Data Generation, Collection & Transfer
17.09.2019

VDW: Umati-Companion-Specification V1.0 für Mitte 2020 angekündigt

Der VDW hat auf einer Pressekonferenz während der EMO Hannover ein Update zu den Umati-Spezifikationsarbeiten sowie Details rund um den auf der Messe gezeigte Showcase gegeben: 70 Unternehmen aus zehn Ländern haben 110 Maschinen und 28 Mehrwertdienste auf der EMO über die Standardschnittstelle miteinander vernetzt.

Auf einer Pressekonferenz während der EMO Hannover gab der VDW-Vorsitzende Dr. Heinz-Jürgen Prokop Details rund um Umati bekannt (Bild: VDE VERLAG)

„Umati schlägt damit ein neues Kapitel in der Produktion auf“, sagte Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenhersteller), anlässlich der Umati-Pressekonferenz am 16. September 2019. „Das Universal Machine Tool Interface ermöglicht Werkzeugmaschinenherstellern, ein weiteres Versprechen von Industrie 4.0 einzulösen: den einfachen, schnellen und sicheren Datenaustausch“, so Dr. H.-J. Prokop weiter. Die Verbindung und die einheitliche Sprache von Maschinen, Anlagen und Software seien die wichtigste Voraussetzung, um in der Fertigung Nutzen aus der Digitalisierung zu ziehen. Dass sich die einzelne Firma nicht mehr um eine funktionierende Vernetzung kümmern müsse, sei ein ungeheurer Fortschritt.

Auf dem Weg zur Companion Spec V1.0

Auch international findet die Schnittstelle Zuspruch: Drei Konsortien haben sich bislang der Schnittstelle angeschlossen, Prodnet aus der Schweiz, Edgecross aus Japan und NC-Link aus China. Darüber hinaus unterstützen die Werkzeugmaschinenverbände aus China, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Spanien und Taiwan sowie der europäische Werkzeugmaschinenverband Cecimo das Projekt.

„Die Wahl des OPC-UA-Standards für die Entwicklung der Schnittstelle bringt die internationale Verbreitung voran. Sie stellt sicher, dass Umati weltweit kostenlos genutzt werden kann“, erläuterte Dr. H.-J. Prokop. 90 Unternehmen beteiligen sich an der Weiterentwicklung in der sogenannten Joint Working Group. Die Veröffentlichung einer Companion Specification Version 1.0, der nächste Meilenstein, ist für Mitte kommenden Jahres geplant. Mit der Version 1.0 fällt der Startschuss, um Produkte auf den Markt zu bringen. „Die Marke Umati soll künftig für das Versprechen stehen, dass jeder, der eine Maschine mit Umati kauft und eine Software mit Umati-Schnittstelle im Haus hat, den Datenfluss ohne großen Aufwand in Gang setzen kann“, sagte er weiter.

In seiner Rede verwies der VDW-Vorsitzende darauf, dass der Erfolg von Umati letztendlich davon abhänge, wie die Kunden den Mehrwert der Schnittstelle einschätzen. Die Hersteller ihrerseits müssten diesen Mehrwert zuverlässig bereitstellen. „Dazu benötigen wir verlässliche Partner, die notwendige Bausteine, zum Beispiel Steuerungsarchitektur und Softwarekomponenten zur Verfügung stellen. Das erreichen wir durch enge Zusammenarbeit mit den Steuerungsherstellern und künftig sicherlich auch mit weiten Teilen der Zulieferkette“, sagte der VDW-Vorsitzender Dr. H.-J. Prokop.

EMO-Showcase belegt Funktionstüchtigkeit

Mit dem Showcase auf der EMO Hannover 2019 wollten die Mitstreiter zeigten, dass die Schnittstelle funktioniert. Alle angebundenen Maschinen verfügen über einen OPC-UA-Server, der die Daten an einen eigens für die Messe eingerichteten Datenhub sendet. Dort konnten die Software-Mehrwertdienste über OPC-UA-Clients auf die Daten zugreifen und zeigen, welchen Mehrwert man aus so zugänglichen Daten erzeugen kann. An einem zentralen Informationsstand, zeigte der VDW auf einem Dashboard live, wie die Daten zusammenfließen.

Verbindliche Vorgaben definieren

Um eine ähnliche Verbreitung zu erzielen, wie sie der USB-Stecker im Konsumgüterbereich hat, arbeitet der VDW daran, neben der Companion Specification eine verbindliche Vorgabe für die Konfiguration der Kommunikationsparameter festzuschreiben, Mindestanforderungen für die Implementierung festzulegen und standardisierte Testverfahren zum Nachweis der Leistungsfähigkeit zu entwickeln. Darüber hinaus soll die Marke weiter in die Welt getragen, verbindliche Teilnahmebedingungen für ihre Nutzung definiert und eine tragfähige Organisationsstruktur aufgesetzt werden. „Auch eine Version 2.0 zeichnet sich bereits ab, weil es noch viele Themen, etwa das Management von Fertigungsaufträgen auf den Maschinen oder das Werkzeugmanagement, abzuarbeiten gibt“, so der VDW-Vorsitzende abschließend.

www.umati.info

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