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31.08.2017

Die Motek im Fokus

Vom 9. bis 12. Oktober findet die 36. Motek in Stuttgart statt. Erwartet werden rund 800 Aussteller, die ein breites Spektrum an Produktions- und Montageautomatisierung präsentieren.

Im letzten Jahr besuchten 35.434 Fachbesucher die parallel stattfindenen Messen Motek und Bondexpo in Stuttgart (Bild: Messe Stuttgart)

Produzieren und Montieren, Prüfen und Kennzeichnen, Verpacken und Kommissionieren – die Prozesskette für die Herstellung von Produkten, Baugruppen und Komplettgeräten wird von einer Vielzahl handhabungs- und materialflusstechnischer sowie verfahrens- und peripherietechnischer Abläufe bestimmt. Die Motek präsentiert die relevanten Komponenten, Baugruppen und Subsysteme für eine wirtschaftliche Auftragsabwicklung in der stückzahl- und variantenflexiblen Fertigung – von der Detaillösung bis zum Komplettsystem. Damit liefert der Branchentreff für die Produktions- und Montageautomatisierung einen guten Überblick über Montageanlagen und Grundsysteme, Handhabungstechnik, Prozesstechnik zum Fügen, Bearbeiten, Prüfen und Kennzeichnen, Komponenten für den Sondermaschinenbau sowie Software und Dienstleistungen. Besucher sind sowohl Anbieter als auch Anwendern aus spezialisierten wie bereichsübergreifenden Unternehmensdisziplinen. Zu nennen wären hier die Blech-, Kunststoff- und Holzbearbeitung, die Prüf-/Testtechnik, die Verpackungs- und Kommissioniertechnik sowie die Intralogistik und das Distributionswesen. Mit den sich überschneidenden Prozessen und steigendem
Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad sowie dem Leistungsvermögen moderner, hoch flexibel und universell einsetzbarer Handhabungs- und Robotersysteme, ergeben sich für sie fast täglich neue Betätigungsfelder.

Das Rahmenprogramm

Ergänzt wird das Informations- und Kommunikationsangebot der Motek um begleitende Sonderschau- und Forums-Veranstaltungen. Dazu zählt beispielsweise die „Arena of Integration“, ausgerichtet vom Landesnetzwerk Mechatronik Baden-Württemberg, oder das Aussteller-Forum des privaten Messeveranstalters P.E. Schall GmbH & Co. KG. Weitere Rahmenveranstaltungen sind in Planung, sodass sich auch zur 31. Motek ein runder „Business-Treff“ mit Theorie- und Praxisinformationen in Hard- und Software abzeichnet.

Zur Routenplanung und zielgerichteten Unterstützung der Fachbesucher wird es wieder die Messeführer für „Montageanlagenbau und Roboter-Systemintegratoren“ sowie „Fügetechnik“ geben. Außerdem stellt die demnächst an den Start gehende neue Website des Messeunternehmens P.E. Schall GmbH & Co. KG – mit der Motek-eigenen Website – weitere für die Aussteller wie für die Fachbesucher nützliche Informationen und Hinweise sowie Links zur Verfügung.

Neuheiten zur Motek

Einige Unternehmen haben ihre Highlights und Innovationen bereits im Vorfeld der Messe bekannt gegeben. So zum Beispiel Balluff. Das Unternehmen präsentiert in Stuttgart Neuheiten für die Robotik und die intelligent vernetzte Produktion. Anhand diverser Beispiele wird demonstriert, wie das erfolgreiche Zusammenspiel aller Fertigungsebenen mittels Sensorik, Identifikationssystemen und intelligenter Netzwerk- und Verbindungstechnik gelingt. Unter anderem wird gezeigt, wie in Fertigung und Logistik mittels Traceability größtmög­liche Transparenz und allumfassende Qualität gewährleistet werden kann. Ein anschauliches Praxisbeispiel, wie Industrie 4.0 auf einfache Weise Einzug in die Produktion hält, ist Choc-ID. Die speziell für Schokoladenproduktion entwickelte, modular aufgebaute Softwarelösung macht mittels RFID den Einsatz der Schokoladenformen rückverfolgbar. Sie verhilft dem Waschprozess der Schokoladenformen zu mehr Transparenz, bewertet ihren Zustand und gewährleistet deren optimale Auslastung. Das Tool hilft, die Formen zum bestmöglichen Zeitpunkt auszutauschen und die Produktion zu optimieren.

