Industrie 4.0
09.11.2017

Siemens steigert Ergebnis im industriellen Geschäft 2017 um 8 % auf 9,5 Mrd. €

Am 9. November gab Siemens auf seiner Jahrespressekonferenz die Zahlen für das vierte Quartal 2017 sowie das vorläufige Ergebnis des Geschäftsjahres 2017: Die Umsatzerlöse nahmen 2017 um 4 % auf 83 Mrd. € zu; der Auftragseingang liegt bei 85,7 Mrd. € und damit 1 % unter Vorjahr.

Auf der Jahrespressekonferenz 2017 in der Siemens-Konzernzentrale in München: Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG (Bild: www.siemens.com/presse)

"Nach einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2016 haben wir auch 2017 ein weiteres operatives Rekordjahr abgeliefert", sagte Joe Kaeser, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG, auf der Pressekonferenz in München. Mit Blick auf die Zahlen konkretisierte er "Der Umsatz stieg um 4 % auf 83 Mrd. €. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um Währungsumrechnungs- und Portfolioeffekte, legte er um 3 % zu. Der Wachstumstrend beim Umsatz hält wie versprochen an."

Den Gewinn im industriellen Geschäft gab J. Kaeser mit 9,5 Mrd. € an, was einem Plus von 8 % entspricht. "Wie sehr sich das Niveau verändert hat, zeigt vor allem ein Blick zurück auf das Geschäftsjahr 2013, dem Aufsatzpunkt unserer Unternehmensstrategie Vision 2020", erinnert J. Kaeser.

(Bild: Siemens AG)

Den Gewinn nach Steuern gab er mit 6,2 Mrd. € an. "Das unverwässerte Ergebnis je Aktie (für den Gewinn nach Steuern) lag damit bei 7,44 €. Hier können wir sagen: Siemens wächst auch profitabel.
Wir haben damit unsere Prognose, die wir im Laufe des Jahres zwei Mal angehoben hatten, trotz der zunehmend widrigen Marktverhältnisse bei der Energieerzeugung, in jedem Punkt erfüllt.
Wir können also vier grüne Haken setzen. Wir haben auch in 2017 gehalten, was wir versprochen haben. Und das nunmehr im vierten Jahr in Folge", zog der Vorstandsvorsitzende als Bilanz. "Das ist eine großartige Leistung unseres globalen Teams von über 380.000 Kolleginnen und Kollegen - inklusive unserer Auszubildenden -, die im Geschäftsjahr 2017 hervorragende Ergebnisse erzielt haben, die sogar über dem historischen Erfolg des letzten Jahres liegen."

(Bild: Siemens AG)

Mit Blick auf 2018 sagte er: "Wir haben in einzelnen Geschäften strukturelle Marktveränderungen zu bewältigen. Für das Geschäftsjahr 2018 liegt sehr viel Arbeit vor uns. Wir werden unsere Chancen im Markt nutzen und Herausforderungen umsichtig, verantwortungsvoll und konsequent angehen."

Digital Factory margenstärkste Division 2017

"Bei der digitalen Fertigung führt kein Weg an Siemens vorbei: Die Division Digital Factory lieferte erneut ein exzellentes Geschäftsjahr ab", sagte Finanzvorstand Ralf P. Thomas. "Insbesondere das kurzzyklische Geschäft wuchs stark – zum Beispiel in China im abgelaufenen Quartal um 27 %." Er verwies zudem auf die bereits angekündigten Sondereffekte in Verbindung mit der Akquisition von Mentor Graphics, die das ausgewiesene Ergebnis mit insgesamt 104 Mio. € im Geschäftsjahr 2017 beeinträchtigen. "Mit einer berichteten Ergebnismarge von 18,8 % war DF dennoch die margenstärkste Siemens-Division im abgelaufenen Geschäftsjahr", erklärte er weiter.

Process Industries and Drives sei auf einem anstrengenden, aber dennoch richtigen Weg. "Sowohl im vierten Quartal als auch im gesamten Geschäftsjahr stiegen Auftragseingang und Ergebnis. Die eingeleiteten Maßnahmen beginnen also zu greifen", gab er an. Es sei aber noch zu früh, Entwarnung zu geben: "Die Herausforderungen, insbesondere im Geschäft mit Large Drives, bleiben bestehen – und damit auch die Notwendigkeit, die strukturellen Anpassungen konsequent fortzusetzen. Auch die Entwicklung der Rohstoffindustrie in ihrer Gesamtheit werden wir im Auge behalten müssen."

(Bild: Siemens AG)

Innovation treibt Digitalisierung, Digitalisierung treibt Innovation

"Wir haben unseren Vorsprung in der industriellen Digitalisierung weiter ausgebaut. Das zeigen auch die Zahlen: Insgesamt stieg unser Umsatz mit Software und digitalen Dienstleistungen im abgelaufenen Geschäftsjahr um ein Fünftel auf 5,2 Mrd. €", berichtet J. Kaeser.

Was viele nicht wüssten: "Siemens gehört schon heute zu den zehn größten Softwareunternehmen der Welt. Und mit fast 23.000 Softwareingenieuren haben wir auch eine enorm starke Mannschaft", so J. Kaeser. "Mit dem Ausbau unserer digitalen Plattformen, Applikationen und Dienstleistungen kommen wir gut voran. Wir erwarten, dass unsere Software und unsere digitalen Dienstleistungen weiterhin unser Wachstum voranbringen."

