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18.02.2010

IFR: Robotikindustrie blickt zuversichtlich in das Jahr 2010

Das IFR Statistical Department veröffentlichte am 18.2.2010 in Frankfurt die Ergebnisse der IFR Quartalsstatistik für Industrieroboter...

Das IFR Statistical Department veröffentlichte am 18.2.2010 in Frankfurt die Ergebnisse der IFR Quartalsstatistik für Industrieroboter. 2009 brachen hiernach die verkauften Stückzahlen von Industrierobotern im Vergleich zu 2008, einem der erfolgreichsten Jahre, weltweit um 50 % ein. Aber seit dem 3. Quartal 2009 geht es wieder aufwärts. "2009 war das schwierigste Jahr für die weltweite Roboterindustrie. Auch 2010 wird ein Jahr mit großen Herausforderungen für unser Geschäft werden. Es wird einige Zeit dauern, bis unsere Kunden die notwendigen Projekte realisieren können. Ich bin aber überzeugt, dass die Automatica im Juni 2010 in München wesentliche Impulse für neue Investitionen in die Automation geben werde!", kommentierte IFR-Präsident, Åke Lindqvist, ABB, USA, die Zahlen.

Durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise stürzten im ersten Quartal 2009 die Verkaufszahlen von Industrierobotern dramatisch ab. Hauptsächlich die Bestellungen der Automobilindustrie wurden storniert oder verschoben. Nach einem weiteren Rückgang im 2. Quartal 2009 sind die Verkäufe von Industrierobotern seit dem 3. Quartal wieder gewachsen.

Die wichtigsten Impulse für die langsame Erholung kamen von den Wachstumsmärkten in Asien, besonders von China. Auch in Nordamerika stiegen die Roboterverkäufe seit dem 3. Quartal. In Europa begann die Erholung erst ab dem 4. Quartal. Die IFR schätzt, dass die Verkaufszahlen erst in 2012 wieder an das Niveau von 2008 herankommen werden.

"Nachdem die Investitionen der japanischen Automobilhersteller sechs Jahre lang kontinuierlich gestiegen sind, hat der Einbruch der Wirtschaft einen gewaltigen Überschuss der Produktionskapazitäten aufgedeckt. Das hat die japanische Roboterindustrie hart getroffen. Die Erholung setzte langsam im dritten Quartal ein, aber es wird einige Jahre dauern, um wieder auf den Stand vor 2008 in Japan zu kommen", so Junji Tsuda, IFR-Vizepräsident, Yaskawa/Motoman, Japan, zur Situation in Asien.

Neue Investitionen, so J. Tsuda, gingen hauptsächlich in die Fertigung von Hybrid-Elektro-Autos und in neue Modelle von leichten und umweltfreundlichen Autos. Die Automobilindustrie in China habe stark wachsen können und habe trotz der schwierigen Wirtschaftssituation außerhalb Chinas weiter investiert. Es würde erwartet, dass sich das auch in den nächsten Jahren noch fortsetzen würde. Es scheine, dass auch die Investitionen in Südostasien wieder anliefen. Die Aussichten für eine Erholung der Robotikindustrie in Asien seien daher 2010 gut, aber das Tempo sei nicht vorhersagbar.

Dr. Andreas Bauer, Vorsitzender der IFR Robot Suppliers Group, Kuka, Deutschland, fügte hinzu: "Wir sind zuversichtlich, dass die weltweit gestiegenen Verkaufszahlen der letzten Quartale von 2009 der Beginn einer Erholung auch in Europa sind. Robotik und Automation ist immer noch eine der am stärksten wachsenden Branchen in den letzten 20 Jahren. Ich bin sicher, dass die weltweiten Megatrends wie Nachhaltigkeit, fortschreitende Industrialisierung und der demografische Wandel die Robotikindustrie für viele weitere Jahre vorantreiben werden."

"Betrachten wir die Auftragseingänge in Nordamerika, so zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Bestellungen von Robotern im zweiten Halbjahr 2009 von über 9 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009. Ein sehr starkes drittes Quartal beeinflusste hauptsächlich diese ermutigende Entwicklung“, so IFR-Präsident Å. Lindqvist ergänzend, der auch Mitglied des Vorstands des nordamerikanischen Roboterverbandes RIA ist."

Dieser Anstieg sei, so Å. Lindqvist weiter, wegen der Erholung im verarbeitenden Gewerbe nicht verwunderlich. Man sei daher vorsichtig optimistisch, dass sich dieser Trend fortsetzen kann. Die Nachfrage nach Autos in Nordamerika sei derzeit noch schwierig vorherzusagen. Sehr ermutigend sei aber der Aufwärtstrend bei Verkaufszahlen von Robotern für die Pharma- und Biomedizinindustrie. Diese seien 2009 um beeindruckende 43 % gestiegen. "Wir spüren, dass die Situation außerhalb der Automobilindustrie definitiv ansteigt, während sich die Situation in der Automobilindustrie stabilisiert. Wir blicken zuversichtlich auf 2010, auch wenn es noch ein schwieriges Jahr sein wird. Grundsätzlich spüren wir aber, dass sich das Blatt in Nordamerika gewendet hat“", meint Å. Lindqvist abschließend.

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