Data for New Business Models
18.03.2019

Führung und Innovation in Zeiten der Digitalisierung

Der digitale Transformationsprozess stellt Führungskräfte und Mitarbeiter im Maschinen- und Anlagenbau vor Herausforderungen, die weit über rein technologische Fragestellungen hinausgehen. Die neue VDMA-Studie ­„Führung und Innovation in Zeiten der Digitalisierung“ hat die grundlegenden Anforderungen an erfolgreiche Unternehmens- und Mitarbeiterführung untersucht.

Barrieren der Digitalisierung

Barrieren der Digitalisierung

Aus den Untersuchungen des VDMA im Rahmen der Studie ergeben sich konkrete Handlungsempfehlungen für mittelständische Maschinenbauer. Dieses sind:
Unternehmen müssen ihre Fähigkeit zu radikaler Innovation stärken. Kooperationen mit Universitäten, Start-ups oder Firmen aus anderen Branchen können Zugang zu neuen Perspektiven, Ideen und Arbeitsweisen geben.

Insbesondere das mittlere Management wirkt in manchen Unternehmen als „Bremser“ der
Digitalisierung. Deshalb ist das Top-Management gefragt, voranzugehen. Visionäre Führung und klare Vermittlung der Notwendigkeit zu digitalen Innovationen sind entscheidend. Zudem kann Mitarbeitern mehr Verantwortung in Digitalisierungsprojekten gegeben werden.
In vielen Unternehmen braucht es einen Wandel von einer „Nullfehlerkultur“ zu einer „Fehler- oder Explorationskultur“.

Für viele Fragen der Digitalisierung werden flexiblere, iterative Problemlösungsprozesse, wie Design Thinking oder Scrum, benötigt. Insbesondere für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle müssen die Verantwortlichen sich von den zuweilen unflexiblen Strukturen lösen.

Die Studie basiert auf einer Umfrage unter 157 VDMA-Mitgliedsfirmen. Sie hat ergeben, dass fast drei Viertel (71,3 %) der Befragten die Digitalisierung als eine der zentralen strategischen Prioritäten ansehen, jedoch ist nur ein gutes Viertel (27 %) der Unternehmen mit dem aktuellen Stand der Digita­lisierungsaktivitäten zufrieden. Ein knappes Viertel (24,8 %) sieht sogar erheblichen Verbesserungs­bedarf hinsichtlich ihrer Digitalisierung.

Zwar werden Informations- und Kommunikationstechnologien durchaus flächendeckend eingesetzt (85,3 %) und die Unternehmen beginnen, ihre Produkte durch digitale Komponenten und Software aufzuwerten (69,4 %). Es gibt aber eine Reihe von Barrieren, die dem weiteren Fortschritt der Digitalisierung in unterschiedlichem Maße im Wege stehen. Dazu zählen neben dem Mangel an IT-Fachkräften vor allen Dingen fehlende zeitliche Kapazitäten der Mitarbeiter, sich um solche Projekte zu kümmern.


Kreisdiagramm InnovationsfokusKreisdiagramm Innovationsfokus


Der Fokus der Innovationstätigkeit liegt nach wie vor auf der Verbesserung bestehender Produkte, gefolgt von der Entwicklung neuer Produkte. Die Entwicklung gänzlich neuer Geschäftsmodelle, Dienstleistungen oder Prozesse nehmen jeweils nicht mehr als 7 % der Innova­tionstätigkeit ein. Durchaus selbstkritisch schätzen so die Unternehmen ihre Fähigkeit zur Geschäftsmodellinnovationsfähigkeit als im internationalen Vergleich eher durchschnittlich ein.
In ihren Innovationsnetzwerken fokussieren die Unternehmen auf Kunden, Nutzer und Lieferanten, mit dem Risiko der Konzentration auf eher inkrementelle Innovationen. Die Zusammenarbeit mit IT-Unternehmen und Start-ups, eventuell auch Wettbewerbern ist dagegen derzeit noch recht wenig ausgeprägt und ein wichtiger Ansatzpunkt.

Die Unternehmen sollten eine innovationsfördernde Mitarbeiterführung ausbauen. Zum Beispiel kann man innovative Persönlichkeitsanteile relativ leicht im Einstellungsgespräch feststellen. Innovation sollte darüber hinaus im Unternehmen sichtbar sein. Mitarbeiter und Teams, die eine radikale Idee erfolgreich entwickelt haben, könnten zum Beispiel bei verschiedenen Anlässen besonders hervorgehoben werden. Besonders innova­tive Mitarbeiter sollten entsprechende Karrierechancen bekommen. Schließlich sollte die Weiterbildung in Fähigkeiten, wie Kreativitätstechniken oder Design Thinking, nicht zu kurz kommen.

Verbesserungspotenzial besteht auch hinsichtlich der Entwicklung von Eigenverantwortung und Autonomie von Mitarbeitern und Teams mit Blick auf ihre Innova­tionsideen. Zwar arbeiten Mitarbeiter aus unterschied­lichen Abteilungen recht häufig in Teams zusammen, doch könnten die Ressourcen für diese Teams noch deutlich verbessert werden. So fehlen vielfach entsprechende Räumlichkeiten für die Zusammenarbeit und Zeit sowie Geld sind erwartungsgemäß (zu) knapp.

www.vdma.org

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 23.10.2019