In diesem Zusammenhang führte er folgende Beispiele an:

  • "Unsere Digital Enterprise ist weltweit unerreicht. Kunden in aller Welt nutzen unsere Software, um schneller, effizienter, flexibler und qualitativ hochwertiger zu fertigen – egal ob sie Turnschuhe herstellen, Autos bauen oder als ,hidden champions' und Mittelständler den Weltmarkt beherrschen.
  • Mit gezielten Zukäufen wie Mentor Graphics haben wir unser Angebot bei industrieller Software komplettiert. Wir haben heute das weltbeste Portfolio für die Industrie: Keiner unserer Wettbewerber kann ganze Fabriken in einer virtuellen Welt entstehen lassen.
  • Keiner kann die Abläufe und Prozesse von der Idee für ein Produkt über die Fertigung bis zum Service ganzheitlich als ,digitalen Zwilling' virtuell abbilden. Wir sind deutlich führend bei Industrie 4.0.
  • 170.000 Kunden nutzen unsere PLM-Software, Tendenz stark steigend.
  • 29 der 30 weltweit größten Autohersteller verwenden PLM-Software von Siemens,
  • genauso wie 18 der größten 20 Luft- und Raumfahrtunternehmen und alle Top-20-Flugzeugmotorenhersteller. Hier geht es also um Branchen, in denen höchste Präzision gefragt ist. Und in denen ist Siemens gefragt.
  • Und mit Mindsphere – unserem cloudbasierten Betriebssystem für das Internet der Dinge – werden wir noch stärker. Damit können Kunden die Daten ihrer Anlagen erfassen, analysieren und neue Geschäftsmodelle entwickeln. MindSphere kommt bei unseren Kunden an! Wir wollen daher im laufenden Geschäftsjahr den Rollout forcieren, über alle Branchen hinweg."

 Ausblick auf 2018

Als Ziele für 2018 gab Ralf P. Thomas an: "Wir erwarten eine Ergebnismarge von 11 % bis 12 % für unser Industrielles Geschäft. Aufwendungen für Personalrestrukturierung sind dabei ausgeklammert."

Dem fügte J. Kaeser an: "Wir behalten die Ziele der Vision 2020 fest im Blick. Mit der Umsetzung dieses langfristig angelegten Strategiekonzepts haben wir Siemens deutlich stärker gemacht. An uns führt bei der industriellen Digitalisierung kein Weg vorbei." Nun sieht er es an der Zeit, die Weichen über 2020 hinaus zu stellen. Worauf kommt es dabei an? "Zunächst gehen wir in unseren Überlegungen davon aus, dass nicht die größten und diversifiziertesten Unternehmen im digitalen Industriezeitalter erfolgreich sein werden, sondern diejenigen, die sich am besten an die sich rasant verändernden Umgebungsbedingungen anpassen. Und genau daran wollen wir weiter arbeiten. Beim Siemens der nächsten Generation geht es deshalb vorrangig um die optimale Kombination dreier wichtiger Aspekte: die Werterhaltung der ,Mega'-Marke Siemens; eine noch stärkere Fokussierung der einzelnen Geschäfte auf ihre jeweiligen kritischen Erfolgsfaktoren; und eine flexiblere und damit effizientere ,Governance'.

(Bild: Siemens AG)

Aus seiner Sicht ist die Marke Siemens so stark wie die Marke weniger anderer Unternehmen. "Sie steht für Innovation, Qualität, Vertrauen und Stabilität. Sie öffnet Türen in aller Welt. Siemens ist heute so angesehen wie noch nie. Das beweisen auch die Ergebnisse der Forbes-Umfrage, in der Siemens zum angesehensten Unternehmen der Welt gewählt wurde", so J. Kaeser.

Für die Zukunft ist er überzeugt, dass die Geschäfte noch deutlich fokussierter sein müssen. "Sie müssen mit den Spezialisten der Branche mithalten können und mindestens so gut sein wie deren stärkster Wettbewerber", erklärte J. Kaeser. Dabei müssten die Siemens-Geschäfte mit so wenig administrativem Aufwand wie möglich und so viel administrativer Unterstützung wie nötig geführte werden. "Bei einem Thema werden wir keine Abstriche machen, nämlich bei Compliance. Hier gilt weiterhin null Toleranz für gesetzeswidriges Verhalten", sagte der Vorstandsvorsitzende.

Diese Überlegungen sollen die Grundprinzipien für die Unternehmensgestaltung über 2020 hinaus sein. "Unter dem Arbeitstitel Vision 2020+ werden wir unser Haus noch stärker machen und es für die digitale Zukunft zuverlässig vorbereiten. Wir werden im Managementteam in den kommenden Monaten intensiv darüber sprechen und noch in 2018 zu Ergebnissen kommen. Das Ziel von Vision 2020+ ist schon jetzt klar: Wir wollen Siemens noch besser für die Zukunft rüsten. Wir möchten die Chancen der industriellen Digitalisierung für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre noch stärker als bisher nutzen. Und wir haben verstanden, dass Konglomerate alten Zuschnitts keine Zukunft haben. Deshalb werden wir uns auf die Suche nach einer Unternehmensform moderner Prägung machen, in der die integrative Kraft der Marke sich mit der Beweglichkeit des Neuen verbindet und von einer adaptiven Governance unterstützt wird. Das ist die Aufgabe, mit deren Lösung wir uns nicht bis 2020 Zeit lassen", sagte J. Kaeser abschließend.

www.siemens.com

 

 

 

 

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