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20.05.2010

Marktstudie SPS-Systeme

In einer aktuellen unabhängigen Marktstudie beleuchtet Michaela Griesenbruch technische Anforderungen an SPS-Systeme, bevorzugte Steuerungsarchitekturen sowie das Kaufverhalten bei SPS-Systemen...

In einer aktuellen unabhängigen Marktstudie beleuchtet Michaela Griesenbruch technische Anforderungen an SPS-Systeme, bevorzugte Steuerungsarchitekturen sowie das Kaufverhalten bei SPS-Systemen. Zwei Ergebnisse vorab: zur Anbindung an SPS-Systeme steht heute Ethernet hoch im Kurs und der Bekanntheitsgrad der „kleineren“ Anbieter hat deutlich zugenommen.

 

Zu diesen Ergebnissen gelangt M. Griesenbruch, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Fachhochschule Südwestfalen, im Vergleich mit früheren Studien aus den Jahren 2001 und 2005. Insgesamt wurden für die aktuelle Studie deutschlandweit 486 Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Steuerungsbau und Ingenieurbüros anonym schriftlich befragt.

 

Ethernet-Vernetzung schreitet voran

„Während 2001 nicht einmal jedes dritte Unternehmen (29 %) Ethernet zur Anbindung an SPS-Systeme eingesetzt hat, sind es heute fast 86 %“, nennt sie konkrete Zahlen. Von den verbleibenden 14 % der Befragten gaben 6 % an, Ethernet wahrscheinlich in Zukunft zur Anbindung an SPS-Systeme einzusetzen; die restlichen 8 % äußerten kein Interesse. Als das am meisten verwendete Ethernet-Protokoll rangiert weiterhin TCP/IP auf Platz 1, Tendenz leicht fallend. Dafür wird Profinet immer mehr der Vorzug gegeben.

Aufgeschlüsselt nach Branchen ergab die Befragung zum Thema Ethernet-Nutzungsverhalten, dass derzeit Ingenieurbüros (97 %) und Steuerungsbauer (93 %) am häufigsten Ethernet zur Anbindung an SPS-Systeme präferieren. „12 % der befragten Lebensmittel- und 11 % der Papier-/Druckmaschinenbauer planen dies demnächst“, erklärt die Autorin weiter und meint mit Blick auf den Holzbearbeitungsmaschinenbau: „Hier ist diese Technologie für etwa jeden 6. Maschinenbauer (17 %) auch in Zukunft uninteressant.“ Neben der Auswertung nach Branchen wurde auch eine Auswertung nach Nutzergruppen im Zusammenhang mit den Ethernet-Aussagen erstellt. „Außerdem ergab unsere Befragung, dass 91 % der Vielverwender bereits heute Ethernet zur Anbindung an SPS-Systeme einsetzen“, so M. Griesenbruch. Bei den Wenigverwendern seien es nur 77 %, weitere 11 % hätten es aber zukünftig vor.

Auswertung der Antworten auf die Frage: Setzen Sie in Ihrem Unternehmen bereits Ethernet zur Anbindung an SPS-Systeme ein?

Auswertung der Antworten auf die Frage: Setzen Sie in Ihrem Unternehmen bereits Ethernet zur Anbindung an SPS-Systeme ein?

Veränderungen beim Kaufverhalten

Unter der Überschrift „Kaufverhalten bei SPS-Systemen“ wurden die Themen Bekanntheitsgrad von Herstellern, SPS-Lieferanten der Unternehmen und Kaufgründe abgefragt. Bedeutende Veränderungen im Vergleich zu den vorherigen Studien ergaben sich hier beim Bekanntheitsgrad der Hersteller. So antworteten 2001 gerade einmal 6,4 % der Befragten auf die Frage „Welche Hersteller von SPS-Systemen kennen Sie?“ mit Beckhoff und 15,3 % mit B&R. Bei der aktuellen Befragung nannten 46,8 % der Teilnehmer Beckhoff und 44,4 % B&R. „Die deutschsprachigen Hersteller B&R und Beckhoff haben in den letzten fünf Jahren ihre Bekanntheit verdoppelt“, informiert.

M. Griesenbruch mit Blick auf die letzte zum Thema durchgeführte Studie in 2005. Diese Verschiebung sei vor allem zu Lasten großer internationaler Konzerne, wie Eaton (Moeller), Mitsubishi Electric, Schneider Electric und Omron, erfolgt. Seine Bekanntheit über die Jahre nahezu stabil gehalten habe dagegen Siemens mit aktuell 98,7 % Bekanntheit. Die Studie zeigt ferner, dass die genannten Verschiebungen auch zu einer geänderten Lieferantenauswahl geführt haben.

