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26.03.2010

Kontron: 6 % Umsatzrückgang im Jahr 2009

Die im TecDAX notierte Kontron AG, mit rund 2.500 Mitarbeitern weltweit führender Anbieter von Embedded-Computer-Technologie, hat trotz der weltwirtschaftlich anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen das zu Beginn des Geschäftsjahres 2009 formulierte Ziel der kontinuierlichen Profitabilität erreichen können...

Die im TecDAX notierte Kontron AG, mit rund 2.500 Mitarbeitern weltweit führender Anbieter von Embedded-Computer-Technologie, hat trotz der weltwirtschaftlich anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen das zu Beginn des Geschäftsjahres 2009 formulierte Ziel der kontinuierlichen Profitabilität erreichen können. In der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die vor allem den wichtigen Absatzmarkt der industriellen Automation und dort besonders den Maschinenbau getroffen hat, wurde ein geringer Umsatzrückgang von 496,7 Mio. Euro auf 468,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Stabilisierend wirkte sich die in den Vorjahren eingeleitete Diversifikation in Bezug auf Technologien, Regionen und vertikale Märkte aus. Ein konsequentes Kostenmanagement und ein solides Finanz- und Kapitalpolster ermöglichte eine erneute strategische Verstärkung in den wichtigen Zukunftsmärkten Transportation, Medical und Government wie auch bei der Produkt-Range.

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Vor allem aufgrund der Schwäche im margenstarken Automationsmarkt und eines starken Anstiegs des noch margenschwächeren Original Design Manufacturer-Geschäfts (ODM) in Asien war das Ergebnis (EBIT) einem erhöhten Margendruck ausgesetzt und ging von 46,9 Mio. Euro auf 30,1 Mio. Euro zurück. Die Earnings per share lagen bei 41 Cent gegenüber 67 Cent in 2008. Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet das Unternehmen - abhängig von der weltwirtschaftlichen Entwicklung - mit einer Stabilisierung bzw. einem leichten Wachstum. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, der Hauptversammlung am 9. Juni 2010 wie in den beiden Vorjahren auch die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 20 Cent je Aktie vorzuschlagen.

 

Umsätze konjunkturell unter Druck

2009 lagen die Erlöse der Kontron AG rund 6 % unter dem Vorjahreswert. Grund hierfür war vor allem der Nachfragerückgang im Zug der Finanzkrise in Europa. Das hier traditionell margenstarke Geschäft mit Systemen, vor allem im Bereich der Automation, musste Einbußen hinnehmen. Der Anwendungsbereich Automation schrumpfte um über 20 % und ging von 23 % auf 18 % Anteil am Gesamtumsatz zurück. Leichte Rückgänge verzeichneten auch die Felder Gaming/Infotainment und währungsbedingt auch Energie. Produkte in den konjunkturunabhängigeren Bereichen Transport, Government, Telekommunikation und Medizin hielten sich stabil bzw. kurbelten das Geschäft an, konnten aber die Rückgänge in den vorgenannten Bereichen nicht voll kompensieren. Das Asien-Geschäft spürte die Rezession weniger stark - bei allerdings in der Regel niedrigeren Margen. Die größten Zuwächse verzeichneten China und Russland - die beiden Märkte haben zusammen mittlerweile einen Anteil von 29 % am Gesamtumsatz. Der europäische Anteil am Gesamtumsatz dagegen sank von 46 % auf 40 %; das Amerika-Geschäft mit mittlerweile 31 % Umsatzanteil blieb konstant.

 

Starkes viertes Quartal

Im vierten Quartal konnte Kontron einen Umsatz von 135 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) von 10 Mio. Euro erzielen. Damit waren die letzten drei Monate des Jahres 2009 wie erwartet traditionsgemäß das stärkste Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres, lagen jedoch entsprechend der Entwicklung im Gesamtjahr unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (Umsatz 140 Mio. Euro, EBIT 13 Mio. Euro). Negativ ausgewirkt hat sich die Verknappung am weltweiten Komponentenmarkt und die daraus resultierende Allokation: Durch diese Zuteilungspolitik entstanden Lieferzeiten von teilweise mehr als 30 Wochen, sodass Kontron nur durch eine massive Aufstockung der Lagerbestände (92 Mio. Euro gegenüber 71 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum) seine Produktion für die weiteren Monate absichern musste. Auch die Kosten für die Integration der schweizerischen Digital-Logic AG, die im September mehrheitlich übernommen worden war, wirkten sich auf den operativen Cashflow aus, der in diesem Quartal 6 Mio. Euro betrug und zum Ende des Jahres bei insgesamt 23,9 Mio. Euro lag (gegenüber 27,5 Mio. Euro im Vorjahr).

