Industrie 4.0
13.03.2017

Pilz: MRK im Fokus

Auf einer Hannover-Messe-Vorpressekonferenz bei Pilz in Ostfildern war unter anderem die Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) ein wesentliches Thema. Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung, beschreibt die Bedeutung des Themas. Auf der Hannover Messe wird ihr Unternehmen neue Lösungen dazu präsentieren.

Renate Pilz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Pilz GmbH & Co. KG, erläutert die Bedeutung von MRK (Bild: VDE VERLAG)

Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration gibt es keine trennenden Schutzzäune mehr zwischen Mensch und Roboter. "Im Gegensatz  zur  ,klassischen',  umhausten Roboterapplikation, die keine direkte Kollision  vorsieht,  lässt die  Mensch-Roboter-Kollaboration  diese grundsätzlich  zu  – Kollisionen  zwischen  Maschine  und  Mensch können  ein  reales  Szenario  sein.  Das  könnte richtig weh tun", sagt Renate Pilz. Aus ihrer Sicht wird dieses Szenario oft nicht ausreichend betrachtet. "Im Unterschied zur Kooperation teilen sich bei der Kollaboration Mensch und Roboter einen gemeinsamen Arbeitsraum, hier treffen Mensch und Maschine mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften direkt aufeinander", stellt sie heraus. Als Stärken bzw. Vorteilen der Maschine nennt sie, unter anderem  Zuverlässigkeit,  Ausdauer und  Wiederholgenauigkeit. Die Stärken  des  Menschen seien seine Geschicklichkeit, Flexibilität  und Entscheidungsvermögen. Um diese sinnvoll zu verbinden, müssten zwingend bestimmte Voraussetzungen erfüllt  sein. R. Pilz: "Zum  einen  braucht  die  Mensch-Roboter-Kollaboration  zuverlässigere  Steuerungen  und  auch  intelligente,  dynamische Sensoren.  Zum  anderen  die  normativen Grundlagen.
Das  bislang  hier  herrschende  Normen-Vakuum ist nun im Begriff, sich zu füllen: Um Lösungswege  aufzuzeigen,  wurde  das  internationale  Normengremium  ISO/TC  184/SC2 WG3 beauftragt, die Technische Spezifikation ISO/TS  15066  ,Robots  and  Robotic  Devices  – Collaborative industrial robots' zu erarbeiten. Als Mitglied in dieseminternationalen  Normengremium  hat  Pilz aktiv  an  der  Ausgestaltung  mitgewirkt."

Diese Norm ist wesentlich für die Mensch-Maschine-Kollaboration im industriellen Umfeld. "Ihre Anwendung  ist kein ,Kann', sie ist ein ,Muss'", stellt die Vorsitzende der Geschäftsführung heraus. Auf dieser Basis müsse dann die komplette Applikation, der komplette Raum, in dem sich Mensch und Roboter begegnen werden, betrachtet werden. "Die noch immer verbreitete Ansicht, schon der Roboter per se könne sicher sein, ist zu kurz gedacht – einen sicheren ,eierlegenden Wollmilchsau-Roboter', der alle möglichen Anwendungsfälle abdeckt – wird es nicht  geben.  Auch  nicht  die  eine  sichere Sensorik, die alle möglichen Anwendungsfälle sicherheitstechnisch abdeckt", sagt sie weiter. Um dennoch Schutz und Sicherheit tatsächlich zu erreichen, werden aus ihrer Sicht oftmals Kombinationen nötig  sein, die über den Roboter hinaus aus sicherer sowie taktiler Sensorik bestehen müssen. "Dazu unerlässlich: Jede neue Roboter-Mensch-Zusammenarbeit muss separat und individuell betrachtet werden. Für eine schnelle, dynamische, produktive und sichere Zusammenarbeit zwischen Mensch und ,Kollege Roboter'", so R. Pilz.

MRK auf der Hannover Messe

Auf der Hannover Messe wird Pilz an einem Beispiel zeigen, wie MRK heute schon sicher umgesetzt werden kann. Auf dem Messestand wird eine nach dem Prinzip der Leistungs- und Kraftbegrenzung und komplett mit Produkten aus dem Portfolio von Pilz abgesicherte MRK-Applikation zu sehen sein. Hier kommen auch zwei neue Pilz-Produkte für die sichere MRK zum Einsatz. Mit dem innovativen Kraft- und Druckmesssystem "PROBms" bietet Pilz ein komplettes Paket für die Validierung von MRK-Applikationen an. Im Set enthalten ist ein Kollisionsmessgerät nach ISO/TS 15066. Das Kraft- und Druckmesssystem ist international auf Mietbasis erhältlich. Dank jederzeit exakter Messung kann damit die Produktivität und Zuverlässigkeit von MRK-Anwendungen erhöht werden.

Auch der neue Safety Laser Scanner "PSENscan" unterstützt Anwender von Roboterapplikationen: Insbesondere in schlecht einsehbaren Gefahrenbereichen solcher Applikationen können Personen leicht unbemerkt bleiben. Im Gegensatz zur Absicherung durch Lichtgitter überwacht "PSENscan" permanent den gesamten Gefahrenbereich. So wird ein Wiederanlaufen verhindert, falls sich noch eine Person im Gefahrenbereich befindet. Dies sorgt für eine gesteigerte Produktivität sowie Ergonomie der Anlage und erhöht gleichzeitig die Sicherheit.

www.pilz.com

 

 

 

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