News
05.10.2009

ZVEI: Elektrische Antriebstechnik im Sog der Krise

Im Jahr 2009 erwarten die deutschen Hersteller von elektrischen Antrieben einen Rückgang des Umsatzes um 28 % auf 7,7 Mrd...

Im Jahr 2009 erwarten die deutschen Hersteller von elektrischen Antrieben einen Rückgang des Umsatzes um 28 % auf 7,7 Mrd. Euro. Damit findet der sechsjährige Aufschwung mit einem kumulierten Wachstum von 50 % ein rapides Ende. Das sind die aktuellen Prognosen des ZVEI.

Günter Baumüller, Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Elektrische Antriebe

Günter Baumüller, Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Elektrische Antriebe

„Auch der Export, der in den vergangenen Jahren immer eine ausgleichende Stütze auch bei schwächerem Inlandsgeschäft war, ging dieses Mal in der gleichen schmerzhaften Größenordnung zurück“, erklärte Günter Baumüller, Vorsitzender des ZVEI-Fachbereichs Elektrische Antriebe auf der Mitgliederversammlung. Kurzarbeit, auslaufende Zeitverträge und flexible Arbeitszeitregelungen verhinderten bisher einen größeren Stellenabbau. Die Firmen versuchten, die Stammbelegschaft so lange wie möglich zu halten, berichtete G. Baumüller. Trotzdem wird sich die Anzahl der Arbeitsplätze bis zum Jahresende um ca. 4 % auf 49.000 verringern. „Die Lage in den Hauptabnehmerbereichen Maschinenbau und Automobilindustrie lässt für den Rest diesen und den Beginn des nächsten Jahres wenig Hoffnung auf eine Belebung", so G. Baumüller.

 

Das Jahr 2008 schloss noch mit einem Umsatzplus von 3,5 % auf 10,6 Mrd. Euro. „Es markiert einen vorläufigen Höhepunkt, der so schnell nicht wieder zu erreichen ist", stellte G. Baumüller fest. „Wir sind in der Weltrangliste elektrischer Antriebstechnik weiterhin die Nummer 1 vor China. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erhöhte sich der Export nach China nach amtlichen Angaben nochmals um 20 %. Auch wenn inzwischen mehr als 10 % unserer Exporte nach China gehen, konnte das die Gesamtbilanz kaum verbessern."

Elektrische Antriebe insgesamt: Umsatz, Produktion, Export, Import (1997-2009 (vorl.)), Quelle: ZVEI

Elektrische Antriebe insgesamt: Umsatz, Produktion, Export, Import (1997-2009 (vorl.)), Quelle: ZVEI

Elektrische Antriebe: Produktionsanteile für 2009 (geschätzt) in Mio. Euro und Prozent, Quelle: ZVEI

Elektrische Antriebe: Produktionsanteile für 2009 (geschätzt) in Mio. Euro und Prozent, Quelle: ZVEI

Ausblick auf 2010

Auch 2010 wird G. Baumüller zu Folge aus heutiger Sicht ein schwieriges Jahr. Alles hänge davon ab, wie schnell sich die wichtigsten Absatzmärkte erholen. „Als Zulieferer müssen wir mit einer Nachlaufzeit von mindestens einem halben Jahr rechnen. Die Bestelleingänge unserer Kunden müssten sich also bald beleben, damit sie sich noch 2010 spürbar auf unser Geschäft und die Beschäftigung auswirken", erklärt G. Baumüller.

 

Hoffnungsträger Energieeffizienz

Große Potenziale werden vom ZVEI bereits seit Längerem durch den intelligenten Einsatz elektrischer Antriebstechnik propagiert. Damit lassen sich in Industrie, Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen hohe Energieeinsparungen erzielen. „Würden alle in Deutschland installierten Antriebe mit Energiesparmotoren und – dort wo sinnvoll – mit elektronischen Antriebsregelungen ausgerüstet, ergäbe sich eine Stromeinsparung von 38 TWh (38 Mrd. kWh) pro Jahr", stellte dazu G. Baumüller noch einmal heraus. Mit Blick auf die vor Kurzem stattgefundene Verabschiedung der neuen EUP-Verordnung durch das Europäische Parlament schließt er an: „Die deutschen und europäischen Motoren- und Antriebshersteller begrüßen die neue EUP-Verordnung. Sie gibt sowohl den Herstellern als auch den Anwendern Planungssicherheit." Weltweit sei die neue Verordnung wegweisend, da sie erstmals auch intelligente Antriebssysteme, also Elektromotoren mit elektronischer Drehzahlregelung, einschließe. Die neue Regelung sieht vor, dass ab 16. Juni 2011 in Europa Drehstrom-Normmotoren der Größen 0,75 kW bis 375 KW nur noch in Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie mindestens der international genormten Energieeffizienzklasse IE2 entsprechen. Antriebssysteme mit elektronischer Drehzahlregelung werden von der neuen Verordnung ab Januar 2015 adressiert. Ab diesem Datum verkaufte IE2-Motoren dürfen nur noch mit elektronischer Drehzahlregelung eingesetzt werden. Alternativ wird dann der Einsatz von Motoren möglich sein, die mindestens der Effizienzklasse IE3 entsprechen. Diese sind heute noch nicht in der Breite verfügbar.

 

Weitere Informationen unter www.zvei.org.

Video-Tipp

der Redaktion

Der Titan in Hannover

Zu den Publikumsmagneten in Hannover zählte der Roboter "Titan", der die Besucher durch das Siemens Future Forum "führte". Hier demonstrierte er den Zusammenhang zwischen Daten, Software und Hardware.

Zum Schmunzeln

Wussten Sie, dass bereits 53 Flaschen Bier täglich den Kalziumbedarf eines erwachsenen Menschen abdecken?! Das zeigt einmal mehr: Gesunde Ernährung kann so einfach sein!
Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 18.04.2014