Industrie 4.0
30.04.2019

Sick steigert Umsatz 2018 um 8,3 % auf über 1,6 Mrd. €

Sick blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2018 zurück: Der Auftragseingang wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 % auf 1,7 Mrd. €, der Konzernumsatz um 8,3 % auf 1,63 Mrd. € und die Zahl der weltweit Beschäftigten um 10,5 % auf 9.737 (per 31. Dezember). Nach Unternehmensangaben zahlen sich damit die Investitionen in Start-up-Initiativen aus.

Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG (Bild: Sick)

Zur weiteren Bilanz gibt Sick an, dass das Ebit mit 7,2 % (2017: 9,8 %) unter Berücksichtigung der geplanten massiven Erhöhung der Innovationsausgaben auf nun 11,8 % des Umsatzes auf hohem Niveau bleibt. "Damit wurde die zu Beginn des Jahres prognostizierte Entwicklung erreicht, allerdings durch Überhitzungserscheinungen auf den Beschaffungsmärkten getrübt, die zu erheblichen Mehrkosten auf der Materialkostenseite führten. Des Weiteren belasteten gegenläufige Währungseinflüsse das Ergebnis", heißt es von Unternehmensseite.

„Mit der gezielten Erhöhung des F&E-Anteils steigern wir im Zuge des Technologiewandels hin zu künstlicher Intelligenz unsere Innovationskraft und sichern somit die Zukunftsfähigkeit“, erklärte Dr. Robert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Sick AG, anlässlich der Veröffentlichung der Bilanzkennzahlen. „Die bereits sichtbaren Erfolge unserer Start-up-Initiativen geben uns Recht: So profitiert Sensorintelligenz von Deep Learning und liefert neue Funktionalitäten für Sensoren.“ Auf der Hannover Messe 2019 präsentierte Sick seine neue Softwarelösung basierend auf Deep-Learning-Algorithmen. Anwender von Systemlösungen in der Logistikautomation würden aus dieser neuen Technologie bereits einen Mehrwert schöpfen.

Weltweite dynamische Nachfrage

Sick gibt an, dass neben der Präsenz in den etablierten Märkten auch die Vertriebsaktivitäten in den Wachstumsregionen dieser Welt dazu beitrugen, den Umsatz weiter zu erhöhen: Im Heimatmarkt Deutschland wuchs der Umsatz um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr. "Generell bremste die sich abflachende konjunkturelle Entwicklung im Heimatmarkt die Wachstumsdynamik von Sick in Deutschland. Gerade Kunden aus den Bereichen Automotive sowie Intra- und Transportlogistik hielten sich mit ihren Investitionen im Geschäftsjahr 2018 zurück", berichtet das Unternehmen.

Für die Vertriebsregion Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) wird ein Umsatzplus von 8,5 % angegeben. Besonders starke Wachstumsimpulse seien im Geschäftsjahr 2018 aus allen skandinavischen Ländern gekommen. Hier werden insbesondere die Transportlogistik und die Prozessautomation, z. B. im Bereich von Schiffsemissionsmessungen, genannt, in denen ein herausragendes und nachhaltiges Wachstum erzielt worden sei. In den südwesteuropäischen Ländern verlief das Wachstum nach Unternehmensangaben im Rahmen der Erwartungen. Hier seien gerade im Bereich der Prozessautomation Kunden aus der Öl- und Gasindustrie zurückhaltend in ihrer Nachfrage gewesen. In der Türkei konnte trotz der hohen Wertschwankungen der türkischen Lira ein erfreuliches Wachstum in Euro erzielt werden.

Das Umsatzwachstum in Nord-, Mittel- und Südamerika (Americas) wird mit 10,1 % angegeben. Als wesentlicher Treiber des Wachstums wird die gestiegene Kundennachfrage aus den USA genannt. So habe man das "besonders erfolgreiche" Geschäft mit den US-Kunden aus der Intra- und Transportlogistik sowie der Öl- und Gasindustrie weiter fortführen können. Allerdings sei das erfreuliche Wachstum in der Region durch Wechselkurseffekte beeinträchtigt worden.

