ...

Normen

DIN-VDE-Normen einfach online nutzen

Normen aus dem VDE VERLAG

» Mehr Informationen ...

Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 23.08.2019