Ein Highlight am Balluff-Stand: Choc-ID macht den Einsatz von Schokoladenformen rückverfolgbar und verhilft zu mehr Transparenz bei den Waschvorgängen (Bild: Yaskawa)

 

Besucher können sich auf der Messe zudem über den Kommunikationsstandard IO-Link informieren. Demonstriert wird beispielsweise, wie der Einsatz von IO-Link die Installation einer Anlage vereinfacht, Kosten spart und intelligente Diagnose- und Parametrierungskonzepte schnell und kostengünstig Realität werden können. Vorgestellt werden unter anderem auch Konzepte für schnelle Formatwechsel und Lösungen zur Zustandsüberwachung sowie vorausschauenden Wartung.

www.balluff.de

Halle 5, Stand 5305

Yaskawa zeigt unter der Überschrift „Neue Roboter als Treiber der Produktivität“ durchgängige Systemlösungen von der Antriebstechnik und Robotik über die Steuerung bis hin zur Visualisierung. Im Fokus stehen auch in diesem Jahr vor allem neue Motoman-Roboter für vielfältige Handlingaufgaben. Als ein Highlight am Yaskawa-Stand wird der kollaborierende Roboter Motoman HC10 (Bild: Yaskawa) genannt: Ausgestattet mit einem MRK-Greifer und einem Schraubautomaten in MRK-Ausführung wird er in einer neuen Showzelle Flaschenöffner montieren und als Give-Away an die Standbesucher verteilen. Die Steue­rung der Anlage erfolgt über ein Vipa-17-Zoll-Touchpanel und ist mit speziellen, neuen Sicherheitstrittmatten ausgestattet. Darüber hinaus werden auf der Motek zwei neue Motoman-Robotermodelle vorgestellt. Ebenso am Yaskawa-Messestand zu sehen: das aktuelle Yaskawa-Angebot an Antriebs- und Steuerungstechnik sowie an Vipa-Automatisierungslösungen. Diese Angebotsbreite ermöglicht technisch einheitliche Gesamtlösungen aus einer Hand – vom Standardgerät bis zum kundenspezifischen, komplexen System. Zum Beispiel ­bieten die Servoverstärker der Sigma-7-Serie mit Ethercat- und Profinet-Schnittstelle zahlreiche Funktionen wie etwa die Vibra­tionsunterdrückung.

www.yaskawa.eu.com

Halle 7 – Stand 7205

Den Grad der Automatisierung in der Montage durch den intelligenten Einsatz von Robotern erhöhen: Dies ist das Ziel verschiedener Entwicklungen des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Auf der Motek zeigt das Institut hierfür zwei Softwarelösungen: „drag-and-bot“ zur einfachen Programmierung von Robotern und „pitasc“ für kraftgeregelte Montageprozesse. Mit erstgenannter soll die Roboterprogrammierung vereinfacht und intuitiver werden. In einer grafischen Bedienoberfläche können Anwender durch das Auswählen und Zusammenstellen einzelner Programmbausteine den Programmablauf definieren. Diese Programmbausteine sind Funktionen, wie eine Roboterbewegung oder das Lokalisieren des Werkstücks. Der Vorteil: Die Bausteine sind für Roboter unterschiedlicher Hersteller nutzbar und wiederverwendbar, zudem verbergen sie die Komplexität des Programms vor dem Anwender. Sie können hierarchisch angeordnet und zu umfangreichen Programmen gruppiert werden.

Mit „pitasc“ werden anspruchsvolle Fügeprozesse, wie Nieten, Schrauben oder Klipsen, adressiert. Die Software hält eine Vielzahl fertig einsetzbarer Programmbausteine, beispielsweise Folgen eines Ziels oder Aufbringen einer Kraft, bereit. Diese Bausteine können bei der Einrichtung eines Robotersystems je nach Aufgabe unabhängig vom Roboter individuell zusammengestellt werden. Das Prinzip hinter „pitasc“: Mithilfe des sogenannten „Constrained-based Programming“ wird dem Roboter die Bahn nicht mehr im Vorfeld vorgegeben, sondern der Algorithmus berechnet diese zur Laufzeit basierend auf Modellierungen des Prozesses, Zielgrößen und Randbedingungen selbst. Zudem ist eine einmal modellierte Aufgabe einfach auf neue Varianten oder andere Systeme übertragbar.

Für kraftgeregelte Montageprozesse, wie Nieten, Schrauben oder Klipsen, haben die Experten vom Fraunhofer IPA „pitasc“ entwickelt. Die Software hält eine Vielzahl fertig einsetzbarer Programmbausteine bereit (Bild: Fraunhofer)

www.ipa.fraunhofer.de

Halle 7, Stand 7127

Diese drei Beispiele sollen einen kleinen, aber übergreifenden Eindruck von der Themenvielfalt auf der Motek vermitteln. Viele weitere sind vom 9. bis 12. Oktober in Stuttgart selbst erlebbar.

www.motek-messe.de

20 Jahre openautomation

Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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Normen

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Zum Schmunzeln

Mann beim Bäcker: „Ich hätte gerne vier Brötchen.“
Bäcker: „Wenn Sie nur drei nehmen, gibt es eins umsonst!“
(Mann überlegt, wer hier nun der Vollidiot ist.)
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