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17.06.2008

Mehr als 1 Mio. Industrieroboter im Einsatz

Ende 2007 arbeiteten laut der International Federation of Robotics (IFR) rund 1 Million Industrieroboter in den Fabriken weltweit...

Ende 2007 arbeiteten laut der International Federation of Robotics (IFR) rund 1 Million Industrieroboter in den Fabriken weltweit. Nach ersten Ergebnissen für 2007 wurden im letzten Jahr weltweit rund 118000 Industrieroboter neu installiert, 5% mehr als in 2006.

 

Es gab wesentliche Trends in den wichtigsten Kundenbranchen, die das Ergebnis beeinflusst haben.

 

Der wichtigste Kunde, die Automobilindustrie, ist im Wandel. Ein maßgeblicher Anstieg der Stückzahlverkäufe kann nur noch in den Wachstumsmärkten wie Indien, Südostasien, Russland und in anderen osteuropäischen Ländern verwirklicht werden. In den gesättigten großen Automärkten in Westeuropa, Nordamerika, Japan und Südkorea ist nur ein Wachstum des Umsatzwerts möglich und zwar durch technische Innovationen.

 

Die Autohersteller reorganisieren das Geschäft mit ihren Zulieferern. Sie reduzieren die Zahl der direkten Zulieferer. Durch den harten Konkurrenzkampf in allen Märkten verstärken die einen Hersteller ihre Investitionen, während andere Produktionskapazitäten reduzieren oder verlagern. Diese Veränderungen im Geschäft der Autohersteller und das zyklische Modellgeschäft führten in einigen Ländern zu massiven Investitionen in Industrieroboter, während sie in anderen stagnierten oder sogar zurückgingen. Die Roboterlieferungen in die Automobilzuliefererindustrie sind in allen Regionen stagnierend.

 

In den anderen Industrien außerhalb der Automobilindustrie gibt es einen Trend zur Automatisierung. Die Roboterherstellen bieten hierzu die passenden Lösungen an. Die Metallindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die Glasindustrie, die Pharmaindustrie und die Medizintechnik sowie die Photovoltaikindustrie investierten verstärkt in Industrieroboter.

 

Wie in den vergangenen Jahren ist das Ergebnis in den drei großen Regionen unterschiedlich: Stagnation in Asien, bemerkenswerter Zuwachs in Amerika und ein

fortgesetztes Wachstum in Europa.

World Robotics 2008 – Erste Ergebnisse: Weltweit rund 1 Million Industrieroboter im Einsatz

World Robotics 2008 – Erste Ergebnisse: Weltweit rund 1 Million Industrieroboter im Einsatz

Amerika: Autohersteller investieren wieder

Etwa 21000 Industrieroboter wurden 2007 nach Amerika geliefert, 17 % mehr als in 2006. Das gute Ergebnis war im Wesentlichen durch die Autohersteller möglich, die wieder verstärkt investierten.

Die Lieferungen nach den USA erhöhten sich um 12 % auf 16600 Stück, nach Kanada um 67 % auf 2900 Stück. Brasilien lag auf dem dritten Platz mit 700 Stück, 62 % mehr als in 2006. In Mexiko war ein Rückgang um 33 %. Die Nachfrage in Argentinien ist stark angestiegen.

Schweißanwendungen erhöhten sich um 42 %. Auch Handhabung und Anwendungen im Reinraum gingen hoch. Montage brach um 42 % ein. Auch Bearbeiten und Beschichten ging zurück.

Die Autohersteller bestellten 52 % mehr Industrieroboter als in 2006. Mit insgesamt 6200 Stück wurde allerdings der Rekordwert von 2005 (8200 Stück) nicht erreicht. Hauptsächlich die asiatischen Hersteller haben investiert, um ihre Kapazitäten in Nordamerika weiter zu vergrößern. Die amerikanischen Autohersteller haben Kapazitäten reduziert und Produktionen verlagert. Der harte Konkurrenzkampf um diesen stagnierenden Markt setzt sich fort. Die Roboterlieferungen an die Automobilzulieferer stagnierten in 2007.

Die Elektro-/Elektronikindustrie (hauptsächlich die Halbleiterhersteller) hatten ihre Roboterkäufe weiter erhöht. Auch die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie sowie die Pharmaindustrie erhöhten ihre Roboterbestellungen. Bei der Metall- und metallverarbeitenden Industrie sowie bei der Gummi- und Kunststoffindustrie wurde ein leichter Rückgang festgestellt.

Der Bestand der in Amerika im Einsatz befindlichen Industrieroboter erhöhte sich um 8 % auf rund 167000 Stück. Das ist 17 % des weltweiten Bestands.

 

Asien: Stagnation auf hohem Niveau

Die Roboterinvestitionen in Asien stagnierten in 2007 bei rund 61000 Stück.

