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02.10.2008

Prozessoptimierung bei Automobilzulieferer

In der Automobilindustrie herrscht ein harter Wettbewerb. Prozessoptimierung gilt dabei als ein Schlüssel zum Vorsprung...

In der Automobilindustrie herrscht ein harter Wettbewerb. Prozessoptimierung gilt dabei als ein Schlüssel zum Vorsprung. Das weiß auch Magna Auteca, Hersteller von Rückspiegelantrieben, die zur schrittweisen Optimierung ihrer Prozesse auf „iGrafx“ setzen.

 

Magna Auteca ist ein Unternehmen des österreichisch-kanadischen Automobilzulieferers Magna und produziert für eine Vielzahl von Automobilherstellern Antriebe für Rückspiegel. Um dabei alle Prozesse im Griff zu haben, lautet die firmeneigene Devise Tempo – tragfähige Erfolge mit Prozessen organisieren. Bei der Umsetzung werden nicht alle Prozesse auf einmal umgestaltet, sondern es wird schrittweise vorgegangen. Zunächst stand das Auftragszent­rum auf dem Plan.

 

Ein Blick in die Fertigung der Magna Autec AG

Ein Blick in die Fertigung der Magna Autec AG

Im Auftragszentrum starten viele übergeordnete Prozesse; es kommt zu Interdependenzen mit den Kunden. „Ein Ziel für die Einrichtung eines Auftragszentrums und der damit verbundenen Reichweitensteuerung war es, eine ,ruhigere’ Produktion zu bekommen, um den Kunden noch besser zufrieden stellen zu können. Das heißt in anderen Worten, die Produktion vom Abrufverhalten der Kunden ,abkoppeln’ zu können“, so Johannes Markus Christopeit, Training-Manager Europe bei Magna International. Er verdeutlicht: „Unsere Kunden bestellen bei uns aufgrund von Einschätzungen des Markts. Dieser reagiert jedoch manchmal anders als erwartet und wir müssen uns den Kundenwünschen anpassen.“ Um den Anforderungen gerecht werden zu können, sollten alle Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette bestmöglich optimiert werden. Im Kern bedeutete dies, die Maschinenauslastung weiter zu steigern, Rüstzeiten zu reduzieren, Wege zu verkürzen und die Lagerhaltung weiter zu verbessern.

 

Auswahl und Einführung der neuen Software

Im Rahmen des Projekts stellte sich heraus, dass das vorhandene IMS (Integrated Management System) den Veränderungen nicht gewachsen war. Infolgedessen galt es, ein System zu finden, das es dem Unternehmen ermöglicht, Prozesse einfach und ISO-gerecht darzustellen, Dokumente leicht zu hinterlegen und dabei einfach für die Mitarbeiter zu handhaben ist. Grundsätzlich kamen dafür mehrere Produkte in Frage. So beispielsweise die Produktfamilie rund um den „iGrafx FlowCharter“ aber auch Visio, Aris und IDS Scheer. Dabei konnte „iGrafx“ mit dem Dokumenta­tions-Tool „FlowCharter“ und der Analysekomponente Process for Six Sigma überzeugen.

 

Das Programm eignet sich dazu, Prozesse grafisch zu modellieren und Abläufe zu analysieren. „iGrafx“ orientiert sich an EPM (Enterprise Process Management), das mit seinen Bestandteilen Dokumentieren, Analysieren, Optimieren und Kontrollieren in dem fünfstufigen Six-Sigma-Konzept aus Definieren, Messen, Analysieren, Verbessern und Regelung aufgeht. Damit bietet es eine Lösung für jede Phase eines Six-Sigma-Projekts.