Wiederum sehr dynamisch ist das Wachstum in der Region Asien-Pazifik ausgefallen: Mit einem Zuwachs von 12,9 % blieb das Umsatzplus auch 2018 zweistellig. "In China konnte das Geschäftsvolumen erneut erheblich gesteigert werden – und zwar durch Kunden aller Branchen. Der Umsatz konnte ebenfalls in Japan, Singapur und Taiwan stark gesteigert werden. In der gesamten Region Asien-Pazifik belasteten Wechselkurseffekte die positive Umsatzentwicklung, vor allem durch den im Vergleich zum Euro schwächer notierenden chinesischen Renminbi", gibt das Unternehmen an.

Investitionen in die Zukunft

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging im Geschäftsjahr 2018 zurück. "Die sich ergebende Entwicklung spiegelt vor allem die planmäßigen Steigerungen von strukturellen Aufwendungen für die Zukunftssicherung des Unternehmens wider. Wesentlich waren auch die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit angesichts extremer Engpässe auf den Beschaffungsmärkten", heißt es in einer Pressemeldung. In Summe wurde ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von 117,5 Mio. € erwirtschaftet (2017: 148,8 Mio. €).

Zur Sicherung und Stärkung der Marktposition werden von Unternehmensseite angesichts der großen technologischen Möglichkeiten und der dynamischen Wettbewerbssituation hohe Investitionen in dem Bereich Forschung und Entwicklung (F&E) als erforderlich erachtet. Für 2018 werden die F&E-Aufwendungen auf 192,5 Mio. € (2017: 169,4 Mio. Euro) beziffert. Dabei hätten die gesamten Aufwendungen für die Start-up-Initiativen im Jahr 2018 einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag erreicht. Der Schwerpunkt der F&E-Aktivitäten soll unverändert an den Standorten in Deutschland erfolgen.

(Grafik: Sick)

Einhergehend mit dem Umsatzwachstum hat sich im vergangenen Geschäftsjahr auch die Beschäftigtenzahl weltweit um 928 neue Mitarbeiter erhöht. Am Jahresende 2018 beschäftigte der Sick-Konzern insgesamt 9.737 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Jahresende 2017 (8.809 Mitarbeiter) betrug der Zuwachs 10,5 %. Dies sei in erster Linie auf den weltweiten Beschäftigtenaufbau zurückzuführen. Insbesondere in den operativen Produktionsbereichen sowie in F&E, Vertrieb und Service seien neue Mitarbeiter eingestellt worden. Enthalten sind in dem Aufbau auch die Mitarbeiter für die Start-up-Initiativen.

Ausblick auf 2019

"Die Sensorik bleibt eine Wachstumsbranche. Ein relativ stabiles globales Wachstum, eine zunehmende Industrialisierung der Schwellenländer sowie die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Produktion und der Lieferketten sind die Basis für eine steigende Nachfrage nach den Produkten und Systemlösungen der Sensorikbranche", gibt das Unternehmen an.

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019 fällt insgesamt allerdings verhalten aus. Als Unsicherheiten werden genannt: Das globale Wirtschaftswachstum wird derzeit laufend nach unten korrigiert. Die Risiken für die globale Konjunktur haben erheblich zugenommen und erhöhen die Unsicherheit der Prognose. "Aufgrund seiner breiten Branchenpräsenz und seines innovativen Produkt- und Leistungsportfolios ist der Sick-Konzern jedoch aussichtsreich positioniert, um von den zunehmenden Anforderungen – gerade im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 – weiter zu profitieren. Besonders die sehr gute Auftragslage bei Lösungen zur Schiffsemissionsmessung und bei Systemen für die Logistik wird in 2019 das angestrebte Wachstum unterstützen. Die weltweite Präsenz bleibt eine gute Grundlage, um auch 2019 weiter Wachstumschancen zu ergreifen und die Profitabilität des Sick-Konzerns sichern zu können", gibt das Unternehmen an.

www.sick.com

 

 

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Die Grundidee bleibt, die Dimensionen wachsen

„Eine Branche im Umbruch: Anwender fordern in aller Deutlichkeit kostensenkende, flexible und offene Automatisierungslösungen sowie Durchgängigkeit vom Sensor bis zum Management“ – dieser Grundanspruch hat sich über die letzten 20 Jahre nicht geändert, aber die Dimensionen, die neue Technologien mit sich bringen, lassen die Industrie 4.0 Wirklichkeit werden. Immer im Mittelpunkt dabei: Daten – das viel gepriesene Öl des 21. Jahrhunderts. Die Grundidee der vertikalen Integration bleibt, nur das Wording ändert sich heute.

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