In Japan, dem weltgrößten Robotermarkt, wurden mit 38100 Stück 2 % mehr Roboter in 2007 verkauft. 2005 hatten viele Ersatzinvestitionen sowie neue Modelllinien den Robotereinsatz in der Automobilindustrie stark gefördert. Das zyklische Geschäft in dieser Industrie hat in 2006 and 2007 zu einem Rückgang der Roboterlieferungen in die Automobilindustrie geführt. Auf der anderen Seite ist die Nachfrage der Elektro-/Elektronikindustrie, der Gummi- und Kunststoffindustrie, der Medizintechnik und der pharmazeutischen Industrie sowie der Nahrungsmittel und Getränkeindustrie überdurchschnittlich angestiegen.

Die Gesamtstückzahl der nach Japan gelieferten Roboter des japanischen Verbands JARA unterscheidet sich von der IFR-Zahl, da in den IFR Daten Schätzungen von Firmen, die nicht Mitglied bei JARA sind, enthalten sind.

Nach Südkorea, dem zweitgrößten Robotermarkt in Asien, sind in 2007 mit 10300 Stück 4 % weniger Roboter geliefert worden. Ein starker Rückgang der Bestellungen in fast allen Kundenbranchen, besonders aber bei den Fahrzeugherstellern, wurde teilweise durch stärkere Investitionen der Elektronikindustrie und der Automobilzulieferer ausgeglichen.

Mit 6600 Stück und einem Wachstum von 14 % boomen die Roboterinvestitionen immer noch in China, dem drittgrößten Markt in Asien. Hier steigt die Nachfrage aus allen Industrien einschließlich der Automobilindustrie.

Mit 830 Stück stagnierten die Roboterinstallationen in Indien. Wenn man bedenkt, dass die Modernisierung von Fertigungsanlagen in fast allen Industrien ansteigt, sind die stagnierenden Roboterlieferungen verwunderlich.

Die Roboterlieferungen nach Taiwan gingen um 34 % zurück. Die Verkäufe in alle anderen Ländern Asiens wie Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam sind dagegen um 21 % hochgeschnellt.

Die Lieferungen von Robotern für Applikationen im Reinraum, Lackier- und Schweißroboter erhöhten sich, während andere Applikationen durchschnittlich um 5% zurückgingen. Handhabungsoperationen zum Messen und Prüfen sowie zum Schmieden und Pressen haben sich stark erhöht. Robot Vision und die Metallbearbeitung gewinnen mehr und mehr an Bedeutung.

Die gestiegenen Roboterlieferungen in die Metallprodukteindustrie, die Elektro-

/Elektronikindustrie, die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die pharmazeutische Industrie und die Medizintechnik konnten den Rückgang der Verkäufe an die Autohersteller in Asien teilweise kompensieren.

Der Bestand der im Einsatz befindlichen Industrieroboter stieg um 3 % auf rund 490000 Stück. Das ist fast die Hälfte des Weltbestands.

 

Europa: Fortgesetztes Wachstum

Der Absatz von Industrierobotern ist in Europa um 10 % auf rund 34600 Stück gestiegen. Das ist die höchste Stückzahl in einem Jahr seit es Industrieroboter gibt. Das war das Ergebnis massiver Investitionen aller Industrien außerhalb der Automobilindustrie sowie der Autohersteller.

Deutschland, der größte Markt für Industrieroboter in Europa – war der Motor des Wachstums. Die Lieferungen von Industrierobotern schnellten um 29 % auf rund 14800 Stück, ebenfalls die höchste Anzahl von Robotern, die bisher in einem Jahr für dieses Land registriert wurden. Die signifikant gestiegene Nachfrage aus fast allen Branchen, besonders von den Autoherstellern, der Metall- und metallverarbeitenden Industrie, Glas- und Keramikindustrie, der Medizintechnik, der Elektro-/Elektronikindustrie und der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie.

Italien, der zweitgrößte Mark ging um 10 % zurück auf 5600 Stück. Die Gummi und Kunststoffindustrie hat ihre Investitionen stark gekürzt, während die Automobilindustrie, die Metallindustrie und die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie verstärkt investiert haben.

Die jährliche Lieferung von Industrierobotern nach Frankreich verringerte sich um 10% auf fast 2800 Stück. Das liegt an dem stagnierenden Investitionsklima in Frankreich. Fast alle Branchen haben ihre Roboterinvestitionen gekürzt.

Der Absatz in den mittel- und osteuropäischen Ländern ist massiv angestiegen, um 56 %. Die Lieferungen nach Spanien und Großbritannien sind zurückgegangen. Handhabungsoperationen stiegen um 19 %. Das Handhaben und Zuführen von Material – das meist in der Automobilindustrie eingesetzt wird wird, stieg massiv um 71 % an, Verpacken um 49 %. Montage stieg rasant um 42 % an. Schweißen ging trotz der hohen Investitionen aus der Automobilindustrie leicht zurück. Daraus lässt sich schließen, dass die Automobilhersteller mehr Roboter für andere Anwendungen, wie das Handhaben und Zuführen von Material, eingesetzt haben.