 

Ein Arbeitsplatz der Magna Auteca AG in Krottendorf/Steiermark

Ein Arbeitsplatz der Magna Auteca AG in Krottendorf/Steiermark

Unterstützung bei der Einführung leistete Dieter Raible, ein ausgewiesener Six-Sigma-Fachmann, der sein Wissen auch an die Studenten der Donau-Universität Krems weitergibt. Er ist zugleich Geschäftsführer der Dr. Starke Managementsysteme Austria GmbH. Einer der Schwerpunkte des Unternehmens ist die Beratung, Konzeption, Analyse und Optimierung von Produktions- und Logistikabläufen von Automotive-Kunden. D. Raible setzt schon lange auf „iGrafx“ als Analyse-Tool: „Prozesse sind oft auf den ersten Blick verzahnt und unübersichtlich. Nur ein grafisch arbeitendes Tool, das aber auch unterschiedliche Simulationsmöglichkeiten bietet, schafft den Überblick und zeigt Verbesserungspotenziale.“

 

Die einzelnen Verbesserungsschritte

Im Rahmen der Prozessoptimierung bei Magna Auteca galt es zunächst, den Ist-Zustand zu erfassen. Hierzu wurden in einem ersten Schritt die Prozesse formalisiert von Hand zusammen mit den Mitarbeitern aufgenommen. Nach den ersten Analysen stellte das Team fest, dass es um eine computerbasierte, grafische Darstellung nicht umhin kommt. Mithilfe von zwei Werksstudenten wurden alle erhobenen Prozesse in „iGrafx“ abgebildet. Dabei half die einfache Bedienbarkeit des Programms: „Wer den Umgang mit Windows gewohnt ist, kommt eigentlich sehr schnell mit dem ,iGrafx FlowCharter’ zurecht. Eine kurze Schulung reichte aus“, schildert das Team seine ersten Erfahrungen. „Es ist bei solchen Projekten wichtig, den Ist-Zustand möglichst exakt abzubilden und dafür zu sorgen, dass die dokumentierten Vorgänge dem Handeln der Mitarbeiter auch tatsächlich entsprechen“, erklärt D. Raible.

 

Im Rahmen der weiteren Analysen der Prozesse zeigte sich, dass es sinnvoll ist, Abläufe zu simulieren, um noch besser vorhandene Potenziale identifizieren zu können. Außerdem stellte sich die Vernetzung verschiedener Prozesse, vor allem auch im Auftragszentrum, als besondere Herausforderung dar. Die identifizierten Verbesserungen reichten dem Projekt-Team um J. M. Christopeit noch nicht aus. Im Weiteren kamen die Simulationsfunktionen von „iGrafx Process“ zum Einsatz – im Zusammenspiel mit der Expertise von D. Raible.

 

Ganzheitlicher Ansatz

Das ganze Projekt war von Beginn an ganzheitlich angelegt, das heißt der Projektauftrag sah vor, sämtliche Prozesse im Unternehmen (direkte und indirekte) einer Analyse und Optimierung zu unterziehen. Im Projektverlauf zeigte sich immer wieder, dass die Dokumentation, Modellierung und die letztendliche Verbesserung der Prozesse nur mithilfe eines leistungsfähigen Tools möglich ist. „Dieser ganzheitliche Ansatz hat bei Magna Auteca zu großen Veränderungen geführt und ist natürlich eine Herausforderung für das Change Management. Aber alle Mitarbeiter sind bereit, mehr Verantwortung für sich und die laufende Verbesserung ihrer Prozesse zu übernehmen“, so J. M. Christopeit.

 

Die Feinoptimierung des Auftragszent­rums mithilfe von „iGrafx“ und dem Simulations-Tool waren der Anfang; weitere Veränderungen sollen folgen. Für die Mitarbeiter hat sich die Fortdauer der Optimierung der Prozesse zum Selbstverständnis entwickelt. Dabei sollen die benutzerfreundliche Oberfläche der Software und die einfache Nutzung als HTML-Version motivieren, die Prozesse zu modellieren. Ferner sollen deren einfache Anpassbarkeit an Veränderungen und die gleichzeitige Nutzbarkeit als integriertes Managementsystem die Akzeptanz weiter erhöhen und die Erfolge weiter steigern.

 

Bei Magna Auteca ist man mit dem Ergebnis zufrieden: „Der Einsatz hat sich gelohnt und wir werden sicher noch so manchen Prozess finden, den die Mitarbeiter verbessern können“, lautet das Fazit von J. M. Christopeit.

 

Dietmar Spehr

Dietmar Spehr ist freier Journalist aus München.

 

Weitere Informationen unter www.igrafx.de.

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