Management & Business
29.05.2012

Robotik und Automation starten durch

Beitrag aus openautomation 3/2012 Die deutschen Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie von Robotik verzeichnen in 2011 mit 35 % das stärkste Umsatzwachstum aller Zeiten...

Beitrag aus openautomation 3/2012

 

Die deutschen Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie von Robotik verzeichnen in 2011 mit 35 % das stärkste Umsatzwachstum aller Zeiten. Der VDMA rechnet auch für 2011 mit einem soliden Wachstum von insgesamt rund 4 %.

 

Der Umsatz im Bereich Robotik und Automation lag 2011 bei 10,2 Mrd. € (Vorjahr: 9,3 Mrd. €). „Der Branchenumsatz hat damit auch jenen des Jahres 2008 (7,5 Mrd. €) – unserem besten Jahr vor der Finanz- und Wirtschaftskrise – weit hinter sich gelassen“, sagt Dr. Michael Wenzel, Geschäftsführer Reis Group Holding GmbH & Co. KG und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation. Als Begründung für die guten Branchenzahlen gibt er an, dass der Trend zur Automatisierung weltweit weiter voranschreite. „Rationalisierung, Produktivitätssteigerung, kürzere Durchlaufzeiten, schnellere Taktzeiten und ein hoher Anspruch an die Produktqualität sind und bleiben die bestimmenden Faktoren für den Einsatz von industrieller Bildverarbeitung, von Montage- und Handhabungstechnik sowie von Robotik“, sagt Dr. M. Wenzel. Zudem sei ein hoher Automatisierungsgrad auch für die Verkürzung der Time-to-Market wichtig. Er verweist ferner darauf: „Mehr noch als die meisten Anwenderbranchen erfordern erneuerbare Energien und Elektromobilität eine massive Kostendegres­sion, um einen erfolgreichen Marktausbau realisieren zu können.“ So würden Elektromotoren, Hochleistungsbatterien, Leistungselektronik und Photovoltaik durch Fertigungsautomation in der Massenproduktion preiswerter.

Robotik + Automation Deutschland: Gesamtumsatz (Inland und Export)

Robotik + Automation Deutschland: Gesamtumsatz (Inland und Export)

Entwicklung von Inlands­umsatz und Exporten

Der Umsatz im Inland erhöhte sich 2011 um rund 30 % und damit bleibt Deutschland der stärkste und wichtigste Markt für die Branche. „Die Anteile am Gesamtumsatz sind aufgrund der noch dynamischer wachsenden Exporte zwischen 2008 und 2011 von 55 % auf 51 % gesunken. 2011 sind die Exporte um etwa 41 % gestiegen“, führt Dr. M. Wenzel aus.

 

China hat im vergangenen Jahr seine Position als stärkstes Zielland für die Exporte der Hersteller von industrieller Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungstechnik sowie Robotik mit einem Anteil von 12 % ausgebaut. Auch die Umsätze in den europäischen Ländern erhöhten sich 2011 insgesamt überdurchschnittlich. „Damit hat Europa seine Stellung als größte Exportregion für die deutschen Hersteller wieder gefestigt. Allerdings liegt der Umsatzanteil noch unter dem Vorkrisenniveau“, sagt der Branchenexperte. Das Wachstum in Nordamerika ist hinter den Erwartungen zurück geblieben. „Obwohl vor allem in den USA die produzierenden Unternehmen gezwungen sind, zu automatisieren und zu modernisieren. Diese Investitionen sind zwar 2011 angelaufen, haben aber noch nicht die erwartete Dynamik erreicht“, erklärt er.

 

Die Wachstumstreiberbranchen

Laut dem VDMA war die Automobilindustrie eindeutig der Motor des starken Umsatzwachstums und soll es auch im laufenden Jahr bleiben. So hätten neue und verbesserte Antriebstechnologien, neue Materialien und Fertigungsmethoden sowie Kapazitätserweiterungen in den Wachstumsmärkten die Investitionen in Robotik und Automation dauerhaft gesteigert. „Allein in Deutschland installierte die Automobilindustrie 2011 über 10.500 neue Industrieroboter und damit über 50 % mehr als 2010“, informiert Dr. M. Wenzel. Pro 10.000 Beschäftigte waren 2010 in der Automobilindustrie in Deutschland 1 130 Industrieroboter installiert. „Das ist international die dritthöchste Roboterdichte“, sagt er weiter.

