Leitebene
01.11.2012

Vorausschauend handeln mit ERP

Beitrag aus openautomation 6/2012 Ob sich ein Unternehmen herausragend oder passabel entwickelt, hängt unter anderem davon ab, ob es aktiv Chancen ergreift oder einfach nur Fehler vermeidet...

Beitrag aus openautomation 6/2012

 

Ob sich ein Unternehmen herausragend oder passabel entwickelt, hängt unter anderem davon ab, ob es aktiv Chancen ergreift oder einfach nur Fehler vermeidet. In diesem Sinn hat sich auch die Rolle von Enterprise Resource Planning (ERP) verändert. Anhand der Ergebnisse einer aktuelle Aberdeen-­Studie und den eigenen Erfahrungen zeigt Epicor auf, welche Werkzeuge ERP-Lösungen heute mitbringen müssen.

Hermann Stehlik ist Vice President Central Europe bei der Epicor Software Deutschland GmbH in Frankfurt/M.

Als Software zur Steuerung von Unternehmen ist ERP das zentrale Mittel der aktiven, vorausschauenden Unternehmensführung. Ursprünglich wurde ERP in der Fertigungsindustrie lediglich für Material Requirements Planning (MRP) ein­gesetzt. Heute dient es als Management­lösung dafür, Potenziale für mehr Effi­zienz zu erkennen und zu nutzen, Kosten zu sparen und Entscheidungen zu unterstützen. Laut der aktuellen Aberdeen-Studie „ERP in Manufacturing 2012: The Evolving ERP Strategy“ hat sich ERP bei Fertigungsunternehmen mittlerweile fast flächendeckend etabliert. Jedoch gibt es feine, aber entscheidende Unterschiede: Erfolgreiche Fertigungsunternehmen passen ihr ERP so an, dass sie damit nicht nur reagieren, sondern aktiv Veränderungen und Anforderungen des Markts umsetzen können. Das geschieht beispielsweise durch erweiterte Funktionen oder den Zugriff auf das ERP auch über mobile Endgräte.

Was nach Aberdeen die „Best-in-Class“ der Fertigungsunternehmen verbindet, sind drei Faktoren:

  • sie können ihr ERP schnell an geschäftliche Veränderungen anpassen,
  • sie haben kontinuierlich abteilungsübergreifende Teams für Verbesserungen im Einsatz und
  • sie integrieren ihre Fertigungsprozesse mit dem Produktdesign.
  • Zu den wichtigsten Empfehlungen gehört daher, Daten im gesamten Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Außerdem ist es wichtig, dass bei bestimmten Konstella­tionen automatisch Alarme an Entscheidungsträger im Unternehmen versandt werden. Darüber hinaus müssen Prognosen und die nachfrageorientierte Planung unterstützt werden. Für Branchen wie die Elektronikindus­trie in Deutschland, deren direkte Investitionen ins Ausland laut dem Branchenverband ZVEI im August dieses Jahres Rekordwerte zeigt, sind zudem spezielle Kriterien an ein ERP zu stellen – allen voran die Fähigkeit, schnell, einfach und auf die Anforderungen einzelner Länder angepasste ERP-Installationen zu realisieren. Als ERP-Spezialist für die Fertigungsindustrie trifft Epicor dabei auf drei Kernaspekte, die insbesondere von Elektronikherstellern mit Expansionsplänen gefordert werden:
  • die Mehrsprachigkeit der ERP-Software und des Supports vor Ort in ihren Zielländern,
  • die Möglichkeit, über Two-Tier-Strate­gien schlanke und einfach zu administrierende Systeme auch bei Auslandsniederlassungen zu installieren und
  • eine flexible Software, die unternehmerisches Wachstum und Veränderungen durch einfach zu integrierende Funk­tionsmodule aktiv fördert.

 

 

Der Weg dorthin erfordert eine Migration der bestehenden Systeme – ob ein Mix aus heterogenen Einzelapplikationen oder veraltete ERP-Anwendungen – in eine moderne ERP-Umgebung. Gerade für die Fertigungsindustrie haben die Epicor-Projektexperten vier grundlegende Empfehlungen zur ERP-Auswahl und Migra­tionsplanung entwickelt, die insbesondere auch die Wirtschaftlichkeit eines ERP-Systems bestimmen:

Hermann Stehlik ist Vice President Central Europe bei der Epicor Software Deutschland GmbH in Frankfurt/M.

Hermann Stehlik ist Vice President Central Europe bei der Epicor Software Deutschland GmbH in Frankfurt/M.