Die Automobilhersteller haben in Europa massiv investiert, während die Automobilzulieferer ihre Roboterkäufe um 8 % reduzierten. Der Absatz in die Metall- und Maschinenindustrie, die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, die Glas- und Keramikindustrie, die Medizintechnik, die Kommunikationsindustrie und die Papierindustrie ist überdurchschnittlich gewachsen. Zwischen 2005 und 2007 haben die Branchen außerhalb der Automobilindustrie in Europa sehr stark an Bedeutung gewonnen. Das ist der Hauptgrund für das fortgesetzte Wachstum. In 2005 hat es deshalb trotz des Einbruchs der Bestellungen aus der Automobilindustrie nur einen leichten Rückgang der Gesamtlieferungen gegeben. In 2006 stiegen die Verkäufe sogar um 11 % trotz rückläufiger Bestellungen aus der Automobilindustrie.

Der Bestand der im Einsatz befindlichen Industrieroboter erhöhte sich um 6 % auf fast 329600 Stück, etwa ein Drittel des weltweiten Bestands.

 

Prognose 2008

Der Robotermarkt wird weltweit weiter wachsen in 2008.

Verbesserungen in der Sensortechnologie wie Robot Vision, Kraftsensoren oder Umgebungserkennung erhöhen die Qualitätskontrolle. Verbesserungen in der Kommunikation wie bei der Fernbedienung oder bessere Mensch-Maschine-Schnittstellen bringen neue Kunden wie kleine und mittlere Unternehmen. Verbesserungen in der Systemtechnologie, wie Off-Line-Programmierung, Sicherheit, kooperierende Roboter garantieren Lösungen für anspruchsvolle Automationsprozesse.

Die Automobilindustrie wird weiter neue Roboter in den Wachstumsmärkten, wie China, Indien, Südostasien, Russland, Mittel- und Osteuropa und Südamerika einsetzen. Die Branchen außerhalb der Automobilindustrie werden ihre Roboterinvestitionen weiter erhöhen, besonders die Metall- und Maschinenindustrie, die Glas- und Keramikindustrie, die Halbleiterindustrie, Photovoltaikindustrie und die Möbelindustrie. Kleine und mittlere Unternehmen werden erstmals Roboteranwender durch attraktive Preise und intelligente und leicht nutzbare Systeme.

Die hohen Qualitäts- und Umweltschutzstandards zwingen alle Unternehmen der verarbeitenden Industrie – besonders in Ländern wie Indien, Russland oder China – ihre Fertigungen zu modernisieren, um auf dem globalen Markt wettbewerbfähig zu bleiben.

Letztendlich wird es wieder eine unterschiedliche Entwicklung in den drei großen Regionen geben. In Amerika wird die Nachfrage aus den Branchen außerhalb der Automobilindustrie kräftig wachsen. Doch dieser Anstieg wird nicht ausreichen, um den zyklischen Rückgang der Verkäufe in die Automobilindustrie zu kompensieren. Darum wird der Roboterabsatz in dieser Region in 2008 sinken.

Die Roboterlieferungen nach Europa werden weiter zunehmen. Im größten Markt, in Deutschland, stiegen die Auftragseingänge im ersten Quartal 2008 mit zweistelligen Raten. In Italien wird ein Wachstum der Roboterlieferungen zwischen 5 % und 10 % erwartet. In den osteuropäischen Ländern wird es weiter starke Roboterinvestitionen geben.

Die Roboterlieferungen nach Asien werden sich nach der Stagnation in 2007 wieder erhöhen. Moderates Wachstum in Japan und in Südkorea sowie ein hoher Absatz in den Wachstumsmärkten in Asien wird realisierbar sein.

Nach ersten Schätzungen wächst der weltweite Robotermarkt zwischen 8 % und 12 % in 2008.

 

Service-Roboter

Für Service Roboter kann die IFR noch keine Daten für 2007 vorstellen. In der letzten Statistik für 2006 schätzte der Verband, dass etwa 35000 Serviceroboter für den professionellen Bereich und 3,6 Millionen für den privaten/persönlichen Gebrauch zwischen 2007 und 2010 verkauft werden.

Roboter für den persönlichen Gebrauch oder für den Haushalt haben bereits eine große Verbreitung gefunden. Unterhaltungs- und Spielzeugroboter sind im wesentlichen Lowcost-Produkte. Staubsaugerroboter und Rasenmäherroboter werden mehr und mehr in den Haushalten angetroffen. Roboter für die Unterstützung von behinderten und alten Menschen haben noch nicht den Reifegrad erreicht, der wegen ihres Potentials hinsichtlich des anzunehmenden Bedarfs als auch des bestehenden technologischen Standes der Ausrüstung erwartet wird. Auf lange Sicht, in etwa 10 Jahren, und unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und der fortschreitenden Technologie werden Roboter für die Unterstützung von behinderten und alten Menschen sicher zu einer Schlüsselanwendung in der Service Robotik. Bedeutende Forschungsinstitute konzentrieren sich auf die Entwicklung von Prototypen dieser Roboter.

 

Weitere Informationen unter www.worldrobotics.org.

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