Data for New Business Models
26.05.2015

Ergebnisse der Markt­studie Servoantriebe

Der Markt für Servoantriebe befindet sich weiter auf Wachstumskurs: Knapp zwei Drittel der Maschinenbauer rechnen in Zukunft mit einem ­steigenden Bedarf. Als große Markttrends zeichnen sich in diesem ­Bereich der verstärkte Einsatz ethernetbasierter (auch sicherer) Protokolle sowie die Integration unterschiedlicher Sicherheitsfunktionen in den Servo­antrieb ab.

Ergebnisse der Marktstudie Servoantriebe auf die Frage: „Welche Hersteller von Servoantrieben kennen Sie?“ – nach Jahr der Befragung (Quelle: Michaela Rothhöft)

Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle unabhängige Studie, die von Michaela Rothhöft, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule Südwestfalen, freiberuflich durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Wiederholung von Studien aus den Jahren 2003, 2007 und 2011 gaben im Januar/Februar 2015 deutschlandweit 249 Maschinenbauer und Ingenieur­büros Auskunft über Kaufverhalten, technische Anforderungen und zukünftige Entwicklungen zum Thema Servoantriebe. Die Inhalte des Fragebogens wurden im Arbeitskreis Steuerungstechnik des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation erstellt.

Die Befragungszielgruppe

Der überwiegende Teil der Befragten kommt aus den Bereichen Werkzeugmaschinen/Metall (32,8 %), Montage/Handhabung/Robotik (21,1 %), Förderzeuge/Hebezeuge/Krane (17 %), Verpackungsmaschinen (16,2 %) und Papier-/Druckmaschinen (11,7 %). 24,3 % der befragten Unternehmen beschäftigen zwischen 100 und 199 Mitarbeiter, 20,2 % 200 bis 499 Mitarbeiter und 17,4 % 20 bis 49 Mitarbeiter. Dabei stammt der mit Abstand größte Anteil der Befragten aus dem Postleitzahlengebiet „7“, gefolgt von den Postleitzahlengebieten „8“ (12,5 %) und „5“ (10,9 %).

Menge an eingesetzter  Servotechnik

Mit Blick auf die Marktstudien Servoantriebstechnik aus den Vorjahren zeigt sich, dass die Nachfrage nach dieser Art von Antriebstechnik in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen ist: Während 2003 24 % der Maschinenbauer 200 und mehr Servoantriebe im Jahr benötigten, sind es heute 41 %. Im Verpackungsmaschinenbau erwerben 37 % mehr als 500 Servoantriebe jährlich. Zukünftig möchten immer mehr Maschinenbauer ihre Gesamtbewegungslösung (Motion Control) entweder nur dezentral oder sowohl zentral als auch dezentral realisieren. Während derzeit noch 61 % Teilnehmer diese ausschließlich zentral in der Steuerung lösen, erwarten dies demnächst nur noch 48 %.

Ergebnisse der Marktstudie Servoantriebe auf die Frage: „Wie viele Servoantriebe kauft Ihr Unternehmen durchschnittlich pro Jahr?“ – nach Jahr der Befragung (Quelle: Michaela Rothhöft)

 

Bekanntheit der Hersteller

Bekanntester Hersteller für Servoantriebe ist nach wie vor Siemens mit 83,4 %. In den letzten Jahren hat aber SEW-Eurodrive von 32 % im Jahr 2003 auf heute 53,9  % aufgeholt.

Betrachtet man die einzelnen Branchen genauer, konnte SEW-Eurodrive speziell im Werkzeugmaschinenbau deutlich aufholen: 2011 kannten 30 % das Unternehmen, aktuell sind es 56 %. Lenze hat einen gegenläufigen Trend in der Montage-/Handhabungstechnik zu verbuchen: Hier hat sich der Bekanntheitsgrad des Unternehmens von 49 % in 2011 auf heute 33 % verringert. Ähnlich sieht es für Schneider Electric im Papier-/Druckmaschinenbau aus: 2007 kannten 43 % das Unternehmen, heute sind es 25 %.

Wertet man die Antworten der Befragten nach Anzahl eingesetzter Servoantriebe aus, zeigt sich: SEW-Eurodrive ist Wenigverwendern häufiger ein Begriff (65 %), nur 38 % der Vielverwender fällt dieses Unternehmen ein. Vielverwendern sind überdurchschnittlich die Hersteller Bosch-Rexroth (53 %), B&R (40 %) Schneider Electric (36 %), Beckhoff (32 %) und Rockwell Automation (27 %) bekannt.
Schlüsselt man die Ergebnisse der Marktbefragung nach Hauptlieferanten auf, zeigt sich: Fast alle Bosch-Rexroth-Kunden kennen auch Siemens (94 %). Außerdem sind diesen Beckhoff (44 %), B&R und Rockwell Automation (je 28 %) häufiger geläufig. Lenze-Kunden nennen vermehrt Baumüller (39 %); Siemens-Kunden Bosch-Rexroth (59 %) und GE (20 %).

Nach Regionen aufgeschlüsselt, sind B&R (30 %) und Schneider Electric (27 %) im Süden überdurchschnittlich oft bekannt. Für Beckhoff gilt dies im Bereich Nord/Ost (29 %) und für Lenze in Mitte/West (45 %).

Nach Gesamtbewegungslösung ausgewertet, gilt: Maschinenbauer, die ihre Gesamtbewegungslösung dezentral realisieren, kennen zu 63 % SEW-Eurodrive und zu 35 % Schneider Electric.

Nach Nennleistung: Bei Verwendern von Servoantrieben mit bis zu 200 W sind häufiger B&R (37 %), Kollmorgen (18 %), Maxon Motor und Faulhaber (je 10 %) bekannt. Verwender hoher Leistungen (über 12 kW) nennen öfter Bosch-Rexroth (56 %) und GE (19 %).

Fazit

Diese gestiegene Bekanntheit spiegelt sich auch in einer größeren Anzahl an Kunden wider. Zudem eta­blieren sich traditionelle Steuerungshersteller, wie B&R, Beckhoff und Rockwell Automation, immer mehr in diesem Markt. So überrascht es auch nicht, dass heute deutlich häufiger „alles aus einer Hand“ als Kaufgrund genannt wird als noch vor zwölf Jahren. Aber auch die Erfüllung technischer Anforderungen, wie die Baugröße, ist von steigender Bedeutung.

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www.marktstudien.org

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