Bereinigte Gesamtdaten

ERP kann strategische Geschäftsentscheidungen, Planungen oder Forecasts nur dann unterstützen, wenn Daten konsistent, aktuell und zentral vorgehalten werden – über alle Niederlassungen und Ländergrenzen hinweg. Erfolgt vor der ERP-Migration in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen eine Datenbereinigung und Konsolidierung, gelingt mithilfe von Automatisierungs-Tools die kontrollierte Übertragung der Unternehmens­daten in das neue System weitgehend ohne manuelle Eingriffe.

 

Flexible Softwaremodelle

Gerade für internationale Geschäftsstrategien ist es wesentlich, dass ein ERP-System in eigenen Rechenzentren ebenso betrieben werden kann wie auch als Hosting-Lösung bzw. als Managed Service oder einer Kombination aus allen. Dies beschleunigt den Aufbau neuer Niederlassungen, lässt technisch und zeitlich die nötigen Freiheiten für den Ausbau individueller ERP-Strategien und spart Kosten – ohne auf die Vorteile einer einheitlichen ERP-Umgebung verzichten zu müssen.

 

Offenheit für Drittsysteme

Service-orientierte Architekturen (SOA) der ERP-Software erlauben es, über Integrationskomponenten Drittlösungen einfach anzubinden. So können bestehende Spezialanwendungen erhalten bzw. künftige Erweiterungen und neue Applika­tionen frei gewählt werden, ohne das ERP-Kernsystem verändern zu müssen. Das ist ein wichtiger Aspekt, um spätere Release-Wechsel nicht zu beeinträch­tigen. Zudem vereinfacht SOA die Erweiterung von ERP auf mobile Endgeräte, um Mitarbeiter unterwegs direkt in Unternehmensprozesse einbinden zu können.

 

Nachweisbare Branchenkompetenz

Ein ERP-Anbieter mit leistungsfähigen Branchen-Suites und Templates sollte rund 85 % der nötigen industriespezifischen Funktionen „out-of-the-box“ erreichen. Die restlichen Anpassungen gestalten sich einfach über Konfigura­tionen, sofern die Software auf SOA basiert. Dadurch bleiben Programmcode-Änderungen die Ausnahme, zusätzliche Kosten für Spezialisten oder Mehraufwand bei Updates entfallen.

 

Die Branchenerfahrung der Implementierungs- und Supportteams des ERP-Anbieters stellt sicher, dass von der Mi­gra­tion bis zum laufenden Betrieb die Besonderheiten eines Industriesektors berücksichtigt werden und die Abstimmung mit den Fachabteilungen reibungslos gelingt. Hilfreich ist zudem ein aktives User-Netzwerk, wodurch ERP-Anbieter ­beschleunigt die Anforderungen einer Branche umsetzen können.

 

Aspekte für hohe Wirtschaftlichkeit mit ERP

Damit ein ERP-System seinen eigentlichen Wert als Motor der Unternehmensentwicklung ausspielen kann und damit auch einen schnellen Return-on-Investment zeigt, sind zwei weitere Aspekte von zentraler Bedeutung: Integriertes Business Process Management (BPM) gekoppelt mit Business Intelligence (BI) sowie eine von Beginn an quantitative Messung der ERP-Effekte im Hinblick auf höhere Produktivität und Kostenreduk­tion.

 

BPM und BI als nativer Teil von ERP versetzen Unternehmen in die Lage, ihre tatsächlichen Prozesse in Echtzeit analysieren zu können, realistische Prognosen und Forecasts zu erstellen und auf dieser Basis Optimierungsmöglichkeiten direkt umzusetzen. An diesem Punkt kommt der Vorteil von ERP-Software als SOA zum Tragen: Sie erlaubt es auf einfache Weise, Prozesse beschleunigt neu zu gestalten oder Funktionen neu einzuführen. So gelingt es, Unternehmen aktiv zu steuern und nicht nur reaktiv Veränderungen hinterherzuhinken.

 

Epicor rät Unternehmen zudem, ihr ERP und damit verbundene Effekte und Maßnahmen mit konkreten Zielen und quantitativen Messungen zu verbinden. Nur dann profitieren sie von einer klaren Sicht darauf, welchen wirtschaftlichen Einfluss einzelne Prozesse auf das Gesamtunternehmen haben. Dann lässt sich auch nachweisen, ob und inwiefern Optimierungsmaßnahmen greifen.

 

Fazit

Fertigungsunternehmen, die wachsen und expandieren wollen, benötigen eine ERP-Lösung, die ihnen auch die Werkzeuge dafür an die Hand gibt – durch einen detaillierten Blick in Echtzeit in Unternehmensabläufe, Analyse-Tools zu deren Bewertung und die Möglichkeit, sofort Änderungen umzusetzen. Damit ist die Basis für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung gelegt und der Weg, zu den „Best-in-Class“ zu gehören, geebnet.

 

Hermann Stehlik

 

Weitere Informationen unter www.epicor.de. Beitrag als PDF downloaden

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