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26.04.2012

Bosch Rexroth: Veräußerung des Pneumatikbereichs geplant

Dr. Karl Tragl ist Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG Auf der Hannover Messe verkündete die Bosch Rexroth AG, 2011 mit 6,443 Mrd...

Dr. Karl Tragl ist Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG

Dr. Karl Tragl ist Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG

Auf der Hannover Messe verkündete die Bosch Rexroth AG, 2011 mit 6,443 Mrd. Euro den höchsten Umsatzwert der Unternehmensgeschichte generiert zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Wachstum um 27,2 %. „Das Geschäftsjahr 2011 beweist, dass Bosch Rexroth mit der strategischen Neuausrichtung 2010 den richtigen Weg eingeschlagen hat. Wir haben in allen Regionen und Business Units deutlich zulegen können", betonte Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG, während der Jahrespressekonferenz in Hannover.

 

Der Auftragseingang lag zum Jahreswechsel mit 7,2 Mrd. Euro um 22 % über dem bereits sehr hohen Vorjahreswert. Damit ist Bosch Rexroth 2012 mit einem beachtlichen Auftragsbestand gestartet. Gleichwohl blickt das Unternehmen nur vorsichtig optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Grund ist die verhaltene Entwicklung des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland im ersten Quartal 2012 und das verlangsamte Wachstum in China. „Wir gehen davon aus, dass wir schon im zweiten Halbjahr in Deutschland wieder ein Wachstum sehen werden“, betonte Tragl. Da China sich in den vergangenen Jahren zum weltgrößten Markt für den Maschinen- und Anlagenbau entwickelt hat, eröffnen auch geringere Wachstumsraten als bisher dort weitere Chancen für Umsatzsteigerungen. Weitere positive Impulse kommen zudem aus Brasilien, Russland, Indien sowie von einer konjunkturellen Erholung der USA. „Unter diesen Rahmenbedingungen wird Bosch Rexroth 2012 aller Voraussicht nach das Wachstum der vergangenen Jahre fortsetzen – auch wenn es nicht so stark ausfallen wird wie 2011“, so Dr. K. Tragl.

 

Die regionale Entwicklung

Bosch Rexroth konnte 2011 in allen Regionen der Triade zulegen. In Deutschland stieg der Umsatz aufgrund der starken Maschinenbaukonjunktur um fast 25 %. Außerhalb Deutschlands legte das Unternehmen in Europa mehr als 33 % zu. In Asien-Pazifik wurde die hohe Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre mit einem Plus von mehr als 26 % fortgesetzt. In Indien stieg der Umsatz 2011 um mehr als 34 %. Damit hat sich das Geschäftsvolumen dort seit 2005 annähernd verdreifacht. In China wurde erstmals die Schwelle von 1 Mrd. Euro fast erreicht. Auch Nord- und Südamerika trugen mit einem Umsatzplus von mehr als 20 % zum Unternehmenserfolg bei.

 

„Wir konnten dieses Wachstum nur erreichen, weil wir in der Krise die Kernmannschaft an Bord gehalten und in den vergangenen Jahren weiter massiv in zusätzliche Kapazitäten und Mitarbeiter investiert haben“, erklärte Dr. K. Tragl. Bosch Rexroth hat 2011 weltweit in den Ausbau von Fertigung und Entwicklung investiert. In Wujin/China verdoppelt das Unternehmen die Kapazitäten und im indischen Ahmedabad begann der Bau eines neuen und größeren Werks. Mit dem Kauf eines zusätzlichen Gebäudes verdoppelt Bosch Rexroth die Produktionsfläche des Werks Fountain Inn in South Carolina/USA. Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung ist auch die weltweite Mitarbeiterzahl zum Jahreswechsel um nahezu 3.500 auf mehr als 38.000 gestiegen. Der größte Zuwachs fand in Deutschland statt. Dort kamen 1.490 Mitarbeiter hinzu. Einen Anstieg gab es erneut in der Wachstumsregion Asien-Pazifik. Dort beschäftigt Bosch Rexroth 1.080 Mitarbeiter mehr als ein Jahr zuvor. In Europa außerhalb Deutschlands hat das Unternehmen weitere 588 Mitarbeiter eingestellt sowie in Nord- und Südamerika 325 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

 

Wachstum in den Unternehmensbereichen; Veräußerungspläne für Pneumatikbereich

Alle drei Unternehmensbereiche haben zum Wachstum des Unternehmens beigetragen: Der Geschäftsbereich Mobile Applications leistete den größten Beitrag und baute seine Weltmarktführerschaft aus. Industrial Applications konnte in nahezu allen Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus deutlich zulegen. Renewable Energies erweiterte die Produktpalette an Getriebe- und Antriebslösungen für Windenergieanlagen um Dienstleistungen, beispielsweise Fernüberwachung, die dazu beitragen, dass Stillstände vermieden werden können.

 

Detailliert ging Dr. K. Tragl auf den Bereich Pneumatik ein. "Wir haben den Bereich Pneumatik in den vergangenen Jahren erfolgreich restrukturiert. Wir sehen aber, dass die Pneumatik als Teil von Multitechnologielösungen in unseren fokussierten Zielbranchen der Fabrikautomation nur einen geringen Differenzierungsbeitrag leistet. Dagegen liegen erhebliche Differenzierungs- und Wachstumschancen außerhalb der von uns fokussierten Zielbranchen, beispielsweise in Medizintechnik, Schwerindustrie oder als Zulieferer für Lkw. Darum macht es Sinn zu prüfen, ob es für die Pneumatik eine dafür besser geeignete Umgebung gibt", sagte der Vorstandsvorsitzende. Derzeit befinde man sich in Gesprächen mit einem Interessenten, der den Pneumatikbereich von Bosch Rexroth akquirieren möchte. "Dabei ist ein entscheidendes Kriterium für uns die Tragfähigkeit der Konzepte, um die Kunden noch besser bedienen zu können und die Arbeitsplätze langfristig zu sichern", stellte er heraus. Dazu gehöre auch, weiterhin die Entwicklung neuer Produkte energisch voranzutreiben. "So präsentiert die Pneumatik auf dieser Hannover Messe eine völlig neue Ventilgeneration. Sie ist wesentlich kompakter und leichter als alle Wettbewerbsprodukte und damit auch deutlich effizienter", sagte Dr. K. Tragl.

 

Weitere Informationen unter www.boschrexroth.com.

 

 

 

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