Management & Business
17.05.2017

Spitzencluster "it´s OWL" gibt Gründung von Engineering Collaboration Lab (E-Co-Lab) bekannt

Erfolgreiches Engineering betreiben Unternehmen dann, wenn sie die Komplexität ihrer Entwicklungsprojekte beherrschen. Konkret heißt das: Transparenz und „First Time Right“. Der Trend geht zu durchgängigen Engineering-Lösungen, die aber gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen oft schwer zugänglich sind: In Ostwestfalen-Lippe entsteht im Spitzencluster "it’s OWL" mit dem E-Co-Lab ein Netzwerk, in dem Unternehmen durchgehendes Engineering mit geringem Aufwand ausprobieren und Erfahrungen austauschen können.

Bauen mit dem E-Co-Lab ein Netzwerk für durchgängiges Engineering auf: Damien Marchand (Dassault Systèmes), Thomas Böck (CLAAS), Georg Kraft (Dassault Systèmes), Prof. Roman Dumitrescu (it's OWL, Fraunhofer IEM), Prof. Jivka Ovtcharova (KIT), Dr. Christian Tschirner (Fraunhofer IEM) und Matthias Knoke (Miele) (Bild: Michael Adamski)

 

Die Idee des E-Co-Lab ist, Unternehmen über einen Testzugang die Möglichkeit zu geben, eine Engineering-Lösung zu testen. So sollen sie beispielsweise an einem eigenen Projekt den Nutzen verschiedener Anwendungen für die eigene Entwicklungsarbeit testen und validieren können. Als Engineering-Umgebung dient die "3DEXPERIENCE"-Plattform von Dassault Systèmes, die besonderen Wert auf einen durchgängigen Engineering-Prozess und eine vernetzte Zusammenarbeit legt.

„Durchgängigkeit in der Produktentwicklung mechatronischer Systeme bedeutet, dass die verschiedenen Aspekte des Entwicklungsprozesses, wie Anforderungsmanagement oder die Systemsimulation, mithilfe einer gemeinsamen Datenbasis miteinander verknüpft sind. So wird die effiziente Zusammenarbeit großer und interdisziplinärer Entwicklerteams ermöglicht“, so Matthias Knoke, Leiter Virtuelle Produktentwicklung bei Miele. Für den Haushaltsgerätehersteller ist besonders die Nachverfolgbarkeit im Entwicklungsprozess wichtig. So entwickelten Miele, Dassault Systèmes und das Fraunhofer IEM mit einem solchen Testzugang bereits 2015 einen vielbeachteten Demonstrator für die Hannover Messe.

Das Spitzencluster gibt an, dass moderne Softwarelösungen dem Mittelstand zwar viel Potenzial bieten, er sich mit der Nutzung aber schwer tut: Das Vorgehen sei unklar, die hohen Investitionskosten schreckten ab. Deshalb würden Unternehmen meist zu vermeintlich überschaubareren und kostengünstigeren Einzellösungen greifen. Eine durchgängige Produktentwicklung ist hiermit aber schwer umzusetzen. „Umfragen belegen, dass genau diese durchgängigen Werkzeugketten, in Verbindung mit einem sinnvollen methodischen Ansatz in der Industrie als Erfolgsrezept bereits erkannt aber noch nicht umgesetzt werden“, erläutert Prof. Dr.-Ing. Roman Dumitrescu, Direktor am Fraunhofer IEM und Geschäftsführer "it’s OWL", der bereits 2013 den Nutzen durchgängiger Werkzeugketten in der Studie „Systems Engineering in der industriellen Praxis“ herausgestellt hat. Das Fraunhofer IEM arbeitet seit Jahren mit dem Ansatz des Systems Engineering. Im Spitzencluster "it’s OWL" und darüber hinaus haben die Wissenschaftler das Entwickeln mit Softwareunterstützung speziell im Mittelstand erprobt. Dreh- und Angelpunkt ihrer Arbeit ist das Systems Engineering (SE) Live Lab, in dem das E-Co-Lab angesiedelt wird.

Breites Netzwerk mit Erfahrungsaustausch

Mit dem E-Co-Lab baut das Fraunhofer IEM nun ein Netzwerk über die Region OWL hinaus auf. Der Zugang zu einer Testumgebung für das durchgängige Engineering soll deutschlandweit ermöglicht werden. Der Partner T-Systems will durch sein IT-Infrastruktur-Angebot die Verfügbarkeit und Datensicherheit des Labs sicherstellen. Neben Miele hat der Landmaschinen-Hersteller Claas ebenfalls so einen Testzugang erprobt. Weitere Partner sollen folgen, darunter auch Forschungseinrichtungen wie das KIT in Karlsruhe. Den Erfahrungsaustausch der einzelnen „Tester“ ermöglichen die Organisatoren zum einen über ein virtuelles Netzwerk und zum anderen über regelmäßige Veranstaltungen. Erste Ergebnisse werden auf dem Tag des Systems Engineering TdSE vorgestellt, der vom 8. bis 10. November 2017 im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn stattfindet.

Aufruf zur Teilnahme

Unternehmen, die Interesse am E-Co-Lab und am Erfahrungsaustausch haben, können sich bei Dr.-Ing. Christian Tschirner, Fraunhofer IEM (Tel.: 05251-5465334, Mail: Christian.Tschirner(at)iem.fraunhofer.de) melden. Geplanter Projektstart für das E-Co-Lab ist Sommer 2017.

Aktuelle Informationen unter www.selive.de

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