28. Januar 2009
Mensch und Maschine Software SE startet Marktoffensive
Der CAD/CAM-Spezialist Mensch und Maschine Software SE erweitert sein Geschäftsmodell und führt neben den bisherigen Segmenten „Eigene Technologie“ und „Value-Added Distribution“ das neue Segment „Systemhausgeschäft“ ein. Im Rahmen dieser „Marktoffensive“ übernimmt MuM im deutschsprachigen Raum einige seiner wichtigsten Vertriebspartner über Aktientausch und baut das eigene Endkundengeschäft, das bisher nur eine unbedeutende Rolle spielte, aus.
Im ersten Schritt schließen sich rückwirkend zum 1.1.2009 zunächst folgende fünf Partnerunternehmen dem MuM-Konzern an:
- CAD-LAN AG (Suhr, Schweiz),
- E&S GmbH (Großwilfersdorf bei Graz, Österreich),
- Haberzettl GmbH (Nürnberg),
- LeyCAD (Reichshof bei Köln),
- AtWork GmbH (Osnabrück).
Insgesamt sollen 2009 rund 200 Mitarbeiter/innen in das Systemhaussegment übernommen werden. Davon sollen rund drei Viertel in den neuen Partnerunternehmen arbeiten; etwa ein Viertel stammt aus dem bisherigen MuM-Konzern, hauptsächlich an den Standorten Wessling bei München, Kirchheim bei Stuttgart, Salzburg und Zürich. Die Mitarbeiterzahl im Konzern überschreitet dadurch die Schwelle von 500 Personen.
MuM konzentriert sich zunächst auf die Bereiche Maschinenbau/Elektro/Infrastruktur und will hier deshalb zum 1.2.2009 in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Distribution (VAD) auf Endkundenvertrieb (VAR – Value Added Reselling) umsteigen. Bei Architektur-Software soll 2009 der Schwerpunkt in D/A/CH noch auf Distribution liegen und der volle Umstieg erst Anfang 2010 erfolgen, ebenfalls mit einem Mix aus Übernahmen wichtiger Partner und eigenem Personal aus der Distribution.
Das Projekt Marktoffensive wird in enger strategischer Abstimmung mit dem MuM-Hauptlieferanten Autodesk umgesetzt. Das MuM-Einkaufsvolumen macht beim CAD-Anbieter Autodesk nach eigenen Angaben knapp 10 % des weltweiten Umsatzes aus. Auf Europa-Ebene wird der MuM-Anteil mit etwa einem Viertel angegeben, im deutschsprachigen Raum sogar mit mehr als einem Drittel. Im Rahmen der Marktoffensive soll sich dieses Einkaufsvolumen in D/A/CH im Jahr 2009 je etwa hälftig auf die Bereiche VAD und VAR aufteilen und ab 2010 bei etwa 20 % zu 80 % liegen.
In allen anderen Regionen ist diese strategische Änderung nicht geplant, da Autodesk außerhalb des deutschsprachigen Raums in Europa weitgehend über Distributoren vertreibt und kaum über direkt belieferte Systemhäuser. Der überwiegende Teil des Konzern-Einkaufsvolumens bei Autodesk wird also weiterhin aus dem Segment Distribution stammen.
Den Außenumsatz des Systemhaussegments im Startjahr 2009 schätzt MuM in der Größenordnung von 40 Mio. Euro bis 50 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 15 % bis 20 % am Endkundengeschäft mit Autodesk-Software im deutschsprachigen Raum entspräche. Diesen Anteil möchte das Unternehmen bis Ende 2010 auf etwa 25 % bis 30 Prozent ausbauen, dann sollen rund 300 Mitarbeiter/innen in diesem Segment beschäftigt sein.
Während das volumenstarke MuM-Distributionsgeschäft einen Rohertrag von etwa 16 % und eine Umsatzrendite von gut 3 % aufweist, sind im Systemhaus-Geschäft Roherträge von gut 35 % und Umsatzrenditen von bis zu 10 % erreichbar. Diese höhere Wertschöpfung kommt je etwa zur Hälfte aus dem Software-Verkauf und dem Dienstleistungsgeschäft, welches zum Beispiel Schulungen, Systeminstallationen und kundenspezifische Anpassungen umfasst.
Auf Konzernebene wird für 2009 ein Anteil des neuen Segments von gut einem Viertel an der Wertschöpfung erwartet, ab 2010 dann mehr als ein Drittel. Das Distributionssegment soll 2009 noch gut ein Drittel und ab 2010 knapp ein Drittel beitragen. Das restliche Drittel der Wertschöpfung soll auch in Zukunft aus der selbstentwickelten CAD/CAM-Software kommen.Damit ist das MuM-Geschäftsmodell künftig auf drei fast gleich starken Säulen ausbalanciert. Durch die höhere Umsatzrendite des Systemhausgeschäfts im Vergleich zur Distribution ist mittel- bis langfristig auch auf Konzernebene eine Steigerung der operativen Marge von bisher knapp 5 % in Richtung 10 % möglich. Dieser Effekt dürfte sich zwar 2009 in der Einführungsphase noch nicht signifikant auswirken, ab 2010 aber zu deutlichen Margenzuwächsen führen.
MuM-CEO Adi Drotleff: „Mit der Marktoffensive setzen wir einen Plan um, der lange Jahre in der Schublade geschlummert hat – für den Fall, dass wir einmal in einer unserer Regionen das Endkundengeschäft attraktiver als das Distributionsgeschäft finden würden. Dieser Fall ist nun im deutschsprachigen Raum eingetreten. Wir gewinnen dadurch deutlich mehr Kundennähe und können auch den guten Klang der Marke Mensch und Maschine noch besser nutzen als bisher. MuM steht seit fast 25 Jahren für ein attraktives Preis-/Leistungsverhältnis bei CAD/CAM-Lösungen, mit deren Hilfe unsere Kunden ihre Produkte oder Projekte entwickeln und ihre Prozesse optimieren. Ich freue mich auch sehr auf die Zusammenarbeit mit meinen neuen Aktionärskollegen, deren Aktienpakete dann zusammen mit den von mir und unserem CTO Werner Schwenkert gehaltenen Anteilen die absolute Kapitalmehrheit bei MuM stellen. Die Mensch und Maschine Software SE wird damit noch mehr als schon bisher ein börsennotiertes und eigentümergeführtes Unternehmen.“
Weitere Informationen unter www.mum.de.
>>> Kommentar schreiben
>>> zur Comment Area