 

Der Kassenbestand blieb zum Jahresende mit 80 Mio. Euro weiterhin auf hohem Niveau und lag somit deutlich über dem Vorjahreswert von 53 Mio. Euro. Der Periodenüberschuss sank auf 8,2 Mio. Euro gegenüber 9,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Dagegen konnten die für die weitere Geschäftsentwicklung so wichtigen Design Wins stabil auf hohem Stand gehalten werden - ihr Volumen von 74 Mio. Euro lag auf dem Niveau des vierten Quartals 2008 (76 Mio. Euro). Größere Entwicklungsaufträge kamen vor aus allen wichtigen Regionen und sind für die vor allem Anwendungsgebiete Telekommunikation, Government, Energie und Transportation bestimmt.

 

Ausbau von Auftragslage, Präsenz und Angebot

Der Auftragsstand war nicht nur im vierten Quartal sondern auch auf das Gesamtjahr gesehen positiv: Er stieg zum Ende des Jahres auf 306 Mio. Euro gegenüber 291 Mio. Euro im Vorjahr. Die Design Wins entwickelten sich wieder sehr positiv: Als wichtiger Indikator für die mittel- und langfristige Geschäftsentwicklung kletterten sie erneut auf einen historischen Höchststand - von 428 in 2008 auf 447 Aufträge bzw. von 317 Mio. auf 361 Mio. Euro beim Volumen. Kontron profitiert hier vom wachsenden Kostendruck auf Kundenseite und vom anhaltenden Outsourcing-Trend. Zusätzlich wurde die Präsenz in wichtigen Märkten weiter gestärkt, unter anderem durch eine neue Vertriebskooperation von Kontron mit Emerson Network Power im japanischen Markt und ein neues Vertriebs- und Supportzentrum im strategischen Markt Indien. Das Software- und Service-Angebot sowie die Zusammenarbeit mit dem wichtigen Partner Intel hat Kontron durch die Kooperation mit Wind River (seit 2009 eine Intel-Tochtergesellschaft) beim weltweiten Vertrieb erweitert. Die Akquisition der schweizerischen Digital-Logic AG im September hat die Produkt-Range gestärkt und soll künftig für konkrete Zuwächse bei den margenstarken Segmenten Government, Transportation und Medizin im mitteleuropäischen Raum sorgen.

 

Sparmaßnahmen wirken weiter

Die operativen Kosten beliefen sich 2009 auf 101 Mio. Euro. Sie lagen damit 11 Mio. Euro niedriger als im Vorjahr. Hier haben sich bereits die Investitionen in schlankere Prozesse und Organisationen ausgewirkt. Auch das langfristig angelegte Profit Improvement Programm zeigte Wirkung: Die Produktionsverlagerung in den kostengünstigen, eigenen Produktionsstandort in Malaysia hat zu einem asiatischen Anteil von 60 % an der Gesamtproduktion geführt. Fertigungskapazitäten in vergleichsweise teuren Standorten, wie Nordamerika und Europa, wurden weiter zugunsten des Standorts in Penang abgebaut. Auch in anderen Bereichen wurden Zentralisierungsmaßnahmen ergriffen und wieder Einsparpotenziale erzielt. Auch die Reduzierung bei der Mitarbeiterzahl von 2.536 auf 2.487 trug zu dem Kostenrückgang bei - unter Berücksichtigung der 107 übernommenen Mitarbeiter der Digital-Logic AG wurden netto 156 Arbeitsplätze abgebaut.