 

Gesamtumsatz Robotik + Automation: %-Anteile nach Regionen (VDMA)

Gesamtumsatz Robotik + Automation: %-Anteile nach Regionen (VDMA)

Aufgrund des hohen Automatisierungsgrads hat die Automobilindustrie ihre Beschäftigtenzahlen in Deutschland erhöht. Allein im Inland ist nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) die Beschäftigung um 23.600 auf rund 730.000 direkte Mitarbeiter gestiegen. „Robots create Jobs!“ – das ist das Ergebnis einer Studie, die die International Federation of Robotics (IFR) bei einem britischen Forschungsinstitut beauftragte und jüngst veröffentlichte. „Industrieroboter sichern Produktionsstandorte durch die Verbesserung von Qualität, Produktivität und Arbeitsbedingungen. Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass die Sicherung der Arbeitsplätze in der Produktion zugleich für die Erhaltung und Steigerung der Arbeitsplätze im Umfeld der Produktionsstandorte sorgt“, sagt Dr. M. Wenzel und verdeutlicht: „Volkswirtschaften mit einem hoch automatisierten verarbeitenden Gewerbe können ihre industriellen Wertschöpfungsketten wettbewerbsfähig halten und damit Wachstum generieren.“ Dieser Erkenntnis folgend würden sich immer mehr Nationen dazu entschließen, spezielle Förderprogramme für Robotik ins Leben zu rufen, um die technologischen Entwicklungen für die „Robotik von morgen“ voranzutreiben. Als Beispiele nennt er Japan, Korea und Europa.

Montage- und Handhabungstechnik – Systemumsatz: %-Anteile nach Branchen

Montage- und Handhabungstechnik – Systemumsatz: %-Anteile nach Branchen

Bei der Montage- und Handhabungstechnik hat vor allem die Elektro-/Elek­tronikindustrie zum starken Wachstum beigetragen. Hier erhöhte sich der Umsatz um 78 %. „Die stark steigende Nachfrage von Elektronik für Autos, von LED, von Smart Phones etc. waren die Gründe für diesen hohen Umsatzzuwachs“, begündet dies der Experte und meint: „Diese Trends werden auch künftig marktbestimmend sein.“

 

Entwicklung in den Teilbranchen

Alle drei Fachabteilungen konnten 2011 von der sprunghaft steigenden Nachfrage profitieren: Die Hersteller von industrieller Bildverarbeitung steigerten ihren Umsatz um 20 % auf 1,5 Mrd. €. „Die Branche hatte schon 2010 das Vorkrisenniveau übertroffen, während die Robotik sowie die Montage- und Handhabungstechnik erst 2011 neue Spitzen­umsätze erzielten“, so Dr. M. Wenzel. Die Robotik erreichte mit einem Rekordwachstum von 43 % ein Umsatzvolumen von 2,8 Mrd. €. Auch die Montage- und Handhabungstechnik erreichte mit einem Plus von bislang einmaligen 36 % einen neuen Spitzenwert von 5,9 Mrd. €. „Im laufenden Jahr erwarten die Hersteller von Robotik und industrieller Bildverarbeitung eine weitere Umsatzsteigerung von 5 %, die Hersteller von Montage- und Handhabungstechnik von 4 %“, gibt

Dr. M. Wenzel einen positiven Ausblick.

 

Weitere Informationen unter www.vdma.org/r+a. Beitrag als PDF downloaden.

Dr. Wieselhuber & Partner: Ins & Outs 2015

INs 2015
  • Geschäftsmodelle verändern und neue Wege gehen:
    Industrie 4.0 bietet den Anlass und ist unabdingbar.
  • Potenziale der Industrie 4.0 kurzfristig heben:
    Ergänzung von Produkten mit Life Cycle Services/Effizienzsteigerung in der Wertschöpfungskette.
OUTs 2015
  • Über Industrie 4.0 reden, ohne es verstanden zu haben:
    Industrie 4.0 bietet durchaus kurzfristiges Potenzial.
  • Immer nur die „eigne Suppe“ kochen:
    Offenheit und Wille zur Kooperation sind gefragt.

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der Redaktion

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