Sensorik, Messtechnik & IBS
17.04.2017

AIM-Trendbarometer: Stabile Marktentwicklung

Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitgliedsunternehmen im halbjährlichen Turnus über ihre Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der Auto-ID-Märkte im Besonderen. Diese Unternehmen bieten Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für automatische Identifikation (Auto-ID) und mobile Systeme in diesen Technologiefeldern: Optical Readable Media (Barcodes, zweidimensionale Codes usw.), RFID, NFC, RTLS und industrielle Sensorik.

„Die Ergebnisse des AIM-Trendbarometers zum zweiten Halbjahr 2016 zeigen in vielen Märkten ein erfreuliches Bild des Auto-ID-Markts“, kommentiert Peter Altes, Geschäftsführer, AIM-D e.V. in Lampertheim. „Ähnlich wie im ersten Halbjahr 2016 berichten nahezu 95 % der Unternehmen von gestiegenen oder gleichgebliebenen Umsätzen. Bei über 65 % hat sich die Marktposition verbessert. Nahezu 50 % berichten von einer abermals gestiegenen Nachfrage im Technologiesegment NFC. Darin spiegelt sich unter anderem wider, dass die großen Handelsunternehmen zunehmend in das mobile Bezahlen mit NFC an den Kassen investieren, dass Apple Pay in die Märkte einsteigt und vor allem, dass auch industrielle NFC-Anwendungen, wie ein elektronisches Typenschild, in der Entwicklung sind. Die zum Teil abwartende Betrachtung von Industrie 4.0 im Auto-ID-Umfeld in der Vergangenheit wurde voll und ganz durch eine realistische und bisweilen gar euphorische Haltung abgelöst: Die AutoID-Branche versteht sich mittlerweile als ein Enabler von Industrie 4.0. Gemäß Umfrageergebnis spielen nun in über 85 % der Unternehmen die Produkt-, Lösungs- und Dienstleistungsangebote eine strategische Rolle mit Blick auf Industrie 4.0. Besonders Cyber Physical Systems benötigen automatische Identifikation und Sensoren, um Transparenz in Produktion und Materialfluss herzustellen.“
Die wirtschaftliche Lage der Auto-ID-Unternehmen ist der Umfrage zufolge im zweiten Halbjahr 2016 stabil geblieben. 65,79 % der AIM-Mitglieder (wie im 2. Halbjahr 2016) haben ihre Umsätze gesteigert, weitere 21,05 % (2. Halbjahr 2016: 28,95 %) gaben eine stabile Entwicklung an.
Ihre Investitionen haben immerhin wieder über die Hälfte der Unternehmen gesteigert: 52,63 % (60,53 %). 39,47 % (28,95 %) haben in gleicher Höhe wie im ersten Halbjahr investiert, nur 2,63 % (10,53 %) weniger. Das Investitionsverhalten ist demnach stabil geblieben. Die Summe der Einschätzungen für eine bessere oder gleichbleibende Marktentwicklung ist nahezu stabil bei 86,84 % geblieben (97,37 %). Diese summiert sich aus erfreulichen 65,79 % (68,42 %) für eine bessere und 21,05 % (28,95 %) für eine gleich gebliebene Markteinschätzung.

Drei Fragen der Erhebung bezogen sich auf einzelne unter dem Oberbegriff Auto-ID zusammengefassten Technologien:
Barcode und andere optische Identifikationssysteme - auch mit ORM bezeichnet: Barcode, zweidimensionale Codes wie Datamatrix und QR, OCR: In Bezug auf diese Systeme berichten mit 26,32 % genauso viele Unternehmen von einer besseren Marktentwicklung wie im Vergleichszeitraum – was mit reifen Märkten und einer zunehmenden Fokussierung auf Industrie 4.0 zusammenhängt. Der Prozentsatz für eine unveränderte Marktentwicklung ist mit 26,32 % (28,95 %) nahezu gleichgeblieben.
Die Entwicklung für RFID einschließlich NFC und RTLS wird aktuell erneut deutlich optimistischer eingeschätzt – was natürlich ein Reflex auf die Entwicklungen von Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist. Eine bessere Entwicklung sehen immer noch 39,47 % (60,53 %), eine unveränderte, also stabile Entwicklung sehen dieses Mal 42,11 % (28,95 %). Mit Blick auf die anderen Auto-ID-Bereiche kann man also sagen, dass die RFID-Technologien wohl vor einer vorsichtig positiven Entwicklung stehen – nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund von RAIN-RFID, einer global agierenden UHF-Initiative aus den USA, die sich jedoch in den Märkten noch durchsetzen muss. Die aktuellen Herausforderungen in vielen Märkten sollte man also stets im Blick behalten.
NFC und RTLS: Speziell mit Bezug auf diese Technologien wurde gefragt, ob eine verstärkte Nachfrage erkennbar sei. Bei NFC haben das mit 47,37 % (39,47 %) sichtbar mehr Unternehmen bejaht als im Vergleichszeitraum; ebenfalls bei RTLS: 28,95 % (23,68 %). Der Wert für NFC ist gestiegen, da neben berührungslosen Zahlungssystemen mit Mobiltelefonen und Kreditkarten vor allem industrielle NFC-Anwendungen auf dem Vormarsch zu sein scheinen. Mit 31,58 % (23,68 %) ist die Zahl der Unternehmen, die in keinem der beiden Bereiche einen Nachfragezuwachs festgestellt haben, leicht gestiegen – was möglicherweise auch damit zusammenhängen kann, dass RTLS mittlerweile als integraler Bestandteil von Industrie-4.0-Konzepten betrachtet und entsprechend anders eingeordnet wird.
86,84 % (81,58 %) der AIM-Mitglieder nutzen Industrie 4.0 als Rahmen für die Vermarktung von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen. Kein einziges Unternehmen hat sich demnach mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt – bei der letzten Umfrage waren dies immerhin noch 15,79 %. Industrie 4.0 ist also nicht länger ein bloßes Marketing-Schlagwort. Die AIM-Community bringt sich vollständig in die Industrie 4.0-Strategie ein, die als eine Ausprägung des Internets der Dinge betrachtet werden kann.

Abkürzungen: RFID: Radiofrequenz-Identifikation; NFC: Near Field Communication; RTLS: Real-Time Locating Systems; ORM: Optical Readable Media (Barcode, 2D Code, OCR u.a.); QR: Quick Response Code; OCR: Optical Code Recognition.

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Copyright © VDE VERLAG GMBH, zuletzt aktualisiert am 26.05.2017