 

Finanziell gut abgesichert

Die Liquiditätssituation der Kontron AG wird nach wie vor als solide angegeben. Der Kassenbestand lag zum Jahresende bei 80 Mio. Euro (Vorjahr: 53,1 Mio. Euro). Die Steigerung ist in erster Linie zurückzuführen auf die Ende Juli erfolgte Kapitalerhöhung durch die Ausgabe neuer Stückaktien, die von einem der weltweit führenden Private-Equity-Unternehmen, der Warburg-Pincus-Gruppe, gezeichnet wurden. Damit erhöhte sich das Grundkapital der Kontron AG von 50,8 Mio. Euro auf 55,7 Mio. Euro. Mit der gestärkten Finanzkraft sieht Kontron Akquisitionsvorteile in einem sich stark konsolidierenden Wettbewerbsumfeld. Bei einer Bilanzsumme von 461 Mio. Euro (Vorjahr: 394,5 Mio. Euro) lag die Eigenkapitalquote bei 72 %. Der operative Cashflow sank gegenüber dem Vorjahr von 27,5 Mio. auf 23,9 Mio. Euro - Gründe hierfür sind die Integration der Digital-Logic AG und die notwendige Aufstockung der Lagerbestände im vierten Quartal durch die Allokation bei den Zulieferern.

 

Vorstand erwartet Konsolidierungsjahr

Auch wenn konkrete Prognosen wegen der schwer vorherzusagenden Konjunkturaussichten kaum möglich sind, geht der Vorstand von einem Konsolidierungsjahr aus. „Der enorme Kostendruck veranlasst immer mehr Unternehmen, langwierige und kostenintensive Entwicklungs- und Produktionsschritte auszulagern, sagt Ulrich Gehrmann, Vorstandsvorsitzender von Kontron. „Die stark angestiegenen Design Wins und Auftragsbestände sind hierfür ein deutliches Zeichen und werden im zweiten Halbjahr 2010 für Wachstum sorgen. Auch wenn einzelne Märkte, wie etwa die Automation in Europa, unter Druck blieben, bestünde durch die breite regionale Präsenz und die hohe Branchen-Diversifikation eine hohe Absicherung gegen größere Risiken. Vergleichsweise konjunkturunabhängige Branchen wie die Telekommunikation, die Sicherheit (Government) und die Medizin werden laut U. Gehrmann die Impulsgeber sein.

 

Weitere Kostenreduzierung und Wachstum geplant

Für weitere Stabilität und Kosteneffizienz werden die finalen Schritte des Profit-Improvement-Programms sorgen, unter anderem werden die Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf 11 % von 12 % vom Umsatz sinken. Mittelfristiges Ziel sei es, neben der selbst ausgewiesenen Technologie- und Qualitätsführerschaft auch die Produktionskosten-Führerschaft im Geschäftssegment der Embedded-Computer-Technologie zu übernehmen - dazu dienen auch immer bessere Einkaufskonditionen (wie über die zentrale Beschaffung in Taiwan) und die kontinuierlich steigende, kostengünstigere Produktion im malaysischen Penang. 2010 sollen bereits 70 % in Asien produziert werden. Bei den Verwaltungskosten werden derzeit sukzessive Einsparungen durch Zentralisierung und die Integration kleinerer Organisationseinheiten in größere vorbereitet - mit schlankeren Strukturen und Kompetenzzentren können somit in Zukunft bei geringeren Kosten mehr Leistung und Umsatz generiert werden. Zusammen mit der soliden Finanzlage ist das Unternehmen durch die organisatorische Schlagkraft optimal aufgestellt, um weitere strategische Zukäufe im Rahmen der Marktkonsolidierung tätigen zu können. „Bei der internen Organisation haben wir mit schlankeren Prozessen eine größere Leistungshöhe erreicht und gleichzeitig die Kosten nachhaltig gesenkt sowie Vertrieb und Kundennähe gestärkt, auf der Absatzseite in der Krise durch die breite vertikale und horizontale Diversifizierung die Risiken minimiert, so U. Gehrmann. „Dies bauen wir weiter aus und nutzen unsere Technologieführerschaft, um 2010 und in den Folgejahren bei steigender Profitabilität zu wachsen. Wir legen nun die Grundlagen, um in einem normalen wirtschaftlichen Umfeld mit zweistelligen organischen Wachstumsraten unser EBIT-Ziel von 12 % zu erreichen."

 

Weitere Informationen unter www.kontron.com.

 

 

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