Auswertung der Antworten auf die Frage: Welche Hersteller von SPS-Systemen kennen Sie?

Auswertung der Antworten auf die Frage: Welche Hersteller von SPS-Systemen kennen Sie?

Anforderungen von Kundenseite

Daneben ergab die Studie, dass die Maschinenbauer hohe technische Ansprüche an die Hersteller stellen. „Für mehr als zwei von drei Unternehmen sind die funktionale Sicherheit und die Maschinenbedienung (HMI) wichtige Themen“, nennt die Autorin weitere Studienergebnisse. Zudem seien für fast alle befragten Unternehmen eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit und verschiedene Kommunikationsschnittstellen von großer Bedeutung. „Dies ist deshalb bedeutend, da ein Resultat der Studie ist, dass die Erfüllung der technischen Anforderungen gerade bei den mittelständischen Unternehmen zum Erfolg beiträgt“, so M. Griesenbruch.

 

Inge Hübner

 

Weitere Informationen unter www.marktstudien.org Research: Schwierige Zeiten für den weltweiten SPS-Markt 2009 gestaltete sich für die meisten SPS-Anbieter als ein sehr schwieriges Jahr. Schätzungen zufolge lag der weltweite Umsatz mit SPS-Systemen im letzten Jahr um 19,1 % unter dem aus dem Jahr 2008. Nach Angaben des Marktforschungsinstituts IMS Research in ihrer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie „The Worldwide Market for PLCs – 2009 Edition“ wird der weltweite Markt für SPS-Systeme inklusive zugehöriger Software und Services mit rund 7,8 Mrd. US-$ in 2009 beziffert. Die Analysten vermuten, dass der Marktwert von 2008 nicht vor dem 2. Halbjahr 2012 wieder erreicht sein wird.

Es waren alle Regionen von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise betroffen; EMEA, der größte Markt für SPS-Systeme, jedoch am stärksten. Dabei hat Deutschland als wichtigster SPS-Markt innerhalb EMEA den größten Abschwung in der Krise erlebt. Nach einem steilen Fall des deutschen Exportgeschäfts wird erwartet, dass dieses hierzulande langsamer wieder anläuft als anderswo – speziell bis Mitte 2010.

Anders sieht es in Asien aus, wo der Abschwung deutlich geringer ausfiel. Diesem Markt wird bis 2013 das größte Wachstum prognostiziert: durchschnittlich rund 6 % jährlich. Gründe dafür sind die guten Aussichten in China und Indien. Zum anderen spielt hier teilweise das Anziehen der Gesamtwirtschaft hinein und auch ein schneller als erwartet wiedereinsetzender Kapitalfluss.

 

Die Entwicklung in einzelnen Branchen

Die Umsätze mit SPS-Systemen sind in allen Industriezweigen 2009 deutlich zurückgegangen. Trotzdem hat sich die Krise auf einige Branchen, wie Transportation, Wasserversorgung und Electrical Power, weniger stark ausgewirkt. So wurden diese durch unterschiedliche staatliche Förderprogramme unterstützt. Sie forcierten die Nachfrage nach Automatisierungsprodukten, wie SPS. Auch die eng an die Verbrauchsgüter gekoppelten Industriezweige, zum Beispiel Food & Beverage, Tabakindustrie, Verpackungsmaschinen, sowie einige aufstrebende Branchen, wie erneuerbare Energien, haben ebenfalls die Nachfrage nach SPS positiv beeinflusst. All diesen Industrien prognostiziert IMS von 2008 bis 2013 ein weltweites Wachstum.

Die meisten bedeutenden SPS-Anbieter sind sich einig, dass eine langsame Marktbelebung in ihrem Bereich in 2010 zu erwarten ist. Dazu sei es allerdings erforderlich, dass die staatlichen Förderprogramme noch weiter in die wichtigsten diskreten Industrien und die Prozessindustrie, die SPS einsetzen, ausgedehnt würden.

IMS hingegen geht davon aus, dass sich der Aufschwung nicht wie eine V-Kurve verhält. Stattdessen wird erwartet, dass das laufende Jahr für SPS-Anbieter weltweit anspruchsvoll bleibt.

 

Weitere Informationen unter www.imsresearch.com als PDF downloaden

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