15. Januar 2009
Fieldbus Foundation gibt Spezifikation und Entwicklungstools für sicherheitstechnische Funktionen bekannt
Die Fieldbus Foundation gab heute neue Geräteentwicklungslösungen für ihre Foundation for Safety-Instrumented-Functions-(SIF)-Technologie bekannt. Die SIF-Veröffentlichung umfasst die endgültige Fassung der technischen Daten für Foundation for SIF, ein SIF Interoperability Test Kit (ITK) und eine aktualisierte DD Library mit SIF-Funktionsblöcken. Diese Lösungen unterstützen die Entwicklung interoperabler SIF-Geräte für die Anwendung in einer Vielzahl an SIF-Installationen in Industrieanlagen.
Der Foundation-Feldbus mit seinen bewährten dezentralen Funktionsblöcken und seinem offenen Kommunikationsprotokoll stellt eine Plattform für die Weiterentwicklung standardisierter SIF dar. Mit der Foundation-Technologie können Anwender durch die Implementierung von Feldbusinstallationen in ihre Anlagensicherheitssysteme wichtige CapEx- und OpEx-Vorteile wirksam umsetzen. Das SIF-Protokoll wurde von der TÜV Anlagentechnik GmbH gemäß IEC 61508 bis einschließlich Safety Integrity Level (SIL) 3 zugelassen.
Im Mai 2008 führte die Fieldbus Foundation eine Anwenderdemonstration ihrer Foundation for SIF-Lösung im Shell Global Solutions Technology Center im niederländischen Amsterdam durch. Zweck der Live-Demonstration dieser Technologie, der Anwender des Bereichs Prozessautomatisierung ebenso wie Gerätelieferanten aus aller Welt beiwohnten, war die Beurteilung von Foundation-Feldbus-fähigen Sicherheitsventilen mit Teilhubtestfähigkeit (Partial Stroke Testing, PST) sowie von verschiedenen Druck-, Niveau- und Temperaturmessgeräten und Geräten zur Anlagendiagnose. Gleichzeitig wurden bei der Vorführung die Systemintegrationsfähigkeiten mit Asset-Management- und Basic-Process- Control-System-(BPCS)-Plattformen beurteilt.
Die SIF-Vorführung bei der Veranstaltung in Amsterdam wurde von Audun Gjerde von Shell Global Solutions durchgeführt. „Shell verspricht sich von der Implementierung von Foundation for SIF verbesserte Diagnosefähigkeiten durch ein vollintegriertes Asset-Management-System“, so A. Gjerde. „Außerdem erhoffen wir uns dank intelligentem Testen und Diagnostizieren sowie Online- und Teilhubtests weniger Tests an endgültigen Elementen. So werden risikoreiche Geräteausfälle früher erkannt und unnötige Anfahrten vermieden.“
Die ARC Advisory Group gab kürzlich ein neues White Paper mit dem Titel „Foundation Fieldbus Safety Instrumented Functions Forge the Future of Process Safety“ (Foundation Fieldbus Safety Instrumented Functions bahnen den Weg in die Zukunft für Prozesssicherheit) heraus, in dem die Foundation-SIF-Technologie beschrieben wird. Dieses White Paper steht auf der Fieldbus Foundation-Website als Download zur Verfügung.
Dem Fieldbus-Foundation-Produktmanager für Feldbusprodukte, Stephen Mitschke, zufolge werden die Foundation-for-SIF-Lösungen Anbietern von Automatisierungsausrüstung die Möglichkeit geben, SIF-Geräte mit integrierten, leistungsstarken Feldbusdiagnosefähigkeiten zu entwickeln. „Jetzt können Systeme zur Anlagensicherheit die gleichen, umfassenden Diagnosefähigkeiten umsetzen, die bisher von der Foundation-Feldbustechnologie bereitgestellt wurden“, erklärte S. Mitschke. „Diese Diagnosefähigkeiten sind nicht nur der Schlüssel zu verbesserter Prozesszuverlässigkeit und Robustheit, sondern auch ein entscheidender Faktor für verbesserte Betriebszeit und weniger Fehlalarme.“
Die technischen Daten für Foundation for SIF definieren analoge Eingangsblöcke (AI) für Feldbustransmitter und andere SIF-Geräte. Zukünftige Aktualisierungen der technischen Daten werden digitale Ausgangsblöcke (DO) einschließen. Bei der Foundation-Technologie enthalten Funktionsblöcke die für Online-Regelfunktionen erforderlichen Informationen. Device Description (DD) und Capability Files (CF) bieten zusätzliche Informationen, die für Konfigurations- und Display-Zwecke notwendig sind.
Das Foundation for SIF ITK 1.0 ist ein Tool für die Fehlersuche und Fehlerbeseitigung bei Geräten und umfasst alle erforderliche Hardware und Software, um die komplette Geräteinteroperabilität gemäß den offiziellen Testverfahren zur Foundation-Registrierung sicherzustellen. Mit dem Test Kit können Geräteentwickler vor dem Einreichen ihres Geräts zur offiziellen Registrierung genau die gleichen Tests durchführen, die von der Fieldbus Foundation durchgeführt werden.
Das Founation for SIF ITK umfasst eine Reihe von Testfällen, in denen die Funktionalität eines Feldbusgeräts und seine Konformität mit den Spezifikationen des Foundation-Feldbus-Funktionsblocks und Transducer Blocks verifiziert werden. Darüber hinaus beinhaltet der Tester einen DD „Super Viewer“, mit dem die Untersuchung und Verifizierung einer Gerätebeschreibung und ein Konformitätstestverfahren für die Bitübertragungsschicht ermöglicht wird. Der DD Super Viewer unterstützt die Validierung von vorhandenen DD und das DD-5.1-Format. Geräteentwickler können Schritt für Schritt durch ihre Gerätebeschreibungen gehen, Verfahren durchführen und die neuen Visualisierungselemente, die von der aktuellen DD-5.1-Technologie unterstützt werden, umsetzen. Das ITK wird mit neuen Testfällen aufgerüstet, um die erweiterten Implementierungen zu verifizieren, sobald weitere standardmäßige Funktionsblöcke verfügbar werden.
Die Interoperabilitätstest-Suite wurde mit einem ITK-Automatisierungstool kombiniert, mit dem die Notwendigkeit mehrerer manueller Schritte bei der Durchführung von Tests an Feldbusgeräten vor der Registrierung eliminiert wird. Das Tool verbessert die ITK-Programmeffizienz und sorgt direkt für eine Reduzierung der Arbeitsstunden, die für den Abschluss der Testphase erforderlich sind. Es ist im Rahmen einer Wartungsvereinbarung erhältlich, um stets den aktuellen Stand der Test-Suite-Software mit allen Verbesserungen sicherzustellen.
Die aktuelle Foundation DD Library (Version 3.4) umfasst nun den standardmäßigen Device-Description-Language-(DDL)-Code für neue SIF-Blöcke. Mit diesem DD-Abonnementservice haben Geräteentwickler jetzt Zugang auf eine DDL-Vorlage, wodurch die Entwicklung von DD gemäß Foundation-Feldbusspezifikation einfacher und weniger zeitaufwendig wird.
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