02. Oktober 2008

Ergebnisse der "WindEnergy Studie 2008"

Die internationale Windenergie-Branche schätzt die weitere Entwicklung des weltweiten Windenergie-Markts in den kommenden Jahren positiv ein. So soll sich das Weltmarktvolumen der jährlichen Neuinstallationen von rund 20.000 MW (2007) binnen zehn Jahren auf rund 107.000 MW im Jahr 2017 verfünffachen. Das sind die Ergebnisse der vierten “WindEnergy”-Studie, die die “Husum WindEnergy 2008” im Vorfeld der internationalen Leitmesse beim Deutschen Windenergie-Institut (DEWI GmbH) in Auftrag gegeben hat. Wie die Umfrage bei in der internationalen Branche tätigen Unternehmen ergab, könnten Ende 2017 weltweit Windenergie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 718.000 MW installiert sein (Ende 2007: rund 94.000 MW).

„Für die Unternehmen der Branche ist diese Untersuchung ein wichtiger Ausblick auf die Märkte der Zukunft. Die Ergebnisse spiegeln sich auch in der Struktur der internationalen Leitmesse der Windenergiebranche, der ,Husum WindEnergy’ mit Ausstellern aus 35 Ländern, darunter Länderpavillons aus USA, Kanada, Frankreich und Großbritannien sowie mit Besuchern aus 40 Ländern korrespondierend mit den Wachstumsmärkten“, unterstreicht Hanno Fecke, Geschäftsführer der Messe Husum. „Durch die kontinuierliche Fortschreibung der ,WindEnergy’-Studie steht der Branche ein hervorragender Überblick und eine aufschlussreiche Prognose zur Entwicklung des globalen Windenergie-Markts zur Verfügung“, betont auch Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, die Kooperationspartner der Messe Husum ist.

WindEnergy-Studie 2008: Markteinschätzung der Windindustrie bis zum Jahr 2017



Für Deutschland ergab sich zum Befragungszeitraum, der vor der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes lag und damit vor der Entscheidung über die neuen Konditionen, bis zum Jahr 2012 eine mögliche Gesamtinstallation von 31.800 MW, davon 28.000 MW Onshore und rund 3.800 MW Offshore. Für 2017 werden insgesamt 44.000 MW installierte Leistung prognostiziert, davon 32.500 MW an Land und 11.500 MW in der Nord- und Ostsee. Damit liegt der Ausbau Onshore etwa 13 % höher als noch in der Studie 2006 prognostiziert. Ein gleichzeitig in der “WindEnergy Studie” dargestelltes Szenario des deutschen Windmarkts bis zum Jahr 2030 signalisiert ebenfalls eine deutlich positivere Einschätzung als noch vor zwei Jahren. Danach könnten zu diesem Zeitpunkt sogar insgesamt (On- und Offshore) rund 65.000 MW in Betrieb sein, die dann rund 31 % des deutschen Bruttostromverbrauchs decken. Dann würden Onshore rund 35.100 MW – und damit rund 7.200 MW mehr als 2006 vorhergesagt – und Offshore-Anlagen mit rund 30.000 MW Gesamtleistung in Betrieb sein.



WindEnergy-Studie 2008: Die kumulierte Leistung für Deutschland



„Die ,WindEnergy Studie 2008’ prognostiziert ein großes kontinuierliches Wachstum der globalen Windindustrie“, so Thorsten Herdan, Geschäftsführer des Herstellerverbands VDMA Power Systems. „Wir sprechen für 2017 dann von einem jährlichen Umsatzvolumen von weit über 100 Mrd. Euro.“ Um die optimistische Prognose zu realisieren, müssten deutsche Hersteller und Zulieferer, die über ein Drittel der globalen Umsätze der Windindustrie erzielen, Fertigungskapazitäten für Anlagen und Komponenten weiter massiv ausbauen, so T. Herdan. „Nur mit einem kontinuierlichen Heimmarkt für Onshore- wie Offshore-Windenergie und ausreichend verfügbarem Personal werden die gewaltigen Investitionsentscheidungen zugunsten Deutschlands fallen.“ Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands “WindEnergie” sieht Deutschland als einen der großen Gewinner des weltweiten Wind-Booms: „Die deutsche Exportquote von rund 80 % der produzierten Bauteile und Turbinen sichert und entwickelt immer mehr Arbeitsplätze – heute schon über 80.000.“


Für den europäischen Markt erwarten die befragten Unternehmen in den nächsten fünf Jahren eine konstante Entwicklung. Bis 2012 wird mit rund 129.000 MW installierter Gesamtleistung gerechnet, Ende 2007 lag diese bei 57.136 MW. Weltweit wird bis in fünf Jahren insgesamt sogar mit 288.000 MW (Ende 2007: 94.000 MW) installierter Leistung gerechnet. Der “WindEnergy Studie” zufolge wird schon 2012 über die Hälfte der installierten Windturbinen-Leistung außerhalb Europas stehen, während es 2007 erst 39 % waren.



WindEnergy-Studie 2008: Antworten auf die Frage: Welche WEA-Größe wird Ihrer Meinung nach, wann für den Offshore-Einsatz einsatzreif sein?



Der Schwerpunkt des weltweiten Wachstums lag bereits im vergangenen Jahr in den USA, in China, Spanien, Deutschland und Indien. Dort wurden insgesamt rund 78 % der neu installierten Anlagen errichtet. Die USA, China und Spanien besitzen nach Ansicht der Befragten auch in Zukunft ein hohes Wachstumspotenzial, aber auch Länder, wie Griechenland und Süd-Korea, gewinnen für die Unternehmen an Bedeutung. Durch die vom US-Senat beschlossene Verlängerung der steuerlichen Vorteile für die Windenergie (PTC) bis Ende 2009 – der Beschluss des Kongresses steht noch aus – wird der Ausbau der Windenergie in den USA auch in den nächsten beiden Jahren voraussichtlich wieder Rekordmarken erreichen. Die Mehrheit der befragten Unternehmen hält den US-Markt allerdings auch ohne Verlängerung des PTC für überlebensfähig, da auch verschiedene Bundesstaaten die Windenergie fördern.


„Die ,WindEnergy Studie’ belegt eindrucksvoll den nachhaltigen Aufschwung der Windenergie weltweit“, so Steve Sawyer vom globalen Windenergieverband GWEC. „Das in der Studie dargestellte Marktwachstum bis 2017 von weltweit rund 20 % pro Jahr ist eine große Chance für Wirtschaft, Arbeitsmärkte und Klimaschutz.“


In China wurden 2007 von insgesamt 44 Herstellern Anlagen mit einer Leistung von 3.499 MW neu errichtet. Fast zwei Drittel (62 %) der an der Umfrage beteiligten Firmen bewerten angesichts dieser Entwicklung ihre Möglichkeiten positiv, am chinesischen Markt teilzunehmen. Bereits 19 % der Befragten sehen für ihr Unternehmen die Chance, in China Windpark-Projekte zu entwickeln – zum größten Teil im Rahmen eines Joint Ventures. Die dort rasch wachsenden Konkurrenzfirmen erwarten sie ab 2010 als Mitstreiter auf dem Weltmarkt.


Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier.


Weitere Informationen zur Messe unter www.husumwindenergy.com.


Weitere Informationen zum Deutschen Windenergie-Institut unter www.dewi.de.



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