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29.11.2011

ZVEI: Elektrische Automatisierungstechnik wächst weiter

„Nach einem phantastischen Jahr 2010 können wir auch in 2011 wieder mit einem sehr guten Ergebnis rechnen“, meinte Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg...

„Nach einem phantastischen Jahr 2010 können wir auch in 2011 wieder mit einem sehr guten Ergebnis rechnen“, meinte Roland Bent, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation, auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg. Anhand konkreter Zahlen belegte er, dass der Umsatz deutscher Unternehmen mit elektrischer Automatisierungstechnik in den ersten acht Monaten 2011 gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr um fast 19 % auf über 31 Mrd.€ gestiegen ist. Parallel sei der Auftragseingang um knapp 18 % gewachsen.

 

Mit Blick auf die weitere Entwicklung sagte R. Bent, die Tendenz sei gleichbleibend bis leicht ruhiger. Die Automatisierungsbranche in Deutschland bleibe über dem hohen Niveau von 2010 und nach wie vor auf dem Wachstumspfad. „Im Gegensatz zu den vergangenen zwei Jahren, in denen konjunkturbedingt kein ‚Sommerloch‘ zu finden war, ist es 2011 wieder spürbar aufgetreten. Für 2012 erwarten wir dennoch insgesamt ein Wachstum im mittleren einstelligen Bereich.“

 

Positiv entwickelt hat sich insbesondere der Export. Das Volumen von 21 Mrd. € für den Zeitraum Januar bis August 2011 entspricht einem Anstieg um gut 15 %. Die Exportquote der deutschen Automationsindustrie beträgt damit 81 %. Die Entwicklung der Ausfuhren belegt die starke Rolle der Regionen Europa mit einem Anteil von 58 % und Südost Asien mit 20 %. „Beide Regionen setzten den Trend. Ungeachtet aller Wechselkursschwankungen zeigt sich aber auch, dass das Geschäft mit den USA weiter läuft“, betonte R. Bent. Die Importe sind in den ersten acht Monaten um ebenfalls gut 15 % auf 10,3 Mrd. € gewachsen.

 

Angesichts der derzeit fast 247.000 Arbeitsplätze in der elektrischen Automation in Deutschland sprach R. Bent von der Jobmaschine Automa­tion.

 

Die elektrische Antriebstechnik

Günter Baumüller, im Vorstand des Fachverbands für Antriebe zuständig, berichtete von einem unerwarteten Nachfrageboom im Standardgeschäft mit Industriemotoren und Frequenzumrichtern. „Fehlende Ingenieure, Fachpersonal und Zulieferengpässe begrenzten teilweise das sonst noch höher ausgefallene Wachstum“, so G. Baumüller. Er wies auf die wachsenden Energieeffizienz-Anforderungen hin. Rund zwei Drittel des industriellen Stromverbrauchs entfallen auf elektromotorisch angetriebene Maschinen. Daraus ergibt sich nach Schätzung des ZVEI für Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen ein jährliches Einsparpotenzial von insgesamt 38 Mrd. kWh pro Jahr.

 

G. Baumüller: „Bei der üblichen Modernisierungs- bzw. Austauschrate der Industriemotoren von 3 % bis 4 % pro Jahr würde es 25 bis 30 Jahre dauern, bis in Deutschland der komplette Bestand an Industrieantrieben modernisiert ist.“ Er weist darauf hin, dass das der Politik zu langsam ging; sie wolle die zeitliche Umsetzung massiv beeinflussen. Mit der Europäischen Motoren­verordnung, die Mitte 2011 in Kraft trat, hat sie den ersten, entscheidenden Schritt getan. Die neue Verordnung stellt verbindliche Anforderungen an das Eco-Design von Elek­tromotoren und Antriebe. Demnach dürfen seit Juni 2011 nur noch Motoren der Energieeffizienzklasse IE2 in Verkehr gebracht werden, und ab 2015 verschärfen sich die Vorgaben schrittweise auf IE3.

 

Weitere Informationen unter www.zvei.org.

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