26. Januar 2009
IMS: Wireless-Potenziale in der Fabrikautomation
Die drahtlose (wireless) Kommunikation und ihre Vorteile werden im kommerziellen und im Consumer-Markt mittlerweile breit genutzt. Dennoch zeigt eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Reasearch zum Thema Wireless Kommunikation in der Fabrikautomation, dass einige in der Office-Welt nicht gekannten Hemmschwellen die Adaption verzögern.
2007 belief sich der geschätzte weltweite Markt für Wireless-Produkte in der Fabrikautomation auf lediglich 0,5 Mio. Geräte. Mit eingerechnet waren hier Produkte mit integrierter Wireless-Funktionalität, zum Beispiel Sensoren, Operator Terminals, SPS, Remote IO, Antriebe sowie Wireless Access Points. Es wird erwartet, dass die Zahl der verkauften Einheiten bis 2013 auf annähernd 4 Mio. ansteigen wird. Verglichen mit den kommerziellen Anwendungen ist dies jedoch ein verblassend geringer Wert.
Die derzeit größte Hemmschwelle beim Einsatz von Wireless-Technologie in der Fabrikautomation sehen OEM und Anwender im Bereich der Verfügbarkeit/Zuverlässigkeit (Reliability). So können einerseits große Maschinen dafür verantwortlich sein, dass das Funksignal unterbrochen wird. Auf der anderen Seite werden detaillierte, zuverlässige Maschinendaten immer wichtiger. In Summe bedeutet dies, dass drahtgebundenen Lösungen der Vorzug gegeben wird. Aber auch der Konservatismus in der Fabrikautomation wird als Hemmschuh bei der Anwendung der Wireless-Technologie gesehen.
IMS registriert derzeit jedoch eine steigende Anzahl von Unternehmen, die mit speziell auf die harten Anforderungen der Fabrikautomation zugeschnitten Wireless-Produkten zu experimentieren beginnen. Sie wollen damit die Leistungsfähigkeit und Funktionalität ihrer industriellen Netzwerke erhöhen – bei der richtigen Wahl der Infrastruktur und Wireless-Technologie.
Zudem stellen die sinkenden Preise von Wireless-fähigen Produkten einen Anreiz für Firmen dar, von drahtgebundenen Netzen umzustellen oder beide Netzwerke nebeneinander zu betreiben. Dies ist vor allem im Hinblick auf das derzeit vorherrschende wirtschaftliche Klima interessant, solang der Erstinvest zur Installation eines Wireless-Netzwerks geringer ist als der eines drahtgebundenen. So lassen sich beispielsweise deutliche Kosteneinsparungen in Applikationen wie einer Abwasseraufbereitungsanlage erzielen, in der Pumpen mehrere hundert Meter von der Leitwarte entfernt sein können. Zudem lassen sich durch die Installation eines Wireless-Netzwerks in Anwendungen wie Condition Monitoring Komponentenkosten einsparen. Ein Beispiel stellen Schleifringe dar, die zur vorbeugenden Überwachung rotierender Komponenten eingesetzt werden. Die drahtlose Kommunikation mit batteriebetriebenen Wireless-Sensoren kann ebenfalls zur vorbeugenden Überwachung in Anlagen neben drahtgebundenen Sensoren eingesetzt werden.
IMS Research geht davon aus, dass zwischen 2007 und 2013 der weltweite Verkauf von Wireless Communication Systems in der Fabrikautomation um durchschnittlich 40% pro Jahr ansteigen wird. Teilweise wird dieses Wachstum von Automatisierungsanbietern getragen, die weiterhin Wireless-Technologie als nächsten großen Step sehen, um die Anlageneffizienz zu steigern und die Sicherheit ihrer Kunden sicherzustellen.
Maschinenbauer und Endanwender sind nun gefordert, die Applikationen auszuwählen, die sich am besten zur Installation eines Wireless-Netzwerks eignen, um den versprochenen Benefit zu nutzen.
Weitere Informationen unter www.imsresearch.com.
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Kommentar 1:
wizofwireless schrieb am 27.02.2009 16:04:04:
M.E. profitieren folgende Branchen von Wireless: - Automobilhersteller bei Robotern mit bewegten Kabeln für Sensoren und Aktoren - ebenso deren Zulieferer, hier neben Robotern auch bei Pick&Place-Maschinen - Verpackungstechnik, z.B. Nahrungsmittel, Pharmazie. Freundliche Grüsse