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03.11.2010

Standard-ERP-Software in Modulbauweise

Die Fischer Panda GmbH entwickelt, produziert und vertreibt schallgedämmte Stromaggregate für die mobile Bordstromversorgung von Schiffen bis hin zu Bussen...

Die Fischer Panda GmbH entwickelt, produziert und vertreibt schallgedämmte Stromaggregate für die mobile Bordstromversorgung von Schiffen bis hin zu Bussen. Das in Paderborn beheimatete Unternehmen ist in mehr als 60 Ländern vertreten. Dabei laufen die kaufmännischen Prozesse im ERP-System Winline zusammen.

 

Vorzeigeobjekte von Fischer Panda finden sich in der Formel 1, in Mannschaftsbussen der Bundesligavereine oder in Fernsehübertragungswagen. Die Produkte zeichnen sich durch geringe Größe und Gewicht, minimale Geräuschentwicklung sowie Effizienz aus. Diese Faktoren stellen einen Baustein im Zusammenhang mit dem in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegenen Unternehmenserfolg dar: Der Umsatz wurde vom Jahr 2005 bis 2008 verdoppelt.

Heute generiert das Unternehmen mehr als 80 % seines Umsatzes im Ausland. Ein seit mehreren Jahren etablierter Kreis von Vertriebspartnern in über 60 Ländern sorgt für einen hohen Bekanntheitsgrad und Kontinuität in der Präsenz. Fischer Panda unterhält darüber hinaus selbstständige Vertretungen in den USA, Großbritannien und seit Kurzem auch in China. Ein Netz von über 150 autorisierten Fachhändlern und Servicestationen betreuen die Kunden weltweit.

Die Kundenanforderungen

Im Stammwerk in Paderborn laufen alle Fäden zusammen. Hier sitzt auch die Verwaltung, von der aus die Unternehmensaktivitäten gesteuert werden. An die Einführung einer ERP-Software waren hohe Anforderungen geknüpft. So sollte die Abbildung der kaufmännischen Aufgaben und Prozesse durch eine Standard-Software realisiert werden, die gleichzeitig die Möglichkeit bietet, die technischen Informationen und Daten der Produkte zu integrieren. Dabei sollten der Warenfluss und die Mehrwertkette eine besondere Gewichtung erfahren. So war es eine Kernforderung von Fischer Panda, zu wissen, welche Komponenten und Materialien in den jeweiligen Generator eingeflossen sind. Auf Testdaten und technische Informationen sollte jederzeit Zugriff bestehen.

 

Hierfür wurde vor der Einführung von Winline eine selbst entwickelte Datenbank genutzt, die im Lauf der Jahre aufgrund der Komplexität immer mehr an Übersichtlichkeit verloren hatte. Die Bedienbarkeit war ein weiteres Problem der selbst erstellten Lösung.

 

Der modulare Lösungsweg

Bei der Einführung der ERP-Software von Mesonic wurde folgender Ansatz gewählt: Standardprozesse werden in der Standard-Software abgebildet und individuelle Anforderungen integriert. Dabei werden die Konstruktionsdaten aus dem CAD-System mit der Warenwirtschaft verbunden und eine separate Datenbank nimmt die technischen Informationen auf. Alle Daten laufen in Winline zusammen, damit die Datenstruktur einheitlich und eindeutig bleibt. Somit ist eine klare Struktur für die kaufmännischen und technischen Daten gegeben, was für die abzubildenden Prozesse auch hinsichtlich der Zugriffsberechtigungen wichtig ist.

 

Bei der Umsetzung des Gesamtprojekts wurde zunächst die Finanzbuchhaltung (Fibu) eingeführt. Dies ist ein standardisiertes Modul innerhalb der ERP-Software. Vorteile für den Nutzer ergeben sich unter anderem aus der Klarheit der Buchungsmaske. Im Rahmen der Fibu wird auch die Kostenrechnung (Kore) bedient, sodass alle Belege ohne großen Aufwand den Kostenstellen und Kostenträgern zugeordnet werden können. Einzelne interne (Um-)Buchungen innerhalb der Kore lassen sich ebenfalls erfassen. So entsteht ein transparentes Bild der Finanzflüsse und innerbetrieblichen Bewertungen.

Michael Suermann, S&S: „Die komplexe Aufgabenstellung bei Fischer Panda war eine besondere Herausforderung, bei der Hersteller, Partner und Kunde die Lösung Zug um Zug realisierten – Erfolg durch Partnerschaft.“

Michael Suermann, S&S: „Die komplexe Aufgabenstellung bei Fischer Panda war eine besondere Herausforderung, bei der Hersteller, Partner und Kunde die Lösung Zug um Zug realisierten – Erfolg durch Partnerschaft.“

Die integrierte Betriebsdatenerfassung (BDE) ergänzt diese Informationen und dokumentiert die jeweiligen Prozesse. In der BDE werden die Tätigkeiten festgehalten und dem jeweiligen Produkt zugeordnet. Wer hat wann was für wen gemacht? – diese Frage lässt sich nun vollständig beantworten.

 

Die weiteren Steps

Kore und BDE wurden in der zweiten und dritten Projektphase eingeführt, sodass eine ständige Weiterentwicklung stattfindet, in die die jeweiligen Erfahrungen eingeflossen sind.

Im Rahmen des Warenflusses wurde zunächst eine flexible Bedarfsermittlung gefordert. Als Grundlage hierfür diente eine ABC-Analyse der Artikel und Materialen. Eine besondere Beachtung fanden die sogenannten Schüttgüter. Diese sind nicht Bestandteil einer Stückliste, sondern werden nach Verbrauch bestellt.

 

Das „dynamische Bestellwesen“ ermittelt den Verbrauch und bestimmt somit die Lagermindest- und Lagersollangaben. Alles Weitere erledigt Winline über Bestellvorschläge. Bei allen anderen Artikeln werden diese Werte fest hinterlegt oder ergeben sich aus den vorliegenden Verkaufs- und Produktionsaufträgen bedarfsbezogen.

 

Die Abbildung des Endprodukts in Winline kann über Stücklisten erfolgen, die sich aus verschiedenen Baugruppen zusammensetzen. Jede Baugruppe besteht aus einzelnen Artikeln, auch Baugruppen, die separat verwaltet werden können, zum Beispiel Fertigmeldung und Lagerführung. Somit ist auch die Mehrfachverwendung von Baugruppen möglich und nachvollziehbar.

 

Bei Fischer Panda wird bei der Fertigmeldung das verbrauchte Material dem Endprodukt zugeordnet und vom Lager gebucht. Das Fertigprodukt steht zur Auslieferung bereit und wird über den Lieferschein/Rechnung dem Kunden zugeordnet. Somit ist eine lückenlose Nachvollziehbarkeit gegeben und Schwachstellen, die über Qualitätstests und Rückmeldungen der Kunden erkannt werden, können so schnell aufgespürt und eliminiert werden. Die Produktentwicklung und -verbesserung ist somit fester Bestandteil des Warenflusses und der Mehrwertkette.

 

Michael Suermann

Michael Suermann ist Geschäftsführer der S&S Software und Service GmbH in Borgentreich.

 

Weitere Informationen unter www.mesonic.com als PDF downloaden.

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