14. Januar 2009

VDMA-Präsident mahnt angesichts der jüngsten Auftragseingangszahlen zu Besonnenheit

„Der Rückgang des Auftragseingangs im Maschinenbau im November von 30 % darf nicht zu überzogenen Reaktionen führen”, so VDMA-Präsident Dr. Wittenstein. „Hohe Ausschläge der Maschinenbauorders sind für sich genommen nichts Außergewöhnliches. Damit müssen wir immer rechnen, schon wegen der starken Zyklizität der Nachfrage nach Maschinen- und Anlagen und der teils sehr hohen Auftragswerte.”
“Auffällig ist die Heftigkeit und die zeitliche Parallelität des Orderrückgangs im In- und Ausland. Das sollte uns jedoch nicht dazu verleiten, der Tendenz zur selektiven Darbietung und Wahrnehmung schlechter Nachrichten nachzugeben und diese Ausnahmesituation in die Zukunft fortzuschreiben. Der Maschinenbau hat mit seinen innovativen Produkten und Verfahren weltweit nach wie vor hervorragende Wachstumschancen.”
Auffällig sind auch die großen Unterschiede zwischen den Fachzweigen: Auf Fachzweigebene wiesen 22 der in der VDMA-Auftragseingangsstatistik getrennt abgerechneten Teilbranchen in den letzten drei statistisch nachweisbaren Monaten (September – November 2008) im Vorjahresvergleich ein Minus auf. Insbesondere Antriebstechnik, Werkzeugmaschinen, Productronic, Kunststoff- und Gummimaschinen, Fluidtechnik, Bau- und Baustoffmaschinen, Druck- und Papiertechnik und Textilmaschinen mussten kräftige Einbußen hinnehmen.
Dem standen sechs Fachzweige mit Plusraten gegenüber: Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate, Bergbaumaschinen, Landtechnik, Power Systems, Gießereimaschinen und Aufzüge und Fahrtreppen erzielten Zuwächse von bis zu 18 %.
Aus Sicht des VDMA enthält das zweite Konjunkturpaket der großen Koalition eine Reihe sinnvoller Elemente, setzt aber zu starke Akzente auf Maßnahmen, die den Konsum ankurbeln sollen. Zu begrüßen ist vor allem, dass die öffentliche Hand ihre Investitionen kräftig steigern soll – dies bietet die Chance, dass Deutschland gut aufgestellt aus der Krise hervorgeht. Weniger gelungen sind nach Ansicht des VDMA die steuerlichen Vorhaben; anstelle einer Senkung der Einkommensteuer wären strukturelle Verbesserungen des Steuersystems wichtiger gewesen.
Die Spezialhilfen für die Automobilbranche lassen keine durchschlagende Wirkung erwarten und gehen zudem zu Lasten von Maßnahmen, die gesamtwirtschaftlich sinnvoller wären. Das Kredit- und Bürgschaftsprogramm verdient in der anstehenden politischen Diskussion besondere Beachtung; es birgt laut VDMA im Kern die Gefahr die Gefahr eines erheblichen Staatsinterventionismus und eines Abschieds von marktwirtschaftlichen Grundsätzen.


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